Sinnvoll Wasser sparen beim Putzen
Im Durchschnitt verbraucht jeder Deutsche pro Tag rund sieben Liter sauberes Trinkwasser in den Bereichen Raumreinigung, Autopflege und Garten – das sind sechs Prozent des täglichen Pro-Kopf-Gebrauchs von 121 Litern. Dabei kann auch beim Reinigen der bewusste Umgang mit der Ressource Wasser den Wasserverbrauch deutlich senken. Der folgende Artikel gibt einen Überblick darüber, wie mehrere kleine Schritte den tatsächlichen Wasserverbrauch minimieren können.
Putzen, Auto und Garten im Wasser-Haushalt

Heizung-Konfigurator:
Jetzt Ihre individuelle Heizung konfigurieren und Angebote erhalten!
Der Hochdruckreiniger
Der Einsatz eines Hochdruckreinigers ist nur selten wirklich notwendig: Je nach Modell fördert ein solches Gerät rund 230 bis 600 Liter Trinkwasser pro Stunde. Noch deutlich durstiger ist das Abspritzen von Flächen mit dem offenen Gartenschlauch – hier können nach Hersteller-Vergleichswerten mehrere tausend Liter pro Stunde durchlaufen. Wo ein Wasserstrahl wirklich gebraucht wird, ist der Hochdruckreiniger also das kleinere Übel; das meiste Wasser spart, wer ganz auf den Strahl verzichtet.
Durch die Verwendung eines herkömmlichen Eimers und eines nassen Tuchs und/oder Schrubbers lässt sich die Wassermenge deutlich reduzieren. Letzten Endes sind traditionelle Reinigungsmethoden häufig effizienter und führen zudem rascher zum gewünschten Ergebnis, benötigen allerdings manchmal etwas Muskelkraft. Für Terrasse, Gartenwege und Gartenmöbel muss es übrigens kein Trinkwasser sein: Gesammeltes Regenwasser erledigt das genauso gut.

Die Autowäsche
Leider sind sich nur wenige Menschen der Tatsache bewusst, dass das Waschen eines Autos mit einem Schlauch rund 150 Liter Trinkwasser benötigt. Davon unabhängig ist die Autowäsche auf öffentlichen Straßen und Plätzen in aller Regel untersagt, und auch auf dem Privatgrundstück ist sie aus Gründen des Gewässerschutzes vielerorts nicht oder nur eingeschränkt erlaubt – maßgeblich ist die Satzung der jeweiligen Gemeinde. Auf unbefestigtem Grund wie Rasen, Kies oder Schotter ist sie praktisch überall unzulässig, weil Wasch- und Ölreste ins Grundwasser gelangen können.
Eine Autowäsche von Hand kommt folglich – wo die Gemeinde sie überhaupt zulässt – nur nach den örtlichen Vorgaben infrage, etwa auf flüssigkeitsdicht befestigten Flächen mit Abwasserbehandlung beziehungsweise Ölabscheider; Reinigungsmittel, Hochdruckreiniger sowie Unterboden- oder Motorwäsche sind zu Hause meist ausgeschlossen. Lässt sich eine händische Wäsche des Autos gar nicht vermeiden, so ist es empfehlenswert, einen Eimer sowie einen Schwamm zu verwenden und sparsam mit dem Wasser umzugehen. Dies reduziert den Wasserverbrauch deutlich. Wichtig bleibt: Öl- und Treibstoffrückstände werden nicht durch Eimer und Schwamm entfernt, sondern nur über zugelassene Waschplätze beziehungsweise Abwasservorbehandlung kontrolliert erfasst.
Als Alternative bieten Spezialgeschäfte besondere Reinigungsmittel für das Auto an, welche ohne die Verwendung von Wasser funktionieren und dennoch keine Kratzer im Autolack verursachen. Hier sollte jedoch unbedingt darauf geachtet werden, ein entsprechend umweltfreundliches Produkt zu verwenden, das nicht nur ungiftig, sondern auch vollständig biologisch abbaubar ist.

Herkömmliche Waschanlagen benötigen große Mengen an Wasser, um ein Auto komplett zu reinigen. Nicht selten beträgt der Wasserverbrauch pro Autoreinigung 150 Liter oder mehr.
Moderne Autowaschanlagen verfügen über spezielle Recyclingsysteme. Dadurch können große Teile des Wassers in die Anlage rückgeführt und somit mehrmals wiederverwendet werden. Der Anteil des benötigten Frischwassers pro Waschvorgang und Auto sinkt in solchen Anlagen häufig auf rund 20 bis 50 Liter.
Bei Autowaschanlagen ist heute vor allem entscheidend, ob die Anlage Wasser im Kreislauf führt und das Abwasser über Schlammfang sowie Öl- beziehungsweise Benzinabscheider behandelt. Ein historischer Blauer-Engel-Standard für abwasserarme beziehungsweise abwasserfreie Autowaschanlagen existierte zwar, ist in den aktuellen Vergabekriterien des Blauen Engels aber keine laufende Verbraucher-Kategorie mehr.
Das Reinigen von Obst und Gemüse
Das Putzen oder Reinigen von Obst und Gemüse unter fließendem Wasser ist besonders ineffizient. Hinzu kommt, dass mögliche Abfälle direkt in den Küchenabfluss gespült werden und dort zu Verstopfungen führen.
Wesentlich sinnvoller ist es, das zu reinigende Obst oder Gemüse in eine Schüssel mit Wasser zu tauchen und dort zu waschen. So wird verhindert, dass große Mengen Trinkwasser ungenutzt vergeudet werden. Als positiver Nebeneffekt kann das Wasser aus der Schüssel danach bedenkenlos zum Gießen der Zimmerpflanzen verwendet werden.
Putzwasser richtig entsorgen
Zum sparsamen Umgang gehört auch der richtige Weg nach dem Putzen: Schmutziges Wischwasser mit Reinigungsmittelresten gehört in die Toilette oder den Ausguss – von dort führt der Weg in die Kläranlage. In den Gully auf der Straße oder ins Beet sollte es dagegen nicht gekippt werden, denn viele Straßenabläufe entwässern direkt in Bäche und Flüsse, und im Boden können Tenside und Schmutzstoffe das Grundwasser belasten. Wer Reinigungsmittel sparsam nach Herstellerangabe dosiert, schont übrigens doppelt: Das Putzwasser bleibt länger nutzbar, und es braucht weniger klares Wasser zum Nachwischen.
Putzen rund ums Haus: Welche Methode passt wann?
Für fast jede Reinigungsaufgabe gibt es eine wassersparende Standardlösung – und eine Ausnahme für hartnäckige Fälle.
WennBöden und Flächen im Haus
Dann Eimer und gut ausgewrungenes Tuch
Zwei Eimer (Putz- und Klarwasser) halten das Wischwasser länger sauber – das spart Nachfüllen und Reinigungsmittel.
WennTerrasse, Wege, Gartenmöbel
Dann Schrubber statt Strahl – Wasser aus der Regentonne
Nur bei hartnäckigem Schmutz kurz den Hochdruckreiniger nutzen; er braucht deutlich weniger Wasser als der offene Gartenschlauch.
WennDas Auto ist fällig
Dann Waschanlage mit Wasserrecycling
Handwäsche ist zu Hause vielerorts untersagt; Anlagen mit Wasserrecycling und geregelter Abwasservorbehandlung kommen mit wenig Frischwasser aus.
WennObst und Gemüse
Dann In der Schüssel waschen statt unter fließendem Wasser
Das Schüsselwasser eignet sich danach noch zum Gießen der Zimmerpflanzen.
Der bewusste Umgang mit Wasser
Im Alltag geschehen viele Handgriffe unbewusst. Gerade hier lassen sich aber große Wassermengen einsparen. Ein Wasserhahn, der zwischendurch abgedreht wird, verbraucht kein Wasser. Wer den Hahn beim Einseifen der Hände oder beim Zähneputzen konsequent abdreht, spart als Faustregel schnell 15 Liter und mehr am Tag – ein laufender Strahl lässt je nach Armatur fünf bis neun Liter pro Minute durch.
Allein dieses kleine Beispiel zeigt deutlich, wie einfach es sein kann, tagtäglich sorgsam mit der wertvollen Ressource Trinkwasser umzugehen, ohne dass dies eine Einschränkung der Lebensqualität bedeutet. Idealerweise ergibt die Summe aller Einsparungen am Ende des Tages eine beachtliche Wassermenge, die anderswo wesentlich besser genutzt werden kann.
Ratgeber und Informationen zum Wasser sparen Wir haben einige Ratgeber zum Thema Wasser sparen veröffentlicht. Schon mit ein paar wenigen… weiterlesen



