Sinnvoll Wasser sparen im Badezimmer
Jeder einzelne Bewohner Deutschlands verbraucht täglich rund 44 Liter Trinkwasser für seine persönliche Körperpflege, das Duschen oder das Baden. Pro Kopf und Jahr ergibt dies eine Wassermenge von rund 16.000 Litern, was 36 Prozent des persönlichen und direkten Trinkwasserverbrauchs entspricht. Zahlreiche Optimierungsmaßnahmen können dazu beitragen, im Badezimmer erheblich an Wasser einzusparen. Der folgende Artikel gibt einen Überblick über das immense Einsparungspotenzial in diesem Bereich und verdeutlicht, dass Wasser sparen auch ohne eine Einschränkung der Lebensqualität stattfinden kann.

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Der bewusste Umgang mit Wasser
Viele Tätigkeiten im Badezimmer geschehen aus reiner Routine heraus. Das tägliche Zähneputzen zählt ebenso dazu wie die allmorgendliche Rasur oder die erfrischende Dusche. Dabei ist ganz klar: Hierbei muss der Wasserhahn nicht durchgehend aufgedreht sein!
Wer seinen täglichen Ablauf im Badezimmer bewusst analysiert, wird rasch bemerken, dass tagtäglich eine große Wassermenge ungenutzt in den Abfluss läuft. So spart etwa automatisch jeder Wasser, der einen Zahnputzbecher verwendet oder eben nur kurz am Anfang und dann zum Abspülen den Wasserhahn beim Zähneputzen aufdreht. Dasselbe gilt fürs Rasieren – auch hier muss der Wasserhahn nicht durchgehend aufgedreht sein.
Wer beim Händewaschen während des Einseifens den Wasserhahn abdreht, kann den Verbrauch laut Verbraucherzentrale deutlich senken; als Orientierung nennt sie bis zu 70 Prozent. Auch das Duschen bietet reichlich Gelegenheit dazu, das Wasser zwischendurch kurz abzudrehen. Beim Duschen zählt vor allem die Kombination aus Dauer und Durchfluss: Eine Minute weniger spart bei 12 Litern pro Minute bereits 12 Liter Wasser.

Duschen versus Baden
Generell schont derjenige seine Haut, der eine Dusche einem ausgiebigen Wannenbad vorzieht. Wie viel Wasser eine Dusche benötigt, hängt von Dauer und Durchfluss ab: Bei fünf Minuten liegen typische Werte grob zwischen 30 und 75 Litern; ein Wannenbad liegt meist bei etwa 150 bis 200 Litern. Dennoch gibt es auch für eingefleischte Anhänger des Wannenbads eine sinnvolle Möglichkeit, den persönlichen Wasserverbrauch zu senken. Wer in einer Körperformwanne badet, benötigt um bis zu 25 Liter Wasser weniger als in einer herkömmlichen Badewanne. Das Wellness-Gefühl stellt sich selbstverständlich auch in einer Körperformwanne ein und man hat das gute Gefühl, ein wenig zum Wassersparen beizutragen.

Auch beim schon deutlich sparsameren Duschen selbst ergeben sich noch weitere Einsparpotenziale. Während durch einen herkömmlichen Duschkopf rund 14 Liter Wasser pro Minute fließen, liegt die sogenannte Schüttmenge bei einem Sparduschkopf nur noch bei unter 9 Litern pro Minute. Übrigens lassen gerade die modernen Regenduschen bis zu 20 Liter und mehr Wasser pro Minute fließen. Ältere Duschköpfe müssen nicht zwingend komplett ersetzt werden, um Wasser zu sparen. Solche Modelle können mühelos nachgerüstet werden. Der hierfür erforderliche Nachrüstsatz ist bereits für wenig Geld erhältlich. Mit nur wenigen Handgriffen montiert, reduziert ein solcher Durchflussbegrenzer den Wasserverbrauch um bis zu 50 Prozent.
Moderne wassersparende Duschköpfe reduzieren die Schüttmenge, oft indem sie Luft beimischen. Je nach altem Duschkopf ist so eine deutliche Ersparnis möglich; bei sehr sparsamen Modellen kann der Warmwasserverbrauch etwa halbiert werden.
Duschkopf-Typen im Vergleich: Durchfluss und Verbrauch
| Duschkopf | Durchfluss pro Minute | Wasser für 5 Minuten Duschen | Einordnung |
|---|---|---|---|
| Regendusche | 20 Liter und mehr | ab 100 Liter | hoher Verbrauch |
| Herkömmlicher Duschkopf | 10 bis 15 Liter | 50 bis 75 Liter | mittlerer Verbrauch |
| Sparduschkopf | 6 bis 9 Liter | 30 bis 45 Liter | niedriger Verbrauch |
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Die Armatur
Die Auswahl der entsprechenden Armatur wirkt sich direkt auf den Wasserverbrauch und die damit verbundenen Kosten aus. Verstärkt wird dieser Effekt dadurch, dass die Armatur tagtäglich unzählige Male verwendet wird. Sogenannte Einhandmischer leisten einen wertvollen Beitrag dazu, den täglichen Wasserbedarf nachweislich zu senken. Im Unterschied zu Armaturen mit zwei Griffen kann die gewünschte Temperatur des Wassers in diesem Fall wesentlich zügiger eingestellt werden. Hinzu kommen zahlreiche technische Raffinessen der unterschiedlichen Hersteller, die den Wasserverbrauch bei jedem Einsatz reduzieren, ohne dass dies dem Anwender bewusst ist. Je nach Nutzungsverhalten lässt sich der Wasserverbrauch gegenüber Zweigriff-Armaturen so deutlich senken, weil Wunschtemperatur und passende Wassermenge erheblich schneller eingestellt sind.

Spezielle Thermostatmischer wiederum reduzieren den Wasser- und Energieverbrauch, der beim Duschen entsteht. Bei diesen Armaturen wird die gewünschte Wassertemperatur fix eingestellt. Zugleich lässt sich der Wasserstrahl mit einer Handbewegung unterbrechen und ist bei Bedarf auf Knopfdruck wieder reaktivierbar.
So fällt es jedem noch leichter, beim Einseifen oder Haare shampoonieren den Wasserstrahl der Dusche zu unterbrechen und Wasser einzusparen. Mit einem Handgriff fließt dann das Wasser in der richtigen Temperatur wieder.

Der tropfende Wasserhahn

Das konstante Tropfen eines undichten Wasserhahns kostet nicht nur Nerven – ein undichter Wasserhahn stellt auch einen wahren Großverbraucher an Trinkwasser dar.
Bereits ein tropfender Wasserhahn kann sich laut Verbraucherzentrale auf rund 10 Liter in 24 Stunden summieren; über ein Jahr wären das etwa 3.650 Liter. Daher sollte ein undichter Wasserhahn möglichst zügig repariert werden. Unliebsame Überraschungen bei der nächsten Wasserrechnung werden somit einfach vermieden.

Das Duschwasser ist am Anfang kalt
In manchen Haushalten kann einige Zeit vergehen, bis nach dem Aufdrehen des Wasserhahns endlich warmes Wasser fließt. Diese Vorlaufzeiten gibt es vor allem, wenn das warme Wasser zentral erwärmt wird. Dies ist im Normalfall auf lange Rohrleitungen zurückzuführen, sind diese dann noch schlecht gedämmt, kann es eine Weile dauern, bis endlich warmes Wasser kommt.
In der Zwischenzeit fließt jede Menge Wasser ungenutzt ab. Wer hier noch etwas für die Umwelt tun möchte, sammelt das Wasser mit einem kleinen Eimer und nutzt es etwa zum Blumengießen oder putzen – und spart so eine erkleckliche Menge wertvolles Wasser ein.
Warmwasser sparen heißt doppelt sparen
Ein großer Teil des Wassers im Badezimmer ist warmes Wasser – und das kostet doppelt: einmal als Trinkwasser und einmal als Energie für die Erwärmung. Die Warmwasserbereitung ist nach der Heizung der zweitgrößte Energieposten im Haushalt; auf sie entfallen laut Umweltbundesamt rund 10 bis 15 Prozent des gesamten Energieverbrauchs. Jede eingesparte Minute unter der warmen Dusche entlastet deshalb Wasser- und Energierechnung zugleich – wie stark, zeigt der Duschkosten-Rechner. Wichtig bei Sparduschköpfen: Wer einen hydraulischen Durchlauferhitzer besitzt, sollte vor dem Kauf prüfen, ob das Gerät bei verringerter Durchflussmenge noch zuverlässig anspringt – viele Modelle benötigen dafür mindestens acht Liter pro Minute. Noch mehr Überblick über den eigenen Verbrauch geben smarte Armaturen und Duschköpfe, die den Wasserverbrauch in Echtzeit anzeigen.
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