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Wasserverbrauch

Der tägliche Wasserverbrauch in Deutschland

Wasser ist eine kostbare Ressource, das hat nicht zuletzt die Dürre im Sommer 2022 in Europa deutlich gemacht. Es ist allerdings nicht so einfach, sich selbst ein genaues Bild davon zu machen, wie viel Trinkwasser man tatsächlich pro Tag verbraucht. Es geht ja nicht nur um das Wasser, das man direkt verbraucht, sei es zum Duschen, Waschen oder als Nahrung.

Der folgende Artikel gibt einen klaren Überblick darüber, wie viel Trinkwasser jeder Einwohner täglich direkt und indirekt verbraucht. Gleichzeitig wird der individuelle Wasserverbrauch auch aufgeschlüsselt in seine unterschiedlichen Bereiche.

Das Wichtigste in Kürze

  • Jede Person in Deutschland nutzt im Schnitt rund 122 Liter Trinkwasser pro Tag – deutlich weniger als noch Anfang der 1990er-Jahre.
  • Mit dem virtuellen Wasser aus Lebensmitteln, Kleidung und anderen Produkten wächst der Fußabdruck auf rund 7.200 Liter pro Tag.
  • Sparen lohnt doppelt beim Warmwasser, weil Energiekosten dazukommen – den größten Gesamthebel bietet der bewusste Einkauf.
Wasserhahn © ahua, stock.adobe.com
Wasserhahn © ahua, stock.adobe.com
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Der tägliche, direkte Wasserverbrauch pro Einwohner

Täglich verbrauchte jeder Einwohner Deutschlands, gemäß den Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), im Jahr 2024 durchschnittlich rund 122 Liter Wasser – Haushalte und Kleingewerbe zusammengenommen.

Trinkwasserverbrauch pro Person

122 Liter −25 Liter seit 1990Trinkwasser nutzt jede Person in Deutschland durchschnittlich pro Tag – Haushalte und Kleingewerbe zusammengenommen1990 bis 2024
Quelle: BDEW, Wasserfakten im Überblick 2025 – Daten für 2024

Die langfristige Entwicklung zeigt die BDEW-Statistik zum personenbezogenen Wassergebrauch: 1990 lag der Verbrauch noch bei 147 Litern pro Person und Tag, im Jahr 2000 waren es 129 Liter. Seit etwa 2010 bewegt sich der Wert vergleichsweise stabil zwischen 121 und 129 Litern – mit leichten Ausschlägen nach oben in den besonders trockenen, heißen Sommern der Jahre 2018 bis 2020. Im Jahr 2024 lag der Verbrauch bei rund 122 Litern pro Person.

Entwicklung des Wasserverbrauchs in Deutschland, Bildquelle: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft
Entwicklung des Wasserverbrauchs in Deutschland, Bildquelle: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft

Hochinteressant ist auch die Aufteilung des Wasserverbrauchs nach Bereichen. Hier wird schnell deutlich, dass lediglich ein kleiner Anteil auf den lebensnotwendigen Bereich Essen und Trinken entfällt.

Mehr als ein Drittel des Trinkwassers, nämlich 36 Prozent (%), entfallen auf die Bereiche Körperpflege, Duschen und Baden. Weitere 27 % werden für die Spülung der Toilette und zwölf % für das Wäschewaschen eingesetzt. Neun Prozent entfallen auf den Kleingewerbeanteil; weitere 6 % auf das Geschirrspülen. Durchschnittlich 6 % werden zusammen in den Bereichen Autopflege, Raumreinigung und Garten genutzt. Lediglich insgesamt 4 % setzt der durchschnittliche Einwohner Deutschlands für die Bereiche Essen und Trinken ein.

Durchschnittliche Wassernutzung im Haushalt
Durchschnittliche Wassernutzung im Haushalt

Dabei geht es immer nur um den direkten Verbrauch von Trinkwasser. Unser sogenannter Wasser-Fußabdruck ist aber deutlich größer. Im Wasser-Fußabdruck ist eben nicht nur der direkte Wasserverbrauch enthalten, sondern auch der indirekte oder der sogenannte „virtuelle“ Wasserverbrauch, der je nach Produkt und Herkunftsregion auch knappe Wasserressourcen beanspruchen kann.

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Der tägliche, tatsächliche Wasserverbrauch pro Einwohner

Wie groß der tatsächliche Verbrauch ist, zeigt der sogenannte konsuminduzierte Wasserfußabdruck, den das Umweltbundesamt (UBA) für Deutschland ausweist: Er lag im Jahr 2021 bei 219 Milliarden Kubikmetern. Auf jede Person heruntergerechnet entspricht das rund 7.200 Litern pro Tag – etwa das 60-Fache des direkten Trinkwasserverbrauchs. 86 % dieses Wassers werden zudem nicht in Deutschland verbraucht, sondern im Ausland, wo die bei uns konsumierten Waren hergestellt werden.

Unser Konsum verursacht einen hohen Wasserverbrauch
Unser Konsum verursacht einen hohen Wasserverbrauch

Im Klartext bedeutet dies, dass der durchschnittliche Einwohner Deutschlands sich des Großteils seines Wasserverbrauchs gar nicht bewusst ist. Auf den direkten Trinkwasserverbrauch entfallen nur rund 2 % des täglichen Wasserfußabdrucks. Der weitaus größte Teil steckt indirekt in landwirtschaftlichen Erzeugnissen – vor allem in der Bewässerung von Obst, Gemüse, Nüssen, Getreide und Baumwolle –, der übrige Anteil entfällt auf industriell hergestellte Produkte. Hier stellt sich die Frage: Wie ergibt sich dieser hohe Wasserverbrauch pro Kopf?

Direkter und virtueller Wasserverbrauch im Vergleich

MerkmalDirekter VerbrauchVirtueller Verbrauch
Menge pro Person und Tagrund 122 lrund 7.200 l
WofürKörperpflege, WC, Wäsche, Geschirr, Essen und TrinkenHerstellung von Lebensmitteln, Kleidung und anderen Produkten
Wo er anfälltzu Hause – am eigenen Wasserzähler ablesbarzu 86 % im Ausland, in den Herstellungsregionen
Wie er sich senken lässtSparduschkopf, Spartaste am WC, tropfende Armaturen reparierensaisonal-regional einkaufen, Kleidung länger nutzen, bewusster Konsum
Quellen: BDEW (direkter Verbrauch, Daten für 2024); Umweltbundesamt (Wasserfußabdruck, Daten für 2021)

Vereinfacht dargestellt kann der Wasserfußabdruck in die zwei Teilbereiche des direkten und des indirekten Wasserverbrauchs aufgeteilt werden. Jener Bereich des direkten Verbrauchs entspricht dem oben aufgeschlüsselten Wasserverbrauch pro Einwohner. Der Bereich des indirekten Wasserverbrauchs wiederum besteht ebenso aus zwei Bereichen. Einerseits wird hier der Wasserverbrauch in Deutschland für jene Waren berücksichtigt, die in Deutschland hergestellt und ebendort auch konsumiert werden. Andererseits fällt hier auch der Wasserverbrauch für jene Güter ins Gewicht, die zwar außerhalb Deutschlands produziert, jedoch in Deutschland konsumiert werden.

Wasserverbauch im Inland und Ausland © UBA
Der Wasserverbrauch von Deutschland im Inland und im Ausland differenziert nach blauem, grauem und grünem Wasser in Mrd. Kubikmetern © UBA

Virtuelles Wasser im Alltag: Wo der größte Hebel liegt

Für den Alltag heißt das: Wer seinen gesamten Wasserverbrauch senken will, kommt am Einkaufskorb nicht vorbei. Den größten Anteil am Wasserfußabdruck haben Lebensmittel – insbesondere Produkte, die in trockenen Regionen künstlich bewässert werden, sowie tierische Erzeugnisse mit hohem Futtermittelbedarf. Auch Kleidung schlägt spürbar zu Buche, denn Baumwolle gehört zu den bewässerungsintensivsten Kulturpflanzen überhaupt. Saisonale und regionale Lebensmittel, eine längere Nutzungsdauer von Kleidung und bewusster Konsum entlasten die weltweiten Wasserressourcen deshalb oft stärker als der sparsamste Duschkopf – am wirksamsten ist beides zusammen.

Wasserverbrauch senken

Wenn jedem besser bewusst wird, wo direkt und vor allem indirekt große Mengen an Wasser verbraucht werden, dann kann auch jeder einzelne dazu beitragen, den individuellen Wasserverbrauch zu senken.

Wird der direkte Wasserverbrauch minimiert, dann ist das im Übrigen auch ein großes Potenzial, um bei den Wasserkosten zu sparen. Noch mehr spart, wer auch auf einen sparsamen Umgang mit warmem Wasser achtet.

Ein Kubikmeter Trinkwasser kostet in Deutschland je nach Tarifmodell und Region meist etwa 2 Euro; reine Kubikmeter-Tarife liegen im Durchschnitt 2025 bei rund 2,59 Euro. Hinzu kommen Grundgebühren und die Abwasserkosten, die häufig etwa 2,60 bis 3 Euro pro Kubikmeter betragen und regional abweichen. Bei Warmwasser kommen die Kosten für die Trinkwassererwärmung hinzu – je nach Energiepreis und Anlage kann der Kubikmeter Warmwasser inklusive Abwasser daher deutlich über 10 Euro kosten.

Wasser sparen im Badezimmer
Wasser sparen im Badezimmer

Tipps zum Wasser sparen

Bei den oben genannten grob geschätzten Kosten lohnt es sich also sehr, Wasser einzusparen. Hier ein paar Tipps, die zeigen, wie leicht es doch ist, durch bewusstes Verhalten Wasser einzusparen.

  • Duschen anstatt Baden
  • Beim Duschen zwischendurch Wasser abstellen
  • Spülkasten mit Spartaste nutzen
  • Sparduschkopf installieren
  • Tropfende Wasserhähne reparieren
  • Wasserhahn immer abstellen (gilt fürs Zähneputzen, Händewaschen, Gemüse putzen)
  • Waschmaschine immer voll beladen
  • Geschirrspüler voll beladen
  • Beim Handspülen: Geschirr nicht unter fließendem Wasser spülen
  • Regenwasser für die Gartenbewässerung sammeln
Wasser sparen: Wichtige Tipps für den Alltag
Wasser sparen: Wichtige Tipps für den Alltag

Fazit

Der direkte Wasserverbrauch liegt in Deutschland bei rund 122 Litern pro Person und Tag, wobei der indirekte oder virtuelle Wasserverbrauch durch Produktion und Lieferung von Konsumgütern und Lebensmitteln hinzukommt. Wasser sparen im direkten Verbrauch ist einfacher als gedacht, schon kleine Verhaltensänderungen bringen viel. Noch weiter lässt sich der Wasserfußabdruck durch bewusstes Einkaufen nachhaltiger Lebensmittel und durch längere Nutzung von Kleidung senken.

Wasser © 2jenn, stock.adobe.com
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