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Vor- und Nachteile einer Wohnraumlüftung

Vorteile und Nachteile einer Wohnraumlüftung in der Übersicht

Automatisierte Lüftungsanlagen wurden nötig, als die Gebäudehüllen immer dichter wurden. Eine sehr luftdichte Außenhülle reduziert den unkontrollierten Luftaustausch über Ritzen und Fugen deutlich; Diffusion durch Bauteile ersetzt keine Lüftung.

Für die Gesundheit der Bewohner und für die Bausubstanz ist es gleichwohl wichtig, das anfallende Feuchtigkeit, Kohlendioxid und Schadstoffe nach draußen transportiert werden und frische, sauerstoffhaltige Luft in die Wohnräume hineinkommt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Wohnraumlüftung sorgt automatisch für frische Luft, schützt vor Schimmel und hält Pollen sowie Lärm draußen.
  • Geräte mit Wärmerückgewinnung nutzen die Abluftwärme und sparen Heizenergie; der Wärmebereitstellungsgrad liegt meist bei 80 bis 90 Prozent.
  • Nachteile sind Anschaffungs- und Stromkosten sowie regelmäßige Wartung mit Filterwechsel etwa alle drei bis sechs Monate.
  • Ob sich die Anlage lohnt, hängt vor allem vom Gebäudezustand ab – im luftdichten Neubau ist sie oft die sinnvollste Lösung.
Zentrale Wohnraumlüftungsanlage © Wolf GmbH
Zentrale Wohnraumlüftungsanlage © Wolf GmbH
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Um einen ausreichenden Luftaustausch zu gewährleisten, muss mindestens drei- bis viermal täglich gelüftet werden. Dies verhindert Feuchtschäden und Schimmelbildung. In Räumen mit Menschen, sollte für ein gesundes Raumklima sogar alle zwei Stunden die Raumluft vollständig ausgetauscht werden.

Das ist in der Praxis meist nicht umsetzbar. Aus diesem Grund wurde eine kontrollierte Wohnraumlüftung notwendig, die selbsttätig diese Lüftungs-Aufgabe übernimmt. Soweit zur theoretischen Grundidee, die auch ihre Kehrseiten hat.

Feuchtigkeit am Fenster © GHristo, stock.adobe.com
Eine passende Wohnraumlüftung kann Feuchteprobleme deutlich verringern, wenn sie richtig geplant, eingestellt und gewartet wird © GHristo, stock.adobe.com

Über Vor- und Nachteile einer Lüftungsanlage möchten wir Sie in diesem Artikel informieren. Schauen Sie selbst, welche für Ihre Situation überwiegen.

Vorteile und Nachteile
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Vorteile einer kontrollierten Wohnraumlüftung

  • Sorgt für ein optimales Raumklima.
  • Ein regelmäßiger und bedarfsgerechter Luftaustausch ist jederzeit, auch bei Abwesenheit, gewährleistet.
  • Mit Wärmerückgewinnung sinken die Lüftungswärmeverluste deutlich, weil ein Wärmetauscher einen großen Teil der Abluftwärme für die Zuluft nutzbar macht.
  • Nach einmaligem Einstellen arbeitet die Lüftungsanlage selbsttätig ohne Aufwand für die Bewohner.
  • Feuchtigkeit wird zuverlässig abtransportiert, einer Schimmelbildung wird so vorgebeugt.
  • Integrierte Filter halten Pollen, Staub und Insekten aus den Innenräumen fern und sorgen für eine hohe Luftqualität. Das ist nicht nur für Allergiker angenehm.
  • Schadstoffe, die sich im Innenraum ansammeln, werden zuverlässig abgeführt.
  • Der Schallschutz ist jederzeit gewährleistet. So erhalten beispielsweise auch Wohnräume an einer stark befahrenen Straße Frischluft, ohne dass der Lärmpegel in den Innenräumen stark ansteigt.
  • Der Einbruchschutz ist erhöht, da zum Lüften keine Fenster geöffnet werden.
  • Mit einer kontrollierten Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung ist es möglich, Energie einzusparen.
  • Ein Sommer-Bypass kann in kühlen Nachtstunden beim Temperieren helfen, ersetzt aber keine aktive Kühlung oder Klimaanlage.
Vorteile einer Wohnraumlüftungsanlage
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Nachteile einer automatisierten Lüftungsanlage

  • Eine Lüftungsanlage ist mit zusätzlichen Investitionskosten verbunden.
  • Das Nachrüsten im Bestandsbau ist nicht immer einfach und teilweise sehr aufwändig.
  • Die Anlage benötigt regelmäßige Wartung: Die Filter sind je nach Belastung etwa alle drei bis sechs Monate zu wechseln, hinzu kommt ein- bis zweimal jährlich eine größere Wartung. Den Wärmetauscher reinigt man je nach Herstellerangabe – meist genügt das Spülen mit Wasser.
  • Die automatisierten Lüftungsanlagen arbeiten sehr leise. Trotzdem kann es nicht ausgeschlossen werden, dass eventuell die Ventilatoren oder Strömungsgeräusche wahrgenommen werden.
  • Kein Gerät arbeitet von alleine: Die Ventilatoren benötigen Strom – im Einfamilienhaus je nach Anlage und Größe etwa 200 bis 500 Kilowattstunden pro Jahr. Geräte mit Wärmerückgewinnung sparen jedoch in der Regel mehr Heizenergie ein, als sie an Strom verbrauchen.
  • Im Winter kann die relative Feuchtigkeit der Raumluft durch eine Lüftungsanlage zu trocken werden.
Nachteile einer Wohnraumlüftungsanlage
Nachteile einer Wohnraumlüftungsanlage

Den meisten Nachteilen lässt sich technisch begegnen. Gegen zu trockene Luft im Winter hilft beispielsweise ein Enthalpietauscher: Anders als ein gewöhnlicher Wärmetauscher überträgt er nicht nur Wärme, sondern gibt über eine Membran auch einen Teil der Feuchte aus der Abluft an die Zuluft zurück. So bleibt die Raumluft auch an kalten Tagen angenehmer, ohne dass die Vorteile der Wärmerückgewinnung verloren gehen.

Laufender Aufwand und Nutzen auf einen Blick

PunktWas Sie erwartet
WärmerückgewinnungSpart Heizenergie; der Wirkungsgrad sollte über 80 % liegen, gute Geräte erreichen 90 % und mehr
FilterwechselJe nach Belastung etwa alle 3–6 Monate, bei Allergikern oder Baustaub auch öfter
WartungEin- bis zweimal jährlich; Wärmetauscher je nach Hersteller reinigen
StromverbrauchVentilatoren brauchen Strom; im Einfamilienhaus je nach Anlage und Größe etwa 200–500 kWh pro Jahr
Trockene Luft im WinterKann vorkommen; ein Enthalpietauscher gibt einen Teil der Feuchte zurück

Die Werte sind Orientierungsgrößen – maßgeblich sind die Angaben des Geräteherstellers. Eine Übersicht der Anschaffungskosten finden Sie im Ratgeber Kosten einer Wohnraumlüftung.

Quelle: Verbraucherzentrale

Für den Passivhausstandard praktisch erforderlich

Bei Passivhäusern ist eine kontrollierte Wohnraumlüftung in der Regel generell notwendig, da sonst der Passivhausstandard gar nicht erreicht werden kann. Das Prinzip des Passivhauses beruht auf einer völlig dichten Gebäudehülle, aus der möglichst wenig Wärmeenergie verloren geht. Dies erfordert in der Regel ein Lüftungskonzept mit einer kontrollierten Wohnraumlüftung.

Eine Lüftungsanlage vermeidet Wärmeverlust
Eine Lüftungsanlage vermeidet Wärmeverlust

Wann sich eine Wohnraumlüftung besonders lohnt

Ob die Vorteile überwiegen, hängt stark von Ihrer Situation ab. Besonders sinnvoll ist eine kontrollierte Wohnraumlüftung dort, wo regelmäßiges Lüften über die Fenster kaum gelingt oder die Gebäudehülle sehr dicht ist. Die folgende Übersicht hilft bei der Einschätzung.

Wann sich eine Wohnraumlüftung besonders lohnt

Im luftdichten Neubau oder nach einer energetischen Sanierung, wenn natürliche Fugenlüftung kaum noch stattfindet.
Wenn niemand tagsüber regelmäßig stoßlüften kann, etwa bei Berufstätigkeit oder häufiger Abwesenheit.
Bei Allergikern oder an stark befahrenen Straßen, weil Filter Pollen und Staub zurückhalten und die Fenster geschlossen bleiben.
Wenn bereits Feuchteprobleme oder Schimmel aufgetreten sind und ein dauerhaft sicherer Feuchteschutz gefragt ist.
Quelle: Verbraucherzentrale
Zentrale Wohnraumlüftungsgerät © Buderus
Wohnraumlüftung Kosten

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