Antworten auf häufige Fragen zu Lüftungsanlagen
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Lüftungsanlage tauscht die Raumluft automatisch aus und führt gefilterte Frischluft zu – auch bei geschlossenen Fenstern.
- Modelle mit Wärmerückgewinnung sparen Heizenergie; gute Anlagen erreichen häufig über 80 Prozent Wärmebereitstellungsgrad.
- Pflicht ist nicht die Anlage, sondern ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 bei Neubau und größeren Sanierungen.
- Filter müssen regelmäßig gewechselt werden; sonst leidet die Luftqualität und der Stromverbrauch steigt.

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Auf einen Blick: Hier finden Sie schnell Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Lüftungsanlagen.
- Was ist eine Lüftungsanlage?
- Welche Vorteile hat eine Wohnraumlüftung?
- Welche Nachteile bestehen durch eine Wohnraumlüftung?
- Entsteht durch die automatisierte Lüftung Zugluft und Lärm?
- Wird die Raumluft durch eine kontrollierte Lüftung zu trocken?
- Dürfen trotz Wohnraumlüftung die Fenster geöffnet werden?
- Wie viel kostet eine Wohnraumlüftung?
- Welche Systeme gibt es?
- Was ist eine Wärmerückgewinnung?
- Kann eine automatisierte Lüftung nachträglich eingebaut werden?
- Ist eine Lüftungsanlage gesetzlich vorgeschrieben?
- Gibt es Alternativen zu Wohnraumlüftung?
- Reicht eine einfache Lüftung per Hand aus?
- Ist frische Außenluft nicht gesünder als die Zuluft einer Lüftungsanlage?
- Können Lüftungsanlagen auch Schimmelbildung verhindern?
- Wie kann sichergestellt werden, dass die Lüftungsanlage hygienisch einwandfrei funktioniert?
Was ist eine Lüftungsanlage?
Eine automatisierte Lüftungsanlage sorgt selbsttätig für eine hohe Luftqualität in den Wohnräumen. Sie sorgt dafür, dass die verbrauchte Luft aus dem Innenraum abgezogen und Frischluft zugeführt wird. Zusätzlich können Filter eingesetzt werden, die die Außenluft von Schmutz, Staub und Pollen befreit, bevor sie ins Innere geführt wird.

Welche Vorteile hat eine Wohnraumlüftung?
Die kontrollierte Wohnraumlüftung sorgt für einen kontinuierlichen Luftwechsel, ohne dass Fenster geöffnet werden oder die Bewohner anwesend sein müssen. Von der hochwertigen Luftqualität profitieren nicht nur Allergiker.

Zudem wird die Feuchtigkeit zuverlässig aus den Räumen nach außen transportiert. Das trockenere Raumklima senkt das Schimmelrisiko deutlich – auch in besonders gefährdeten Räumen wie Bad und Küche.

Bei einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung kann zusätzlich noch Energie eingespart werden.
Welche Nachteile bestehen durch eine Wohnraumlüftung?
Eine Lüftungsanlage ist mit zusätzlichen Kosten verbunden. Das Nachrüsten im Altbau kann besonders für zentrale Lüftungsanlagen, aber auch für dezentrale aufwändig und teuer sein. Dies hängt von der jeweiligen Situation ab.

Damit eine hohe Luftqualität gewährleistet ist, müssen die Filter regelmäßig ausgetauscht und gereinigt werden. Dadurch entstehen weitere Betriebskosten. Wird die Wartung vernachlässigt, können die Filter verkeimen und Luftqualität beeinträchtigen.
Entsteht durch die automatisierte Lüftung Zugluft und Lärm?
In der Regel ist der Luftaustausch so gering, dass keine Zugerscheinungen entstehen. Lediglich direkt unter den Öffnungen ist eine Luftbewegung spürbar. Deshalb sollten diese entsprechend platziert werden.
Aufgrund hochwertiger Ventilatoren und der Einhaltung der Schallschutzanforderung entstehen bei einer kontrollierten Wohnraumlüftung meist keine störenden Geräusche. Auf was Sie bereits bei der Planung achten sollten, lesen Sie hier.

Wird die Raumluft durch eine kontrollierte Lüftung zu trocken?
Im kalten Winter kann es bei Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung zu sehr trockener Luft kommen. Als behaglich gilt eine relative Luftfeuchte von rund 40 bis 60 Prozent; dauerhaft unter 30 Prozent wird die Luft als zu trocken empfunden. Die Ursache liegt darin, dass die meisten Lüftungsgeräte keine Feuchterückgewinnung betreiben.
Wird die kalte Außenluft in der Lüftungsanlage erwärmt, sinkt die relative Feuchte der Zuluft. Gleichzeitig wird die Feuchtigkeit aus den Räumen nach außen transportiert. So kann es zu einer zu trockenen Raumluft kommen.
Oft kann dies durch den Luftstrom reguliert werden. Abhilfe kann aber auch ein Enthalpietauscher schaffen, der nicht nur die Wärme, sondern über eine Membran auch einen Teil der Feuchtigkeit aus der Abluft an die Zuluft zurückgibt.
Dürfen trotz Wohnraumlüftung die Fenster geöffnet werden?
Die automatisierte Lüftungsanlage sorgt für einen kontinuierlichen Luftaustausch, sodass kein Frischluftbedarf besteht. Wenn Sie trotzdem ein Fenster öffnen möchten, können Sie das jederzeit machen.
Wie viel kostet eine Wohnraumlüftung?
Die Kosten für eine Lüftungsanlage hängen von der Wahl des Systems, dem energetischen Zustand des Gebäudes, der Größe des Wohnraums und der Zahl der Bewohner ab. Nicht zuletzt spielt die Ausstattung der Filtersysteme eine Rolle.

Für ein neu gebautes Einfamilienhaus mit rund 120 m2 liegt eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung je nach Ausstattung etwa zwischen 8.000 und 15.000 Euro inklusive Installation. Einfachere Lösungen ohne Wärmerückgewinnung sind günstiger, allerdings entfällt dann die Energieersparnis. Die genaue Höhe hängt stark vom Gebäude und vom Angebot des Fachbetriebs ab.
Im Bestandsbau werden meist dezentrale Lüftungsanlagen nachgerüstet. Hier hängt der Preis von der Qualität und Ausstattung der Geräte ab. Für ein Haus mit rund 120 m2 bewegen sich die Kosten je nach Geräteanzahl typischerweise zwischen etwa 5.000 und 10.000 Euro – einzelne Geräte mit Wärmerückgewinnung beginnen bei rund 800 Euro.
Kosten und Förderung einer Wohnraumlüftung Eine Wohnraumlüftung sorgt nicht nur für saubere Luft, sie spart auch Energie ein und senkt… weiterlesen
Welche Systeme gibt es?
Es gibt zentrale und dezentrale Lüftungsanlagen. Zentrale werden meist im Neubau eingesetzt. Sie bestehen aus einem zentralen Gerät und einem Leitungssystem in die einzelnen Räume.

Dezentrale Lüftungsanlagen werden besonders beim Nachrüsten in Altbauten eingesetzt. Dabei werden einzelne Kompaktgeräte in einem oder mehreren Räumen installiert. Bei hochwertigen Geräten können diese miteinander kommunizieren.

Was ist eine Wärmerückgewinnung?
Bei einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung wird der Abluft die Wärme entzogen und der Frischluft zugeführt. Damit wird die Zuluft erwärmt, bevor sie in den Raum geführt wird.

Auf diese Weise wird die in den Räumen vorhandene Wärmeenergie besonders effizient genutzt und Energie sowie Kosten eingespart. Staatlich gefördert werden in der Regel nur Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung; die jeweils aktuellen Bedingungen fasst der Ratgeber zu Fördermitteln zusammen.
Schnell-Antworten: Pflicht, Strom und Filter
Ist eine Lüftungsanlage Pflicht? Pflichtcheck
Wie viel Strom verbraucht eine Lüftungsanlage? Stromkosten
Wie oft müssen die Filter gewechselt werden? Wartung
Zentral oder dezentral nachrüsten? Praxis
Kann eine automatisierte Lüftung nachträglich eingebaut werden?
Nach einer energetischen Sanierung ist die Gebäudehülle so dicht, dass sich die Nachrüstung einer Wohnraumlüftung lohnt. Diese sorgt dann für den notwendigen Luftwechsel.

Zentrale Anlagen sind meist mit aufwändigeren Maßnahmen verbunden, da ein Luftverteilsystem in alle Räume gelegt werden muss. Dezentrale Anlagen sind in der Regel einfacher zu installieren. Dazu wird lediglich ein Mauerdurchbruch und ein Stromanschluss benötigt.
Ist eine Lüftungsanlage gesetzlich vorgeschrieben?
Nach DIN 1946-6 ist ein Lüftungskonzept erforderlich; eine Lüftungsanlage ist daraus nicht automatisch vorgeschrieben. Das Lüftungskonzept wird bei Neubauten erstellt und außerdem bei größeren Sanierungen, etwa wenn mehr als ein Drittel der Fensterfläche erneuert wird; bei Einfamilienhäusern ist auch eine umfangreiche Dachsanierung beziehungsweise Dachabdichtung relevant. Geprüft wird, ob die nutzerunabhängige Lüftung ausreicht, um Bauschäden durch Feuchtigkeit zu vermeiden – also auch dann, wenn niemand zu Hause ist und kein Fenster geöffnet wird. Reicht die freie Lüftung über Fugen und Fenster dafür nicht aus, sind lüftungstechnische Maßnahmen wie eine kontrollierte Wohnraumlüftung erforderlich.
Gibt es Alternativen zu Wohnraumlüftung?
Es gibt Fensterlüftungssysteme, bei denen der Fensterflügel mit einem elektrischen Antrieb versehen wird. Es kann dann eingestellt werden, wann sich das Fenster öffnet und so den Raum belüftet.
Reicht eine einfache Lüftung per Hand aus?
Wie oft und wie lange Fensterlüftung nötig ist, hängt von Nutzung, Gebäude und Wetter ab. Als Grundregel empfiehlt die Verbraucherzentrale mindestens drei bis vier vollständige Luftwechsel pro Tag; im Winter reichen beim Stoßlüften oft drei bis fünf Minuten, in der Übergangszeit eher zehn bis 20 Minuten.
Ein gekipptes Fenster ist keine gute Alternative, da durch die permanente Öffnung besonders in den Heizperioden zu viel Wärmeenergie verloren geht. Dies steht im Gegensatz zu einer möglichst dichten Gebäudehülle wie es das Gebäude-Energie-Gesetz fordert. Mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung lässt sich sogar zusätzlich Energie einsparen.
Ist frische Außenluft nicht gesünder als die Zuluft einer Lüftungsanlage?
Mit passenden und regelmäßig gewechselten Filtern kann die Zuluft deutlich weniger Pollen, Staub und Schwebstoffe enthalten als ungefilterte Außenluft. Besonders Allergiker profitieren davon; die Wirkung hängt aber von Filterklasse, Wartung und Außenluftbelastung ab.

Zudem transportiert die Lüftungsanlage Schadstoffe, die sich in der Raumluft anreichern, zuverlässig ab. Ausdünstungen aus Bodenbelägen, Möbeln oder Putzmitteln belasten so die Luftqualität im Innern nicht mehr.
Verbreitete Irrtümer zur Wohnraumlüftung
Können Lüftungsanlagen auch Schimmelbildung verhindern?
Schimmelpilze mögen ein feuchtes Klima. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung transportiert die im Wohnraum entstehende Feuchte zuverlässig ab. Das so entstehende trockenere Raumklima beugt Schimmelbildung wirksam vor – ganz ersetzen kann sie bauliche Mängel als Schimmelursache allerdings nicht.

Wie kann sichergestellt werden, dass die Lüftungsanlage hygienisch einwandfrei funktioniert?
Eine Lüftungsanlage arbeitet hygienisch, wenn sie optimal eingestellt ist und regelmäßig eine Wartung durchgeführt wird. Die Filter der Anlage müssen regelmäßig gereinigt oder gewechselt werden, damit sie ihre Filterleistung voll erbringen können.

Je nach Luftqualität und Standort werden Grobfilter meist alle drei bis sechs Monate getauscht, Fein- und Pollenfilter etwa alle sechs bis zwölf Monate beziehungsweise nach Herstellerangabe gereinigt. Als Faustregel gilt ein Filterwechsel mindestens zweimal im Jahr.
Für welche Zielgruppe lohnt sich eine Lüftungsanlage eigentlich? Eine kontrollierte Wohnraumlüftung führt den Räumen regelmäßig frische Luft zu und sorgt… weiterlesen



