Kosten und Förderung einer Wohnraumlüftung
Eine Wohnraumlüftung sorgt nicht nur für saubere Luft, sie spart auch Energie ein und senkt so Kosten. Allerdings verursacht die Anschaffung einer Wohnraumlüftung zunächst selbst Investitionen. Neben den einmalig anfallenden Anschaffungskosten kommen weitere Ausgaben während des laufenden Betriebs hinzu. Dazu zählen zum Beispiel Betriebsstrom, Wartungsarbeiten wie Filterwechsel und Reinigung und eventuell entstandene Finanzierungskosten.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung kostet im Einfamilienhaus je nach Größe und Ausstattung rund 8.000 bis 15.000 Euro inklusive Installation.
- Dezentrale Einzelraumgeräte sind günstiger: einfache Geräte ab etwa 250 Euro, eine komplette Ausstattung liegt bei rund 5.000 bis 10.000 Euro.
- Zum Betrieb kommen jährlich Strom (ca. 60 bis 120 Euro) sowie Filter und Wartung (ca. 100 bis 300 Euro) hinzu.
- Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung können über die BEG förderfähig sein und senken die Heizkosten, weil sie die Lüftungswärmeverluste verringern.

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Wird eine Lüftungsanlage in einem bestehenden Gebäude nachgerüstet, können je nach Lüftungstyp unterschiedlich hohe Kosten für den baulichen Aufwand entstehen. Wir geben Ihnen in diesem Artikel Anhaltspunkte, welche Kosten für eine Wohnraumlüftung auf Sie zu kommen können.
Die Kosten für eine Lüftungsanlage hängen von folgenden Faktoren ab:
- Art der Anlage: zentral oder dezentral
- Energetischer Zustand des Gebäudes
- Größe des Hauses oder der Wohnung
- Anzahl der Bewohner
- Anspruch an die Luftqualität durch Filtersysteme

Kosten im Neubau
Im Neubau kann die Wohnraumlüftung von Anfang an eingeplant werden. Dieser Vorteil senkt die Investitionskosten im Vergleich zu einem aufwändigen Nachrüsten. In Neubauten werden überwiegend zentrale Lüftungsanlagen eingebaut, da die Anlage von Anfang an eingeplant werden kann und damit beste Voraussetzungen gegeben sind.
Für eine energieeffiziente Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung planen Experten circa 50 bis 70 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche ein. Bei einem Einfamilienhaus mit 120 m2 sind das rund 6.000 bis 8.400 Euro; je nach Ausstattung und Komfort liegen die Gesamtkosten inklusive Installation bei etwa 8.000 bis 15.000 Euro. Bei einer zentralen Wohnraumlüftung ohne Wärmerückgewinnung muss mit circa 25 bis 60 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche gerechnet werden.

Kosten im Bestandsbau
Da im Bestandsbau meist nicht der Platz für eine zentrale Lüftungsanlage vorhanden ist und der Aufwand etwa für die Verlegung des Rohrsystems sehr hoch wäre, werden hier meist dezentrale Anlagen eingesetzt.
Diese benötigen einen vergleichsweise niedrigeren Installationsaufwand: eine Kernbohrung durch die Außenwand und einen Stromanschluss.
Einfache dezentrale Lüftungsgeräte ohne Steuerungsfunktion gibt es im Baumarkt bereits ab etwa 250 Euro pro Gerät. Hochwertige Einzelraumgeräte mit Wärmerückgewinnung, die sich auch mit weiteren Geräten vernetzen lassen, werden je nach Ausstattung zu Preisen zwischen 800 und 2.500 Euro pro Gerät angeboten.
Zu den Kosten für die Lüftungsgeräte kommen weitere für die notwendigen Kernbohrungen und auch für die notwendigen Stromanschlüsse hinzu. Für ein Haus mit 120 m2 und mehreren dezentralen Geräten inklusive Abluftgeräten und Regler kommen je nach Geräteanzahl und Ausstattung typischerweise rund 5.000 bis 10.000 Euro zusammen.

Ob zentrale oder dezentrale Anlage – die folgende Übersicht stellt die wichtigsten Kostenpositionen für ein Einfamilienhaus gegenüber und zeigt, wo die beiden Systeme sich unterscheiden.
Kostenüberblick: zentrale und dezentrale Lüftung
| Kostenposition | Zentrale Anlage (EFH) | Dezentrale Anlage (EFH) |
|---|---|---|
| Anschaffung & Installation | ca. 8.000–15.000 €, im Bestand mehr | ca. 5.000–10.000 € je nach Geräteanzahl |
| Einzelgerät | eine zentrale Einheit fürs ganze Haus | ab ca. 250 € einfach, 800–2.500 € mit WRG |
| Planung | ca. 300–400 € fürs Lüftungskonzept | geringer, oft Kernbohrung statt Kanalnetz |
| Strom pro Jahr | ca. 200–400 kWh, rund 60–120 € | wenige Euro je Lüfter |
| Filter & Wartung pro Jahr | ca. 100–300 € inkl. Filtersatz | Filter regelmäßig wechseln, meist günstiger |
Alle Werte sind Orientierungsspannen für ein Einfamilienhaus mit rund 120 m²; maßgeblich sind das konkrete Gebäude und das Angebot des Fachbetriebs. Eine zentrale Anlage lohnt sich vor allem im Neubau, dezentrale Geräte sind im Bestand oft die wirtschaftlichere Wahl.
Laufende Betriebskosten
Mit der Anschaffung ist es nicht getan: Eine Lüftungsanlage verursacht auch im Betrieb laufende Kosten. Die Ventilatoren einer zentralen Anlage verbrauchen je nach Gerät und Laufzeit rund 200 bis 400 Kilowattstunden Strom pro Jahr, was beim derzeitigen Strompreis ungefähr 60 bis 120 Euro entspricht. Hinzu kommen Filter und Wartung: Ein kompletter Filtersatz schlägt mit etwa 40 bis 90 Euro im Jahr zu Buche, für die regelmäßige Wartung sollten Sie insgesamt rund 100 bis 300 Euro jährlich einplanen. Dem stehen Einsparungen gegenüber: Geräte mit Wärmerückgewinnung reduzieren Lüftungswärmeverluste deutlich; wie stark die Heizkosten sinken, hängt vom Gebäude, dem Lüftungsverhalten und den Energiepreisen ab. Dezentrale Einzelgeräte liegen beim Stromverbrauch meist niedriger, oft bei wenigen Euro je Lüfter und Jahr.
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Förderung von Lüftungsanlagen

Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung werden staatlich über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) unterstützt. Dabei gibt es zwei getrennte Wege: Beim Neubau oder einer Sanierung zum Effizienzhaus läuft die Förderung über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), bei einzelnen Sanierungsmaßnahmen im Bestand über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Gefördert werden zentrale und dezentrale Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sowie Kompaktgeräte mit Wärmepumpe.
Voraussetzung ist, dass das Gerät den geforderten Wärmebereitstellungsgrad und die übrigen technischen Mindestanforderungen erfüllt; für die BEG-Förderung ist bei Lüftungsanlagen ein Energie-Effizienz-Experte einzubinden. Da sich Förderhöhe, Boni und die genauen technischen Bedingungen regelmäßig ändern, prüfen Sie die aktuellen Konditionen am besten direkt vor der Maßnahme. Einen Überblick über die aktuellen Programme und Voraussetzungen finden Sie in unserem Ratgeber zu den Fördermitteln.

Die folgende Checkliste fasst zusammen, wie Sie bei der Anschaffung unnötige Kosten vermeiden und die Förderung optimal nutzen.
So halten Sie die Kosten im Rahmen
Die 6 wichtigsten Aspekte bei der Planung einer Wohnraumlüftung Zentrale Lüftungsanlagen sorgen zuverlässig für saubere Raumluft und bieten großen Komfort.… weiterlesen



