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Ist eine Lüftung im Einfamilienhaus sinnvoll?

Ist eine Lüftung im Einfamilienhaus überhaupt sinnvoll und wirtschaftlich?

Besonders in Neubauten, zunehmend jedoch auch in Altbauten, werden Lüftungsanlagen eingebaut. Sie fragen sich, ob sich diese Maßnahme auch für Ihr Haus und Ihre Wohnsituation lohnt? Mit diesem Artikel wollen wir die wichtigsten Fragen zum Thema Wohnraumlüftung beantworten, sodass Sie besser einschätzen können, ob eine automatisierte Lüftung auch für Sie sinnvoll ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Am meisten bringt eine Lüftungsanlage im luftdichten Neubau und nach einer energetischen Sanierung – dort findet kaum noch natürlicher Luftaustausch statt.
  • Sie senkt das Feuchte- und Schimmelrisiko deutlich und hält mit passenden Filtern Pollen und Staub zurück – ein Plus für Allergiker.
  • Geräte mit Wärmerückgewinnung halten meist 80 bis 90 Prozent der Lüftungswärme im Haus, gute Geräte mehr.
  • Bei Neubauten und lüftungstechnisch relevanten Sanierungen ist ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 erforderlich.
Haus mit dezentraler Wohnraumlüftung © Kermi GmbH
Einfamilienhaus mit dezentraler Wohnraumlüftung © Kermi GmbH
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Woher kommt der Trend zur Lüftungsanlage?

Weil § 13 des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG, bisher GEG) bei Neubauten eine dauerhaft luftundurchlässige Gebäudehülle nach den anerkannten Regeln der Technik verlangt, werden moderne und sanierte Gebäude deutlich dichter. Ziel ist es, dass möglichst wenig Energie verloren geht. In gut gedämmten Gebäuden findet deshalb kaum noch unkontrollierter Luftwechsel über Fugen statt; der notwendige Luftaustausch muss über Fensterlüftung, Lüftungselemente oder eine Lüftungsanlage sichergestellt werden.

Dies ist für die meisten Bewohner nicht in dem Umfang möglich, wie es nötig wäre. Deshalb wird die Raumluft immer schlechter: Sauerstoff fehlt, Kohlendioxid, Geruchs- und Schadstoffe reichern sich an und entstehende Feuchtigkeit wird nicht abtransportiert. Dies kann zur Schimmelbildung führen.

Schimmel am Fenster © fevziie, stock.adobe.com
Eine kontrollierte Lüftungsanlage kann das Schimmelrisiko deutlich senken © fevziie, stock.adobe.com

Damit auch in Häusern mit dieser dichten Bauweise eine gute Raumluftqualität herrscht, kommen Lüftungsanlagen zum Einsatz. Diese sorgen für einen kontinuierlichen Luftwechsel und somit für eine gesundes Raumklima.

Wie sieht ein gutes Raumklima aus?

Die Bewohner fühlen sich in den Räumen wohl, wenn die Temperatur angenehm ist, es keine Zugerscheinungen gibt, die Luftfeuchte im optimalen Bereich ist und der Sauerstoffgehalt der Luft hoch ist. Außerdem sollte die Raumluft möglichst wenig Kohlendioxid sowie andere Schadstoffe enthalten.

Das GModG verlangt in § 13 zwar für neu errichtete Gebäude eine dauerhaft luftundurchlässige Gebäudehülle; der notwendige Mindestluftwechsel wird aber über öffentlich-rechtliche Vorgaben und die Planung nach anerkannten Regeln der Technik, insbesondere DIN 1946-6, sichergestellt. Dieser gewährleistet, dass in Bad, Küche oder durch Atmung entstandene Feuchte und ausgeatmetes Kohlendioxid abtransportiert wird und frische sauerstoffhaltige Außenluft zugeführt wird.

Lüftungsanlagen: In gut gedämmten Gebäuden sehr sinnvoll
Lüftungsanlagen: In gut gedämmten Gebäuden sehr sinnvoll

Wer dies allein durch Fensterlüftung sicherstellen möchte, muss abhängig von Jahreszeit, Feuchteanfall und Gebäudedichtheit konsequent stoß- oder querlüften. Die Verbraucherzentrale nennt als Grundregel mindestens drei bis vier komplette Luftwechsel pro Tag; im Winter reichen oft wenige Minuten, in der Übergangszeit kann es deutlich länger dauern. Die automatisierte Lüftung übernimmt diesen Job und sorgt für gute Raumluft, auch wenn die Bewohner nicht anwesend sind.

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Wann lohnt sich eine Lüftungsanlage im Einfamilienhaus?

Am deutlichsten zahlt sich eine Lüftungsanlage dort aus, wo die Gebäudehülle dicht ist und kaum noch Luft über Fugen nachströmt – also im Neubau und nach einer energetischen Sanierung. Auch wer tagsüber kaum zum Stoßlüften kommt, bei früheren Feuchte- oder Schimmelproblemen sowie in Haushalten mit Allergikern profitiert besonders. Bei Neubauten und bei lüftungstechnisch relevanten Sanierungen – etwa wenn mehr als ein Drittel der Fenster erneuert oder im Einfamilienhaus mehr als ein Drittel der Dachfläche abgedichtet wird – ist ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 erforderlich, das prüft, ob der nutzerunabhängige Feuchteschutz gewährleistet ist.

Lohnt sich eine Lüftungsanlage für Ihr Einfamilienhaus?

1. Ist Ihr Haus ein Neubau oder energetisch saniert (neue Fenster, gedämmte Hülle)?

JaDie Hülle ist luftdicht, natürlicher Luftwechsel über Fugen fehlt – eine Lüftungsanlage ist hier besonders sinnvoll.
TeilweiseWurde nur ein Teil saniert, lohnt sich die Anlage oft trotzdem – entscheidend ist, wie dicht die Hülle insgesamt ist.
Nein, unsanierter AltbauIn einem undichten Altbau ist der Nutzen geringer; hier zuerst Dämmung und Fenster prüfen.

2. Können Sie tagsüber mehrmals konsequent stoß- oder querlüften?

NeinWer berufstätig oder oft abwesend ist, schafft den nötigen Luftwechsel kaum – die Anlage übernimmt das zuverlässig.
Ja, problemlosDann ist konsequentes Fensterlüften eine Alternative; den gleichbleibenden Schutz bietet aber nur die Anlage.

3. Gab es schon Feuchte- oder Schimmelprobleme, oder leben Allergiker im Haus?

Mehr Gewicht hat dieser Punkt, wenn im Haushalt viel Feuchtigkeit anfällt – etwa durch Duschen, Kochen oder Wäschetrocknen.

JaDauerhafter Feuchteschutz und gefilterte Zuluft sprechen klar für eine Anlage.
Nein, aber vorsorglich erwünschtAuch zur Vorsorge sinnvoll – sie hält das Raumklima ohne tägliches Zutun stabil.
EmpfehlungJe öfter Sie „Ja“ angekreuzt haben, desto eher lohnt sich eine Lüftungsanlage. Am deutlichsten ist der Nutzen im dichten Neubau, bei wenig Zeit zum Lüften und bei Feuchte- oder Allergie-Themen.
Quelle: Verbraucherzentrale

Erreicht die automatisierte Belüftung Frischluftqualität?

Bei einer Wohnraumlüftung strömt regelmäßig frische Luft von außen in die Räume. Sensorgesteuerte Anlagen messen sogar den Kohlendioxidgehalt und reagieren bei einem Anstieg sofort. Dies funktioniert zuverlässiger und genauer als es die Bewohner mit Fensterlüftung bewerkstelligen könnten.

Zudem wird die Außenluft gefiltert bevor sie ins Innere gelangt. Pollen, Schadstoffe und Schmutzpartikel, aber auch Insekten werden dem Innenraum so ferngehalten. Es strömt also eine gereinigte Außenluft in die Wohnräume. Dies ist nicht nur für Allergiker eine Wohltat.

Die Lüftungsanlage sorgt für beste Qualität
Die Lüftungsanlage sorgt für beste Qualität

Die Voraussetzung für eine gute Luftqualität ist die regelmäßige Reinigung der Lüftungsanlage.

Schützt eine Wohnraumlüftung vor Schimmelbildung?

Feuchte im Raum, die an kalten Wänden kondensiert, ist der Lebensraum von Schimmelpilzen. Die Sporen dieser Schimmelpilze sind für die Bewohner schädlich und können zu ernsthaften Erkrankungen führen.

Eine Wohnraumlüftung transportiert entstehende Feuchtigkeit zuverlässig aus den Räumen. Damit kann sie das Schimmelrisiko deutlich senken; bestehende Wärmebrücken, Bauschäden oder falsche Einstellungen müssen trotzdem separat behoben werden.

Lüftungsanlagen machen vor Allem bei gedämmten Gebäuden Sinn
Lüftungsanlagen machen vor allem bei gut gedämmten Gebäuden Sinn
Tipp: Die meiste Feuchtigkeit fällt beim Duschen und Kochen an. Gefolgt von der Badewanne, der Hausarbeit und dem Wäschetrocknen.

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Höre oder spüre ich die automatisierte Lüftung?

Damit in der Lüftungsanlage ein Luftstrom entsteht, werden Ventilatoren eingesetzt. Bei qualitativ hochwertigen Anlagen sind diese besonders leise. Zusätzlich sind die Luftverteilsysteme in zentralen Lüftungsanlagen so ausgeführt, dass die Geräuschübertragung in andere Räume verhindert wird.

Die verschiedenen Regelungsstufen ermöglichen zudem, verschiedene Stärken wie Nachlüftung einzustellen. Grundsätzlich kann aber nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass leise Geräusche hörbar sind.

Lesen Sie hierzu, welche 6 wichtige Aspekte bei der Planung einer Wohnraumlüftung beachtet werden sollten, damit die Anlage optimal arbeiten kann.

Der Luftaustausch über die Lüftungsanlage findet kontinuierlich in kleinen Mengen statt. Insofern ist er nicht mit einer Fensterlüftung zu vergleichen. Es finden keine großen Luftbewegungen statt und der Luftwechsel wird bei gut eingestellten Anlagen nicht als Zugerscheinung wahrgenommen.

Kurz gefragt

Was möchten Sie vor einer Entscheidung zur Lüftungsanlage zuerst klären?

Eine Antwort auswählen – Ergebnis sofort sehen.

Ist eine Lüftungsanlage hygienisch?

Lüftungsanlagen filtern die Außenluft bevor sie in die Räume gelangt. Im Innern wird die Luftqualität dadurch sogar noch verbessert, Schmutz, Pollen und Insekten bleiben draußen.

Voraussetzung dafür ist eine regelmäßige Wartung der Filter, meist wird dies halbjährlich empfohlen. Die Filter müssen kontrolliert und in bestimmten Intervallen gereinigt beziehungsweise ausgetauscht werden. In der Regel können diese Wartungsaufgaben in Einfamilienhäusern leicht vom Besitzer selbst übernommen werden. Für die Anlagenwartung empfehlen Verbraucherzentrale und Umweltbundesamt in der Regel eine jährliche Fachwartung; Filter können viele Eigentümer nach Anleitung selbst prüfen und wechseln.

Lüftungsanlage im Einfamilienhaus – Werte zur Einordnung

80–90 %Wärmerückgewinnungder Lüftungswärme bleibt im Haus; gute Geräte erreichen mehr
alle 3–6 MonateFilter prüfenGrobfilter wechseln, Feinfilter meist halbjährlich
ca. 200–400 kWhStromverbrauch pro Jahrfür die Ventilatoren, je nach Anlage und Hausgröße
mind. 3–4×/TagStoßlüften als Alternativeje nach Jahreszeit 3–20 Minuten – bei Abwesenheit schwierig
Quelle: Verbraucherzentrale
Lüftungsanlage: Regelmäßiger Filterwechsel ist für Hygiene und Funktion wichtig
Lüftungsanlage: Regelmäßiger Filterwechsel ist für Hygiene und Funktion wichtig
Filterwechsel bei einer zentralen Wohnraumlüftungsanlage © Buderus
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Wie aufwändig ist der Einbau einer Lüftungsanlage?

Bei einem Neubau wird eine zentrale Lüftungsanlage von Anfang an eingeplant. Dadurch entstehen keine besonderen und aufwendigen Maßnahmen. Auch im Altbau können nachträglich zentrale oder dezentrale Lüftungsanlagen installiert werden. Der bauliche Aufwand ist je nach System und Situation unterschiedlich. Oftmals sind für zentrale Anlagen umfangreichere Einbauarbeiten notwendig. Dies ist aber immer von den jeweiligen Begebenheiten abhängig. Mehr zu zentralen und dezentralen Lüftungsanlagen lesen Sie hier.

Wie teuer ist die Anschaffung und der Betrieb einer Wohnraumlüftung?

Die Kosten für eine Lüftungsanlage hängen vom gewählten System, vom energetischen Zustand des Gebäudes sowie von der Wohnfläche und Anzahl der Bewohner ab. Zudem ist entscheidend, welche Luftqualität erreicht werden soll. Dafür können verschiedene Filtersysteme gewählt werden, die die Kosten beeinflussen.

Hinzu kommen die Kosten für den Betrieb, die wiederum ganz individuell sind. Dazu zählt der Aufwand für den Betriebsstrom, die Wartungsarbeiten sowie eventuelle Finanzierungskosten. Mehr Informationen und detaillierte Kostenbeispiele bieten wir Ihnen im Artikel „Kosten einer Wohnraumlüftung“.

Viele Faktoren bestimmen die Kosten für die Lüftungsanlage
Viele Faktoren bestimmen die Kosten für die Lüftungsanlage

Für Bestandsgebäude kann der Einbau oder die Erneuerung einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gefördert werden, wenn die technischen Mindestanforderungen erfüllt sind: als Einzelmaßnahme über das BAFA für Anlagentechnik außer Heizung oder im Rahmen einer Effizienzhaus-Sanierung über die KfW. Prüfen Sie die Voraussetzungen und die förderkonforme Antragstellung, bevor Sie verbindlich starten, im Ratgeber zu den Fördermitteln.

Haus mit dezentraler Wohnraumlüftung © Kermi GmbH
Zentrale und dezentrale Wohnraumlüftung

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