Die 6 wichtigsten Aspekte bei der Planung einer Wohnraumlüftung
Zentrale Lüftungsanlagen sorgen zuverlässig für saubere Raumluft und bieten großen Komfort. Damit das so ist, bedarf es einer sorgfältigen Planung im Vorfeld. Viele Fehler, die leider in der Praxis nicht selten sind, können im Nachhinein gar nicht mehr oder nur mit großem Aufwand behoben werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine zentrale Lüftungsanlage läuft rund um die Uhr – sorgfältige Planung von Schallschutz, Hygiene, Luftmengen und Energieeffizienz entscheidet über das Ergebnis.
- Die benötigte Luftmenge richtet sich nach DIN 1946-6; als hygienischer Richtwert gelten rund 30 m³ Außenluft pro Person und Stunde.
- Filter werden nach DIN EN ISO 16890 ausgewählt (Klassen ePM1, ePM2,5, ePM10); für die Zuluft ist meist ePM1 (50 %) empfehlenswert.
- Für effizienten Betrieb sollte die Gebäudehülle dicht sein: mit Lüftungsanlage gilt ein n50-Wert von maximal 1,5 pro Stunde.

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Damit Sie mit Ihrer zentralen Wohnraumlüftung auch wirklich eine gesunde und hygienisch einwandfreie Luftqualität, einen komfortablen Betrieb und Einsparungen bei den Energiekosten haben werden, ist eine gewissenhafte Planung unablässig.
Lesen Sie im Folgenden, welche 6 Aspekte Sie beachten sollten, damit Sie Fehler bei der Planung einer zentralen Lüftungsanlage vermeiden können.
Die 6 Planungs-Aspekte in sinnvoller Reihenfolge
Luftmengen ermitteln Grundlage
Den Außenluftbedarf nach DIN 1946-6 berechnen lassen – Richtwert rund 30 m³/h pro Person, Bad und Küche als Ablufträume separat nach Raumfunktion.
Effizientes Gerät wählen EU-Label
Auf das EU-Energielabel achten und Gerät, Bauteile und Luftverteilung mit geringen Druckverlusten auslegen, damit der Dauerbetrieb wenig Strom braucht.
Filter festlegen ISO 16890
Filterklasse nach DIN EN ISO 16890 wählen – für die Zuluft mindestens ePM1 (50 %), für Allergiker ePM1 (80 %) – und gut zugänglich für den Wechsel einbauen.
Schallschutz einplanen DIN 4109
Schalldämpfer, körperschallentkoppelte Befestigung und passende Querschnitte vorsehen, damit die Anlage leise bleibt (DIN 4109).
Zu- und Abluft bilanzieren Balance
Die Gesamtluftmengen ausgleichen, sonst entsteht unerwünschter Über- oder Unterdruck und ungewollte Zugluft.
Dichtheit der Hülle prüfen Blower-Door
Den n50-Wert per Blower-Door-Test nachweisen (DIN EN ISO 9972): mit Lüftungsanlage sollte er höchstens 1,5 pro Stunde betragen.
1. Störende Geräusche
Eine Lüftungsanlage arbeitet selbsttätig rund um die Uhr. Davon sollen die Bewohner möglichst nichts hören. Denn auch leise, aber permanente Geräusche stören im Alltag auf Dauer.
Um solch eine Geräuschkulisse zu verhindern sollten folgende Punkte bei der Planung berücksichtigt werden:
- Schallschutznorm DIN 4109 oder individuelle Schallschutzanforderungen berücksichtigen.
- Lüftungsgerät hinsichtlich Filter sowie Rohr- und Ventilquerschnitte optimal dimensionieren.
- An Luft- und Körperschallentkopplung denken.
- Aufstellraum für Zentralgerät gut auswählen.
- Schalldämpfer vorsehen und richtig platzieren.
- Luftdurchlässe richtig planen.
- Maximale Luftgeschwindigkeit der Lüftungsanlage auf tatsächlichen Bedarf optimal auslegen.
- Luftmengen fachgerecht einregulieren.

2. Hygienische Probleme
Eine Wohnraumlüftung liefert saubere Raumluft, wenn sie richtig betrieben wird. Auch bei der Planung sind hier einige Dinge zu beachten:
- Außenluftansaugstelle richtig platzieren.
- Hochwertige Filter einsetzen.
- Regelmäßige Wartung der Filter. Dazu die entsprechende Anzeige gut sichtbar platzieren und auf gute Zugänglichkeit achten.
- Hygienische und bauphysikalische Anforderungen umsetzen.
Wie hochwertig die Filter sein sollten, lässt sich heute genau benennen: Seit 2018 werden Luftfilter nach der Norm DIN EN ISO 16890 in die Gruppen ePM1, ePM2,5, ePM10 und Grob eingeteilt – die früheren Bezeichnungen wie F7 oder G4 sind damit überholt. Für die Zuluft empfehlen Fachleute in der Regel mindestens einen Außenluftfilter der Klasse ePM1 (50 %), der einen Großteil der feinen Pollen und Stäube zurückhält; für Allergikerinnen und Allergiker ist ein höherwertiger ePM1 (80 %) sinnvoll. Wichtig ist außerdem, die vom Hersteller vorgegebenen Wechselintervalle einzuhalten, denn ein zugesetzter Filter erhöht den Druckverlust und damit den Stromverbrauch.
3. Hoher Energieverbrauch
Seit dem 1. Januar 2016 gilt für Wohnraumlüftungsgeräte mit einem maximalen Luftvolumenstrom bis 1.000 m3/h, die im Privatbereich zum Einsatz kommen, eine Kennzeichnungspflicht mit einem EU-Energielabel (Delegierte Verordnung (EU) Nr. 1254/2014). Ähnlich wie beispielsweise bei den Kühlschränken können Verbraucher schnell und einfach ablesen, welche Leistungsklasse das Gerät hat.
Eingeteilt sind die Lüftungsgeräte von der Klasse G mit der niedrigsten Energiebilanz beim Lüften von Hand bis A+, für die höchste Stufe. Die höchste Einstufung steht für eine Einsparung des Primärenergiebedarfs von über 42 kWh pro Quadratmeter und Jahr – jeweils im Vergleich zu einer reinen Fensterlüftung gleicher Luftqualität.
Das Energieeffizienz-Label dient dem Käufer als erste Orientierung über die Energiestandards der einzelnen Lüftungsgeräte. In der Praxis hängt die effiziente Arbeitsweise der Wohnraumlüftung noch von weiteren Faktoren ab:
- Auslegung des Lüftungsgeräts
- Fachmännische Auswahl der Bauteile
- Optimale Luftverteilung mit geringen Druckverlusten
- Bedarfsgerechte Luftmengen
- Jahreszeitlich angepasste Regelung der Wärmerückgewinnung
4. Bedarfsgerechte Luftmengen
Die tatsächlich benötigte Luftmenge, sollte bei der Planung realistisch ermittelt werden. Sie ist ein wichtiger Faktor, dass die Wohnraumlüftung dann auch zufriedenstellend arbeiten kann.
Ermittelt wird die benötigte Luftmenge über die sogenannte Luftwechselrate. Entscheidend sind dabei das Fassungsvermögen des Raums sowie sein Verwendungszweck.
Bei Wohnraumlüftungen sollte die Auslegung nicht über starre Luftwechselraten je Raum erfolgen. Maßgeblich ist ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6: Es berücksichtigt unter anderem Nutzungseinheit, Raumfunktion, Personenbelegung, Feuchtelasten sowie Zu- und Ablufträume. Als hygienischer Richtwert werden häufig rund 30 m3/h Außenluft pro Person angesetzt; Bad und Küche werden wegen Feuchte und Gerüchen separat ausgelegt.

Erforderlichen Luftvolumenstrom berechnen
5. Gute Bilanz zwischen Zu- und Abluft
Die Ausgeglichenheit der Gesamtluftmengen aus Zu- und Abluft regelt die DIN 1946-6 (Ausgabe 2019-12). Wird diese Bilanzierung nicht vorgenommen, kann es zu einem unerwünschten Unter- oder Überdruckbetrieb kommen.
Bei Unterdruckbetrieb wird die Luftverteilung durcheinandergebracht, indem kalte Außenluft angesaugt wird. Bei Überdruckbetrieb passiert das Gegenteil und warme Raumluft wird nach außen gedrückt. Beides gilt es zu vermeiden.

6. Luftdichte Gebäudehülle
Für den effizienten Betrieb einer Wohnraumlüftung sollte die Gebäudehülle möglichst dicht sein. Über eine Luftdichtheitsmessung (Blower-Door-Test) nach DIN EN ISO 9972:2018-12 wird dies überprüft, indem der n50-Wert ermittelt wird – die alte DIN EN 13829 wurde dafür abgelöst. Nach § 26 des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG, bisher GEG) sollte der n50-Wert beim Einsatz einer Lüftungsanlage maximal 1,5 pro Stunde betragen; ohne raumlufttechnische Anlage liegt die Grenze bei 3,0 pro Stunde. Bleibt die Undichtheit darüber, würde ein erheblicher Teil des Luftwechsels unkontrolliert durch Leckagen statt über die Wärmerückgewinnung laufen.

Wer diese sechs Punkte frühzeitig mit dem Fachbetrieb durchgeht, vermeidet die häufigsten Planungsfehler. Die folgende Checkliste fasst die wichtigsten Fragen zusammen, die Sie vor der Beauftragung klären sollten.
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