BHKW Fördermittel

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Fördermittel für Blockheizkraftwerke (Stand 2020)

Fördermittel nutzen © DOC RABE MEDIA, stock.adobe.com
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Blockheizkraftwerke nutzen die Primärenergie besonders effizient. Deshalb werden Investitionen in BHKW auch in vielfältiger Weise durch Fördermittel unterstützt.

KWK Gesetz

Fördermittel BAFANach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz erhalten Betreiber eines Blockheizkraftwerks für den produzierten Strom einen Zuschlag. Dieser wird beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragt. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass das BHKW bei der BAFA zugelassen wurde.

Für neue KWK-Anlagen mit einer elektrischen Leistung bis einschließlich 50 kWel hat das BAFA ein vereinfachtes Zulassungsverfahren eingerichtet: Es genügt eine elektronische und gebührenfreie Anzeige bei dem Amt. Die elektronische Anzeige muss bis zum 31.12. des auf die Inbetriebnahme folgenden Jahres beim BAFA erfolgen. Weitere Informationen zu dem Verfahren finden Sie hier. Gezahlt wird der Zuschlag nicht vom BAFA, sondern vom jeweiligen Netzbetreiber, in dessen Netz der Strom eingespeist wird.

BHKWs werden intensiv gefördert: Informieren Sie sich
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Zuschlag für eingespeisten Strom nach dem KWK 2016

Mit dem KWK 2016 wurden die Fördersätze deutlich angehoben. Sie betragen nun beispielsweise 8 Cent/kWh für Anlagen bis 50 kWel, 6 Cent/kWh für Anlagen zwischen 50 und 100 kWel und 5 Cent/kWh für Anlagen zwischen 100 und 250 kWel. Allerdings besteht der Anspruch nur noch für den in das allgemeine Stromnetz eingespeisten Strom, nicht mehr für den selbstgenutzten. Ausnahmen bilden kleine Anlagen, für die es 3 bis 4 Cent/kWh Zuschlag gibt. Auch die Förderdauer wurde angepasst: Kleine Anlagen mit bis zu 50 kWel werden 60.000 Vollbenutzungsstunden gefördert, größere wie bisher 30.000 Stunden.

Steuerrechtliche Besonderheiten

  • Energiesteuer – Zusätzlich gibt es für den Betrieb von Blockheizkraftwerken einen steuerlichen Anreiz. Die Energiesteuer wird (allerdings nur auf Antrag) zurückerstattet. Der Antrag wird beim Hauptzollamt gestellt. Voraussetzung ist, dass das BHKW einen Monats- oder Jahresnutzungsgrad von 70 Prozent aufweist. Dies muss nachgewiesen werden.
  • Umsatzsteuer – Auch hier gibt es einige Regelungen, die für Betreiber von BHKW wichtig sind. Zunächst gilt jeder, der Strom aus dem eigenen BHKW in das öffentliche Netz einspeist, als Unternehmer. Das gilt zum Beispiel auch bei Photovoltaikanlagen. Daraus ergibt sich das Recht zum Vorsteuerabzug. Gleichzeitig muss aber für den eigengenutzten Strom Umsatzsteuer gezahlt werden.
Fördermittel nutzen © magele picture, fotolia.com
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Investitionszuschuss für Mini-KWKs – nur noch im Jahr 2020

Darüber hinaus gibt es eine weitere Förderung für Mini-KWKs mit einer elektrischen Leistung bis 20 kW in bestehenden Gebäuden: KWK-Anlagen mit einer elektrischen Leistung bis 20 KilowattSie werden 2020 im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative der Bundesregierung besonders gefördert: In bestehenden Gebäuden kann ein einmaliger Investitionszuschuss in Anspruch genommen werden, der nach der elektrischen Leistung der Anlage gestaffelt ist. Anträge können nur noch bis zum 31. Dezember 2020 gestellt – dafür werden bis dahinkönnen dafür aber alle für förderfähigen Maßnahmen bewilligt werden. Der Zuschuss wird für Anlagen gewährt, die nach dem 01.01.2015 in sogenannten Bestandsgebäuden installiert werden, Bestandsbauten sind Gebäude, für die ein Bauantrag bereits vor dem 1. Januar 2009 gestellt wurde.

Die Förderung wird als Festbetrag durch nicht rückzahlbare Zuschüsse gewährt. Es kann neben einer Basisförderung auch eine Bonusförderung beantragt werden. Die Höhe des Zuschusses hängt von der elektrischen Leistung der Mini-KWK-Anlage ab.

Die Basisförderung beträgt für Anlagen mit einer elektrischen Leistung bis 1 kW 1.900 Euro, für jedes weitere kW elektrisch bis zu einer Anlagengröße von 4kW 300 Euro, danach bis zu 10 kW elektrisch jeweils 100 Euro und bis zu einer Leistung von 20 kW elektrisch dann jeweils 10 Euro. Damit ergibt sich zum Beispiel für eine Anlage mit 2 kW elektrisch 2.200 Euro, mit 5 kW 2.900 Euro, mit 10 3.400 Euro und mit 20 kW 3.500 Euro Basisförderung.

Hinzu kommt für energieeffiziente Mini-KWK-Anlage eine Bonusförderung, die entweder als Wärmeeffizienz- oder Stromeffizienzbonus gewährt wird.

Der Wärmeeffizienzbonus hat eine Höhe von 25 % auf die Basisförderung. Um diesen Zuschlag zu erhalten, müssen die Mini-KWK-Anlagen mit einem Abgaswärmetauscher zur Brennwertnutzung ausgestattet sein und zudem an ein hydraulisch abgeglichenes Heizungssystem angeschlossen werden.

Die Bonusförderung für die Stromeffizienz liegt bei sogar bei 60 % der Basisförderung. Dazu muss die KWK-Anlage einen besonders hohen elektrischen Wirkungsgrad erzielen, der für Anlagen bis 4 kW bei über 31 %, für Anlagen zwischen 4 und 10 kW elektrisch bei 33 % und Anlagen bis 20 kW elektrisch bei über 35 % liegen muss.

Weitere Informationen zu dem Sonderprogramm finden Sie hier.

Wichtig: Bei dem Zuschlag für den erzeugten KWK-Strom und dem einmaligen Investitionszuschuss handelt es sich um zwei eigenständige Förder-Verfahren. Sie können gegebenenfalls beide, müssen aber gesondert beantragt werden. Vorsicht ist jedoch geboten: Der Antrag für die Zuschuss-Förderung ist zwingend vor dem Vorhabenbeginn zu stellen. Das heißt: vor dem rechtsgültigen Abschluss eines Lieferungs- oder Leistungsvertrages.

Finanzierungsmöglichkeiten über die KfW

Fördermittel KFW BankFür BHKW ist vor allem das KfW-Programm 270 „Erneuerbare Energien – Standard“ interessant. Damit werden zinsgünstige Kredite für die Anschaffung von BHKW gewährt, wenn diese mit nachwachsenden Rohstoffen betrieben werden. Die Zinssätze richten sich nach der Bonität des Antragstellers, derzeit liegt er ab 1,03 Prozent effektiver Jahreszins (Stand: Mai 2020).

Die KfW-Bank fördert KWK-Technik mit günstigen Krediten
Die KfW-Bank fördert KWK-Technik mit günstigen Krediten

Interessant sind die tilgungsfreien Anfangsjahre. Es werden bis zu 100 Prozent der Investition finanziert, Eigenmittel sind also nicht zwingend notwendig. Beantragt werden die Fördermittel der KfW über die Hausbank. Auch im Rahmen anderer Programme kann die Anschaffung eines BHKW gefördert werden. Einige Programme bieten sogar einen Tilgungszuschuss.

Eine gute Alternative: Der Steuerbonus

Statt der BAFA- beziehungsweise der KfW-Förderung können Kosten für den Einbau einer Mini-KWK-Anlage über drei Jahre und bis zu einer maximalen Höhe von 40.000 Euro von der Steuer abgesetzt werden. Im Jahr der Maßnahme und im folgenden können jeweils sieben Prozent, höchstens jedoch 14.000 Euro geltend gemacht werden. Im dritten Jahr sind es dann noch sechs Prozent beziehungsweise 12.000 Euro. Damit das Finanzamt die Kosten anerkennt, muss das Haus mindestens zehn Jahre alt sein und der Eigentümer selbst darin wohnen. Eine Kombination mit anderen Förderungen ist nicht möglich. Es heißt also: Entweder-oder.

Förderung für Heizungen: Günstige Kredite oder Steuervorteil
Förderung für Heizungen: Günstige Kredite oder Steuervorteil

Welche Förderung ist für mich die beste?

Die kurze Antwort: Das kommt darauf an. Die etwas längere: Sie sollten Ihr Projekt mit den individuell maßgeblichen Zahlen durchrechnen (lassen). Auch der Förderzeitpunkt ist wichtig: Während Zuschüsse und Kredite während des Projekts genutzt werden können, zahlt sich der Steuerbonus erst mit den folgenden Steuererklärungen aus. Wer die Voraussetzungen für die Förderungen aber beispielsweise nicht erfüllt, wird froh sein, mit der Steuerbonus-Alternative trotzdem viel Geld sparen zu können.

Ein Beispiel verdeutlicht dies:
Einbau einer Mini-KWK-Anlage mit 20 kWel Leistung

Angenommene Kosten: 20.000 Euro

  • Option 1:
    BAFA-Zuschuss: 3.500 Euro (Höchster Zuschuss aufgrund der Anlagenleistung)
    plus Stromeffizienzbonus für besonders effiziente Anlagen in Höhe von 60 Prozent der Basisförderung in Höhe von 3.500 Euro: 2.100 Euro
    Verbleibende Kosten: 14.400 Euro
    Hinzu kommt ein Zuschlag für den erzeugten Strom, der abhängig von der Leistung ist.
  • Option 2:
    Steuerbonus: 4.000 Euro (entspricht 7 Prozent, also 1.400 Euro in den ersten beiden Jahren und 6 Prozent, also 1.200 Euro im dritten Jahr)
    Verbleibende Kosten: 16.000 Euro
Zuschüsse oder Steuerbonus: Die beste Lösung kann berechnet werden
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