Kosten für ein Blockheizkraftwerk
Vor der Investition in ein Blockheizkraftwerk sollte selbstverständlich ein Preisvergleich erfolgen. Angesichts der Vielfalt an verschiedenen Technologien und möglicher Brennstoffe ist dieser Vergleich allerdings nicht einfach. Einen Überblick über Technik und Größenklassen gibt unser Ratgeber zu den BHKW-Grundlagen. Zudem sollten bei der Kostenbetrachtung unbedingt auch die regelmäßigen Betriebskosten berücksichtigt werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Je größer das BHKW, desto günstiger wird der Preis je Kilowatt elektrischer Leistung.
- Für Nano-/Mikro-BHKW liegen reine Gerätekosten oft bei 15.000–30.000 Euro; betriebsbereit kann es deutlich mehr werden.
- Neben der Anschaffung zählen Brennstoff, Wartung und Rücklagen für die Generalüberholung zu den laufenden Kosten.

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Anschaffungskosten von BHKW
Zum Vergleich bietet sich bei BHKW der Preis pro Kilowatt elektrischer Leistung (kWel) an. Diese Normierung vereinfacht den Vergleich von BHKW unterschiedlicher Größe. Ältere BHKW-Kenndaten der ASUE (Datenbasis 2011; Nettorichtpreise ohne Mehrwertsteuer) zeigen, dass die Preise pro kWel sinken, je größer die Gesamtleistung des BHKW ist. Bei Groß-BHKW mit über 500 kWel lagen einzelne Richtpreise unter 500 Euro pro kWel; bei Mini-BHKW reichen ältere Orientierungswerte je nach Hersteller grob von etwa 1.700 bis über 3.000 Euro pro kWel – aktuelle Angebotspreise können je nach Hersteller und Ausstattung darüber liegen.
Interessant ist auch die Zusammensetzung der Anschaffungspreise. In den älteren ASUE-Kenndaten entfielen bei Erdgas-BHKW bis 50 kW elektrisch rund 80 Prozent auf den Motor; bei Anlagen bis 100 kW waren es rund 73 Prozent. Der Schaltschrank lag je nach betrachteter kleiner Leistungsklasse bei etwa sechs bis elf Prozent. Weitere Positionen sind unter anderem Schalldämmung, Katalysator, Schmierölversorgung, Lüftung, Lieferung, Aufstellung und Inbetriebnahme.
Anschaffungskosten nach Leistungsklasse
| Klasse | Typische Größe | Orientierungswert Anschaffung |
|---|---|---|
| Nano-/Mikro-BHKW | bis ca. 20 kW elektrisch | ca. 15.000–30.000 € Gerätepreis |
| Mini-BHKW | bis 50 kW elektrisch | ca. 1.700 bis über 3.000 € je kWel |
| Groß-BHKW | über 500 kW elektrisch | teils unter 500 € je kWel; projektabhängig |

Preise für Mikro- und Nano-BHKW
Für Mikro bzw. Nano-BHKW, die für Ein- bis Mehrfamilienhäuser geeignet sind, sollten Sie bei reinen Gerätekosten eher mit einer Spanne von etwa 15.000 bis 30.000 Euro rechnen; mit Einbau, Pufferspeicher und Zubehör wird es je nach Technik auch deutlich mehr. Das Angebot in dieser kleinsten Klasse ist zuletzt allerdings geschrumpft: Die Dachs-Produktion am SenerTec-Stammsitz Schweinfurt läuft nach der im Juni 2026 fix gewordenen Konzernentscheidung aus; die Fertigung soll in das europäische Werksnetz des Mutterkonzerns verlagert werden. Ob und in welcher Höhe der Staat den Einbau bezuschusst, bündelt unser Ratgeber zu den BHKW-Fördermitteln.

Weitere Kosten für das BHKW
Mit den reinen Anschaffungskosten ist es natürlich nicht getan. Auch die Lieferung und vor allem die Inbetriebnahme kosten – sie sind aber Vereinbarungssache mit dem jeweiligen Händler.
Ein BHKW benötigt eine entsprechende Abgasleitung im Haus, der Platzbedarf mit zusätzlicher Schalldämmung muss ebenso berücksichtigt werden. Gerade die Schalldämmung kann weitere Kosten verursachen.
Diese Nebenkosten werden oft unterschätzt
BHKW Betriebskosten fallen regelmäßig an
Wie bei jeder anderen Heizung fallen auch bei Blockheizkraftwerken die üblichen Betriebskosten an.
Sie setzen sich zusammen aus:
- Brennstoffkosten (verbrauchsabhängig)
- Wartung – Wartungs- und Vollwartungskosten sollten Sie je erzeugter Kilowattstunde elektrisch kalkulieren; sie variieren stark nach Leistung, Brennstoff, Motor und Vertrag. ASUE-Kenndaten weisen Vollwartungsverträge in Cent je Kilowattstunde elektrisch aus; Erdgas-BHKW liegen dabei häufig niedriger als kleine Biogas- oder Schwachgas-BHKW. Häufige Taktung (An- und Ausschalten) erhöht den Wartungsbedarf. Vollwartungsverträge können neben der regelmäßigen Instandhaltung auch Reparaturen, Ersatzteile, Betriebsstoffe und die Generalüberholung abdecken.
- Reparaturen
- Ersatzteile
- Generalüberholung – Diese wird bei BHKW nach einer bestimmten Laufzeit fällig. Je nach Auslegung, Belastung und Motorleistung nennt ASUE etwa 25.000 bis 120.000 Betriebsstunden als Orientierung. Die Kosten hängen stark von Anlagengröße und Motortyp ab – sie reichen von einigen Hundert Euro bei Kleinstgeräten über mehrere Tausend Euro bis – bei mittleren und größeren Anlagen – auch deutlich darüber. Rücklagen kalkulieren Sie am besten über ein Herstellerangebot oder einen Vollwartungsvertrag.
Anschaffung allein sagt wenig: die Vollkostenrechnung
Ob sich die Investition lohnt, entscheidet nicht der Kaufpreis allein, sondern die Vollkostenrechnung über die gesamte Laufzeit: Den Kapital-, Brennstoff- und Wartungskosten stehen vermiedene Strombezugskosten, die Vergütung für eingespeisten Strom und – bei BAFA-Zulassung nach KWKG – der KWK-Zuschlag gegenüber. Ein BHKW mit höherem Anschaffungspreis, aber vielen Volllaststunden und hohem Strom-Eigenverbrauch kann deshalb unter dem Strich günstiger fahren als ein billigeres Gerät, das oft stillsteht. Wie Sie diese Rechnung aufstellen, zeigt unser Ratgeber zur Wirtschaftlichkeit von BHKW.
Für wen lohnt sich ein BHKW? BHKW sind in industriellen Anwendungen weit verbreitet, hier werden die Vorteile schon lange genutzt.… weiterlesen




