BHKW Wirtschaftlichkeit

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Wirtschaftlichkeit eines Blockheizkraftwerk

Wirtschaftlichkeit BHKW
Wirtschaftlichkeit BHKW © W Foto, fotolia.com

Die Wirtschaftlichkeit von Blockheizkraftwerken erscheint auf den ersten Blick klar: Schließlich wird der Brennstoff besonders effizient ausgenutzt und Strom und Wärme gleichzeitig produziert.

Ganz so trivial ist es aber nicht. Es ist im Gegenteil sogar ziemlich aufwendig und komplex, die Wirtschaftlichkeit eines BHKW zu berechnen. Sie hängt von vielen Faktoren ab. Ein ganz wesentlicher Faktor ist die Auslegung des BHKW, die darüber entscheidet, wie viel Prozent des Wärmebedarfs durch das BHKW abgedeckt wird und wie viel Strom dabei anfällt.

Gegenüberstellung von Kosten und Erträgen

Wie immer ist die einfachste Möglichkeit, eine Abschätzung der Wirtschaftlichkeit eines BHKW vorzunehmen, natürlich die Berechnung: Was kostet das BHKW, wie viel bringt es ein, ist das Ergebnis positiv bzw. nach wie viel Jahren ist das Ergebnis positiv?

Kostenfaktoren

Dazu sollten also in einem ersten Schritt die folgenden Kosten betrachtet werden:

  • Investitionskosten – berücksichtigt werden hierbei:
    • Anschaffungskosten für das BHKW-Modul,
    • Kosten für Montage und Inbetriebnahme,
    • anfallende Kosten für Umbaumaßnahmen des Aufstellorts, zum Beispiel ein ggf. notwendiges Fundament, ein Tank für Öl oder Flüssiggas, eine neue Abgasleitung,
    • Anschlusskosten an das Stromnetz,
    • Kosten für zusätzliche Stromzähler,
    • Kosten für einen Pufferspeicher und ggf. Kosten für einen zusätzlichen Stromspeicher.
  • Finanzierungskosten – Aus den genannten Investitionskosten kann dann die jährliche Belastung berechnet werden. Wird das BHKW über Kreditmittel finanziert, sind neben den Zinsen auch die Anteile zur Tilgung des Kredits zu betrachten. Wird das BHKW dagegen aus Eigenmitteln finanziert, müssen hier die entgangenen Zinseinnahmen berücksichtigt werden. Auf der anderen Seite dürfen natürlich Zuschüsse und Fördermittel gegengerechnet werden.
  • Wartungs- und Reparaturkosten – Sie sollten für den Zeitraum eines Jahres abgeschätzt werden. Das fällt natürlich besonders leicht, wenn ein Wartungsvertrag abgeschlossen wurde. In diese Kategorie fallen auch die Kosten für den Schornsteinfeger oder eventuelle Versicherungskosten.
  • Brennstoffkosten – Dieser Posten hängt von mehreren Faktoren ab: einerseits von der Art des Brennstoffs, aber auch von der Größe des BHKW und den jährlichen Betriebsstunden des BHKW. Gegebenenfalls fallen zusätzliche Brennstoffkosten für einen Spitzenlastkessel an. Außerdem können Bezugskosten für zusätzlichen Strom anfallen.

Anmerkung: Sowohl die jährlichen Investitionskosten wie die Finanzierungskosten hängen von der Abschreibungsdauer ab. Der Einfachheit halber sollten zehn Jahre angenommen werden – für eine erste Abschätzung reicht dies.

Andererseits werden Unternehmen und Gewerbebetriebe unter Umständen nur mit einer fünfjährigen Abschreibungsdauer rechnen. Bei privaten Nutzern wiederum kann das BHKW gut und gerne fünfzehn bis zwanzig Jahre seine Dienste tun.

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Einnahmeposten

Auf der anderen Seite der Rechnung stehen natürlich die Einnahmen beziehungsweise Ersparnisse, die sich durch das BHKW ergeben. Folgende Posten fallen an:

  • Einspeisevergütung für Strom – die Höhe variiert, je nachdem, ob der Strom nach EEG oder dem KWK-Gesetz vergütet wird.
  • Vergütung für selbst genutzten Strom
  • Erlöse durch Stromverkauf – Jeder Betreiber eines BHKW kann seinen produzierten Strom auch direkt an Dritte weiterverkaufen. Dafür gibt es natürlich keine Einspeisevergütung, je nach Höhe des erzielten Erlöses lohnt es sich aber. Der Stromverkauf bietet sich zum Beispiel in Mehrfamilienhäusern, Reihenhauszeilen oder Anlagen der Wohnwirtschaft an.
  • Rückerstattung der Energiesteuer
  • Einsparung der Stromsteuer
  • eingesparte Stromkosten

Entscheidungsunterstützung

Durch diese Gegenüberstellung der Kosten und Erträge zeigt sich auf einen Blick, ob ein BHKW rentabel ist. Auch lässt sich schnell die Amortisationszeit abschätzen. Um jedoch eine belastbare Entscheidung für oder gegen ein BHKW zu treffen, sollte ebenso die Wirtschaftlichkeit der Alternativen (Gas- oder Ölkessel, Wärmepumpen, Solarthermie) betrachtet werden.

Tipp: Allgemein geht man davon aus, dass ein BHKW ab einer jährlichen Betriebsdauer von 4500 bis 5000 Stunden wirtschaftlich sein kann. Ein BHKW sollte daher keinesfalls zu groß dimensioniert sein, sonst können diese Laufzeiten nicht erreicht werden. Außerdem sind bei kleineren Anlagen nur wärmegeführte BHKW wirtschaftlich zu betreiben. Man orientiert sich also am Wärmebedarf und nicht am Strombedarf. Bei Strom erzeugenden Heizungen wird dies konsequent umgesetzt, hier wird der erzeugte Strom quasi als angenehmes Nebenprodukt betrachtet.
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