Brennstoffe, mit denen ein BHKW betrieben werden kann
Die Auswahl an Brennstoffen, die für den Betrieb eines Blockheizkraftwerks geeignet sind, ist mindestens ebenso groß wie die verschiedenen Antriebsvarianten. Blockheizkraftwerke können sowohl mit fossilen als auch mit regenerativen Energien betrieben werden.
Das Wichtigste in Kürze
- BHKW laufen mit fossilen Brennstoffen wie Erdgas, Heizöl und Flüssiggas oder mit erneuerbaren wie Biogas, Pflanzenöl, Pellets und Holzgas.
- Fossile Brennstoffe verteuern sich durch den CO2-Preis; die 65-Prozent-Vorgabe für neue Heizungen ist seit dem 29. Juli 2026 entfallen.
- Erdgas ist am einfachsten verfügbar – mit Biomethan lässt sich ein Gas-BHKW bilanziell erneuerbar betreiben.

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Fossile Energien
Zu den fossilen Energien gehören neben Heizöl, Dieselkraftstoff oder Benzin auch Erdgas und Flüssiggas. Für solche Brennstoffe kann beim Hauptzollamt eine teilweise Entlastung von der Energiesteuer beantragt werden, wenn das BHKW einen Monats- oder Jahresnutzungsgrad von mindestens 70 Prozent erreicht und der erzeugte Strom nicht zugleich stromsteuerfrei ist (§ 53a Energiesteuergesetz) – beim Erdgas sind das zum Beispiel 4,42 Euro je Megawattstunde. Die frühere vollständige Steuerentlastung für hocheffiziente BHKW ist zum Jahresbeginn 2024 entfallen.
Heizöl
Heizöl – ein Erdölprodukt, ist einer der klassischen Energieträger in vielen deutschen Haushalten. Daher ist oft auch noch der notwendige Tank vorhanden. Gerade für nachträgliche Einbauten bei der Umrüstung auf eine andere Heizung bietet sich Heizöl daher als Treibstoff für das BHKW an. Vor allem BHKW mit Diesel- oder Stirlingmotor lassen sich mit leichtem Heizöl betreiben; Ottomotoren sind dagegen auf gasförmige Brennstoffe ausgelegt.
Der Heizwert von Heizöl ist sehr gut, und viele BHKW werden seit Jahren mit Heizöl betrieben. Die Nachteile von Heizöl als Brennstoff gelten allerdings auch bei dem Betrieb eines BHKW: Hier ist vor allem die unsichere Preisentwicklung zu nennen. Außerdem ist Heizöl als fossiler Brennstoff nicht mehr zukunftsgerichtet: Der CO2-Preis verteuert ihn zusätzlich, und für neu in Bestandsgebäude eingebaute Öl-Heizungen steigt ab 2029 der vorgeschriebene Anteil klimafreundlicherer Brennstoffe (siehe unten).
Aber auch der erhöhte Wartungsbedarf von BHKW-Motoren, die mit Heizöl laufen, sollte bedacht werden.

Erdgas
Erdgas – ein weit verbreiteter fossiler Brennstoff mit einer ganzen Anzahl von Vorteilen. Die Infrastruktur zur Versorgung mit Erdgas ist gut ausgebaut. Da Erdgas über Leitungen zu den Verbrauchsstellen transportiert wird, ist auch kein Tank notwendig. Zudem ist der Heizwert ähnlich gut wie bei Heizöl.
Erdgas verbrennt in dafür ausgelegten BHKW sehr sauber und ist für viele gängige Gas-BHKW-Antriebe geeignet. Allerdings ist auch Erdgas als fossiler Brennstoff begrenzt und unterliegt dem CO2-Preis. Ein Vorteil: Über einen Liefervertrag für Biomethan lässt sich ein Erdgas-BHKW bilanziell mit erneuerbarem Gas betreiben, ohne dass die Technik umgerüstet werden muss.
Flüssiggas
Flüssiggas – bietet sich als Alternative zu Erdgas immer dann an, wenn kein Gasanschluss im Haus vorhanden ist und auch keiner gelegt werden kann. Flüssiggas hat bezogen auf das Gewicht einen etwas höheren Heizwert als Heizöl (rund 12,9 gegenüber rund 11,8 Kilowattstunden je Kilogramm) und liegt damit etwa auf dem Niveau von Erdgas; es eignet sich ebenfalls für gängige Gas-BHKW-Antriebe. Ein Plus gegenüber Heizöl ist auch die geringere Wartungsintensität eines mit Flüssiggas betriebenen Blockheizkraftwerks.
Allerdings ist Flüssiggas teurer als Heizöl oder Erdgas und vor allem ist auch bei Flüssiggas ein Tank notwendig. Außerdem ist auch Flüssiggas ein fossiler Brennstoff und damit nicht zukunftsgerichtet.
Regenerative Energien
Auch hier ist die Auswahl für Blockheizkraftwerke sehr groß. Wird regenerative Energie aus Biomasse zum Betrieb des BHKW eingesetzt, kann für den eingespeisten Strom eine Vergütung nach dem EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) infrage kommen – als Alternative zum KWK-Zuschlag. Einen Überblick gibt der Beitrag zu den BHKW-Fördermitteln.
Biogas
Biogas – hierunter wird nicht nur Gas verstanden, das aus der Vergärung von Biomasse entsteht. Auch Klärgas oder Deponiegas werden häufig unter dem Begriff Biogas genannt. Sie enthalten ebenso wie Biogas in erster Linie Methan.
Während Klärgas und Deponiegas häufig direkt am Ort der Entstehung für BHKW genutzt werden, wird aufbereitetes Biogas als Biomethan mittlerweile auch von manchen Energieversorgern über die vorhandenen Gasleitungen geliefert und ist dann auch für Mikro-BHKW erhältlich.
Pflanzenöl
Pflanzenöl – gilt als rechnerisch weitgehend CO2-neutrale Alternative zu Heizöl, weil beim Verbrennen nur das CO2 frei wird, das die Pflanzen zuvor gebunden haben. Notwendig ist ein dafür ausgelegtes BHKW mit Dieselmotor, weil Pflanzenöle andere Verbrennungs- und Fließeigenschaften als Heizöl haben. Pflanzenöle, die in unseren Breiten meist aus Raps gewonnen werden, sind allerdings in die Kritik geraten.
Die Anbauflächen können nicht zum Anbau von Lebensmitteln genutzt werden und in Asien, Afrika und Lateinamerika kommt es zu Rodungen, um entsprechende Anbauflächen für Soja- oder Palmölpflanzen zu schaffen. Von Nachhaltigkeit kann also kaum die Rede sein.
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Pellets
Pellets – Pellets werden aus Sägemehl und anderen Holzabfällen gepresst und gelten als nachwachsender, bei nachhaltiger Herstellung weitgehend CO2-neutraler Rohstoff. Das Angebot an Pellet-BHKW für den Privatbereich ist allerdings bis heute sehr überschaubar geblieben: Nach der Insolvenz des Pioniers Sunmachine bietet vor allem der Pelletkessel-Hersteller ÖkoFEN serienreife Geräte an, bei denen ein Stirlingmotor im Pelletkessel eine kleine elektrische Leistung von deutlich unter zwei Kilowatt erzeugt.
Holz
Holz – wird als Scheitholz oder als Hackschnitzel für BHKW verwendet. Genutzt wird hierbei Holzgas, das erst aus dem Holz produziert wird. Daher ist der Brennstoff vor allem bei großen Blockheizkraftwerken im Einsatz.

Geeignete Antriebe für Holzgas sind Verbrennungsmotoren und Gasturbinen. Bei der Nutzung von Holzgas ist auch mit einem höheren Wartungsaufwand zu rechnen.
Brennstoffe für BHKW im Überblick
| Brennstoff | Stärken | Schwächen |
|---|---|---|
| Erdgas | kein Tank nötig, saubere Verbrennung, breite Geräteauswahl | fossil, CO2-Preis, Gasanschluss nötig |
| Heizöl | Tank oft vorhanden, hoher Heizwert, lange bewährt | fossil, CO2-Preis, höherer Wartungsbedarf des Motors |
| Flüssiggas | unabhängig vom Gasnetz, wartungsärmer als Heizöl | fossil, CO2-Preis, eigener oder gemieteter Tank nötig, meist teurer |
| Biogas / Klärgas / Deponiegas | erneuerbar; bei erfüllten Nachhaltigkeits-/Nachweisvorgaben ohne CO2-Abgabe; EEG-Vergütung möglich | meist an den Entstehungsort oder einen Liefervertrag gebunden |
| Pflanzenöl | erneuerbar, für geeignete Dieselmotoren nutzbar | Flächenkonkurrenz zum Lebensmittelanbau, Nachhaltigkeit umstritten |
| Pellets / Holz (Holzgas) | erneuerbar, regional verfügbarer Brennstoff | sehr kleines Geräteangebot bei Pellets; Holzgas eher für große Anlagen, mehr Wartung |
Brennstoffwahl: Was für neue BHKW gilt
Die früheren Übergangsfristen zur 65-Prozent-Vorgabe sind gegenstandslos: Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), die Vorgabe ist entfallen. Die kommunale Wärmeplanung läuft unabhängig davon weiter. Ein rein mit Erdgas, Heizöl oder Flüssiggas betriebenes BHKW ist damit wieder ohne Nachweis erneuerbarer Energien möglich. Für Gas-, Öl- und Flüssiggasanlagen, die seither neu in ein Bestandsgebäude eingebaut werden, steigt allerdings ab 2029 der vorgeschriebene Anteil klimafreundlicherer Brennstoffe. Zukunftssicher planen lässt sich deshalb vor allem mit überwiegend erneuerbaren Brennstoffen wie Biomethan, Biogas oder Holz – oder mit dem BHKW als Baustein einer Hybridlösung. Bereits laufende Anlagen genießen Bestandsschutz.
Welcher Brennstoff passt zu Ihrem BHKW?
1. Liegt ein Gasanschluss am Haus – oder lässt er sich legen?
2. Fällt bei Ihnen Biomasse an – etwa in Landwirtschaft, Kläranlage oder Holzverarbeitung?
3. Soll das BHKW als neue Heizung in ein Bestandsgebäude einziehen?
Preisentwicklung Brennstoffe

Entwicklung verschiedener Brennstoffe im Vergleich, Bildquelle: C.A.R.M.E.N. e.V.
Bei der künftigen Preisentwicklung spielt neben Angebot und Nachfrage auch der CO2-Preis eine wichtige Rolle: Für fossile Brennstoffe wie Heizöl, Erdgas und Flüssiggas wird beim Verheizen eine Abgabe im nationalen Emissionshandel fällig. 2026 werden die Emissionszertifikate erstmals versteigert – in einem Preiskorridor von 55 bis 65 Euro je Tonne CO2. Das verteuert fossile Brennstoffe dauerhaft; Biomasse-Brennstoffe wie Pellets, Scheitholz, Biogas oder Biomethan werden bei erfüllten Nachhaltigkeits- und Nachweisvorgaben im nationalen Emissionshandel grundsätzlich mit Emissionsfaktor null behandelt.
Blockheizkraftwerke, die nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten, produzieren gleichzeitig Wärme und Strom. Sie sind weit verbreitet und etabliert, vor… weiterlesen



