Häufige Fragen zu Blockheizkraftwerken
Das Wichtigste in Kürze
- Ein BHKW lohnt sich vor allem bei hohem, möglichst ganzjährigem Wärme- und Strombedarf – im sehr gut gedämmten Haus fehlen die Betriebsstunden.
- Formalitäten und mögliche Ansprüche klären: Marktstammdatenregister und Netzbetreiber; BAFA-Zulassung, falls der KWK-Zuschlag genutzt werden soll; Energiesteuerentlastung beim Hauptzollamt.
- Für neue BHKW gilt seit Juli 2026 das GModG: keine feste Erneuerbaren-Quote mehr – mit Biomethan, Biogas oder einer Hybridlösung bleibt man dennoch auf der sicheren Seite.

Wir haben häufige Fragen zu Blockheizkraftwerken zusammengefasst.
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- Was genau meint Kraft-Wärme-Kopplung?
- Wie wird der Wirkungsgrad eines BHKW berechnet?
- Was ist netzgeführtes BHKW?
- Wie schnell amortisiert sich ein BHKW?
- Lohnt sich ein BHKW für ein Einfamilienhaus?
- Ist ein BHKW als Ersatz für eine alte Heizung geeignet?
- Was ist Contracting und lohnt sich Contracting für ein BHKW?
- Braucht man eine Genehmigung für die Aufstellung eines BHKW?
- Ist ein BHKW nicht zu laut für ein Einfamilienhaus?
- Welcher Brennstoff ist am besten für ein BHKW?
- Mit welchen Formalitäten ist bei der Installation eines BHKW zu rechnen?
- Welche Brennstoff-Vorgaben gelten für ein neues BHKW?
Was genau meint Kraft-Wärme-Kopplung?
Mit der Kraft-Wärme-Kopplung wird bei Nutzung der Primärenergie gleichzeitig Strom (Kraft) und Wärme produziert. Die Idee dafür ist in großen Kraftwerken entstanden, in denen zentral Strom produziert wurde. Konventionelle Kraftwerke setzen je nach Technik grob 35 bis 60 Prozent der Brennstoffenergie in Strom um; der Rest fällt überwiegend als Abwärme an. Wird nun die bei der Stromproduktion entstehende Abwärme auch genutzt, sind die Verluste nur noch sehr gering, nämlich rund zehn Prozent. Und der Name ergibt sich aus der gekoppelten Erzeugung von Strom und Wärme.

Wie wird der Wirkungsgrad eines BHKW berechnet?
Der Wirkungsgrad bedeutet zunächst grundsätzlich, wie viel Prozent des Energiegehalts des zugeführten Brennstoffs in Strom und Wärme umgesetzt werden. Bei der Berechnung des Wirkungsgrads eines Blockheizkraftwerks werden zwei Wirkungsgrade addiert. Dabei wird unter anderem die elektrische Leistung in kWel angegeben; der elektrische Wirkungsgrad selbst ist aber ein Prozentwert.
Hinzu kommt die thermische Leistung in kWth; der thermische Wirkungsgrad selbst ist ebenfalls ein Prozentwert. Leistung und Wirkungsgrad hängen sowohl vom Motor als auch von der Größe des BHKW ab. Typische Motor-BHKW erreichen elektrisch etwa 30 bis 40 Prozent, thermisch etwa 45 bis 60 Prozent; der Gesamtwirkungsgrad liegt häufig bei etwa 80 bis 90 Prozent, bei günstiger Auslegung auch darüber.

Was ist ein netzgeführtes BHKW?
Netzgeführte BHKW werden vom Energieversorgungsunternehmen zentral gesteuert. Der Begriff hat also nichts mit den ähnlichen Begriffen wärme- oder stromgeführt zu tun. Es geht nicht um die Betriebsweise, sondern vielmehr um die Betriebsart. Netzgeführte BHKW werden vom Energieversorger zu einem virtuellen Netzwerk zusammengeschlossen.
Alternativen zur Netzführung sind der sogenannte Inselbetrieb oder der Betrieb als Notstromaggregat. Der große Vorteil von netzgeführten BHKW ist die dezentrale Erzeugung der Elektrizität und die Flexibilität bei der Zuschaltung. Gerade bei den Schwankungen durch erneuerbare Energien können netzgeführte BHKW zur notwendigen Stabilität bei der Stromversorgung beitragen.
Wärmegeführt, stromgeführt, netzgeführt – was ist was?
1Wärmegeführt
Das BHKW richtet seinen Betrieb nach dem Wärmebedarf des Gebäudes – der Standard bei kleinen Anlagen. Der Strom entsteht als Nebenprodukt und wird selbst genutzt oder eingespeist.
2Stromgeführt
Der Strombedarf gibt den Takt vor. Überschüssige Wärme muss in den Pufferspeicher oder bleibt ungenutzt – deshalb nur sinnvoll, wo Strom im Vordergrund steht.
3Netzgeführt
Der Energieversorger steuert das BHKW von außen und bündelt viele Anlagen zu einem virtuellen Kraftwerk. Es geht also um die Betriebsart – nicht darum, wonach sich die Leistung richtet.
4Inselbetrieb und Notstrom
Das BHKW läuft unabhängig vom öffentlichen Netz – etwa in abgelegenen Gebäuden – oder springt bei Stromausfall als Notstromversorgung ein.
Wärme- oder stromgeführt beschreibt, wonach sich das BHKW richtet – netzgeführt beschreibt, wer es steuert.
Wie schnell amortisiert sich ein BHKW?
Die Amortisationszeit wird berechnet, indem man die Investitionskosten durch die jährlichen Einsparungen teilt, die sich durch das BHKW im Vergleich mit der herkömmlichen Heizung ergeben. Unter günstigen Bedingungen – etwa in größeren Objekten mit hohen Laufzeiten, wenn das BHKW nur die Grundlast abdeckt – sind Werte unter zehn Jahren erreichbar; bei kleinen Anlagen im Ein- oder Zweifamilienhaus dauert es häufig deutlich länger. Entscheidend sind dabei vor allem die Kosten des BHKW und die Strompreisentwicklung.

Lohnt sich ein BHKW für ein Einfamilienhaus?

Ein Blockheizkraftwerk kann sich unter passenden Bedingungen auch für ein Einfamilienhaus lohnen. Das hängt unter anderem von der Größe der zu beheizenden Fläche, also dem Wärmebedarf, ab. Durch die Möglichkeit, den produzierten Strom ins öffentliche Netz einzuspeisen und hierfür eine Vergütung zu beziehen, kann ein BHKW eine attraktive Möglichkeit auch für ein Einfamilienhaus darstellen.

Außerdem haben sich die Hersteller mit immer kleineren BHKW auf die Anforderungen, die bei einem Einsatz in einem Ein- oder Zweifamilienhaus entstehen, eingestellt. Ein großes Aber sollte dennoch berücksichtigt werden: In einem gut gedämmten Einfamilienhaus oder gar in einem Niedrigenergiehaus wird ein BHKW, auch ein Nano-BHKW, kaum auf die nötigen Betriebsstunden kommen und eher nicht wirtschaftlich sein. Eine Überlegung wert ist dann aber, sich mit den Nachbarn zusammenzutun und gemeinsam ein BHKW zu betreiben.


Ist ein BHKW als Ersatz für eine alte Heizung geeignet?
Ein BHKW kann als Alternative geprüft werden, wenn nur die Heizung saniert wird und keine anderen Maßnahmen geplant sind. Gerade wenn der Bedarf an Wärme gleichmäßig hoch ist, kann ein BHKW wirtschaftlich betrieben werden.
In diesem Fall kann dann sogar der alte Heizkessel als sogenannter Spitzenlastkessel eingesetzt werden, der zugeschaltet wird, wenn der Bedarf an Wärme vom BHKW allein nicht gedeckt werden kann. BHKW sollten nicht überdimensioniert werden, das mindert die Wirtschaftlichkeit. Ein Nano-BHKW ist allerdings für den monovalenten Betrieb ausgelegt, d.h. es läuft gleichmäßig, die übrige Wärme wird Pufferspeichern zugeführt.
Was ist Contracting und lohnt sich Contracting für ein BHKW?
Contracting ist letztlich nur eine besondere Art der Vermietung: Der jeweilige Anbieter betreibt dann das BHKW, etwa in einem Betrieb, Krankenhaus oder auch in der Wohnungswirtschaft. Er kümmert sich dabei um alles: Investition, Wartung, Brennstoffe, Schornsteinfeger und so weiter.
Dafür zahlen die Nutzer wie bisher bestimmte Beträge für Wärme und Strom, die im Vertrag festgelegt werden. Ob das Blockheizkraftwerk nach Ablauf des Vertrags übernommen werden kann, hängt vom konkreten Contracting-Vertrag ab; Laufzeit, Restwert und Rückbau sollten ausdrücklich geregelt sein. Ist die Übernahme vereinbart, kann der Kunde das BHKW anschließend weiter nutzen, ohne vorher investiert zu haben.
Contracting wird inzwischen nicht nur für Mini-BHKW, sondern auch für Mikro-BHKW angeboten. Für den Contracting-Nehmer kann sich BHKW-Contracting lohnen, wenn die vertraglich geregelten Wärme- und Strompreise über die Laufzeit günstiger sind als Kauf, Finanzierung und Eigenbetrieb. Der Hauptvorteil liegt meist darin, dass keine eigene Anfangsinvestition nötig ist; Preisgleitklauseln und Laufzeit sollten deshalb genau geprüft werden.
BHKW-Contracting: Was dafür und was dagegen spricht
Vorteile
- Keine eigene Investition – die Liquidität bleibt frei
- Betrieb, Wartung, Brennstoff und Schornsteinfeger übernimmt der Anbieter
- Planbare Kosten für Wärme und Strom über die Vertragslaufzeit
- Übernahme nach Vertragsende kann vereinbart werden – Bedingungen im Vertrag prüfen
Nachteile
- Lange Vertragsbindung von üblicherweise zehn bis zwanzig Jahren
- Der Komfort ist eingepreist – über die Laufzeit zahlt man die Investition des Anbieters mit
- Preisanpassungsklauseln im Vertrag genau prüfen
- Weniger Einfluss auf Gerätewahl und Betriebsführung
Braucht man eine Genehmigung für die Aufstellung eines BHKW?
Für kleine BHKW im Wohngebäude ist in der Regel keine immissionsschutzrechtliche Genehmigung erforderlich – genehmigungsbedürftig werden Verbrennungsmotoranlagen erst ab 1 Megawatt Feuerungswärmeleistung; je nach Bundesland können zusätzlich baurechtliche Anforderungen gelten. Für jedes BHKW gilt aber: Der Bezirksschornsteinfeger muss die Abgasanlage abnehmen, eine netzparallel betriebene Anlage muss im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur registriert und beim Netzbetreiber angemeldet werden. Für den KWK-Zuschlag kommt die Zulassung durch das BAFA hinzu – bei kleineren Anlagen bis 50 kW elektrischer Leistung als vereinfachtes elektronisches Anzeigeverfahren.
Ist ein BHKW nicht zu laut für ein Einfamilienhaus?
In einem Einfamilienhaus kommt ja eher ein Mikro- beziehungsweise Nano-BHKW zum Einsatz. Viele kleine BHKW sind schallgedämmt; ob sie für den Einsatz in einem Einfamilienhaus geeignet sind, hängt aber von Gerät, Aufstellraum und Schallschutz ab.
In einem geschlossenen Heizungskeller dürfte der Betrieb nicht stören. Die Geräuschentwicklung von rund 58 dB (A) entspricht ungefähr der einer (älteren) Geschirrspülmaschine. Möglich sind aber auch zusätzliche Schallschutzmaßnahmen wie Schallhauben oder Schalldämpfer.
Welcher Brennstoff ist am besten für ein BHKW?
Das kann man einfach nicht pauschal beantworten. Ideal ist Gas zum Beispiel, wenn sowieso ein Gasanschluss vor Ort liegt. Ist bereits ein Heizöl-Tank vorhanden, kann das BHKW mit Heizöl betrieben werden. Zukunftssicher sind vor allem erneuerbare Brennstoffe wie Biogas, Biomethan oder Pflanzenöl – auch mit Blick auf die ab 2029 steigenden Brennstoffanteile für fossile Anlagen (siehe unten). Wie die Förderung aktuell aussieht, bündelt der Beitrag zu den BHKW-Fördermitteln.
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Mit welchen Formalitäten ist bei der Installation eines BHKW zu rechnen?
Vor der Installation eines BHKW sind mehrere Formalitäten zu klären. Diese kurze Checkliste zeigt die wichtigsten Prüfpunkte:
- Genehmigung des BHKW beim Bauamt – Eine Genehmigung ist zwar nur erforderlich für große Anlagen. Das BHKW muss aber im Rahmen des Baurechts in einigen Ländern beantragt werden, wenn es auch vereinfachte Anträge gibt.
- Immissionsschutzrechtliche Genehmigung – bei typischen Gas- oder Heizöl-BHKW meist erst ab 1 MW Feuerungswärmeleistung; Brennstoff- und Landesdetails prüfen.
- Schornstein bzw. Abgasanlage – muss beim zuständigen Bezirksschornsteinfeger gemeldet werden und von diesem abgenommen werden.
- BAFA-Zulassung beantragen, wenn der KWK-Zuschlag genutzt werden soll; bei geeigneten Anlagen bis einschließlich 50 kWel über das elektronische Anzeigeverfahren.
- KfW-Förderung nur prüfen, wenn die konkrete Anlage förderfähig ist; Zuschuss- oder Kreditanträge grundsätzlich vor Vorhabensbeginn stellen.
- Meldung an den Netzbetreiber über das BHKW – (Achtung, der Netzbetreiber ist nicht gleich Energieversorgungsunternehmen).
- Registrierung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur – Pflicht für netzgekoppelte stromerzeugende Anlagen.
- Antrag an den Netzbetreiber zur Stromeinspeisung .
- Antrag auf teilweise Energiesteuerentlastung beim Hauptzollamt – Regelfall ist der Antrag für das abgelaufene Kalenderjahr; Frist im Einzelfall prüfen.
- Steuerliche Absetzbarkeit vorab steuerlich prüfen; Steuerbonus und Förderung sind in der Regel nicht kombinierbar.
Welche Brennstoff-Vorgaben gelten für ein neues BHKW?
Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) anstelle des früheren Gebäudeenergiegesetzes (GEG): Die feste 65-Prozent-Erneuerbaren-Vorgabe für neue Heizungen ist entfallen, die Heizungsart kann wieder frei gewählt werden. Ein rein mit Erdgas oder Heizöl betriebenes BHKW ist damit wieder zulässig. Wird es nach dem 29. Juli 2026 in ein bestehendes Gebäude eingebaut, muss es ab 2029 allerdings einen steigenden Anteil klimafreundlicherer Brennstoffe nutzen – erfüllbar etwa mit Biomethan oder Biogas oder als Baustein einer Hybridlösung. Bereits laufende Anlagen genießen Bestandsschutz. Die Zusammenhänge im Überblick erklärt der Beitrag zu den BHKW-Grundlagen.
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