BHKW Fördermittel

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Fördermittel für Blockheizkraftwerke (Stand 2016)

Fördermittel
Fördermittel © Doc Rabe, fotolia.com

Blockheizkraftwerke nutzen anerkanntermaßen die Primärenergie besonders effizient. Deshalb werden Investitionen in BHKW auch in vielfältiger Weise durch Fördermittel unterstützt.

KWK Gesetz

Nach dem „Gesetz für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung“ erhalten Betreiber eines Blockheizkraftwerks für den produzierten Strom einen Zuschlag. Dieser wird beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragt. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass das BHKW bei der BAFA zugelassen wurde.

Fördermittel BAFAFür kleinere, in Serie hergestellte BHKW bis zu 2 MWel reicht es, wenn innerhalb von vier Wochen nach Inbetriebnahme diese dem BAFA angezeigt wird. Gezahlt wird der Zuschlag nicht vom BAFA, sondern vom jeweiligen Netzbetreiber, in dessen Netz der Strom eingespeist wird.

Am 01.01.2015 ist die Novelle zum KWK-Gesetz, die Mini-KWK-Richtlinie, in Kraft getreten. Dessen Bestimmungen gelten für alle Anlagen, für die ab dem 01.01.2015 ein neuer Antrag gestellt wurde. Zu beachten ist hierbei, dass die Anlage noch nicht beauftragt werden durfte, wenn der Förderantrag gestellt wird. Der KWK-Bonus ist festgelegt. Der Baseload-Preis variiert erheblich. 2015 etwa schwankte er in den vier Quartalen zwischen 2,53 und 3,94 Cent Die Vergütung für die vermiedene Netznutzung legt jeder Netzbetreiber selbst fest. Daher ist auch hier die Spannbreite recht groß. Sie bewegt sich zwischen 0,3 und fast 2 Cent. Dementsprechend ist auch die Gesamtvergütung von Quartal zu Quartal verschieden. Gezahlt wird der Zuschlag für zehn Jahre.

Eine weitere größere Änderung trat zum 1. Januar 2016 mit der Modernisierung des KWK-Gesetzes in Kraft. Für einige Regelungen wird allerdings noch eine EU-Genehmigung benötigt. Daher wird zumindest in der Übergangsphase zwischen dem bisher gültigen KWK 2012 und dem neuen KWK 2016 unterschieden. Das BAFA nimmt bereits Anträge entgegen, aber noch keine Bescheide nach dem neuen Gesetz erteilen. Mit der Änderung wird nach Angaben der Bundesregierung zum einen das Fördervolumen für KWK-Anlagen von 750 Millionen auf 1,5 Milliarden Euro erhöht. Zum anderen sollen bestehende Kraftwerke auf „eine besonders CO2-arme Erzeugung durch Gas“ umgestellt werden.

Zuschlag für eingespeisten Strom nach dem KWK 2012

Bezeichnung   Vergütung in Cent pro kWh
durchschnittlicher Baseload-Preis letztes Quartal (04/2015) circa 3,28
KWK-Bonus (bis 50 kWel) 5,41
vermiedene Netzkosten (wechselt je nach Netzbetreiber) circa 0,8
gesamte Vergütung 9,49

Diesen Zuschlag erhalten Betreiber für maximal 10 Jahre ab Inbetriebnahme. Festgelegt ist im Gesetz auch die Alternative, eine einmalige pauschalierte Zahlung für 30 000 Vollbenutzungsstunden zu wählen. Anlagen, die modernisiert werden, erhalten je nach Modernisierungsanteil den Zuschlag. Bei einer Modernisierung, die Kosten von 25 % bis 49 % der Neukosten betragen, wird der Zuschlag für 5 Jahre oder 15 000 Vollbenutzungsstunden gewährt, bei Modernisierungskosten in Höhe von mindestens 50 % der Neukosten wird der volle Zuschlag gezahlt.

Den selbst produzierten Strom zu nutzen ist nach dem KWK 2012 für BHKW-Betreiber deutlich günstiger, als den benötigten Strom zuzukaufen und den selbst produzierten ins Netz zu speisen. Pro kWh ergibt sich bei einem ungefähren Preis von 25 Cent pro kWh ein Vorteil von gut 20 Cent. Dieser Vorteil ergibt sich folgendermaßen:

Netzeinspeisung Kosten in Cent/kWh   Selbstnutzung Kosten in Cent/kWh
KWK-Zuschlag 5,41 5,41
Baseload 3,28  
Netzkosten 0,8  
Strombezugskosten   25
Gesamt 9,49 30,41
Vorteil (Differenz) ca. 20,92
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Betreiber von BHKW, die mit Biomasse betreiben werden, können entscheiden, ob sie die Förderung nach dem KWK-Gesetz oder nach dem Erneuerbare Energien Gesetz in Anspruch nehmen.

Mit der Novelle des Erneuerbare Energien Gesetzes 2014 hat sich auch diese Vergütung Geändert. Sie liegt nun je nach Anlagengröße und Einsatzstoff zwischen 5,85 Cent/kWh für große Anlagen über 20000 kW mit Biomassenutzung und 23,73 für maximal 75 kW-Anlagen mit Biogasnutzung aus Güllevergärung.

Zuschlag für eingespeisten Strom nach dem KWK 2016

Mit der neuen Regelung wurden die Fördersätze deutlich angehoben. Sie betragen nun beispielsweise 8 Cent/kWh für Anlagen bis 50 kWel, 6 Cent/kWh für Anlagen zwischen 50 und 100 kWel und 5 Cent/kWh für Anlagen zwischen 100 und 250 kWel. Allerdings besteht der Anspruch nur noch für den in das allgemeine Stromnetz eingespeisten Strom, nicht mehr für den selbstgenutzten. Ausnahmen bilden kleine Anlagen, für die es 3 bis 4 Cent/kWh Zuschlag gibt. Auch die Förderdauer wurde angepasst: Kleine Anlagen mit bis zu 50 kWel werden 60.000 Vollbenutzungsstunden gefördert, größere wie bisher 30.000 Stunden.

Steuerrechtliche Besonderheiten

  • Energiesteuer – Zusätzlich gibt es für den Betrieb von Blockheizkraftwerken einen steuerlichen Anreiz. Die Energiesteuer wird (allerdings nur auf Antrag) zurückerstattet. Der Antrag wird beim Hauptzollamt gestellt. Voraussetzung ist allerdings, dass das BHKW einen Monats- oder Jahresnutzungsgrad von 70 Prozent aufweist. Dies muss nachgewiesen werden.
  • Umsatzsteuer – Auch hier gibt es einige Regelungen, die für Betreiber von BHKW wichtig sind. Zunächst gilt jeder, der Strom aus dem eigenen BHKW in das öffentliche Netz einspeist, als Unternehmer. Das gilt zum Beispiel auch bei Photovoltaikanlagen. Daraus ergibt sich das Recht zum Vorsteuerabzug. Gleichzeitig muss aber für den eigengenutzten Strom Umsatzsteuer gezahlt werden.

Fördermöglichkeiten nach dem Mini-KWK-Gesetz

Mit der Mini-KWK-Richtlinie verbesserten sich seit dem 1. Januar 2015 für BHKW mit einer elektrischen Leistung von maximal 20 kW elektrisch die Förderkonditionen. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) hat die Förderung nicht nur angehoben, sondern zusätzlich Bonusförderungen für energieeffiziente Mini-KWK-Anlagen eingeführt. Außerdem wurden die Anforderungen hinsichtlich der technischen Umsetzung vereinfacht.

Es wurde ein Investitionszuschuss beschlossen, der sich nach der Höhe der elektrischen Leistung des BHKW richtet. Er wird für Anlagen gewährt, die nach dem 01.01.2015 in sogenannten Bestandsgebäuden installiert werden, Bestandsbauten sind Gebäude, für die ein Bauantrag bereits vor dem 1. Januar 2009 gestellt wurde.

Die Förderung wird als Festbetrag durch nicht rückzahlbare Zuschüsse gewährt. Es kann neben einer Basisförderung auch eine Bonusförderung beantragt werden. Die Höhe des Zuschusses hängt von der elektrischen Leistung der Mini-KWK-Anlage ab.

Die Basisförderung beträgt für Anlagen mit einer elektrischen Leistung bis 1 kW 1.900 Euro, für jedes weitere kW elektrisch bis zu einer Anlagengröße von 4kW 300 Euro, danach bis zu 10 kW elektrisch jeweils 100 Euro und bis zu einer Leistung von 20 kW elektrisch dann jeweils 10 Euro. Damit ergibt sich zum Beispiel für eine Anlage mit 2 kW elektrisch 2.200 Euro, mit 5 kW 2.900 Euro, mit 10 3.400 Euro und mit 20 kW 3.500 Euro Basisförderung.

Hinzu kommt für energieeffiziente Mini-KWK-Anlage eine Bonusförderung, die entweder als Wärmeeffizienz- oder Stromeffizienzbonus gewährt wird.

Der Wärmeeffizienzbonus hat eine Höhe von 25 % auf die Basisförderung. Um diesen Zuschlag zu erhalten, müssen die Mini-KWK-Anlagen mit einem Abgaswärmetauscher zur Brennwertnutzung ausgestattet sein und zudem an ein hydraulisch abgeglichenes Heizungssystem angeschlossen werden.

Die Bonusförderung für die Stromeffizienz liegt bei sogar bei 60 % der Basisförderung. Dazu muss die KWK-Anlage einen besonders hohen elektrischen Wirkungsgrad erzielen, der für Anlagen bis 4 kW bei über 31 %, für Anlagen zwischen 4 und 10 kW elektrisch bei 33 % und Anlagen bis 20 kW elektrisch bei über 35 % liegen muss.

Finanzierungsmöglichkeiten über die KfW

Fördermittel KFW BankFür BHKW sind vor allem die KfW-Programme mit den Nummern 270 und 274 „Erneuerbare Energien – Standard“ interessant. Damit werden zinsgünstige Kredite für die Anschaffung von BHKW gewährt, wenn diese mit nachwachsenden Rohstoffen betrieben werden. Die Zinssätze richten sich nach der Bonität des Antragstellers.

Interessant sind die tilgungsfreien Anfangsjahre. Es werden bis zu 100 Prozent der Investition finanziert, Eigenmittel sind also nicht notwendig. Beantragt werden die Fördermittel der KfW über die Hausbank. Auch im Rahmen anderer Programme kann die Anschaffung eines BHKW gefördert werden. Einige Programme bieten sogar einen Tilgungszuschuss.

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