Strompreise

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Informationen zu den Strompreisen in Deutschland

Strompreise
Strompreise © Gina Sanders, fotolia.com

Die Strompreise in Deutschland zählen europaweit zu den höchsten. Nur in Dänemark ist Strom noch teurer. Die Gründe für die hohen Preise sind vielfältig. Neben sehr hohen Steuern und Abgaben gilt vor allem der nach wie vor relativ geringe Wettbewerb unter den Stromanbietern als einer der Hauptgründe für die hohen Preise. Auch in Zukunft dürften die Preise wohl eher steigen als sinken. Aber es gibt Möglichkeiten, den Preissteigerungen zumindest zum Teil entgegenzuwirken.

Zusammensetzung der Strompreise

Die deutschen Strompreise liegen mehr als 45 Prozent über dem europäischen Durchschnittspreis für Strom. Einen einzelnen Faktor für die hohen Preise auszumachen ist nur schwer möglich. Das liegt vor allem daran, dass sich der Strompreis in Deutschland aus vielen einzelnen Faktoren zusammensetzt.

Zusammensetzung Strompreis
Zusammensetzung der Strompreise, Bildquelle: Agentur für erneuerbare Energien

Der Gesamtpreis für eine Kilowattstunde Strom setzt sich vorrangig aus drei großen Bestandteilen zusammen:

  • Kosten für Energieerzeugung- und Lieferung
  • Netznutzung
  • Steuern, Abgaben und Umlagen

Der Anteil der reinen Stromkosten an den Endverbraucher-Preisen ist vergleichsweise gering. Gleichzeitig ist er der einzige wirklich variable Bestandteil im Strompreis, mit dem die Stromanbieter gleichzeitig ihren Gewinn erwirtschaften müssen.

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Entwicklung der Strompreise

Bereits 1998 hatte die Politik erste Schritte eingeleitet, die zu einer Liberalisierung der Strom-Märkte führen sollten. Mit dem erneuerten Energiewirtschaftsgesetz (EnGW) aus dem Jahr 2005 wurden weitere wichtige Maßnahmen eingeleitet, die zu einem stärkeren Wettbewerb auf dem Strom-Markt und somit zu niedrigeren Preisen für die Verbraucher sorgen sollten.

In der Praxis ist von diesen gewünschten Auswirkungen bislang nicht viel zu spüren. Im Gegenteil. Seit 1998 sind die Strompreise für Privathaushalte regelmäßig zum Jahreswechsel gestiegen. Zu einem gewissen Teil lässt sich dieser Preisanstieg natürlich mit kontinuierlich steigenden Preisen für fossile Energieträger wie Erdöl, Kohle und Gas erklären. Sie spielen in der Stromproduktion nach wie vor eine große Rolle.

Seit Mitte 2008 sind die Börsenpreise für Strom und damit die Einkaufspreise für die Stromversorger aber zum Teil sehr stark zurückgegangen. Die Verbraucherpreise sind dennoch kontinuierlich angestiegen. Kritiker werfen den Stromanbietern vor, auf diese Weise ihre Gewinne zu steigern, statt die günstigeren Konditionen an die Verbraucher weiterzugeben.

Entwicklung Strompreis
Entwicklung der Strompreise, Bildquelle: BDEW

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Möglichkeiten zur Strom Preissenkung

Wie in den vergangenen Jahren dürfte wohl auch in den kommenden Jahren kaum mit sinkenden Strompreisen zu rechnen sein. Nicht zuletzt wegen der starken Koppelung des Strompreises an die Preise für fossile Brennstoffe.

Für die Verbraucher kommen damit eigentlich nur zwei Möglichkeiten in Betracht, um die Stromkosten senken zu können. Zum einen können sie versuchen, möglichst viel Strom zu sparen. Die zweite Möglichkeit besteht darin, regelmäßig die Angebote und Konditionen der Stromanbieter zu vergleichen und gegebenenfalls den aktuellen Anbieter zu wechseln.

Stromtarife mit Preisbindung

Beim Vergleich der verschiedenen Stromanbieter lohnt es sich, vor allem Angebote mit einer langfristigen Preisgarantie zu berücksichtigen. Diese Tarife schützen wenigsten für eine gewisse Zeit vor steigenden Strompreisen. Auf der anderen Seite kann der Verbraucher für den Fall, dass die Preise sinken, von einem Preisrückgang nicht profitieren. Die Strompreise sind jedoch in der Vergangenheit in der Regel gestiegen und nicht gesunken. Daher dürfte dieser Fall auch in Zukunft sehr unwahrscheinlich sein.

Wer sich für einen Vertrag mit Preisgarantie entscheidet, sollte sich in jedem Fall die Vertragskonditionen sehr genau prüfen. Außerdem ist es ratsam, verschiedene Angebote sowie das aktuelle Preisniveau genau miteinander vergleichen. Preissteigerungen durch steigende Abgaben und Steuern werden auch bei diesen Verträgen an den Kunden weitergegeben, sodass der Strom trotz Tarifbindung teurer werden kann. Einen Vergleich sind diese Tarife aber allemal wert.

Flexible Stromtarife

In den nächsten Jahren könnten auch sogenannte flexible Stromtarife interessant werden. Seit 2011 sind Stromanbieter gesetzlich verpflichtet solche Tarife anzubieten. Bei diesen Tarifen wird Strom je nach Tageszeit zu unterschiedlichen Preisen angeboten und die Verbraucher haben die Möglichkeit, zum Beispiel Haushaltsgeräte mit einem hohen Stromverbrauch in den günstigeren Tarifzeiten zu nutzen. Flexible Stromtarife setzen jedoch digitale Stromzähler voraus. Sie sind seit 2010 für Neubauten und Totalsanierungen per Gesetz vorgeschrieben.

Dieses Tarifmodell könnte mit dem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien an der Stromproduktion interessant werden. Auf diese Weise könnten schwankende Stromproduktion und damit schwankende Strompreise effektiv genutzt und ausgeglichen werden.

Flexible Stromtarife
Flexible Stromtarife, Bildquelle: BITKOM-Studie „Smart Grids – Energieversorgung der Zukunft“

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