Inspektion, Wartung und Störanfälligkeit bei Solarthermie-Anlagen
Die Solaranlage läuft – und dann?
Solarthermie-Anlagen sind langlebig: Flachkollektoren erreichen typischerweise 20 bis 30 Jahre Lebensdauer, Vakuumröhrenkollektoren rund 20 bis 25 Jahre – Verschleißteile wie Pumpe, Solarstation und Solarflüssigkeit haben kürzere Austausch-Intervalle. Es kann sich folglich lohnen, bei der Auswahl der Komponenten oder einer Komplettanlage nicht nur auf den Preis zu achten. Je länger die Anlage später Wärme liefert, desto sicherer amortisiert sie sich und kann Erträge über die Investitionen hinaus erwirtschaften.
Das Wichtigste in Kürze
- Solarthermie ist wartungsarm, aber nicht wartungsfrei: jährliche Inspektion plus regelmäßige Fachwartung sichern den Ertrag.
- Kritische Prüfpunkte sind Anlagendruck, Frostschutz und pH-Wert – die Solarflüssigkeit wird je nach Produkt etwa alle fünf bis zehn Jahre getauscht.
- Ein Wartungsvertrag mit dem Installationsbetrieb lohnt sich oft – Konditionen am besten schon beim Kauf aushandeln.

Wie bei allen Gebrauchsgegenständen gilt jedoch auch bei einer Solarthermie-Anlage, dass eine gute Pflege entscheidend dazu beiträgt, wie lange sie ihren Dienst verrichtet. Generell gelten die Anlagen als kaum wartungsbedürftig und sehr störungsarm. Das sollte ihre Besitzer jedoch nicht dazu verleiten, erst tätig zu werden, wenn doch einmal Störungen auftreten. In der Regel wird eine Inspektion im Abstand von jeweils einem Jahr empfohlen. Zu einer umfangreicheren Wartung raten manche Fachleute alle zwei Jahre, andere halten einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren für ausreichend. Die individuelle Entscheidung sollte unter anderem davon abhängen, wie alt die Anlage bereits ist und ob sie in der Vergangenheit Auffälligkeiten oder Leistungseinbrüche gezeigt hat.

Inspektion einer Solarthermie-Anlage
Die erste Inspektion sollte bereits kurze Zeit nach der ersten Inbetriebnahme erfolgen. Haben alle Komponenten ihre Arbeit aufgenommen, zeigt sich meist recht schnell, ob und wo eventueller Bedarf für eine Feinjustierung besteht, um die Anlage möglichst effizient zu betreiben. Darüber hinaus hat diese Inspektion Modellcharakter.
Die protokollierten Werte dienen als Maßstab für zukünftige Messungen und zeigen später im Vergleich schnell auf, an welchen Stellen es, beispielsweise durch Verschleiß, haken könnte. Gleichzeitig überprüfen Sie auf diese Weise, ob die in der Anlagenbeschreibung vorgegebenen Werte in der Praxis auch tatsächlich erreicht werden. Es kann aus Kostengründen ratsam sein, diese erstmalige Überprüfung gleich mit in den Installationsauftrag aufzunehmen.
Bei einer Inspektion gehören vor allem diese Punkte auf die Prüfliste:
Inspektions-Checkliste: Das gehört geprüft
Wartung einer Solarthermie-Anlage
Eine Wartung ist wesentlich umfangreicher als die Inspektion einer Solarthermie-Anlage. Hier werden alle Komponenten einer eingehenden Prüfung unterzogen. Dazu gehören beispielsweise auch die Kollektoren, ihre Befestigung, ihre Abdichtung sowie mögliche Verunreinigungen oder Schäden durch Witterungseinflüsse.

Darüber hinaus sollten im Rahmen einer Wartung alle Fühler, Regler, Dichtungen und Anschlüsse überprüft werden. Auch der Solarspeicher ist entscheidend für die Effizienz des Systems. Für seine Wartung muss gegebenenfalls Rücksprache mit dem Hersteller gehalten werden, sofern mit dem Installateur keine Komplettwartung mitsamt allen Komponenten des Kreislaufs vereinbart wurde.
Wartung in Zahlen
Mögliche Störquellen – und wie man sie abschaltet
Betriebsstörungen der Solarthermie-Anlage sind ärgerlich, da sie neben Reparaturkosten auch entgangene Wärmeerträge bedeuten. Die gute Nachricht: bei guter Pflege sind Störungen selten und in der Regel leicht zu beheben. Trotzdem ist zu bedenken, dass es sich um ein sensibles und komplexes System handelt, bei dem beispielsweise fehlerhafte Temperaturmessungen großen Einfluss auf die Effizienz haben können.
Oftmals sind auch undichte Stellen oder Verstopfungen Schuld an einer nicht mehr einwandfrei funktionierenden Anlage. Mit dem Fortschritt der Technik wurden viele Anlagen so verbraucherfreundlich weiterentwickelt, dass die Fehlerquelle mittels der Informationen auf den Armaturen schnell einzukreisen ist.

Auch wenn es einfach klingt: Beherzigen Sie bei Störungen zunächst die beiden folgenden Tipps, mit denen Sie eine Vielzahl eventuell auftretender Probleme in den Griff bekommen. Zögern Sie bei Unsicherheit jedoch nicht, einen Solar-Fachbetrieb in Ihrer Nähe zu Rate zu ziehen und ihm Ihr Problem möglichst genau zu schildern.
Stillstand im Hochsommer: Stagnation richtig einordnen
Wenn der Speicher voll ist und die Sonne weiter scheint, schaltet die Regelung die Solarpumpe ab – die Anlage geht in Stagnation. Moderne Systeme sind dafür ausgelegt und nehmen dabei in der Regel keinen Schaden. Für die Solarflüssigkeit bedeuten die hohen Stillstandstemperaturen aber Stress: Das Glykol altert schneller, der pH-Wert kann sinken. Nach Sommern mit vielen Stagnationsphasen – etwa nach längerer Abwesenheit – lohnt es sich deshalb, Frostschutz und pH-Wert bei der nächsten Inspektion gezielt prüfen zu lassen. Wichtig ist auch ein intaktes Membranausdehnungsgefäß: Es muss das beim Verdampfen verdrängte Flüssigkeitsvolumen aufnehmen können, damit das Sicherheitsventil nicht anspricht.
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