Checkliste Solarthermie-Anlage
Sie sind sich nicht sicher, ob Sie in eine Solarthermie-Anlage investieren sollen? Oder Sie haben Ihre Entscheidung schon getroffen, sind sich aber unschlüssig über die Art und Dimensionierung der Anlage? Unsere Checkliste zur Solarthermie hilft Ihnen auf den richtigen Weg.
Das Wichtigste in Kürze
- Solarthermie lohnt vor allem bei wenig verschattetem Dach und genug Platz für den Speicher – Statik vorab prüfen lassen.
- Faustregeln: 1 bis 1,5 m² Flachkollektor pro Person fürs Warmwasser, etwa das Doppelte mit Heizungsunterstützung.
- Förderantrag vor Vorhabensbeginn stellen und mehrere Angebote vergleichen – der Preis allein entscheidet nicht.

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Ist eine Solarthermie-Anlage für uns überhaupt sinnvoll?
Die folgenden Punkte können Ihnen diese Frage beantworten:
- Sind wir ausreichend über die Technik und den Nutzen einer Solarthermieanlage informiert?
Im Gegensatz zur Stromerzeugung aus Sonnenkraft, der Photovoltaik, sind die Entscheidungskriterien beim Heizen mithilfe der Sonne vielfältiger. Umso wichtiger ist es, sich im Vorfeld zunächst Gedanken um den Sinn und Zweck einer solchen Investition zu machen. Soll die Anlage lediglich zur Warmwasseraufbereitung, oder auch zur Heizungsunterstützung verwendet werden? Besitzen Sie einen Swimmingpool, der mitgeheizt werden soll? Lässt sich das Solarthermie-System ohne größere Zusatzinvestitionen an Ihr Heizungssystem anbinden? Im Zweifelsfall können alternative Heizungssysteme, insbesondere bei kleineren Immobilien, wirtschaftlicher sein.


- Ist unsere Immobilie geeignet für die Solarthermie?
Für die Beurteilung der Immobilie ist unter anderem entscheidend, ob das Dach für die zusätzliche Last ausgelegt ist – je nach Kollektortyp und Montageart sind das grob 15 bis 30 Kilogramm pro Quadratmeter Kollektorfläche, bei ballastierter Flachdach-Aufständerung deutlich mehr. Dies sollten Sie sich von einem Statiker bestätigen lassen. Steht ohnehin eine Dachsanierung an, sollte diese in einem Zug mit dem Einbau in Angriff genommen werden. Im Keller muss darüber hinaus ausreichend Platz für den Wärmespeicher sein, der sich nach dem jeweiligen Verwendungszweck bemisst.

- Ist unser geplanter Standort geeignet für die Solarthermie?
Eine Solaranlage allein kann in Deutschland über das gesamte Jahr gesehen keinesfalls den kompletten Wärmebedarf des Haushalts decken. Insbesondere im Winter, wenn im Haus besonders viel Wärme benötigt wird, scheint die Sonne seltener. Dem Speicher kommt daher eine Schlüsselrolle zu. Trotzdem schmälert beispielsweise eine Verschattung die Effizienz und sollte vermieden werden. Eine Dachausrichtung nach Süden ist ideal; beim Neigungswinkel gelten rund 30 bis 45 Grad für Warmwasser-Anlagen und steilere 45 bis 60 Grad für Heizungsunterstützung als günstig. - Wie groß sollte unsere Solarthermie-Anlage sein?
Das ist unter anderem davon abhängig, wie viel Platz Ihnen zur Verfügung steht. Pro Person genügen für die reine Warmwasserbereitung rund 1 bis 1,5 Quadratmeter Flachkollektorfläche (Vakuumröhrenkollektoren: entsprechend weniger); damit lassen sich übers Jahr typischerweise 50 bis 65 Prozent des jährlichen Warmwasser-Energiebedarfs decken. Für eine zusätzliche Heizungsunterstützung rechnet man grob mit der doppelten Fläche. Hinzu kommt der Speicher: Üblich sind 60 bis 100 Liter pro Person, eine gängige Faustregel sind rund 80 Liter. Im Falle der Solarthermie sind Normwerte alleine jedoch nicht aussagekräftig genug. Das Ergebnis der Wirtschaftlichkeitsrechnung hängt auch davon ab, wie viel Wärme Sie benötigen und zu welchem Preis Sie sie derzeit beziehen. Lassen Sie sich an Ort und Stelle beraten und berechnen, bei welcher Kollektorfläche das Verhältnis zwischen eingesparten Kosten beim Energieversorger und zusätzlichen Investitionen in die Solarthermie-Anlage am besten ist.

Schnell-Check: Ist Ihr Haus für Solarthermie geeignet?
1. Gibt es eine wenig verschattete Dachfläche – ideal nach Süden, Ost-West funktioniert ebenfalls?
Nein
Eignung fraglich
Ohne sonnige Fläche bleibt der Ertrag gering – Alternativen wie eine Garten-Aufstellung prüfen.
Ergebnis
Ja
Fläche vorhanden
Jetzt zählt der Platz im Haus.
→ Frage 2
2. Ist im Keller oder Technikraum Platz für einen größeren Warmwasser- oder Pufferspeicher?
Nein
Speicherfrage klären
Kompaktere Speicher oder ein anderer Aufstellort können die Lösung sein – Fachbetrieb fragen.
Ergebnis
Ja
Platz reicht
Bleibt die Tragfähigkeit des Dachs.
→ Frage 3
3. Trägt die Dachkonstruktion die zusätzliche Last der Kollektoren?
Unklar
Statik prüfen lassen
Ein Statiker klärt, ob das Dach die Anlage trägt – erst danach beauftragen.
Ergebnis
Ja
Gute Voraussetzungen
Holen Sie mehrere Angebote ein und lassen Sie die Anlage konkret auslegen.
Ergebnis
- Welche Unterlagen benötigen wir?
Ein Grundriss oder Bauplan der Immobilie sollte griffbereit sein. Außerdem helfen Dokumente des Energieversorgers sowie Datenblätter über die im Haus installierte Heizungsanlage und die dazugehörigen Leitungen. - Können wir uns eine Solarthermie-Anlage leisten?
Mit weiter sinkenden Preisen sollten Sie nicht kalkulieren – vor allem die Montagekosten sind zuletzt eher gestiegen. Für einen Vier-Personen-Haushalt sollten Sie inklusive Montage grob mit 5.000 bis 10.000 Euro für eine reine Warmwasser-Anlage rechnen; mit zusätzlicher Heizungsunterstützung sind je nach Kollektortyp, Speichergröße und Einbausituation etwa 9.000 bis 17.000 Euro realistisch. Ein weiterer Kostenfaktor ist der Wärmespeicher. Die Ausgaben bemessen sich hauptsächlich nach der Bauart und der Größe. Lesen Sie das Kapitel Förderung, um zu erfahren, wie Sie sich bei der Finanzierung unter die Arme greifen lassen können. Kümmern Sie sich frühzeitig um den Förderantrag: Für die KfW-Heizungsförderung brauchen Sie zuerst einen Liefer- oder Leistungsvertrag mit Förderklausel; der Antrag muss vor Beginn der Arbeiten vor Ort gestellt sein. - Muss ich die Solarthermie-Anlage genehmigen lassen?
Eine Baugenehmigung ist in der Regel nicht notwendig. Spezifische Auflagen, beispielsweise bei Gebäuden unter Denkmalschutz, müssen jedoch selbstverständlich beachtet werden. Fragen Sie bei Unklarheiten in Ihrem lokalen Bauamt nach, ob Besonderheiten bezüglich des Erscheinungsbildes der Immobilie zu berücksichtigen sind.

Passt Solarthermie zu den gesetzlichen Vorgaben?
Bestehende Heizungen dürfen grundsätzlich weiter betrieben und auch repariert werden. Wird eine neue Heizung eingebaut, gilt seit dem 29. Juli 2026 Wahlfreiheit – die frühere 65-Prozent-Pflicht des § 71 GEG ist entfallen; neue fossile Kessel im Bestand brauchen ab 2029 steigende Brennstoffanteile. Solarthermie kann eine Heizung nur dann komplett ersetzen, wenn sie den Wärmebedarf vollständig deckt – das gelingt in typischen Einfamilienhäusern aber meist nicht. Planen Sie sie deshalb in der Regel als Baustein, etwa zusammen mit Wärmepumpe, Biomasseheizung oder einer passenden Hybridlösung.
Haben Sie sich für die Installation einer Solarthermie-Anlage entschieden, sind weitere Punkte zu beachten:
Kauf und Installation der Solarthermie-Anlage
- Welchen Dienstleister sollen wir wählen?
Der optimale Dienstleister sollte Erfahrung vorweisen, Sie nicht unter Entscheidungsdruck setzen, ausführlich beraten und Alternativen aufzeigen können. Eine gute Erreichbarkeit sowie zusätzliche Angebote wie die spätere Wartung der Anlage sollte er ebenfalls bieten können. Hören Sie sich im Bekanntenkreis oder im Ort um, denn persönliche Empfehlungen sind oftmals gute Entscheidungsgrundlagen. Fragen Sie ruhig nach einem Kontakt zu früheren Kunden, mit denen Sie sich unter vier Augen oder per Telefon austauschen können. Fragen kostet nichts: Holen Sie möglichst mehrere Angebote ein, bevor Sie sich für einen Dienstleister entscheiden. Einen schnellen Einstieg bietet unser Angebotsvergleich für Solar-Fachbetriebe.

- Welches Angebot ist das beste Angebot?
Nicht unbedingt das billigste Angebot. Ist die Aufstellung für Sie verständlich? Beantwortet der Dienstleister Ihre Fragen zum Angebot bereitwillig? Sind alle Posten, die Sie bei der Immobilienbegehung besprochen haben, aufgeführt? Ist eine kurze Einführung nach der Installation im Preis inbegriffen? Ein Fachbetrieb, der seinen Sitz in der Nähe des eigenen Hauses hat, ist im Zweifelsfall schneller bei Ihnen, um Probleme zu lösen oder nötige Wartungen durchzuführen. - Benötige ich eine Versicherung für die Solarthermie-Anlage?
Eine separate Police ist im Gegensatz zur Photovoltaik in der Regel nicht nötig. Fragen Sie bei Ihrer Versicherung nach, ob die Anlage in die Wohngebäudeversicherung einbezogen ist. Eventuell müssen Sie die Versicherungssumme anpassen. Spezielle Solarthermie-Versicherungen können nötig werden, wenn die Anlage nicht auf oder an der Immobilie, sondern etwa im Garten aufgestellt wurde.

Vom Interesse zur Anlage: die richtige Reihenfolge
| Phase | Schritt | Warum wichtig |
|---|---|---|
| Zuerst | Wärmebedarf und Einsatzzweck klären (nur Warmwasser oder auch Heizung) | bestimmt Größe, Technik und Speicher |
| Früh | Statik und Dachzustand prüfen lassen | Nachrüsten am fertigen Dach wird teuer |
| Vor Arbeitsbeginn | Förderantrag stellen – Vertrag vorher nur mit Förderklausel | ohne Antrag vor Vorhaben-/Arbeitsbeginn entfällt der Zuschuss |
| Auswahl | Mehrere Angebote vergleichen | Qualität und Erfahrung zählen mehr als der niedrigste Preis |
| Abschluss | Wartung und Einweisung vertraglich sichern | sichert Ertrag und saubere Übergabe-Dokumentation |
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