Solarthermie – Häufig gestellte Fragen
Das Wichtigste in Kürze
- Sonnenkollektoren liefern Wärme, Solarmodule Strom – Solarthermie unterstützt vor allem Warmwasserbereitung und Heizung.
- Eine Baugenehmigung ist meist nicht nötig; Ausnahmen gelten etwa bei Denkmalschutz oder Milieuschutz.
- Flachkollektoren halten typischerweise 20 bis 30 Jahre; richtig ausgelegte Anlagen überstehen Stagnation, brauchen aber regelmäßige Kontrolle.

Wir haben häufige Fragen zu Solarthermie zusammengefasst.
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- Brauche ich Solarmodule oder Sonnenkollektoren?
- Benötige ich eine Baugenehmigung für meine Solarthermie-Anlage?
- Wie groß ist der Nutzen für die Umwelt?
- Ich fahre in Urlaub. Was muss ich bei der Solarthermie-Anlage beachten?
- Was ist besser – Einzelkomponenten oder Komplettangebote?
- Welche weiteren Einsatzmöglichkeiten gibt es noch für die Solarthermie?
- Wie lange hält eine Solarthermie-Anlage?
- Wo finde ich weitere Informationen?
- Wo finde ich Fachbetriebe für Solarthermie und Solaranlagen?
Brauche ich Solarmodule oder Sonnenkollektoren?
Zur Nutzung der Sonnenenergie für die Trinkwassererwärmung oder zusätzlichen Heizungsunterstützung brauchen Sie Sonnenkollektoren. Auch wenn die Begriffe in den Medien und der Literatur oftmals durcheinandergeworfen werden, gilt folgende Unterscheidung: Solarmodule wandeln mit Hilfe des photoelektrischen Effekts die Sonnenenergie in Strom um. Solarkollektoren hingegen erzeugen durch Absorption Wärme aus Sonnenenergie.

Solarthermie-Irrtümer im Check
Benötige ich eine Baugenehmigung für meine Solarthermie-Anlage?
Eine Baugenehmigung ist für Solaranlagen auf Dach- und Außenwandflächen in vielen Fällen nicht erforderlich. Trotzdem können Denkmalschutz, Milieuschutz, Gestaltungssatzungen, Abstandsflächen oder Statik Vorgaben setzen. Klären Sie solche Punkte vor Maßnahmebeginn mit Bau- oder Denkmalbehörde.

Wie groß ist der Nutzen für die Umwelt?
Der konkrete Nutzen für die Umwelt besteht darin, dass bei der Erzeugung von Solarwärme oder auch Solarstrom im laufenden Betrieb kein klimaschädigendes Kohlenstoffdioxid emittiert wird – abgesehen vom geringen Strombedarf der Solarpumpe –, da es sich nicht um einen Verbrennungsprozess handelt. Die Sonne scheint nach jetzigem Wissensstand noch für etwa fünf Milliarden Jahre. Jegliche Wärme, die mit den Solarkollektoren produziert wird, ersetzt fossile Brennstoffe wie Heizöl oder Erdgas, die ansonsten in einem Heizkessel verbrannt würden. Da diese naturgemäß endlich sind und ihre Gewinnung aufgrund knapper werdender Ressourcen immer aufwendiger und damit teurer wird, ist die weitere Verwendung von Öl und Kohle längst auch zur Kostenfrage geworden. Darüber hinaus macht man sich bei der Erzeugung von Solarwärme unabhängiger von ausländischen Öl- und Gaslieferanten.

Abhängig vom Standort, dem Anlage- und eingesetzten Kollektortyp können im Einfamilienhausbereich bei einer vernünftig dimensionierten Anlage jährlich etwa 2.000 bis 4.000 Kilowattstunden Nutzwärme erzeugt werden. Dies entspricht beispielsweise bei einem Kesselnutzungsgrad von 80 % rund 250 bis 500 Litern Heizöl oder Kubikmetern Erdgas. Nun brauchen Sie nur noch Ihren zuletzt gezahlten Öl- bzw. Gaspreis pro Kilowattstunde heranziehen, um Ihr individuelles Einsparpotenzial auszurechnen.
Hinzu kommen die vermiedenen CO2-Emissionen: Bezogen auf eine Kilowattstunde Nutzwärme spart Solarthermie je nach Kesselwirkungsgrad rund 280 bis 333 Gramm CO2 gegenüber Heizöl beziehungsweise rund 212 bis 251 Gramm CO2 gegenüber Erdgas ein (Brennstoff-Emissionsfaktoren nach UBA/EBeV 2030, umgerechnet auf 80 bis 95 Prozent Kesselwirkungsgrad).
Ich fahre in Urlaub. Was muss ich bei der Solarthermie-Anlage beachten?
Moderne Solarthermie-Anlagen sind in der Regel eigensicher ausgelegt: Auch bei fehlender Wärmeabnahme kommt es nicht zu Störungen oder Schäden. Sie brauchen daher meist nichts zu beachten, wenn Sie z.B. im Hochsommer in Urlaub fahren möchten. Bei voll beladenem Speicher (Erreichen der Speichermaximaltemperatur 60°C bzw. 90°C) schaltet die Regelung die Solarkreispumpe auch bei anhaltender Sonneneinstrahlung nicht mehr ein, um das Speicherwasser nicht zum Kochen zu bringen. Das Solarfluid im Kollektor geht dann – je nach Fluid und Anlagendruck – in die Dampfform und der Kollektor wird leer gedrückt. Das verdrängte Volumen wird im Membranausdehnungsgefäß aufgenommen, so dass der Anlagendruck stabil bleibt und das Sicherheitsventil nicht anspringt. Auf diese Art bleibt die Anlage betriebsbereit. Ein Hinweis für die Zeit danach: Häufige Stagnationsphasen lassen die Solarflüssigkeit schneller altern – lassen Sie Frostschutz und pH-Wert bei der nächsten Inspektion prüfen.
Was ist besser – Einzelkomponenten oder Komplettangebote?
Beide Lösungsansätze haben ihre Berechtigung und hängen unter anderem davon ab, wie viel finanziellen und zeitlichen Aufwand ein Bauherr investieren will. Komplettangebote haben den Vorteil, dass die einzelnen Komponenten gut aufeinander abgestimmt sind und aufgrund von Erfahrungswerten anderer Besitzer in der Regel immer weiter optimiert wurden. Die Auswahl und Verwendung von Einzelkomponenten setzt großes fachliches Know-how voraus, bietet aber gleichzeitig die Möglichkeit, von den Standard-Lösungen der Komplettangebote abzuweichen und die ideale Lösung für die eigenen individuellen Gegebenheiten zu finden. Fragen Sie bei Komplettanlagen nach, welche Einzelteile genau im Angebot enthalten sind. In der Regel müssen Sie weitere Kosten für Leitungen, Dichtungen oder individuelle Anpassungen einrechnen.
Welche weiteren Einsatzmöglichkeiten gibt es noch für die Solarthermie?
Neben Systemen zur Trinkwassererwärmung sowie zur zusätzlichen Heizungsunterstützung ist es auch möglich, Schwimmbadwasser im kommunalen Freibad wie auch im privaten Pool mit Solarthermie zu erwärmen. Hierfür werden in der Regel unverglaste Kunststoffabsorber eingesetzt. Die Absorberfläche entspricht je nach Sonnenscheindauer, Beckenabdeckung und gewünschter Badesaison rund 50 bis 100 Prozent der Beckenoberfläche; eine häufige Faustregel sind 80 Prozent. Auf diese Art kann z.B. der Betriebszeitraum eines Freibades gegenüber einer unbeheizten Situation verlängert werden. Gegenüber einer elektrischen oder fossil betriebenen Poolheizung kann sich die kostengünstige Absorbertechnik vergleichsweise schnell rechnen. Wenn der Pool sonst unbeheizt bliebe, steht dagegen vor allem der Komfortgewinn im Vordergrund – dann spart die Anlage keine Heizkosten ein.
Tatsächlich lässt sich mit Solarthermie auch kühlen – wenn man mit der solaren Wärme Absorptionskältemaschinen betreibt. Sie können Kompressionskälteanlagen, die sonst oftmals zur Kühlung und Klimatisierung eingesetzt werden, ersetzen. Diese werden üblicherweise mit teurem und nicht unbedingt „grünem“ Strom betrieben. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Solarthermie-Anlage gerade im Sommer, wenn viel gekühlt wird, besonders viel Wärme und damit Antrieb für die Absorptions-Kältemaschinen liefert.
Wofür sich Solarthermie einsetzen lässt
Warmwasser Standardfall
Der Klassiker: kompakte Anlage, überschaubare Investition – deckt übers Jahr einen großen Teil des Warmwasserbedarfs.
Heizungsunterstützung mehr Fläche nötig
Entlastet die Heizung vor allem in der Übergangszeit; braucht größere Kollektorfläche und einen Pufferspeicher.
Pool-Erwärmung günstige Technik
Unverglaste Absorber genügen – wirtschaftlich vor allem dann, wenn sie eine andere Poolheizung ersetzen.
Solare Kühlung Spezialfall
Absorptionskältemaschinen machen aus Sommerwärme Kälte – bislang vor allem in größeren Projekten.

Wie lange hält eine Solarthermie-Anlage?
Solarthermische Anlagen sind langlebig: Flachkollektoren erreichen typischerweise 20 bis 30 Jahre Lebensdauer, Vakuumröhrenkollektoren rund 20 bis 25 Jahre. Verschleißteile wie Solarpumpe, Solarstation und die Solarflüssigkeit haben kürzere Intervalle von etwa 5 bis 15 Jahren. Wie lange die Anlage tatsächlich durchhält, hängt von Systemqualität, regelmäßiger Wartung und den Betriebsbedingungen ab. Nicht verwechseln: Die Hersteller-Garantie – oft rund zehn Jahre auf den Kollektor – ist ein vertraglicher Wert und liegt deutlich unter der technischen Lebensdauer.
Wo finde ich weitere Informationen zu Solarthermie?
Mit der Energiewende sind die regenerativen Energien wieder verstärkt in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten. Dementsprechend groß ist heutzutage das Angebot an Informationen über die Solarthermie. Im Folgenden finden Sie eine kleine Auswahl an empfehlenswerten Informationsquellen, die sich gut als Ausgangspunkt für weitere Recherchen eignen. Generell sollten Sie darauf achten, ob die Informationen aus unabhängigen Quellen stammen oder eher werblichen Charakter haben.
Internet:
SonnenseiteDeutsche Energie-Agentur
Verbände und Anlaufstellen
Bundesverband SolarwirtschaftDeutsche Gesellschaft für SonnenenergieEnergieberatung der Verbraucherzentralen
Fördermöglichkeiten:
Solarthermie-Förderung im ÜberblickKfW-HeizungsförderungFördermittel für die Heizung im Überblick
Magazine
Sonnenenergie (DGS)
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