Solarthermie Voraussetzungen – Standortwahl und Einsatzzweck
Welche Standorte eignen sich für Solarthermie?
Auch wenn es manchmal nicht so aussieht, scheint die Sonne in Deutschland in ausreichender Länge und Intensität, um Solarkollektoren wirtschaftlich zu betreiben. Geeignete Flächen für die Solarthermie müssen allerdings zum einen ausreichend groß für die jeweils benötigte Anzahl an Solarkollektoren sein. Zum anderen sollte ein Standort zur Verfügung stehen, der möglichst viel Sonneneinstrahlung verspricht.
Das Wichtigste in Kürze
- Geeignet ist eine möglichst unverschattete Fläche nach Süd, Südost oder Südwest — meist auf dem Dach, mit etwa 30 bis 70 Grad Neigung.
- Fürs Warmwasser genügen rund 1 bis 1,5 Quadratmeter Flachkollektor pro Person, mit Heizungsunterstützung etwa das Doppelte.
- Statik vorab prüfen lassen; auf dem Dach ist die Anlage meist verfahrensfrei — Ausnahmen wie Denkmalschutz vorher klären.

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In der Regel werden die Kollektoren auf dem Hausdach angebracht. Dort ist die Gefahr, dass ihr Zugang zur Sonne verbaut oder verstellt wird, relativ gering, und sie stören dort oben weniger als auf einer Grundstücksfläche. Darüber hinaus fällt auf möglichst weit oben gelegene Fläche meist kaum Schatten. Lassen Sie vor der Installation jedoch unbedingt einen Statiker prüfen, ob das Dach das zusätzliche Gewicht der Solarkollektoren tragen kann. Am günstigsten sind unverschattete Flächen nach Süden; Südost und Südwest bringen meist noch gute Erträge. Je nach Nutzung sind etwa 30 bis 70 Grad Dachneigung gut geeignet.

Eignungs-Check: Das sollte Ihr Standort mitbringen
Alternative Standorte für Solarthermie
Eine Aufstellung der Kollektoren im eigenen Garten gestaltet sich in der Regel schwieriger, aber nicht unmöglich. Zunächst einmal muss eine entsprechend große Fläche zur Verfügung stehen. Darüber hinaus ist eine Anschaffung aufgrund der hohen Anfangsinvestition immer langfristig zu planen. An vielen Standorten auf dem Grund ist jedoch nicht immer absehbar, ob sie in einigen Jahren aufgrund neuer Bautätigkeiten verschattet sind. Zusätzlich müssen die wärmegedämmten Solarleitungen für Vor- und Rücklauf frostsicher im Erdreich bis zum Speicher verlegt werden — je länger die Leitung, desto höher die Kosten und die Wärmeverluste.

Dach oder Garten? Die Standorte im Vergleich
| Kriterium | Dachmontage | Aufstellung im Garten |
|---|---|---|
| Verschattungsrisiko | gering — weit oben, selten verbaut | höher — künftige Bebauung schwer absehbar |
| Leitungswege | kurz, direkt zum Speicher | länger, frostsichere Erdverlegung nötig |
| Genehmigung | meist verfahrensfrei | nur bis rund 3 m Höhe und 9 m Länge verfahrensfrei |
| Statik und Montage | Tragfähigkeit prüfen lassen | kein Eingriff ins Dach, aber Gestell nötig |
| Ausrichtung und Neigung | durch das Dach vorgegeben | frei wählbar — optimal einstellbar |
Neben den Kollektoren besteht eine Solarthermie-Anlage zusätzlich aus einer Steuereinheit und einem Warmwasserspeicher. Der Speicher kann als Standmodell oder zur Wandmontage gewählt werden. Der benötigte Platz hängt vom gewählten Fassungsvermögen ab. In der Regel ist eine Fläche von ein bis zwei Metern Höhe und einer Standfläche von rund einem Quadratmeter ausreichend.
Braucht die Solarthermie-Anlage eine Genehmigung?
Auf oder an Dach- und Außenwandflächen sind Solarthermie-Anlagen in den meisten Bundesländern verfahrensfrei, eine Baugenehmigung ist also im Regelfall nicht nötig — maßgeblich ist die jeweilige Landesbauordnung. Anders sieht es bei denkmalgeschützten Gebäuden, in Gebieten mit Gestaltungssatzung oder Bebauungsplan-Vorgaben sowie bei frei aufgestellten Anlagen aus: Freistehende Kollektoren sind nach dem Vorbild der Musterbauordnung nur bis zu einer Höhe von drei Metern und einer Gesamtlänge von neun Metern verfahrensfrei, größere Aufstellungen brauchen eine Genehmigung. Fragen Sie im Zweifel vor der Planung beim örtlichen Bauamt nach — das erspart teure Umplanungen.
Solarthermie zur Warmwasserbereitung
Soll mit der Sonnenenergie lediglich das warme Wasser aufbereitet werden, ist mit einer Kollektorfläche von einem bis anderthalb Quadratmetern pro Person zu rechnen. Abhängig von der Bauart der Kollektoren ist auch eine geringere Fläche praktikabel, wobei die kleineren Kollektorarten allerdings meist erheblich teurer sind als die größeren Modelle.
In der Praxis erreichen passend ausgelegte Solarthermie-Anlagen für die Warmwasserbereitung in Deutschland einen Deckungsgrad von etwa 50 bis 65 Prozent des jährlichen Warmwasser-Energiebedarfs. Da man auf die Sonne als Energiequelle angewiesen ist, hängt die Leistung von der Jahreszeit ab. In den Sommermonaten kann der Bedarf oft weitgehend gedeckt werden; in Praxisbeispielen liegen die Anteile häufig über 90 Prozent, während in den kälteren Jahreszeiten weniger Warmwasser aufbereitet werden kann. Trotzdem trägt eine Solarthermie-Anlage auch im Winter zur Warmwasser-Gewinnung bei.

Solarthermie als Heizung/zur Heizungsunterstützung
Ist mit der Solarthermie-Anlage eine zusätzliche Unterstützung der Heizungsanlage beabsichtigt, benötigt man etwa das Doppelte der reinen Warmwasser-Auslegung — als Faustregel 2 bis 3 Quadratmeter Flachkollektor-Fläche pro Person. Im Gegensatz zur Warmwasseraufbereitung ist eine genauere Schätzung des Bedarfs für die Heizungsunterstützung jedoch sehr viel schwieriger, da dieser unter anderem von der Dämmung und der Größe der Immobilie abhängig ist.
Ebenso individuell ist der Deckungsgrad einer Solaranlage im hauseigenen Heizsystem. In Solaraktivhäusern ist ein sehr hoher solarer Deckungsanteil das Ziel — das Sonnenhaus-Institut definiert solche Häuser über mindestens 50 Prozent solare Deckung des Jahres-Wärmebedarfs für Raumheizung und Warmwasser. Kombianlagen in herkömmlichen Wohngebäuden decken typischerweise rund 20 bis 30 Prozent des gesamten Jahres-Wärmebedarfs — in sehr effizienten Gebäuden können es bis etwa 40 Prozent sein, in schlecht gedämmten Häusern bleiben es eher 10 bis 20 Prozent. Berücksichtigt werden muss außerdem, dass Kombianlagen einen passend dimensionierten Puffer- oder Kombispeicher benötigen; die genaue Speicherlösung sollte zum Heizsystem und zur Trinkwarmwasserbereitung passen. Die Modellvielfalt ist groß. Eine Auswahl sollte daher in Abstimmung mit einem Fachmann getroffen werden, der idealerweise mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut ist.

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