Was ist Flüssiggas
Bei Flüssiggas, auch bekannt als LPG (Liquefied Petroleum Gas), handelt es sich um verflüssigtes Gas aus Propan, Butan und deren Gemischen. Für technische Flüssiggase wie Propan, Propen, Butan, Buten und deren Gemische legt DIN 51622 Qualitätsanforderungen fest; handelsübliches Propan nach DIN 51622 enthält mindestens 95 Massen-% Propan und Propen, der Rest darf unter anderem aus Ethan, Ethen, Butan und Butenisomeren bestehen. Bei normalen Temperaturen und unter normalem Druck ist diese Mischung gasförmig. Relativ geringer Überdruck reicht aus, um Flüssiggas zu verflüssigen; bei Propan liegt der Überdruck bei 20 °C bei etwa 7,3 bar.
Das Wichtigste in Kürze
- Flüssiggas (LPG) ist verflüssigtes Propan und Butan – schon leichter Druck macht es flüssig, das Volumen schrumpft dabei auf rund ein 260stel.
- Es fällt als Nebenprodukt bei der Erdöl- und Erdgasförderung sowie in Raffinerien an und ist ein fossiler Energieträger.
- Inzwischen gibt es Bio-Flüssiggas (Bio-LPG) aus Rest- und Abfallstoffen, das dieselben Anlagen ohne Umrüstung nutzt.

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Flüssiggas besteht damit wie auch Propan und Butan aus Kohlenstoff und Wasserstoff, also Kohlenwasserstoffverbindungen. Flüssiggas hat als Gas ein Volumen, das 260 Mal größer ist als im flüssigen Aggregatzustand. Das bedeutet also, dass 1000 Liter Gas kondensieren zu rund 4 Litern Flüssiggas.

Flüssiggas fällt bei der Erdöl- und Erdgasförderung und in der Erdöl-Raffinerie als sogenanntes Begleitgas an. Während es früher einfach abgefackelt wurde, wird es heute als Energieträger genutzt.
Flüssiggas, das viele als Autogas oder LPG kennen, ist damit ein fossiler Energieträger. Seine Nutzung verwertet ein Nebenprodukt der Rohölverarbeitung sowie der Erdöl- und Erdgasförderung; klimaneutral wird es dadurch nicht.

Inzwischen ist jedoch auch Bio-Flüssiggas (Bio-LPG) erhältlich, das aus Rest- und Abfallstoffen sowie Pflanzenölen gewonnen wird und sich ohne Umrüstung in bestehenden Anlagen einsetzen lässt.
Produktion von Flüssiggas
In Raffinerien wird Rohöl weiterverarbeitet. Durch eine Destillation werden die verschiedenen Anteile getrennt. Anschließend wird das Rohöl erhitzt und in einer sogenannten Kolonne in die Bestandteile getrennt. In der Kolonne herrschen von oben nach unten zunehmende Temperaturen. Leichte Bestandteile steigen auf, weil sie nicht kondensieren können. In dieser Kolonne stehen Schmieröle, Koks etc. ganz unten, Flüssiggas als sehr leichter Stoff bildet die oberste Schicht.

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Im nächsten Schritt wird Flüssiggas abgetrennt und dann mit einer Reinigung für die Weiterverarbeitung und -nutzung aufbereitet. Dabei kann Autogas, Heizgas oder auch Feuerzeuggas, und Gas für Gasflaschen für Camping-Kocher oder Gasgrills entstehen.
Wichtige Quellen für die Flüssiggasversorgung in Deutschland sind Raffinerien in Deutschland sowie Importe über Terminals in den Niederlanden, Belgien und Brunsbüttel; aktuelle Branchenberichte nennen dafür keine belastbare pauschale 20-%-Quote.
Auch für Bio-LPG wird die Raffinerie-Infrastruktur genutzt. Es fällt bei der Produktion von Biokraftstoffen aus Pflanzenölen an. Damit bietet biogenes Flüssiggas eine Chance, auch hier zu einer Nachhaltigkeits-Strategie umzuschwenken und dabei die Kosten möglichst gering zu halten. Aktuell ist Bio-LPG eher eine begrenzt verfügbare Ergänzung: Branchenprognosen für regenerative Flüssiggase bis 2030 hängen stark von Produktion, Verteilung und Anlagentechnik ab. Andere Verfahren wie zum Beispiel die Produktion von Bio-LPG aus Biomasse befinden sich noch im Entwicklungsstadium, bieten aber große Chancen für Klima- und Umweltschutz.
Flüssiggas LPG muss unterschieden werden von LNG (Liquefied Natural Gas). LNG ist verflüssigtes Erdgas, das in erster Linie verflüssigt wird, um es leichter transportieren zu können. Bei der Diskussion im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg und dem möglichen Ersatz russischen Erdgases durch „Flüssiggas“ ist in der Regel LNG gemeint.
Flüssiggas (LPG) ist nicht dasselbe wie LNG

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