Klimaanlage: Wie hygienisch kann eine Klimaanlage betrieben werden?
Klimaanlagen sind an heißen Tagen für viele Menschen eine Wohltat. Sie erzeugen angenehmen Temperaturen in den Innenräumen und schaffen so die Voraussetzung für ein Wohlfühl-Ambiente, in dem auch ein gesunder Schlaf möglich ist oder die Konzentration für Arbeits- oder Lerntätigkeit leichtfällt.
Klimaanlagen haben allerdings auch eine andere Seite: Aufgrund des feuchten Milieus können Keime entstehen oder fühlen sich Erreger besonders wohl. Die Luftbewegungen sorgen dann für die breite Verteilung.
Das Wichtigste in Kürze
- Das reale Hygieneproblem privater Klimageräte sind Schimmel und Bakterien am Verdampfer und in der Kondensatwanne, nicht Legionellen.
- Grobfilter alle zwei bis vier Wochen reinigen statt tauschen; Spezial- oder Aktivkohlefilter je nach Herstellerangabe reinigen oder ersetzen.
- Verdampfer nach dem Kühlen trocknen (Nachlauf- oder Lüftermodus) und den Kondensatablauf frei halten beugt muffigem Geruch vor.
- Mindestens einmal jährlich sollte ein Fachbetrieb Verdampfer und Kondensatwanne reinigen und das Gerät auf Auffälligkeiten prüfen.

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Dies kann das Raumklima massiv beeinträchtigen oder sogar zu Krankheiten führen. Lesen Sie hier, wo die Gefahren liegen und wie Sie eine Klimaanlage hygienisch einwandfrei betreiben können.
Wo liegt das Risiko?
Immer wieder hört man davon, dass Klimaanlagen Infekte verbreiten. Häufig entstehen Beschwerden allerdings, weil die Klimaanlage nicht richtig bedient und gewartet wird.
Betritt man verschwitzt einen gekühlten Raum, dann besteht die Gefahr, dass der Körper unterkühlt. Das wird durch den Schweiß auf der Haut noch verstärkt. In Folge werden die Rachen- und Nasenschleimhäute weniger durchblutet, was dazu führt, dass die Immunabwehr geschwächt ist.
Die Klimaanlage selbst kann allerdings auch zur Bakterien-Schleuder werden, wenn sich diese in ihr bilden und dann über die Luftverteilung gestreut werden. In der Klimaanlage ist es feucht und auf der luftabführenden Seite auch warm. Beste Bedingungen für die Entstehung und das Wachstum von Bakterien und Pilzen. Geräte mit aktiver Luftbefeuchtung sind dabei besonders anfällig. Die meisten privaten Klimageräte haben allerdings gar keine Befeuchtung, sondern entfeuchten die Luft beim Kühlen — das spezielle Risiko der sogenannten Befeuchterlunge betrifft vor allem separate Luftbefeuchter und Lüftungsanlagen mit Befeuchterstufe.
Welche Verunreinigungen können vorkommen?
In dem feuchten Milieu der Klimaanlage können bei mangelnder Hygiene Schimmelpilze entstehen. Diese können im Kühlregister oder in der Kondensatwanne gedeihen. Nachgeprüft werden Schimmelpilze über Kontakt- und Abstrichproben.
Häufig wird in diesem Zusammenhang auch von Legionellen gesprochen. Für private Split- und mobile Klimageräte ist das jedoch zu hoch gegriffen: Sie sind keine Legionellen-Brutstätte, weil sie kein vernebeltes Stehwasser erzeugen und das anfallende Kondensat abläuft. Ein relevantes Legionellen-Risiko geht von wasserführenden Großanlagen und Rückkühltürmen aus, die zerstäubtes Wasser als Aerosol abgeben (geregelt in der 42. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz). Das tatsächliche Hygieneproblem im Hausgerät sind Schimmel und Bakterien, die sich als Biofilm am Verdampfer und in der Kondensatwanne festsetzen.
Die sogenannte Befeuchter-Lunge betrifft vor allem Anlagen oder Geräte mit aktiver Luftbefeuchtung: Schimmelpilze und bestimmte Bakterien können sich in feuchtigkeitsführenden Anlagenteilen oder im Befeuchterwasser vermehren und in die Atemluft gelangen. Für typische private Split- und mobile Klimageräte ohne Befeuchterstufe ist dieses Risiko deutlich geringer; bei muffigem Geruch oder sichtbarem Belag sollte das Gerät trotzdem gereinigt werden.
Legionellen: Mythos und echtes Risiko
- Private Split- und mobile Geräte sind keine Legionellen-BrutstätteSie erzeugen kein zerstäubtes Stehwasser, und das Kondensat läuft ab. Die typische Legionellen-Gefahr durch Aerosole besteht hier nicht.
- Das echte Risiko sind Schimmel und BakterienSie setzen sich als Biofilm am Verdampfer und in der Kondensatwanne fest. Ein muffiger Geruch ist das deutlichste Warnsignal — dann hilft eine professionelle Reinigung.
- Legionellen-Prüfpflichten betreffen GroßanlagenDie regelmäßigen Überprüfungen nach der 42. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz betreffen Verdunstungskühlanlagen, Nassabscheider und Kühltürme, nicht das Hausgerät.
Regelmäßige Pflege verbessert die Hygiene
Damit sich keine Keime, Bakterien und Pilze in der Klimaanlage bilden, sollte auf eine regelmäßige Pflege geachtet werden. Bei privaten Split-Geräten werden die Filter dabei in der Regel nicht ausgetauscht, sondern gereinigt: herausnehmen, Staub absaugen oder lauwarm abspülen, trocknen und wieder einsetzen. Je nach Nutzung und Herstellerempfehlung ist das etwa alle zwei bis vier Wochen sinnvoll.
Genauso wichtig wie die Filterreinigung ist es, den Verdampfer trocken zu halten. Schimmel entsteht vor allem dort, wo nach dem Kühlbetrieb dauerhaft Feuchtigkeit am Wärmetauscher steht. Viele Geräte bieten dafür eine Nachlauf- oder Trocknungsfunktion; alternativ lässt man das Gerät nach dem Kühlen einige Minuten im reinen Lüftermodus weiterlaufen, damit der Verdampfer abtrocknet. Der Kondensatablauf sollte frei bleiben, damit anfallendes Wasser zuverlässig abfließt und sich kein Biofilm bildet.

Die Wartung sollte ein Fachmann durchführen, der Erfahrung mit Klimaanlagen hat. Diese erkennen oft schon bei der Sichtprüfung Auffälligkeiten wie sichtbares Keimwachstum, Verschmutzung, Rostbildung, Kalkablagerungen, dauerhafte Feuchteniederschläge oder Beschädigungen.
Hygiene-Wartungsplan für die Split-Klimaanlage

Bei einem Heim-Split-Gerät stehen vor allem die hygienerelevanten Bauteile im Vordergrund: Verdampfer beziehungsweise Wärmetauscher, Kondensatwanne und -ablauf, das Lüfterrad sowie die Filter. Die Filter werden regelmäßig gereinigt, die übrigen Teile bei der jährlichen Wartung kontrolliert und bei Bedarf gesäubert. Begriffe wie Heiz- und Kühlregister, Einströmdüse oder Tropfenabscheider stammen dagegen aus der Welt der raumlufttechnischen Großanlagen und treffen auf das typische Wohnraumgerät nicht zu.
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