Baden oder Duschen – wobei verbraucht man mehr Wasser? Wie kann man beim Baden und Duschen Wasser, Kosten und Energie sparen?
Wasser kommt aus dem Hahn – auch ist immer warmes Wasser verfügbar. Wir sind da sehr verwöhnt. Allerdings machen Meldungen über Dürre und leere Stauseen deutlich, dass die Verfügbarkeit von Wasser keine Selbstverständlichkeit ist und Wasser sparen nicht nur die eigenen Kosten senkt, sondern auch der Umwelt zugutekommt. Gleichzeitig fürchten viele, dass Wasser sparen unbequem ist und den eigenen Komfort einschränkt. Wir zeigen in diesem Beitrag, wieviel Energie und Wasser man beim Baden und Duschen verbraucht und wie leicht Wasser sparen hier sein kann.

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Wieviel Wasser verbraucht man im Bad?
In Deutschland betrug der durchschnittliche Wassergebrauch laut BDEW-Wasserfakten 2025 im Jahr 2024 rund 122 Liter pro Einwohner und Tag. Rund 36 Prozent des im Haushalt verwendeten Trinkwassers entfallen auf Körperpflege, Baden und Duschen.

Damit ergibt sich gerade hier ein großes Potenzial, um sowohl kostbares Trinkwasser wie auch Energie zu sparen. Aber wieviel Wasser verbraucht man konkret für Baden und Duschen? Und ist der Unterschied wirklich so groß?
Wasserverbrauch beim Baden

Wie viel Wasser bei einem Bad verbraucht wird, hängt in erster Linie von der Badewanne ab. Je nach Modell können zwischen 90 und 200 Liter Wasser zusammenkommen. Sogenannte Körperform-Badewannen haben die kleinste Füllmenge, während normale Wannen deutlich mehr Wasser brauchen. Wer wissen will, wieviel Liter Wasser die eigene Wanne braucht, der kann beim nächsten Bad das warme Wasser zunächst in eine 10-Liter-Eimer füllen und dann weiter in die Wanne gießen. Bei 10 Eimerfüllungen wären es dann 100 Liter usw. Bei einem durchschnittlichen täglichen Verbrauch von 122 Litern schlägt ein Bad also ganz schön zu Buche.
Wasserverbrauch beim Duschen

Beim Duschen hängt der Wasserverbrauch von zwei Faktoren ab:
- Wieviel Wasser fließt pro Minute?
- Wie lange wird geduscht?
Durchflussmenge des Duschkopfs
Wieviel Wasser pro Minute beim Duschen fließt, hängt vom Duschkopf ab. Ein normaler Duschkopf hat eine sogenannte Durchflussmenge von 12 bis 15 Litern, ein sogenannter Sparduschkopf kommt mit 6 bis 8 Litern aus. Der Komfort beim Duschen leidet dabei nicht, dem Wasser werden Luftbläschen beigemischt, sodass das Volumen gleich bleibt. Wer genau wissen will, wie viel Wasser durch den eigenen Duschkopf fließt, ermittelt die eigene Durchflussmenge in drei Schritten mit dem Eimer-Test:
Eimer-Test: Durchflussmenge in drei Schritten messen
Eimer füllen und Zeit stoppen
Einen 10-Liter-Eimer unter den Duschkopf stellen, das Wasser wie gewohnt aufdrehen und mit der Stoppuhr messen, nach wie vielen Sekunden der Eimer voll ist.
Durchfluss berechnen
600 geteilt durch die gestoppten Sekunden ergibt die Durchflussmenge in Litern pro Minute – bei 55 Sekunden also 600 : 55 = 10,9 Liter pro Minute.
Ergebnis einordnen
Werte unter 9 Litern pro Minute gelten als sparsam. Liegt der eigene Duschkopf deutlich darüber, lohnt sich ein Sparduschkopf oder ein Durchflussbegrenzer.
Ein herkömmlicher Duschkopf benötigt durchschnittlich 12 Liter, ein Sparduschkopf rund 7, eine sogenannte Regendusche 25 Liter. Die Unterschiede sind wirklich erheblich.
Dauer der Dusche
Klar hängt der Wasserverbrauch beim Duschen auch entscheidend davon ab, wie lange geduscht wird. Wer morgens unter der Dusche 10 Minuten zum Wach- und Sauberwerden braucht, der benötigt mehr als dreimal so viel Wasser wie ein Kurzduscher, der mit drei Minuten auskommt.
Bei dem oben genannten Beispiel einer Durchflussmenge von 10,9 Litern pro Minute fließen in 10 Minuten 109 Liter durch, in drei Minuten lediglich 32,7 Liter. Der Unterschied beim Wasser- und Energieverbrauch ist also erheblich.
Wasserverbrauch pro Vorgang: Baden und Duschen im Vergleich
| Szenario | Liter pro Vorgang | Einordnung |
|---|---|---|
| 10 Minuten Regendusche (25 l/min) | 250 Liter | mehr, als eine große Badewanne fasst |
| Vollbad | 150 Liter | je nach Wannengröße 90 bis 200 Liter |
| 10 Minuten herkömmlicher Duschkopf (12 l/min) | 120 Liter | — |
| 10 Minuten Sparduschkopf (7 l/min) | 70 Liter | — |
| 5 Minuten herkömmlicher Duschkopf (12 l/min) | 60 Liter | — |
| 5 Minuten Sparduschkopf (7 l/min) | 35 Liter | — |
Rechner: Wasserverbrauch beim Duschen und Baden vergleichen
Wie kann man Wasser und Energie beim Baden und Duschen sparen?
Der Wasserbrauch beim Baden liegt bei bis zu 200 Litern, beim Duschen können durchaus auch über 100 Liter zusammenkommen. Aber es gibt Möglichkeiten, Wasser – und nebenbei auch Energie – sowohl beim Duschen also auch beim Baden zu sparen.
Beim Baden Wasser zu sparen ist tatsächlich schwieriger. Aber wer seine Wanne etwas weniger voll macht oder das Wasser danach noch von anderen genutzt wird, der senkt auch hier ein wenig den Wasser- und Energieverbrauch.
Beim Duschen ergeben sich dagegen viele Hebel, um Wasser zu sparen. Wer einen sparsamen Duschkopf nutzt, der kann den Verbrauch erheblich reduzieren. Bei einer 10-Minuten-Dusche können leicht 50 Liter eingespart werden. Und wer seine Duschzeit im Blick hat, der kann auch hier Wasser sparen. Der Unterschied zwischen 10 und 5 Minuten macht beim Verbrauch viel aus. Wer beim Duschen zwischendurch den Wasserfluss beim Einseifen und Haare waschen stoppt, der kürzt die Duschzeit noch mehr.
Doppelter Spareffekt: Warmwasser kostet Wasser und Energie
Beim warmen Duschen oder Baden zahlt man immer zweimal: für das Trinkwasser samt Abwasser und für die Energie, die das Wasser erwärmt. Die Warmwasserbereitung ist nach der Heizung der zweitgrößte Energieposten im Haushalt – laut Umweltbundesamt entfallen auf sie rund 10 bis 15 Prozent des gesamten Energieverbrauchs. Jeder eingesparte Liter Warmwasser senkt also Wasser- und Energiekosten zugleich. Wie sich die eigenen Gewohnheiten in Euro übersetzen, zeigen der Duschkosten-Rechner und der Vollbad-Rechner. Ein Hinweis für Haushalte mit hydraulischem Durchlauferhitzer: Diese Geräte springen oft erst ab etwa acht Litern Durchfluss pro Minute an – vor dem Kauf eines Sparduschkopfs lohnt deshalb ein Blick in die Gerätedaten.

Fazit
Meistens ist Duschen sparsamer als Baden – vorausgesetzt, Duschzeit und Durchfluss bleiben moderat. Regenduschen oder sehr lange Duschen können mehr Wasser verbrauchen als ein Vollbad. Bei einer Regendusche laufen in 10 Minuten mehr Liter Wasser durch, als eine große Badewanne fasst. Aber auch beim Duschen kann man oft noch Wasser sparen, indem man die Duschzeit beschränkt und zwischendurch das Wasser abdreht. Eine Minute warm Duschen kostet übrigens im Schnitt zwischen 8 und 20 Cent, da kommen also im Monat nicht unerhebliche Kosten zusammen.
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