Heizkosten senken durch richtig isolierte Fenster und Türen
Fenster mit Isolierglas sind in vielen Häusern in Deutschland heute Standard. Dennoch gibt es immer noch einfach verglaste Fenster. Nach der 2024 aktualisierten Fenstermarkt-Studie von Verband Fenster + Fassade (VFF) und Bundesverband Flachglas (BF) gelten in Deutschland rund 209 Millionen Fenstereinheiten als energetisch veraltet und sanierungsbedürftig. Dazu zählen weiterhin viele Fenster mit Einfachglas sowie Verbund- und Kastenfenster, die als energetisch besonders ungünstig gelten. Hinter den Zahlen steht ein großer Energie- und damit auch Geldverlust. Denn um Räume mit schlecht gedämmten Fenstern richtig warm zu bekommen, ist eine große Heizleistung nötig.
Das Wichtigste in Kürze
- An Fenstern und Türen entweicht viel Wärme – dichte, hochwertige Fenster senken die Heizkosten und steigern den Wohnkomfort.
- Je niedriger der U-Wert, desto besser; bei größeren Austauschmaßnahmen verlangt das GEG fürs ganze Fenster meist höchstens Uw 1,3 W/(m²·K).
- Nach dem Fenstertausch Lüftung und Luftfeuchte prüfen; Fassadendämmung senkt Schimmelrisiken, ist aber nicht immer Voraussetzung.

Heizung-Konfigurator:
Jetzt Ihre individuelle Heizung konfigurieren und Angebote erhalten!
Nicht an guten Fenstern sparen
Bei der Sanierung von Fenstern ist nicht immer eine Erneuerung des kompletten Fensters nötig bzw. sinnvoll. Wobei die klare Aussage gilt, dass Einscheibenfenster unbedingt ausgetauscht werden sollten. Bei anderen Fenstern kann man auch zumindest die Scheiben von einem Handwerker austauschen lassen. Manchmal kann allein schon diese Maßnahme helfen, die Heizkosten zu senken. Das heißt: Fensterflügel erneuern, aber Rahmen behalten. Dies funktioniert aber nur, wenn der Rahmen ausreichend dick ist, um eine Wärme dämmende Scheibe aufzunehmen. Häufig ist diese Maßnahme allerdings fast so teuer, wie ein komplett neues Fenster einzubauen.
Der optimale und sinnvolle Weg ist allerdings, alte gegen neue Fenster auszutauschen. Grundsätzlich lohnt es sich, in hochwertige Fenster zu investieren. An Türen und Fenstern entweicht nämlich besonders viel Wärme. Man sollte sich daher für Modelle entscheiden, die technisch auf dem neuesten Stand sind. Fenster mit Dreifachverglasung weisen den besten Wärmeschutz auf. Allerdings wird der U-Wert (Wärmeschutz eines Fensters) auch durch den Rahmen beeinflusst. Zudem sollten neue Fenster, Luftdichtheit, Lüftung und Außenwand gemeinsam geplant werden. Entscheidend ist nicht nur die Scheibenzahl: Auch dreifach verglaste Fenster können in ungedämmten Bestandsgebäuden funktionieren, wenn Feuchteschutz, Wärmebrücken und Lüftung geprüft werden.

Wie gut ein Fenster dämmt, wird durch den sogenannten Wärmedurchgangskoeffizient bestimmt, auch U-Wert genannt. Verbraucher sollten beim Kauf neuer Fenster darauf achten, dass dieser Wert so niedrig wie möglich ist. Je geringer der U-Wert, desto weniger Energie geht durch Wände oder Fenster verloren.
Verglasung im Vergleich
| Verglasung | typischer U-Wert (Ug) | Bewertung |
|---|---|---|
| Einfachverglasung | ca. 5,8 W/(m²·K) | veraltet sehr hohe Verluste – austauschen |
| Zweifach-Wärmeschutzglas | ca. 1,1 W/(m²·K) | guter Glaswert fürs ganze Fenster zählt der Uw-Wert |
| Dreifach-Wärmeschutzglas | ca. 0,5–0,7 W/(m²·K) | bester Wärmeschutz ideal bei gedämmter Fassade |

Alles im richtigen Rahmen
Bei der Isolierung von Fenstern spielen nicht nur die Scheiben eine große Rolle, sondern auch der Fensterrahmen. Hierbei sind besonders solche Modelle mit Mehrkammerprofilen empfehlenswert. Wichtig ist, dass auch die Rahmen richtig gedämmt sind. Während bei den Scheiben der Ug-Wert (U-Wert für glazing= Verglasung = Ug) relevant ist, ist es bei den Rahmen der so genannte Uf-Wert (U-Wert für Rahmen= frame= Uf). Beide Werte sollten möglichst nah beieinanderliegen.
Je größer die Abweichung voneinander, desto ungünstiger ist dies. Eine einfache U-Wert-Gleichheit ist dafür nicht ausschlaggebend. Wichtiger sind Luftdichtheit, Lüftung, Raumluftfeuchte und wärmebrückenarme Anschlüsse. Schwierig wird die Einschätzung dieser Werte, wenn das Fenster in sich unterteilt ist. Dann nämlich zählt jede Unterteilung als eigener Rahmen, was den Vergleich verkompliziert. Dann behilft man sich am besten mit dem Uw-Wert. Der gibt Aufschluss über die Werte des gesamten Fensters.


Worauf man beim Einbau achten muss
Die Auswahl der richtigen Fenster und Türen ist bei der Sanierung der erste Schritt. Nun kommt es im zweiten Schritt auf den fachgerechten Einbau an. Werden Fenster falsch montiert, können Zimmer im schlechtesten Fall feucht und schließlich von Schimmel befallen werden. Besonders bei den Anschlussfugen zwischen Wand und Fenster- sowie Türrahmen ist diese Gefahr gegeben. Die Anschlussfuge sollte fachgerecht dimensioniert, vollständig gedämmt und innen luftdicht sowie außen schlagregendicht abgedichtet werden.

Fenster und Türen müssen im Bereich der Gebäudehülle dauerhaft luftundurchlässig abgedichtet werden. Bauschaum allein reicht dafür nicht aus: Die Anschlussfuge braucht raumseitig eine luftdichte Abdichtung, in der Mitte Dämmung und außen einen schlagregendichten, diffusionsoffenen Wetterschutz.
Außerdem sollte der zugehörige Rollladenkasten nicht vergessen werden. Auch dieser muss entsprechend gedämmt werden.
Werden bei beheizten oder gekühlten Räumen mehr als 10 Prozent der jeweiligen Fenster-/Fenstür-Bauteilgruppe erneuert, ersetzt oder erstmals eingebaut, greifen § 48 GEG (Gebäudeenergiegesetz) und Anlage 7. Für das gesamte Fenster gilt dann ein höchstzulässiger U-Wert (Uw) von 1,3 W/(m²·K), für Dachflächenfenster 1,4 W/(m²·K). Wird nur die Verglasung getauscht, darf deren U-Wert (Ug) höchstens 1,1 W/(m²·K) betragen.
Fachbetriebe sollten Fenster nach den anerkannten Regeln der Technik bzw. nach einem geeigneten Montagekonzept – häufig am RAL-Leitfaden orientiert – einbauen. Dabei wird die Anschlussfuge zwischen Rahmen und Wand in drei Ebenen abgedichtet: innen luftdicht, in der Mitte gedämmt und außen schlagregendicht, aber diffusionsoffen. So bleibt die Konstruktion trocken und Tauwasser sowie Schimmel an den Anschlüssen wird vermieden.

Wann tauscht man Fenster und Türen am besten aus?
Idealerweise erneuert man Fenster und Türen im Rahmen einer Fassadensanierung. Wenn beide Baumaßnahmen zeitlich zu weit auseinanderliegen, können Probleme auftreten. Besonders heikel ist es, zuerst die Fenster zu erneuern und wesentlich später erst die Fassade zu dämmen.
Heikel ist vor allem, wenn neue, dichtere Fenster ohne angepasstes Lüftungskonzept und ohne Prüfung der Anschlussdetails eingebaut werden. Dann kann die Raumluftfeuchte steigen und an kalten Wandecken oder Laibungen Schimmel entstehen.
Deshalb kann es sinnvoll sein, zuerst mit „kleinen“ Maßnahmen den U-Wert des Fensters zu verbessern und erst zusammen mit der Fassadendämmung die Fenster komplett auszutauschen.

TIPP
Nutzen Sie unseren kostenlosen Angebotsservice: Preise von Heizungs-Fachbetrieben vergleichen und bis zu 30 Prozent sparen
Woran erkannt man, dass Fenster und Türen undicht sind?
Es ist nicht immer nötig, gleich einen Energieberater zu beauftragen, um abzuschätzen, ob Fenster oder Türen Schwachstellen aufweisen. Oft kann man schon auf eigene Faust testen, ob an Fenstern oder Türen undichte Stellen vorhanden sind. Die einfachste Möglichkeit, herauszufinden, ob und wo es zieht, ist, mit einer brennenden Kerze an Fenstern und Türen entlang zu gehen. Wenn die Flamme flackert, zeigt dies eine Undichtigkeit.

Eine weitere Möglichkeit ist, ein Blatt Papier am Fenster einzuklemmen. Wenn man das Blatt, nachdem das Fenster geschlossen wurde, ohne Probleme herausziehen kann, ist das Fenster undicht. Teurer aber hilfreich kann auch eine Aufnahme mit einer Wärmebildkamera sein.

Wenn es unter der Tür oder am Fenster durchzieht
Durch Zugluft unter der Tür oder am Fenster kann viel Heizenergie verloren gehen. Hausbewohner mit glatten Böden wie Laminat, Parkett oder Fliesen können ihre Haus-Türen mit einer Bürstendichtung versehen, die am Türblatt angebracht wird. Auch Bodendichtungen mit Druckfedern oder Magneten sind empfehlenswert. So kann man die kalte Außenluft aus den eigenen vier Wänden effektiv aussperren, Heizkosten senken und so auch den Wohnkomfort wieder herstellen. Die richtigen Dichtungen für die Türfalz kann jeder im Baumarkt kaufen und auch selbst anbringen. Sie verbessern nicht nur die Luftdichtigkeit, sondern auch den Schallschutz.

Fazit
Dichte Fenster und Türen helfen nicht nur beim Energie sparen, sie erhöhen auch die Behaglichkeit in Wohnräumen. Wer eine Dämmung seiner Fassade plant, der sollte den Austausch der Fenster zum selben Zeitpunkt vornehmen, dann passen die U-Werte zueinander und einer Schimmelbildung wird gut vorgebeugt. Aber auch kleinere Maßnahmen helfen, vorhandene Fenster und Türen besser zu dämmen. Dies können Eigentümer und auch Mieter gut selbst durchführen und so direkt mit einer kleinen Investition Geld und Energie sparen.
Häufige Fragen zu Fenstern und Türen
Welcher U-Wert ist beim Fenstertausch vorgeschrieben?
Lohnt sich Dreifach- statt Zweifachverglasung immer?
Muss ich immer das ganze Fenster tauschen?
Wird der Fenstertausch gefördert?
Heizkörpernischen dämmen
Heizkörpernischen dämmen – Energie und Kosten sparen Sie sind ein meist unterschätzter Energiefresser: Heizkörpernischen, wie sie auch heute noch häufig… weiterlesen










