Heizkosten sparen mit innovativen Baustoffen
Wer sich bereits bei der Planung und beim Bau seines Eigenheims Gedanken übers Energie sparen macht, kann sich später über niedrige Heizkosten-Abrechnungen freuen. Neben einer Dämmung am gesamten Haus tragen auch neue Baustoffe dazu bei, die benötigte Heizenergie zu drosseln.

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Neue Baustoffe: dünn und dennoch qualitativ hochwertig
Neue Baustoffe zeichnen sich dadurch aus, dass sie die Kälte aussperren, ohne dabei dick und klobig zu sein. Früher war das anders: Da garantierten nur besonders dicke Wände, dass es in Innenräumen im Winter warm und im Sommer kühl blieb. Einige Wandbaustoffe von heute sind so konzipiert, dass sie selbst bereits eine dämmende Wirkung haben; ob eine zusätzliche Dämmschicht nötig ist, hängt aber vom Baustoff, der Wanddicke und dem angestrebten U-Wert ab. Preis und Wirtschaftlichkeit sollten deshalb immer für den konkreten Wandaufbau verglichen werden.
Ein weiterer Pluspunkt der sogenannten monolithischen Baustoffe sind auch die dünneren Wände: Während früher die Dicke der Wände zu Lasten der Wohnfläche ging, ergibt sich durch die dünneren Baustoffe mehr verfügbare Wohnfläche oder eben bei gleicher Wohnfläche weniger Flächenverbrauch. Bereits bei der Herstellung dieser Baustoffe wird ein besonderes Augenmerk darauf gelegt, dass möglichst wenig Wärme von innen nach außen dringt. Diese sogenannte Wärmeleitfähigkeit Lambda (λ) wird gemessen in Watt pro Meter und Kelvin. Je niedriger der Wert, umso besser, denn umso weniger Wärme dringt dann durch den Baustoff nach draußen.
Wärmeleitfähigkeit Lambda: der zentrale Kennwert
1Worum es geht
Lambda (λ) beschreibt, wie viel Wärme ein Material bei einem Grad Temperaturunterschied pro Meter Dicke durchlässt. Der Wert gilt für das Material selbst – unabhängig davon, wie dick die Wand am Ende wird.
2Worauf achten
Lambda beschreibt das Material – über die Dämmwirkung der Wand entscheiden Lambda und Dicke gemeinsam.

Diese Materialien eignen sich
Der Porenbetonstein Ytong Planblock PP2 ist einer der Baustoffe, die am häufigsten verwendet werden, weil er eine hohe dämmende Wirkung hat. Darüber hinaus hat er den Vorteil, dass er ausreichend druckfest für tragende Wände ist – eine Eigenschaft, die nicht alle Baustoffe besitzen. Der Wärmeleitwert liegt je nach Rohdichteklasse bei 0,08 bis 0,09 Watt pro Meter und Kelvin; besonders wärmedämmende Porenbeton-Varianten erreichen inzwischen 0,07 W/(m·K).

Auch Kalksandstein eignet sich als Mauerwerk für Energie sparende Häuser. Für Außenwände ist dabei in der Regel eine Wärmedämmschicht einzuplanen, weil Kalksandstein selbst vergleichsweise stark Wärme leitet. Möglich sind einschalige KS-Wände mit außenliegender Dämmung sowie zweischalige Konstruktionen mit Wärmedämmung, Luftschicht oder Kerndämmung.
Für Konstruktionen aus Kalksandstein können Vakuum-Isolations-Paneele dort sinnvoll sein, wo wenig Platz für Dämmung vorhanden ist. Als Faustwert gilt: 1 cm Vakuumdämmung kann etwa so stark dämmen wie 5 bis 8 cm Standarddämmstoff. Ob wenige Zentimeter reichen, muss der Planer über den Ziel-U-Wert, Fugen und Anschlüsse nachweisen; VIP dürfen außerdem nicht nachträglich zugeschnitten oder beschädigt werden. Ein weiteres Bausystem auf Kalksandstein-Basis ist KS-QUADRO THERM des Herstellers KS-QUADRO Bausysteme. Dabei liegen wasserführende Temperierungsmodule in den Lochkanälen der KS-QUADRO-E-Steine und temperieren Wandflächen. Das kann niedrige Vorlauftemperaturen unterstützen und mit passender Planung Energie sparen. Im Sommer kann das System auch zur Wandkühlung genutzt werden; dabei sind Taupunkt und Feuchteschutz zu berücksichtigen.
Aber auch mit Ziegeln können Energie sparende Wände aufgebaut werden. Moderne Hochlochziegel arbeiten mit vielen Luftkammern; besonders wärmedämmende Varianten sind zusätzlich mit Dämmstoffen wie Perlit oder Mineralwolle gefüllt. Je nach Produkt erreichen solche Ziegel Lambda-Werte von etwa 0,07 bis 0,09 W/(m·K) und können für tragende Außenwände ausgelegt sein.
Wandbaustoffe: Dämmwirkung im Überblick
| Baustoff | Wärmeleitfähigkeit λ | Ohne Zusatzdämmung? | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Porenbeton-Planstein | 0,07–0,09 W/(m·K) | möglich, produktabhängig | leicht zu verarbeiten; U-Wert hängt von Wanddicke ab |
| Niedrigenergieziegel | 0,07–0,09 W/(m·K) | möglich, produktabhängig | oft mit Dämmstoff gefüllt; Statik je Produkt prüfen |
| Kalksandstein | hoch – dämmt selbst kaum | nein | sehr tragfähig, guter Schallschutz; Dämmschicht nötig |
| Vakuum-Isolations-Paneele | extrem niedrig | Dämmstoff | 1 cm wirkt wie 5–8 cm Standarddämmstoff |

Worauf es bei der Baustoffwahl ankommt
Der Lambda-Wert allein entscheidet allerdings nicht, wie gut ein Haus gedämmt ist: Maßgeblich ist der Wärmedurchgang der fertigen Wand (U-Wert), und der ergibt sich aus Wärmeleitfähigkeit und Wanddicke zusammen. Ein monolithischer Wandaufbau aus Porenbeton oder Niedrigenergieziegeln und eine mehrschalige Konstruktion mit separater Dämmschicht können deshalb gleichwertig gute Ergebnisse erzielen. Neben der Dämmwirkung spielen bei der Baustoffwahl auch Tragfähigkeit, Schallschutz, Brandschutz und der Preis eine Rolle – Kalksandstein etwa dämmt selbst kaum, punktet aber bei Statik und Schallschutz. Welche Anforderungen ein Neubau insgesamt erfüllen soll, regelt das Gebäudeenergiegesetz (GEG); für die Auswahl im Detail lohnt sich die Beratung durch ein Planungsbüro oder einen Energieberater.
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