Baustoffe

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Heizkosten sparen mit innovativen Baustoffen

Wer sich bereits bei der Planung und beim Bau seines Eigenheims Gedanken übers Energie sparen macht, kann sich später über niedrige Heizkosten-Abrechnungen freuen. Neben einer Dämmung am gesamten Haus tragen auch neue Baustoffe dazu bei, die benötigte Heizenergie zu drosseln.

Mauersteine © Gina Sanders, stock.adobe.com
Innovative Baustoffe sparen Energiekosten © Gina Sanders, stock.adobe.com
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Neue Baustoffe: dünn und dennoch qualitativ hochwertig

Neue Baustoffe zeichnen sich dadurch aus, dass sie die Kälte aussperren, ohne dabei dick und klobig zu sein. Früher war das anders: Da garantierten nur besonders dicke Wände, dass es in Innenräumen im Winter warm und im Sommer kühl blieb. Einige Wandbaustoffe von heute sind so konzipiert, dass sie selbst bereits eine dämmende Wirkung haben; ob eine zusätzliche Dämmschicht nötig ist, hängt aber vom Baustoff, der Wanddicke und dem angestrebten U-Wert ab. Preis und Wirtschaftlichkeit sollten deshalb immer für den konkreten Wandaufbau verglichen werden.

Ein weiterer Pluspunkt der sogenannten monolithischen Baustoffe sind auch die dünneren Wände: Während früher die Dicke der Wände zu Lasten der Wohnfläche ging, ergibt sich durch die dünneren Baustoffe mehr verfügbare Wohnfläche oder eben bei gleicher Wohnfläche weniger Flächenverbrauch. Bereits bei der Herstellung dieser Baustoffe wird ein besonderes Augenmerk darauf gelegt, dass möglichst wenig Wärme von innen nach außen dringt. Diese sogenannte Wärmeleitfähigkeit Lambda (λ) wird gemessen in Watt pro Meter und Kelvin. Je niedriger der Wert, umso besser, denn umso weniger Wärme dringt dann durch den Baustoff nach draußen.

Wärmeleitfähigkeit Lambda: der zentrale Kennwert

W/(m·K)Einheit
0,07–0,09gute monolithische Wandbaustoffe
je kleiner, desto besserFaustregel

1Worum es geht

Lambda (λ) beschreibt, wie viel Wärme ein Material bei einem Grad Temperaturunterschied pro Meter Dicke durchlässt. Der Wert gilt für das Material selbst – unabhängig davon, wie dick die Wand am Ende wird.

2Worauf achten

Für die fertige Wand zählt der Wärmedurchgang (U-Wert): Er ergibt sich aus Lambda und Wanddicke zusammen.
Hersteller nennen den Bemessungswert – diese Größe ist für die Planung maßgeblich.
Ein dickerer Stein mit etwas höherem Lambda kann genauso gut dämmen wie ein dünnerer mit niedrigem Wert.
Merksatz

Lambda beschreibt das Material – über die Dämmwirkung der Wand entscheiden Lambda und Dicke gemeinsam.

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Diese Materialien eignen sich

Der Porenbetonstein Ytong Planblock PP2 ist einer der Baustoffe, die am häufigsten verwendet werden, weil er eine hohe dämmende Wirkung hat. Darüber hinaus hat er den Vorteil, dass er ausreichend druckfest für tragende Wände ist – eine Eigenschaft, die nicht alle Baustoffe besitzen. Der Wärmeleitwert liegt je nach Rohdichteklasse bei 0,08 bis 0,09 Watt pro Meter und Kelvin; besonders wärmedämmende Porenbeton-Varianten erreichen inzwischen 0,07 W/(m·K).

Wand mauern mit Porenbetonsteine © Brillant Eye, stock.adobe.com
Wand mauern mit Porenbetonsteine © Brillant Eye, stock.adobe.com

Auch Kalksandstein eignet sich als Mauerwerk für Energie sparende Häuser. Für Außenwände ist dabei in der Regel eine Wärmedämmschicht einzuplanen, weil Kalksandstein selbst vergleichsweise stark Wärme leitet. Möglich sind einschalige KS-Wände mit außenliegender Dämmung sowie zweischalige Konstruktionen mit Wärmedämmung, Luftschicht oder Kerndämmung.

Für Konstruktionen aus Kalksandstein können Vakuum-Isolations-Paneele dort sinnvoll sein, wo wenig Platz für Dämmung vorhanden ist. Als Faustwert gilt: 1 cm Vakuumdämmung kann etwa so stark dämmen wie 5 bis 8 cm Standarddämmstoff. Ob wenige Zentimeter reichen, muss der Planer über den Ziel-U-Wert, Fugen und Anschlüsse nachweisen; VIP dürfen außerdem nicht nachträglich zugeschnitten oder beschädigt werden. Ein weiteres Bausystem auf Kalksandstein-Basis ist KS-QUADRO THERM des Herstellers KS-QUADRO Bausysteme. Dabei liegen wasserführende Temperierungsmodule in den Lochkanälen der KS-QUADRO-E-Steine und temperieren Wandflächen. Das kann niedrige Vorlauftemperaturen unterstützen und mit passender Planung Energie sparen. Im Sommer kann das System auch zur Wandkühlung genutzt werden; dabei sind Taupunkt und Feuchteschutz zu berücksichtigen.

Aber auch mit Ziegeln können Energie sparende Wände aufgebaut werden. Moderne Hochlochziegel arbeiten mit vielen Luftkammern; besonders wärmedämmende Varianten sind zusätzlich mit Dämmstoffen wie Perlit oder Mineralwolle gefüllt. Je nach Produkt erreichen solche Ziegel Lambda-Werte von etwa 0,07 bis 0,09 W/(m·K) und können für tragende Außenwände ausgelegt sein.

Wandbaustoffe: Dämmwirkung im Überblick

BaustoffWärmeleitfähigkeit λOhne Zusatzdämmung?Besonderheit
Porenbeton-Planstein0,07–0,09 W/(m·K)möglich, produktabhängigleicht zu verarbeiten; U-Wert hängt von Wanddicke ab
Niedrigenergieziegel0,07–0,09 W/(m·K)möglich, produktabhängigoft mit Dämmstoff gefüllt; Statik je Produkt prüfen
Kalksandsteinhoch – dämmt selbst kaumneinsehr tragfähig, guter Schallschutz; Dämmschicht nötig
Vakuum-Isolations-Paneeleextrem niedrigDämmstoff1 cm wirkt wie 5–8 cm Standarddämmstoff
Quelle: Hersteller-Datenblätter der genannten Baustoffsysteme; Variotec VIP-Produktübersicht · Stand: 2026
Moderne Baustoffe für eine optimale Dämmung
Moderne Baustoffe für eine optimale Dämmung

Worauf es bei der Baustoffwahl ankommt

Der Lambda-Wert allein entscheidet allerdings nicht, wie gut ein Haus gedämmt ist: Maßgeblich ist der Wärmedurchgang der fertigen Wand (U-Wert), und der ergibt sich aus Wärmeleitfähigkeit und Wanddicke zusammen. Ein monolithischer Wandaufbau aus Porenbeton oder Niedrigenergieziegeln und eine mehrschalige Konstruktion mit separater Dämmschicht können deshalb gleichwertig gute Ergebnisse erzielen. Neben der Dämmwirkung spielen bei der Baustoffwahl auch Tragfähigkeit, Schallschutz, Brandschutz und der Preis eine Rolle – Kalksandstein etwa dämmt selbst kaum, punktet aber bei Statik und Schallschutz. Welche Anforderungen ein Neubau insgesamt erfüllen soll, regelt das Gebäudeenergiegesetz (GEG); für die Auswahl im Detail lohnt sich die Beratung durch ein Planungsbüro oder einen Energieberater.

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