Das optimale Raumklima für jedes Zimmer

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Das optimale Raumklima erzielen – Welche Maßnahme für welchen Raum?

Nicht umsonst sind in den technischen Regeln für Arbeitsstätten je nach Zweck und abhängig von der Nutzung von Räumen unterschiedliche Werte vorgegeben hinsichtlich Temperatur und auch Luftfeuchte.

Das perfekte Raumklima in jedem Zimmer von Wohnung oder Haus, das muss kein Traum bleiben. Hat man sich erstmal informiert, welche Werte für jedes Zimmer optimal sind, kann man auch mit kleineren Maßnahmen, die nichts oder wenig kosten, das Raumklima verbessern.

Je nach Zimmer sind die empfohlenen Raumtemperaturen und die Werte der relativen Luftfeuchtigkeit unterschiedlich. Damit in jedem Raum die richtige Behaglichkeit erzielt wird, sollten die empfohlenen Werte eingehalten werden.

Gutes Raumklima © Studio Romantic, stock.adobe.com
Gutes Raumklima © Studio Romantic, stock.adobe.com

Wohnzimmer

Wohnzimmer sind neben Küche und Bad die Räume, die am intensivsten genutzt werden. Umso wichtiger ist es, hier ein Raumklima zu schaffen, das als behaglich empfunden wird. Dabei sind folgende Aspekte zu beachten:

  1. Temperatur: Für Wohnzimmer wird eine Raumtemperatur von circa 20 bis 21 Grad C empfohlen, wer jedoch angesichts der hohen Preise für Energie sparen möchte, dem können auch 19 Grad Celsius reichen. Programmierbare Heizungs-Thermostate sorgen für die richtige Temperatur zum richtigen Zeitpunkt.
  2. Luftfeuchtigkeit: Für das richtige Raumklima ist auch die richtige Luftfeuchtigkeit wichtig – hier gelten für Wohnzimmer 40 % bis 60 % relative Luftfeuchtigkeit als ideal. Wer die Luftfeuchtigkeit im Winter erhöhen möchte, der kann dies durch regelmäßiges gründliches Lüften Aber auch Luftbefeuchter können helfen, die in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich sind. Durch die richtige Einrichtung kann man im Wohnzimmer viele Aspekte positiv beeinflussen. So sollten große Schränke oder auch vollgestellte Bücherregale nicht dicht an einer (kühlen) Außenwand positioniert werden. Ein Abstand von einigen Zentimetern ist sinnvoll, um die Gefahr der Schimmelbildung zu bannen. Durch große Möbel kann an diesen Stellen in der Wand der Taupunkt nach innen verschoben werden, wodurch die Schimmelgefahr extrem steigt. Stehen die Möbel nicht vor der Heizung, kann die Wärme besser im Raum verteilt werden. Pflanzen helfen ebenso bei der Regulierung der Luftfeuchtigkeit – und bei der Luftqualität im Wohnzimmer.
  3. Luftqualität: Wohlfühl-Raumklima umfasst auch eine gute Luftqualität. Hier sollte bei der Anschaffung neuer Möbel darauf geachtet werden, dass diese schadstoffarm sind. Dasselbe gilt für Bodenbeläge wie Teppiche, Vinyl, Parkett. Bei einem offenen Kamin hilft häufiges Lüften gegen eine Belastung durch Feinstaub. Wer trotz regelmäßigen Lüftens nicht mit der Qualität der Luft zufrieden ist, dem können neben Pflanzen auch elektrische Luftwäscher
  4. Zimmerpflanze für besseres Raumklima © Washdog, stock.adobe.com
    Die richtigen Pflanzen optimieren die Luftqualität und unterstützen ein gesundes Raumklima © Washdog, stock.adobe.com
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  5. Lärmbelästigung: Dabei geht es nicht nur um Lärm, der von außen kommt, gegen den Schallschutzfenster helfen. Schallharte Räume können schnell kühl und weniger behaglich wirken. Hier helfen Textilien wie Gardinen, Kissen, textile Bodenbeläge (also Teppichboden oder einzelne Teppiche).
  6. Beleuchtung: Das richtige Licht hat großen Einfluss auf die Behaglichkeit – grundsätzlich gilt: Mehrere kleine Lichtquellen im Raum verteilt sind besser als eine große Deckenlampe. LED bieten enorme Variationsmöglichkeiten hinsichtlich der Lichtfarbe und Dimmer erlauben die Regelung der Helligkeit.
Ein gutes Raumklima im Wohnzimmer
Ein gutes Raumklima im Wohnzimmer

Schlafzimmer

In Schlafzimmern sind andere Vorgaben nicht nur hinsichtlich der Raumtemperatur zu beachten.

  1. Temperatur: In Schlafzimmern dürfen deutlich niedrigere Temperaturen vorherrschen, hier werden oft 16 Grad als ideale Temperatur empfohlen, wobei die Wohlfühltemperatur sehr individuell ist.
  2. Luftfeuchtigkeit: Die optimale Luftfeuchtigkeit liegt auch in Schlafzimmern zwischen 40 und 60 %. Das richtige Lüften ist gerade in Schlafzimmern wichtig, nicht nur, um einen gesunden Schlaf zu garantieren. Durch Schwitzen und Atmen wird die Luftfeuchtigkeit in Schlafzimmern schnell erhöht. Gegebenenfalls sind Luftentfeuchter sinnvoll, sodass nachts die Luftfeuchtigkeit im kühlen Schlafzimmer nicht zu hochsteigt.
  3. Luftqualität: Schlafen zwei Menschen in einem kleineren Schlafzimmer, so kann die Konzentration von CO2 im Raum schnell auf ungesunde Werte ansteigen. Es gibt Pflanzen, die im Dunkeln, wenn keine Photosynthese stattfindet, CO2 absorbieren, wie etwa Aloe Vera, Bogenhanf oder Bromelien. Noch gründlicher beseitigen Lüftungsanlagen das Problem.
  4. Lärmbelästigung: Gerade im Schlafzimmer wird Ruhe benötigt. Deshalb sind hier gute Fenster besonders wichtig, aber auch hier können Textilien schallharte Räume entschärfen.
  5. Beleuchtung: Im Schlafzimmer sind dimmbare Leuchten wesentlich, zu helles Licht kann das Einschlafen behindern. Deshalb sind auch Rollläden Jalousien oder verdunkelnde Vorhänge im Schlafzimmer angeraten, um einen ungestörten Schlaf zu ermöglichen.
Gesunder Schlaf bei idealem Raumklima
Gesunder Schlaf bei idealem Raumklima
Schimmel im Schlafzimmer vermeiden
Schimmel im Schlafzimmer vermeiden

Kinderzimmer

Bei Kinderzimmern ist die Nutzung sehr flexibel, tagsüber wird gespielt, ältere Kinder sitzen womöglich am Schreibtisch und nachts werden die Kinderzimmer zum Schlafen genutzt. Entsprechend der Nutzung wird auch das Raumklima geregelt.

  1. Temperatur: Wird das Kinderzimmer zum Spielen genutzt, dann reicht tagsüber eine Temperatur von 20 Grad C aus, für ältere Kinder, die viel sitzen und lernen, können auch 21 bis 22 Grad angenehmer sein. Nachts kann die Temperatur wie in Schlafzimmern auf 16 bis 18 Grad abgesenkt werden. Ideal hierfür sind programmierbare Heizungsthermostate.
  2. Luftfeuchtigkeit: Die ideale relative Luftfeuchte liegt im Kinderzimmer zwischen 40 % und 60 %. In Kinderzimmern sollte wenn möglich auf die Luftfeuchtigkeit regulierende Pflanzen verzichtet werden, um zu verhindern, dass Kleinkinder Pflanzenteile oder Blumenerde essen. Möchte man elektrische Luftbe- oder -entfeuchter zur Regulierung der Luftfeuchtigkeit zu Hilfe nehmen, dann sollten diese bei Kleinkindern außer Reichweite auf hohen Schränken oder Regalen untergebracht werden. Mehrfaches Stoßlüften hilft auch. Am sichersten ist eine Wohnraumlüftung.
  3. Luftqualität: Gerade im Kinderzimmer sollte auf schadstoffarme Möbel und gesundes Spielzeug geachtet werden, um die Schadstoffbelastung möglichst zu vermeiden.
  4. Lärmbelästigung: Schallharte Räume sind auch für Kinder unangenehm. Teppiche oder andere Textilien können gerade in Kinderzimmern aber auch als Isolierung nach außen helfen, wenn lautes Spielen oder Toben oder Musik hören Nachbarn ärgern sollte.
  5. Beleuchtung: Die unterschiedlichen Nutzungsarten des Kinderzimmers verlangen entsprechende Beleuchtung. Eine dimmbare Lampe in der Nähe des Bettes, eine gute Schreibtischleuchte und eine helle Ausleuchtung von Spielflächen sind angeraten.
Das Kinderzimmer sollte wandelbar sein
Das Kinderzimmer sollte wandelbar sein

Küche

In der Küche sind wiederum andere Empfehlungen für das richtige Raumklima zu beachten.

  1. Temperatur: In dem Arbeitsraum Küche wird viel gekocht, dabei entsteht reichlich Abwärme. Auch Kühlschränke sorgen für eine zusätzliche Erwärmung in der Küche. Dementsprechend reicht eine Temperatur von 18 Grad für die Küche vollkommen aus.
  2. Luftfeuchtigkeit: Beim Kochen entsteht viel Wasserdampf, die Luftfeuchtigkeit in der Küche liegt daher üblicherweise höher als in anderen Räumen. Normal ist die relative Luftfeuchtigkeit von 50 bis 60 %. Gerade nach dem Kochen helfen weit geöffnete Fenster nicht nur dabei, Kochgerüche zu entfernen, sondern auch, die Luftfeuchtigkeit im Raum zu regulieren. Aber auch mit der Hilfe von Dunstabzugshauben kann die Luftfeuchtigkeit im richtigen Rahmen gehalten werden.
  3. Luftqualität: Durchs Kochen erhöht sich in der Küche nicht nur die Luftfeuchtigkeit, die Luftqualität nimmt auch ab. Wer zum Beispiel mit Gas kocht, sollte darauf achten, das genug Sauerstoff in der Luft ist. Aber auch durch scharfe Reinigungsmittel kann die Luftqualität negativ beeinflusst werden. Neben Stoßlüften hilft auch hier die Dunstabzugshaube.
  4. Dunstabzugshaube in der Küche © 竹澤宏, stock.adobe.com
    Dunstabzugshauben mit Außenkanal sind besonders effizient © 竹澤宏, stock.adobe.com

    Es gibt außerdem viele Hausmittel, die gegen schlechte Gerüche in der Küche helfen sollen, von Essig über Kaffeebohnen oder Zitronen. Elektrische Luftreiniger sind zwar teurer, können aber effizient Küchengerüche vermindern.

  5. Beleuchtung: Küchen sollten gut ausgeleuchtet sein, Neben einer zentralen Beleuchtung ist vor allem die gründliche Ausleuchtung von Arbeitsplatten und Herd notwendig.
Die Dunstabzugshause sorgt für bessere Luft
Die Dunstabzugshause sorgt für bessere Luft

Badezimmer

Neben der Küche ist vor allem das Badezimmer einer der feuchtesten Räume einer Wohnung.

  1. Temperatur: Badezimmer sollten etwas wärmer sein als reine Wohnräume. Im Badezimmer fühlen sich die meisten bei 22 bis 24 Grad C wohl. Da diese vergleichsweise hohe Temperatur jedoch nicht den ganzen Tag erreicht werden muss, sind für Badezimmer programmierbare Thermostate besonders zu empfehlen.
  2. Luftfeuchtigkeit: Die Luftfeuchtigkeit im Badezimmer darf angesichts der höheren Temperatur auch etwas höher liegen. Idealerweise überschreitet sie jedoch die 60 bis 70 % nicht.
  3. Schimmel in der Dusche © Wellnhofer Designs, stock.adobe.com
    Dauerhaft zu hohe Luftfeuchtigkeit im Bad kann zu Schimmelbefall führen © Wellnhofer Designs, stock.adobe.com

    Um die Luftfeuchtigkeit im richtigen Rahmen zu halten, sollte nach jeder Dusche gründlich gelüftet werden. Am besten ist die richtige Luftfeuchtigkeit mit einer kontrollierten Wohnraumlüftung zu erreichen. Wer im Bad kein Fenster zum Lüften hat, der sollte die Entlüftungsventilatoren auf jeden Fall während der Nutzung eingeschaltet lassen (häufig sind diese ja mit dem Lichtschalter gekoppelt). Elektrische Luftentfeuchter helfen, die relative Luftfeuchte zu verringern. Für Badezimmer müssen dies leistungsstarke Geräte sein.

  4. Luftqualität: Durch scharfe Reinigungsmittel kann die Luftqualität im Badezimmer beeinträchtigt werden. Hier gilt dasselbe wie in der Küche – es gibt auch effektive Reiniger, die ohne scharfe Chemikalien auskommen.

Keller

In vielen Kellern, vor allem in Altbauten, gibt es Probleme mit dem Raumklima. Oft herrscht eine zu hohe Luftfeuchtigkeit und es bildet sich Schimmel.

  1. Temperatur: Die Temperatur im Keller hängt sehr davon ab, ob dieser gedämmt ist oder nicht. In ungedämmten Kellern unterscheidet sich die Temperatur im Winter und Sommer erheblich, während in gedämmten Neubau-Kellern gleichbleibt. Wird der Keller nicht als Aufenthaltsraum (Hobbyraum oder Spielkeller) genutzt, reicht eine Temperatur von 12 Grad vollkommen aus.
  2. Luftfeuchtigkeit: Der Luftfeuchtigkeit muss in Kellerräumen besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, da sie bei den niedrigen Temperaturen nicht zu hoch steigen darf, um Schimmel vorzubeugen.

Eine Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 % im Keller sollte eingehalten werden. Wäschetrocknen im Keller kann die Luftfeuchtigkeit drastisch erhöhen. Gibt es keine Alternativen, dann muss mit entsprechendem Lüften oder Luftentfeuchtern entgegengewirkt werden. Ideal ist eine automatische Lüftungsanlage.

Fazit

Das Raumklima unterscheidet sich sowohl hinsichtlich der idealen Temperatur wie auch der optimalen Luftfeuchte von Raum zu Raum erheblich, wie diese Tabelle zeigt:

Raum Optimale Temperatur Optimale Luftfeuchtigkeit
Küche 18 – 20 Grad C 50 – 60 %
Wohnzimmer 20 – 22 Grad C 40 – 60 %
Schlafzimmer 16 -18 Grad C 40 – 60 %
Kinderzimmer 20 – 22 Grad C 40 – 60 %
Badezimmer 22 – 24 Grad C 50 – 70 %
Flur 16 – 18 Grad C> 40 – 60 %
Keller 10 – 14 Grad C 40 – 50 %


Grundsätzlich ist auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu achten. Gerade für Wohn-, Schlaf- und Kinderzimmer sollte eine mögliche Belastung durch Schadstoffe beachtet werden. Wer durch Lüften allein kein optimales Raumklima erzielen kann, der kann durch eine zentrale Wohnraumlüftung, aber auch Luftbe- und -entfeuchter sowie Luftwäscher oder Klimaanlagen das Raumklima verbessern.

Innenraumthermometer mit Luftfeuchtigkeit © jipen, stock.adobe.com
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