Was gegen eine ungleiche Wärmeverteilung der Heizung hilft

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Manchmal dauert es ewig, bis ein Zimmer im Winter warm wird, obwohl man die Heizung voll aufgedreht hat. Zum Test legt man die Hände einmal vorsichtig oben auf den Heizkörper und einmal ans untere Ende des Heizkörpers. Ist er nicht gleichmäßig warm, bringt er nicht die Leistung, die er bringen soll.

Eine ungleiche Wärmeverteilung in den einzelnen Heizkörpern hat mit ihrem Aufbau und ihrer Funktionsweise zu tun. Sie sind keine kleinen Brennöfen, stellen die Wärme also nicht selbst an Ort und Stelle her. Vielmehr sind sie Teil eines Heizkreislaufs: Von einer Heizungs- beziehungsweise Wärmepumpe im Keller angetrieben, strömt warmes Wasser durch ihre Röhren und Lamellen. Der Zufluss am einzelnen Heizkörper wird dabei von einem Ventil gesteuert, das mit dem Thermostat bedient wird. Geht die Schleuse auf, heißt es: Heißes Wasser marsch! Der Heizkörper gibt die Wärme dann an die Umgebung ab.

Heizung entlüften

Hindernisse beim Wasserdurchfluss können dazu führen, dass der Heizkörper ungleichmäßig warm wird. Die gute Nachricht ist, dass man dieses Problem meist schnell selbst beheben kann. Häufig ist nämlich zu viel Luft im Heizkörper der Grund dafür. Ein weiteres Zeichen, das auf diese Ursache hindeutet, ist, dass er gluckert. Dann sollte der Heizkörper entlüftet werden.

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Alles, was man dafür braucht, ist ein sogenannter Heizungs- beziehungsweise Vierkantschlüssel, ein Tuch und eine Schüssel. Das Tuch kommt unter das Entlüftungsventil, das sich in der Regel auf der gegenüberliegenden Seite des Thermostats befindet, um eventuell auslaufendes Wasser aufzufangen. Dann wird das Entlüftungsventil mit dem Schlüssel langsam und entgegen dem Uhrzeigersinn aufgedreht. Meist reicht dafür schon maximal eine halbe Drehung. Die Schüssel wird mit der anderen Hand darunter gehalten, falls Wasser ausläuft. Vorsicht, die entweichende Luft kann heiß sein und zischen. Das Ventil bleibt so lange geöffnet, bis Wasser aus der Öffnung tritt. Nun wird das Ventil wieder verschlossen und eventuelle Restflüssigkeit mit dem Tuch weggeputzt – fertig.

Frau entlüftet Heizung © M.Dörr & M.Frommherz, stock.adobe.com
Ein Heizkörper ist innerhalb weniger Minuten entlüftet © M.Dörr & M.Frommherz, stock.adobe.com

Es hilft, jeden einzelnen Heizkörper zu entlüften, wenn man die Utensilien ohnehin in der Hand hat. Denn Luft verteilt sich nach und nach im gesamten System, so dass auch nachfolgende Heizkörper mit der Zeit eine ungleiche Wärmeverteilung aufweisen können. Zu lange warten sollte man damit nicht, denn die Luft macht die Anlage ineffizient und man muss die einzelnen Heizkörper gegebenenfalls höher aufdrehen, als es eigentlich nötig wäre, wenn keine Luft im System wäre. Das führt zu Energieverschwendung und höheren Kosten.

Thermostat und Ventil prüfen

Wesentlich seltener tritt der Fall ein, dass das Thermostat oder das Ventil, auf dem das Thermostat sitzt, kaputt ist. Ein Thermostat ist ebenfalls leicht selbst zu wechseln. Dazu stellt man es auf die höchste Stufe und löst den unten befindlichen Schraubring gegen den Uhrzeigersinn mit einer Zange. Nun kann das Thermostat entnommen werden. Sichtbar wird ein Stift, der zum Ventil gehört. Er sollte sich mit etwas Kraft hineindrücken lassen und automatisch wieder herausschnellen, wenn man loslässt. Funktioniert das Ventil augenscheinlich, wird nun das neue Thermostat, ebenfalls auf höchster Stufe, an diesem angebracht und wieder festgeschraubt. Auch hier sind solche Arbeiten ein guter Grund, darüber nachzudenken, gleichzeitig weitere Optimierungen vorzunehmen – etwa der Austausch besonders alter Thermostate im Haus oder der Wohnung durch neue, gegebenenfalls elektronische oder gar solche, die sich per Funk oder Internet ansteuern lassen.

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Lässt sich der Ventilstift nicht oder nur schwer bewegen, muss man genauer hinschauen. Oft klemmt er lediglich oder ist ein wenig verkalkt, insbesondere zu Beginn der Heizsaison. Hier kann es helfen, den Stift mit einem Werkzeug vorsichtig hervorzuziehen und mit etwas Schmieröl zu behandeln. Am besten drückt man ihn anschließend mehrmals etwas ein und zieht ihn wieder hervor, damit sich das Schmieröl gut verteilen kann. Bewegt er sich hingegen gar nicht mehr, ist er vermutlich defekt. Das Ventil kann dann seiner Aufgabe nicht mehr nachkommen, den Zustrom des heißen Wassers wirkungsvoll zu regulieren. In diesem Fall sollte ein Fachmann übernehmen, da der Austausch eines Ventils größere Kenntnisse der Materie benötigt und einen größeren Aufwand bedeutet.

Heizungen können nicht nur Wärmeunterschiede zwischen oben und unten, sondern auch zwischen links und rechts aufweisen. Diese sind jedoch eher selten und vor allem darauf zurückzuführen, dass man direkt nach dem Aufdrehen am Heizkörper gefühlt hat. Es kann etwas dauern, bis das warme Wasser den Heizkörper erstmals vollständig durchlaufen hat. Am Ventil, wo es einströmt, wird es daher meist sehr schnell warm, während es am anderen Ende der Heizung etwas länger dauert.

Hydraulischer Abgleich

Hilft das alles nichts und verteilt sich die Wärme immer noch ungleich – auch und insbesondere zwischen unterschiedlichen Heizkörpern im Haus –, ist vermutlich der Wasserdruck in der Anlage zu gering. Es lohnt sich, dann eine Heizungsfachkraft ins Haus zu holen, denn in diesem Fall arbeitet die gesamte Heizungsanlage nicht mehr effizient. Fachleute wissen nicht nur aus dem Effeff, wo und wie der Druck geprüft und Wasser nachgefüllt wird. Sie können auch einen hydraulischen Abgleich durchführen, der das gesamte System optimiert.

Er ist wichtig, weil das Wasser auf dem Weg durch ein Haus oder eine Wohnung an Druck verliert. Mit der Zeit führt das dazu, dass Heizkörper, die weiter entfernt von der Pumpe stehen, sehr viel höher aufgedreht werden müssen, um richtig warm zu werden. Ein hydraulischer Abgleich passt das System so an, dass das Wasser an jedem Heizkörper mit der gleichen Temperatur und dem gleichen Druck ankommt.

Regelmäßige Wartung

Auch wenn die Heizung (scheinbar) einwandfrei läuft, sollte sie in bestimmten Intervallen von einem Fachmann gewartet werden. Das hilft, etwaige Problemchen frühzeitig zu erkennen, bevor sie zu echten Problemen werden. Darüber hinaus zeigen diese Untersuchungen auf, wo das System mit kleinen Handgriffen optimiert werden kann – etwa, wenn sich an den baulichen Gegebenheiten etwas geändert hat, die Heizung daraufhin aber nicht neu eingestellt wurde.

Heizkörper mit Thermostat © Ruta Saulyte, stock.adobe.com
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