Ein Warmwasserboiler ist ein Gerät zum Erhitzen von Wasser mit einem kleinen oder mittleren Warmwasserspeicher. Er wird vorzugsweise bei der dezentralen Warmwasserversorgung eingesetzt und im Bad, in der Küche oder im Hauswirtschaftsraum installiert, weil dort in der Regel häufig Warmwasser gebraucht wird. Ob Sie ihn selbst anschließen dürfen, hängt allerdings von der Bauart ab – und genau da wird es sicherheitsrelevant.
Das Wichtigste in Kürze
- Technisch geeignet sind nur drucklose Kleinspeicher mit Stecker und Niederdruckarmatur; Herstelleranleitung und Fachbetriebs-Pflichten prüfen.
- Erst den Strom abschalten, dann das Wasser – und den alten Speicher vor dem Abnehmen entleeren.
- Druckfeste Speicher brauchen eine Sicherheitsgruppe und gehören in die Hand des Fachbetriebs.
- Nach der Montage den Boiler auf rund 60 °C einstellen – zu kühles Wasser begünstigt Legionellen.

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Warmwasserboiler gibt es in unterschiedlichen Größen, Fassungsvermögen und Ausführungen. Sie können, je nach Modell, unter dem Waschbecken (Untertischgerät) oder über der Spüle (Obertischgerät) angebracht werden. Die Temperatur lässt sich an modernen Geräten stufenlos regeln, und viele Modelle erwärmen das Wasser nur zu den Zeiten, in denen es gebraucht wird. Nach unten ist die Temperatur allerdings begrenzt: Ein Trinkwasserspeicher gehört auf rund 60 °C, damit sich keine Legionellen vermehren – wie viel Spielraum bleibt, zeigt der Ratgeber Boiler-Temperatur richtig einstellen. Betrieben werden Warmwasserboiler mit Strom, Gas oder Solarenergie. In diesem Artikel geht es um den Anschluss eines drucklosen Elektroboilers – also eines Untertisch- oder Obertischgeräts mit Niederdruckarmatur.
Vorbereitungen
Vor Beginn aller Arbeiten sollte die richtige Größe beziehungsweise das entsprechende Fassungsvermögen des Boilers für seinen Einsatzzweck ermittelt werden. Entscheidend ist dann die Bauart – und die verrät ein Blick auf den vorhandenen Wasserhahn, noch bevor Sie Werkzeug anfassen. Maßgeblich bleiben am Ende Typenschild und Montageanleitung des Geräts. Bei der Platzierung des Geräts sollte rings um den Warmwasserboiler etwas Platz bleiben. Das macht Wartungen oder später notwendige Reparaturen einfacher, weil sich das Gehäuse besser abnehmen lässt. Außerdem sollte man sich vergewissern, dass an den Fixpunkten des Geräts keine Wasser- oder Elektroleitungen verlaufen.
Welchen Boiler haben Sie vor sich?
Die Bauart zeigt vor allem das technische Risiko: druckloser Kleinspeicher oder druckfester Speicher. Ob Sie selbst anschließen dürfen, hängt zusätzlich von Herstelleranleitung, Vermieter und Wasserversorger ab.
WennDer Wasserhahn hat drei Anschlüsse und der Boiler passt unter oder über das Becken (etwa 5 bis 15 Liter).
Dann Druckloser Boiler mit Niederdruckarmatur
Das Gerät steht nicht unter Leitungsdruck; die Armatur übernimmt die Absperrung. Prüfen Sie trotzdem Herstelleranleitung, Mietvertrag und örtliche Trinkwasser-Vorgaben – manche Hersteller verlangen die Fachkraft auch beim Kleinspeicher.
WennDer Wasserhahn hat zwei Anschlüsse, der Speicher hängt an der Wand und versorgt mehrere Zapfstellen (ab etwa 30 Litern).
Dann Druckfester, geschlossener Speicher
Der Speicher steht unter vollem Leitungsdruck und braucht eine Sicherheitsgruppe mit baumustergeprüftem Sicherheitsventil, Rückflussverhinderer und – wenn der Ruhedruck an der Entnahmestelle über 5 bar liegt oder mehr als 80 % des Ansprechdrucks am Sicherheitsventil erreicht – einem Druckminderer. Fehlt sie oder ist die Abblaseleitung verschlossen, wird der Speicher zum Druckbehälter.
Faustregel: Niederdruckarmatur = drei Anschlüsse, Hochdruckarmatur = zwei. Verwechseln Sie beides, kann das Gerät undicht werden oder bersten.

Anschluss Schritt für Schritt
Liegen Gerät, Schlauchsatz und Dichtungen bereit und ist die Bauart geklärt, folgt die Montage in fünf Schritten. Die Reihenfolge ist dabei kein Vorschlag, sondern Sicherheitsbedingung: Der Strom kommt zuerst weg und zuletzt wieder dran – ein Elektroboiler, der ohne Wasser heizt, ist nach wenigen Minuten defekt.
Drucklosen Boiler anschließen – Schritt für Schritt
Strom und Wasser abstellen zuerst
Sicherung herausnehmen, gegen Wiedereinschalten sichern und Spannungsfreiheit prüfen. Erst danach das Eckventil schließen und den alten Boiler über sein Ventil entleeren.
Gerät montieren
Halterung waagerecht setzen und dabei prüfen, dass in der Wand keine Wasser- oder Stromleitungen verlaufen. Rings um das Gehäuse etwas Luft lassen, damit es sich später für Wartung und Reparatur abnehmen lässt.
Drei Schläuche anschließen
Der Schlauch zum Eckventil führt zur Armatur, nicht direkt in den drucklosen Boiler. Von der Armatur geht der Kaltwasserzulauf zum blauen Boileranschluss; der rote Boileranschluss führt zurück zur Armatur. Ausschließlich die mitgelieferten Dichtungen verwenden, keine alten.
Wasser langsam öffnen und Dichtheit prüfen
Eckventil vorsichtig aufdrehen, den Warmwasserhahn öffnen und den Speicher vollständig füllen, bis blasenfrei Wasser austritt. Danach jede Verschraubung abtrocknen und nach einigen Minuten erneut kontrollieren.
Strom zuschalten und Temperatur einstellen erst wenn gefüllt
Ein Elektroboiler darf nie trocken heizen – deshalb kommt der Strom zuletzt. Anschließend die Temperatur auf rund 60 °C stellen: heiß genug gegen Legionellen, ohne den Speicher unnötig auszukühlen.
Wann Sie den Boiler nicht selbst anschließen dürfen
Die Anleitung oben gilt ausschließlich für den drucklosen Untertisch- oder Obertischboiler mit Stecker und Niederdruckarmatur. Sobald der Speicher druckfest (geschlossen) ist – das sind die üblichen Wandspeicher ab etwa 30 Litern, die mehrere Zapfstellen versorgen –, steht er unter dem vollen Leitungsdruck. Er darf dann nur mit einer Sicherheitsgruppe betrieben werden: baumustergeprüftes Sicherheitsventil in der Kaltwasserzuleitung, Rückflussverhinderer und, wenn der Ruhedruck an der Entnahmestelle über 5 bar liegt oder mehr als 80 % des Ansprechdrucks am Sicherheitsventil erreicht, ein Druckminderer (DIN EN 806-2/DIN 1988-200). Die Abblaseleitung des Sicherheitsventils muss frei und sichtbar über einen Ablauf enden – wer sie zustöpselt, macht aus dem Speicher einen Druckbehälter.
Das Gleiche gilt für den Strom: Ein steckerfertiges Kleingerät darf man selbst einstecken. Ein fest angeschlossenes Gerät gehört dagegen nach § 13 der Niederspannungsanschlussverordnung in die Hand eines beim Netzbetreiber eingetragenen Elektrofachbetriebs. Für den Anschluss ans Trinkwassernetz gilt außerdem: § 12 AVBWasserV beschränkt Errichtung und wesentliche Änderungen auf Wasserversorger oder eingetragene Installationsbetriebe; klären Sie Selbstmontage deshalb vorher mit Versorger oder Vermieter. Gas-Boiler schließlich sind immer Sache des Fachhandwerks und des Schornsteinfegers.

Es klingt nach einer einfachen Faustregel: Je heißer das Wasser im Speicher steht, desto mehr Wärme verliert der Behälter –… weiterlesen



