Home » Heizung » Kamin und Ofen » Kaminofen » Verrußte Kaminscheibe

Verrußte Kaminscheibe

Neben der unvergleichlichen sehr angenehmen Strahlungswärme, die ein Kaminofen erzeugt, wird auch der ungetrübte Blick auf das prasselnde Feuer von Kaminofenbesitzern geschätzt. Leider wird dieser Blick oft durch eine verrußte Kaminofenscheibe getrübt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ruß entsteht häufig durch feuchtes Holz, zu wenig Verbrennungsluft, falsches Anheizen oder einen unzureichenden Schornsteinzug.
  • Trockenes, naturbelassenes Holz, Anzünden von oben und weit geöffnete Luftschieber halten die Scheibe am zuverlässigsten sauber.
  • Bleibt die Scheibe schwarz, liegt es oft am schwachen Zug – etwa bei milder Witterung oder unpassendem Schornstein.
Vollkommen verrußtes Glas einer Kaminopfentür durch Verwendung von feuchtem Holz © Ralf Geithe, stock.adobe.com
Ohne Sicht auf das Feuer ist es nur halb so schön © Ralf Geithe, stock.adobe.com

Ursachen für die Verrußung der Kaminscheibe

Zu einer Verrußung der Scheibe kann es aus verschiedenen Gründen kommen. Die häufigsten Ursachen sind:

  • Falsches Brennmaterial
  • Falsches Anheizen
  • Falsche Einstellung der Luftzufuhr
  • Falscher Kaminzug

Die gute Nachricht: Wenn man die oben genannten Fehler vermeidet und seine Kaminscheibe gesäubert hat, kann man eine erneute Verrußung vermeiden. Dabei hilft ein genauer Blick, wie die oben genannten Fehler entstehen.

Qualm und Ruß vermeiden
Qualm und Ruß vermeiden
Kaminofen-Konfigurator:
 

Jetzt Kaminofen konfigurieren und Top-Angebote erhalten!

Kaminofen-Konfigurator

Falsches Brennmaterial

Sehr oft liegt die Verrußung der Kaminofenscheibe am falschen Brennstoff, der im Kamin verbrannt wird. Es sollte wirklich nur reines Holz im Kaminofen verfeuert werden. Je nach Freigabe in der Betriebsanleitung sind auch Holzbriketts aus naturbelassenem Holz möglich. Papier, Zeitungen oder gar behandeltes Holz gehören dagegen nicht in den Kaminofen. Durch die starke Rauchentwicklung beim Verheizen von Papier wird der Brennvorgang gestört und es entsteht mehr Ruß, der sich an der Scheibe ablagert.

Außerdem sollte man unbedingt vermeiden, zu feuchtes Holz zu verfeuern. Optimales Brennholz sollte möglichst trocken sein. Die 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung (1. BImSchV) erlaubt höchstens 25 % Holzfeuchte bezogen auf das Darrgewicht – das entspricht etwa 20 % Wassergehalt. Für eine saubere Verbrennung eignet sich lufttrockenes Holz mit 15 bis 20 % Wassergehalt. Bei zu feuchtem Holz muss zunächst die Feuchtigkeit im Holz verdampfen. Das führt wiederum zu einer niedrigeren Temperatur, sodass das Holz nicht richtig verbrennen kann und qualmt.

Jeder kann die Holzfeuchte im Brennholz einfach selbst messen. Dafür gibt es sogenannte Feuchtemessgeräte, die zu Preisen ab circa 20 Euro zum Beispiel im Baumarkt erhältlich sind. Gut zu wissen: Die meisten Geräte zeigen die Holzfeuchte an, nicht den Wassergehalt – die beiden Werte unterscheiden sich um einige Prozentpunkte.

Feuchtes Brennholz messen © nachbelichtet, stock.adobe.com
Restfeuchte messen, um zu feuchtes Holz zu vermeiden © nachbelichtet, stock.adobe.com

Neben dem Feuchtegehalt wird oft auch die Holzart genannt: Nadelholz enthält mehr Harz als Laubholz. Für einen sauberen Abbrand zählen aber vor allem trockenes, naturbelassenes Holz, passende Scheitgröße und genügend Verbrennungsluft.

Das gehört nicht in den Kaminofen

  • Papier, Zeitungen und Kartons nicht als Brennstoff oder Anzündhilfe verwendenSie verursachen unnötig hohe Schadstoffemissionen und können die Scheibe verrußen. Verwenden Sie stattdessen geeignete Anzünder aus Holzwolle oder Holzfaser.
  • Behandeltes oder verleimtes Holz und Spanplatten gehören nicht in den KaminofenIn privaten Kaminöfen dürfen nur die laut Hersteller geeigneten Brennstoffe eingesetzt werden. Spanplatten, verleimtes sowie lackiertes oder behandeltes Holz gehören nicht hinein – sie setzen giftige Schadstoffe frei und fördern Ablagerungen an Scheibe und Schornstein.
Quelle: Umweltbundesamt; 1. BImSchV § 3

Am wenigsten mit Verrußung zu kämpfen hat, wer trockenes, naturbelassenes Brennholz verwendet, Papier vermeidet und für ausreichend Verbrennungsluft sorgt.

Brennholz: Frisches Holz: Nein Danke!
Brennholz: Frisches Holz: Nein Danke!
Heizen mit Holz © stockphoto-graf , stock.adobe.com
Kaminofen Brennstoffe

Brennstoffe für den Kaminofen Ein Kaminofen muss nicht zwangsläufig mit Scheitholz beheizt werden. Auch Holzbriketts, Holzpellets und – je nach… weiterlesen

Falsches Anheizen

Neben dem Brennholz selbst hat allerdings auch das Anheizen des Feuers einen entscheidenden Einfluss auf die Verrußung.

Grundsätzlich sollte ein Feuer im Kaminofen von oben angezündet werden. Viele Nutzer machen den Fehler und legen Anzünder oder sogar zerknülltes Zeitungspapier unter die Holzscheite und zünden diese dann an. Dabei entstehen sehr viel Rauch und Ruß und dies führt unweigerlich zu einer verschmutzten Scheibe.

Wird ein Feuer von oben angezündet, dann werden die entstehenden Rauchgase von Anfang durch die oben brennenden Flammen geführt und können so sauber verbrannt werden.

Richtig Anfeuern von oben ist mit wenigen Handgriffen erledigt – die folgende Reihenfolge sorgt für einen sauberen, rußarmen Start.

So zünden Sie das Feuer von oben richtig an

1

Zwei große Scheite unten

Zuunterst zwei größere Holzscheite mit etwa handbreitem Abstand nebeneinanderlegen – sie bilden die Basis des Feuers.

2

Anzündholz quer darüber

Darauf mehrere Lagen dünnes, trockenes Anzündholz kreuzweise stapeln, nach oben hin immer feiner werdend.

3

Anzünder oben auflegen

Einen Anzünder – etwa Holzwolle mit Wachs – ganz oben platzieren und dort anzünden, nicht unten am Stapel.

4

Luft ganz öffnen

Primär- und Sekundärluft nach Betriebsanleitung weit öffnen. Die Feuerraumtür bleibt grundsätzlich geschlossen; abweichende Hinweise des Herstellers gehen vor.

Das Kaminfeuer richtig anheizen und Feinstaub verringern
Das Kaminfeuer richtig anheizen und Feinstaub verringern

Bis zu 30 % sparen

Kamin- und Ofenbauer – Angebote vergleichen

  • Unverbindlich
  • Qualifizierte Anbieter
  • Kostenlos

Falsche Einstellung der Luftzufuhr

Die richtige Luftzufuhr ist für eine saubere Verbrennung wesentlich. So gilt beim Anfeuern: So viel Luft wie möglich sollte für das entstehende Feuer zur Verfügung stehen. Beim Anzünden braucht der Ofen viel Verbrennungsluft, damit sich Feuerraum und Schornstein zügig erwärmen. Es sollten also die Luftschieber für Primär- und Sekundärluft komplett geöffnet sein. Brennt das Feuer komplett, kann die Primärluft gedrosselt werden.

Kaminofen: Die Regelung der Luftzufuhr
Kaminofen: Die Regelung der Luftzufuhr

Das Feuer erhält dann über die Sekundärluft den notwendigen Sauerstoff. Die exakte Einstellung der Schieber für Primär- und Sekundärluft ist von Ofenmodell zu Ofenmodell unterschiedlich. In der Betriebsanleitung ist die richtige Einstellung beschrieben. Es verlangt aber auch ein wenig Experimentierfreude, da abhängig von der Holzmenge im Brennraum und von der Temperatur des Feuers der Luftbedarf schwankt.

Kurz gefragt

Wo stehen Sie beim Thema Kamin oder Ofen?

Eine Antwort auswählen – Ergebnis sofort sehen.

Scheibenspülung: Wie moderne Öfen die Scheibe sauber halten

Viele moderne Kaminöfen besitzen eine sogenannte Scheibenspülung (auch „Airwash“ genannt). Dabei wird – je nach Ofenmodell – ein Teil der Verbrennungsluft über einen Schlitz oben an der Tür als dünner Luftvorhang an der Innenseite der Scheibe entlanggeführt. Dieser Luftstrom hält die Rauchgase vom Glas fern und verbessert zugleich die Nachverbrennung. Damit die Scheibenspülung wirkt, muss der Ofen aber richtig betrieben werden: Zu feuchtes Holz oder eine zu stark gedrosselte Luftzufuhr schwächen den Luftvorhang – dann verrußt die Scheibe trotz Spülung. Wer die Hinweise zu Brennholz, Anzünden und Luftführung beherzigt, sorgt also automatisch dafür, dass die Scheibenspülung ihre Wirkung entfalten kann.

Spartipp

Nutzen Sie unseren kostenlosen Angebotsservice

Angebote von Kachelofen- und Kaminofen-Fachbetrieben vergleichen und bis zu 30 Prozent sparen

Falscher Kaminzug

Moderne Kaminöfen sind auf Effizienz, höchste Wirkungsgrade und eine saubere Verbrennung ausgelegt. Die Abgase benötigen den richtigen Zug im Schornstein. Ist der Zug zu gering, kommt es unweigerlich zur Rauch- und Rußbildung. Der richtige Schornstein hat nicht nur die richtige Länge, sondern auch den passenden Durchmesser. In Deutschland achtet der Schornsteinfeger darauf, dass Kaminofen und Schornstein zueinander passen.

Beim Nachrüsten eines Kaminofens kann die Montage eines Edelstahlschornsteins erforderlich sein. © Marco2811 , stock.adobe.com
Der richtige Schornstein ist bei modernen Kaminöfen ein Muss © Marco2811 , stock.adobe.com

Zu Verrußung kann es trotz des richtigen Schornsteins immer dann kommen, wenn die Außentemperatur zu hoch ist. Der Zug im Schornstein entsteht durch den Temperaturunterschied zwischen den heißen Abgasen und der kühleren Außenluft. Ist es draußen mild – grob ab etwa 15 °C –, fällt dieser Unterschied kleiner aus und der Zug wird schwächer. Eine feste Temperaturgrenze gibt es nicht, aber an warmen Tagen gelingt eine rußarme Verbrennung deutlich schwerer.

So bleibt die Kaminofenscheibe rußfrei
So bleibt die Kaminofenscheibe rußfrei

Fazit

Wer das Verrußen seiner Kaminofenscheibe vermeiden möchte, sollte folgende Tipps beherzigen: Nur trockenes, naturbelassenes Brennholz nutzen und das Feuer von oben anzünden. Außerdem unbedingt auf die richtige Luftzufuhr von Primär- und Sekundärluft achten und zudem mit dem richtigen Schornstein für genügend Zug sorgen. Dann steht einer sauberen Kaminscheibe nichts mehr im Weg.

Kaminofen © Lilli, stock.adobe.com
Kaminofen richtig heizen, Bedienungsfehler vermeiden

Kaminofen richtig heizen, Bedienungsfehler vermeiden Mit dem Kaminofen zu heizen, ist nicht nur für die Seele gut – wer genießt… weiterlesen

Bis zu 30 % sparen

Kamin- und Ofenbauer – Angebote vergleichen

  • Unverbindlich
  • Qualifizierte Anbieter
  • Kostenlos