Kaminöfen haben eine große Scheibe, die eine ungetrübte Sicht auf das Feuer ermöglicht. Neben der Möglichkeit, das knisternde Feuer im Brennraum zu sehen, erfüllt die Glasscheibe aber auch weitere Funktionen.
Einerseits sorgt der geschlossene Brennraum für eine bessere Wärmenutzung – es geht deutlich weniger Wärme verloren als bei offenen Kaminen ohne Glasscheibe. Andererseits ist die Verbrennung bei Kaminen mit Glasscheibe sauberer und nicht zuletzt erhöht die Kaminofenscheibe die Sicherheit indem unter anderem ein Funkenflug in den Raum verhindert wird.
Das Wichtigste in Kürze
- Reinigen Sie die Scheibe erst, wenn der Ofen vollständig abgekühlt ist – auf heißem Glas drohen Verbrennungen.
- Am einfachsten und kostenlos: feuchtes Küchenpapier in helle Holzasche tunken und die Scheibe abreiben – bei beschichteten Scheiben die Herstellerhinweise beachten.
- Grobe Stahlwolle, Scheuerschwämme und Kohleasche können die Scheibe zerkratzen; ob ein Glasreiniger geeignet ist, sagt die Bedienungsanleitung.

Leider kann die Kaminofenscheibe aus verschiedenen Gründen verrußen und die Sicht auf das Feuer wird getrübt. Die Verschmutzung fängt mit grauen Rändern an der Scheibe an, kann aber schnell zu einer grauschwarzen Scheibe führen, durch die gar keine Sicht mehr in den Feuerraum möglich ist.
Deshalb sollte eine Kaminofenscheibe regelmäßig gereinigt werden. Für die Reinigung der Scheiben gibt es verschiedene Möglichkeiten. Grundsätzlich gilt: Die Kaminofenscheiben müssen vollständig abgekühlt sein, um gereinigt zu werden. Es bieten sich entweder spezielle Reiniger oder bewährte Hausmittel an.
Warum die Scheibe besondere Pflege braucht
Die Sichtscheibe eines Kaminofens besteht nicht aus normalem Glas, sondern aus hitzebeständiger Glaskeramik. Sie hält den hohen Temperaturen im Feuerraum dauerhaft stand, reagiert aber empfindlich auf mechanische Kratzer und auf aggressive oder ungeeignete Reiniger. Aggressive oder scheuernde Reiniger sollten Sie deshalb meiden; ob ein Glasreiniger geeignet ist, richtet sich nach den Angaben des Ofenherstellers. Gereinigt wird ausschließlich im abgekühlten Zustand – so vermeiden Sie Verbrennungen.
Reinigungsmethoden im Überblick
| Methode | Kosten | Besonders geeignet für |
|---|---|---|
| Holzasche + Wasser | kostenlos | Standardfall, auch stärkerer Ruß |
| Kaminglas-Spray oder Polierpaste | im Handel | hartnäckige, eingebrannte Verschmutzung |
| Trockenreiniger-Pad (fein) | im Handel | dünne Rußschicht, rein mechanisch |
| Backpulver- oder Soda-Paste | günstig | leichte bis mittlere Verschmutzung |

Kaminofen-Konfigurator:
Jetzt Kaminofen konfigurieren und Top-Angebote erhalten!
Spezielle Reiniger für Kaminofenscheiben
Kaminscheibenspray
Als Reiniger für Kaminofenscheiben sind diverse Sprays im Angebot, die chemisch die Verrußungen auflösen. Verwenden Sie nur Sprays, die für Ihren Scheibentyp zugelassen sind, und beachten Sie die Herstellerhinweise. Sie werden von innen auf die Scheibe gesprüht und der Schaum kann nach einer Einwirkzeit von einigen Minuten zusammen mit den Verschmutzungen abgewischt werden. Vorsicht: Ein normaler Glasreiniger ist nicht für jede Kaminscheibe geeignet – ob er infrage kommt, hängt vom Scheibentyp und den Herstellerangaben ab.

Trockenreiniger
Eine andere Möglichkeit stellen sogenannte Trockenreiniger dar. Diese sind aufgebaut wie ein harter Schwamm aus Glasfaser oder feiner Stahlwolle. Wichtig: Nur feine, ausdrücklich für Kaminglas gedachte Pads verwenden – grobe Stahlwolle oder Scheuerschwämme können die Scheibe zerkratzen und die Dichtung beschädigen.
Polierpaste
Die Polierpaste wird ähnlich wie das Spray auf die Scheibe aufgetragen und wirkt wie ein chemisches Reinigungsmittel. Der Vorteil besteht gegenüber den Sprays darin, dass kein Reinigungsmittel auf die Glasdichtung tropft. Aber Achtung: Die Polierpaste muss für Kaminofenscheiben geeignet sein.
Bewährte Hausmittel für die Reinigung von Kaminofenscheiben
Deutlich preiswerter und sehr effektiv lässt sich die Kaminofenscheibe mit Hausmitteln reinigen. Ein Hinweis vorab: Manche Kaminscheiben sind beschichtet. Beachten Sie dann ausschließlich die Reinigungsvorgaben des Ofenherstellers – säurehaltige Hausmittel, Pasten oder Trockenreiniger nur, wenn sie für Ihren Scheibentyp ausdrücklich freigegeben sind. Am schonendsten ist und bleibt die Reinigung mit Holzasche und Wasser. Hier die gängigen Möglichkeiten:
Asche
Eine sehr preiswerte, umweltfreundliche und chemiefreie Möglichkeit, die Kaminofenscheibe zu reinigen bietet die Asche aus dem abgebrannten Holz. Einfach zwei, drei Blätter Küchenrolle leicht anfeuchten (Zeitungspapier ist auch möglich) und in die helle, weiße Asche tunken. Anschließend über die Scheibe reiben. Mit einem trockenen Küchenpapier nachpolieren. Verwenden Sie nur kalte, feine Holzasche aus naturbelassenem Scheitholz – keine Kohleasche und keine groben Stücke, denn sie können die Scheibe zerkratzen. Die feuchte Asche funktioniert als Reinigungsmittel sehr gut und ist ja auch jederzeit verfügbar.

Kurz gefragt
Wo stehen Sie beim Thema Kamin oder Ofen?
Eine Antwort auswählen – Ergebnis sofort sehen.
Backpulver und Essig
Aus Backpulver und Essig kann man eine Paste herstellen und diese als Poliermittel für die Kaminofenscheibe nutzen. Einfach mit Küchenpapier auf die Scheibe auftragen, einige Minuten (abhängig vom Verschmutzungsgrad) einwirken lassen und polieren.
Speisesoda
Soda funktioniert ähnlich wie Backpulver. Auch hier wird eine Paste mit Wasser hergestellt, aufgetragen, einwirken lassen und anschließend feucht abwischen.
Zitronen
Wer die Scheibe mit halbierten Zitronen abreibt, nutzt die Zitronensäure als Reinigungsmittel. Auch hier sollte der Zitronensaft kurz einwirken, um eine optimale Wirkung zu erzielen. Anschließend sauber wischen.
Schwarzer Tee
Die Tannine in schwarzem Tee können als Reinigungsmittel genutzt werden. Dazu einfach einen sehr starken schwarzen Tee aufbrühen und diesen als Putzmittel nutzen.

Kaminscheibe freibrennen
Eine weitere Methode, die Kaminscheibe zu reinigen, die häufig empfohlen wird, ist das Abbrennen der Rußschicht. Ähnlich wie bei der Pyrolyse im Backofen soll durch die hohe Hitze die Rußschicht verbrennen. Von dieser Methode ist jedoch abzuraten – warum, zeigt der folgende Kasten.
Diese Fehler beschädigen die Scheibe
- Nie auf der heißen Scheibe reinigenReinigungsmittel und Wasser auf heißem Glas können Verbrennungen verursachen. Reinigen Sie die Scheibe daher erst, wenn der Ofen vollständig abgekühlt ist.
- Keine grobe Stahlwolle, keine ScheuerschwämmeGrobe Stahlwolle, Scheuerschwämme oder Kohleasche zerkratzen die Scheibe und beschädigen die Dichtung. Ob ein Glasreiniger geeignet ist, hängt vom Scheibentyp ab – im Zweifel die Herstellerangaben beachten.
- Freibrennen nur mit MaßDie Rußschicht durch starkes Hochheizen abzubrennen belastet Glas und Dichtungen. Wiederholtes Überheizen kann die Scheibe schädigen und ersetzt kein richtiges Heizen.

Fazit
Die Auswahl an Reinigungsmöglichkeiten für eine verrußte Kaminofenscheibe ist groß und alle genannten Verfahren sorgen für eine saubere Scheibe. Wer ganz ohne Chemie auskommen möchte, sollte es zunächst mit Asche versuchen. Erfahrungsgemäß lassen sich auch stärkere Verschmutzungen mit Holzasche und Wasser ganz hervorragend entfernen. Der Vorteil: Asche und Wasser sind immer vorhanden und umweltfreundlich, weil die Methode ganz ohne Chemie auskommt. Außerdem reinigt die Asche-Wasser-Mischung sehr effizient.
Das Beste ist jedoch, die Rußbildung an der Kaminofenscheibe möglichst zu vermeiden. In unserem Artikel verrußte Kaminscheibe erfahren Sie, wie es zur Rußbildung kommen kann und wie Ruß an der Scheibe vermieden werden kann.
Neben der unvergleichlichen sehr angenehmen Strahlungswärme, die ein Kaminofen erzeugt, wird auch der ungetrübte Blick auf das prasselnde Feuer von… weiterlesen



