Etagenwärmepumpe: Wärmepumpe für die Wohnung statt Gasetagenheizung
Rund 3,8 Millionen Wohnungen in Deutschland heizen mit einer Gasetagenheizung – jede mit eigener Gastherme in Küche, Bad oder Flur. Für diese Wohnungen gab es lange keine sinnvolle Wärmepumpe: Die Geräte waren für Einfamilienhäuser gebaut, brauchten Heizraum, Pufferspeicher und einen Garten für die Außeneinheit. Wer umsteigen wollte, musste die ganze Eigentümergemeinschaft zu einer Zentralheizung überreden – mit neuen Steigleitungen durch das gesamte Haus.
Das ändert sich: Etagenwärmepumpen sind kompakte Luft-Wasser-Wärmepumpen für eine einzelne Wohnung, deren Innengerät an den Platz der alten Gastherme passt und deren Außeneinheit an Fassade, Balkon oder Dach hängt. Dieser Ratgeber zeigt, welche Geräte und Lösungswege es tatsächlich gibt, was Einbau und Betrieb kosten, welche Förderung je Wohnung möglich ist und wie Sie den Beschluss der Eigentümergemeinschaft bekommen. Zuletzt geprüft: September 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Etagenwärmepumpe ersetzt die Gasetagenheizung in der einzelnen Wohnung – ohne Zentralheizung und meist am selben Platz wie die Gastherme.
- Rund 3,8 Millionen Wohnungen heizen mit Gasetagenheizung; das Geräteangebot ist noch klein, wächst aber seit 2025.
- Gerät und Einbau liegen in veröffentlichten Beispielen bei etwa 15.000 bis 21.000 Euro je Wohnung; die KfW fördert Selbstnutzer mit 30 Prozent plus Boni.
- Die Außeneinheit am Gemeinschaftseigentum braucht einen Beschluss der Eigentümergemeinschaft – planen Sie die Versammlung von Anfang an mit ein.

Wärmepumpe-Konfigurator:
Jetzt Wärmepumpe konfigurieren und Top-Angebote erhalten!
Was ist eine Etagenwärmepumpe?
Eine Etagenwärmepumpe ist eine Wärmepumpe, die genau eine Wohnung mit Heizwärme und Warmwasser versorgt – so wie die Gasetagenheizung, die sie ersetzt. Im Kern ist sie eine kleine Luft-Wasser-Wärmepumpe in Monoblock- oder Split-Bauweise mit 3 bis 10 Kilowatt Heizleistung: Die Außeneinheit an der Hauswand, auf dem Balkon oder dem Dach entzieht der Luft Wärme; das Innengerät in der Wohnung enthält Umwälzpumpe, Regelung und einen kleinen Warmwasserspeicher und hängt an den vorhandenen Heizkörpern oder der Fußbodenheizung.
Zwischen beiden laufen entweder gedämmte Heizungswasserleitungen oder Kältemittelleitungen durch die Außenwand.
Kompakte Lösungen können am bisherigen Thermenplatz untergebracht werden. Ob Anschlüsse, Speicherplatz, Wanddurchführung und Stromkreis passen, muss der Fachbetrieb für die konkrete Wohnung prüfen. Bei integrierten Speichern unter 100 Litern hängt der Warmwasserkomfort stark von Temperatur, Zapfprofil und Personenzahl ab. Lassen Sie sich die passende Speichergröße für Ihren Haushalt berechnen.
Abgrenzung: Luft-Luft-Split und zentrale Lösung
Zwei Nachbarn der Etagenwärmepumpe werden oft verwechselt. Die Luft-Luft-Wärmepumpe – ein Split-Klimagerät mit Innengeräten je Raum – heizt die Raumluft direkt, nutzt keine Heizkörper und bereitet kein Warmwasser; sie ist die Lösung für Wohnungen ohne Wasserkreislauf. Die zentrale Wärmepumpe mit Wohnungsstationen versorgt das ganze Haus aus einem Außengerät und braucht Steigleitungen und einen Beschluss der gesamten Eigentümergemeinschaft; sie ist die effizienteste Lösung, aber ein Gemeinschaftsprojekt. Welche zentralen Wege es gibt, zeigt der Heizungsvergleich für Mehrfamilienhäuser; die Gas-Perspektive der Ratgeber Gasetagenheizung oder Gaszentralheizung.
Welche Geräte es gibt
Das Angebot ist jung: Die meisten Etagenwärmepumpen sind erst seit 2025 auf dem Markt oder angekündigt, und die Zahl der Installateure mit Erfahrung ist klein. Die Übersicht nennt nur belegte Anbieter und Lösungswege – ohne Anspruch auf Vollständigkeit und ohne unabhängige Prüfung der Herstellerangaben.
Welche Etagenwärmepumpen und Lösungswege es gibt
| Lösung | So funktioniert sie | Für wen | Belegte Anbieter/Beispiele |
|---|---|---|---|
| Kompakte Luft-Wasser-Etagenwärmepumpe 1:1-Ersatz | Außeneinheit an Fassade, Balkon oder Dach; Innengerät mit Warmwasserspeicher am Platz der Gastherme, Anschluss an vorhandene Heizkörper | Einzelne Eigentumswohnung, 35 bis rund 120 m², 1 bis 3 Personen (kleiner Speicher) | HeatPump23 (Heilbronn): 86-l-Speicher, Monoblock ohne Kälteschein, 41 dB(A) in 1 m, 230 V, bis rund 120 m² – Herstellerangaben 9/2026; zwei Größen 2,8–6 und 4,4–9,5 kW laut Fachpresse (SHKwissen, März 2026) |
| Zentrale Wärmepumpe mit Wohnungsstationen WEG-Projekt | Eine Wärmepumpe (oder Kaskade) fürs Haus, in jeder Wohnung eine Wohnungsstation für Heizung und Warmwasser – Steigleitungen nötig | Häuser, in denen sich die WEG auf eine Gesamtlösung einigt; ein Außengerät, Effizienz und Umbauaufwand müssen für das konkrete Haus geplant werden | Etablierte Hersteller (z. B. Wolf); modulare Systeme mit zentraler Außeneinheit und Inneneinheiten je Etage (z. B. Remko, Becker/ratiotherm) |
| Luft-Luft-Wärmepumpe (Split-Klimagerät) ohne Heizkörper | Außeneinheit plus Innengeräte je Raum, heizt die Raumluft direkt; Warmwasser separat (Durchlauferhitzer, Boiler) | Wohnungen ohne Wasserkreislauf oder als Zwischenlösung; große Geräteauswahl, viel Erfahrung | Alle großen Klimahersteller; Förderung nur mit Heizfunktion und BAFA-Listung |
| Neue Gasetagenheizung Biotreppe | Brennwerttherme am alten Platz – grundsätzlich zulässig; ob ein WEG-Beschluss nötig ist, hängt von Teilungserklärung und betroffenen Gemeinschaftsteilen ab | Übergangslösung, wenn WEG oder Fassade eine Außeneinheit nicht zulassen | Ab 2029 Mindestanteil klimafreundlicher Brennstoffe (10/15/30/60 %), keine Förderung |
Keine Vollständigkeit – der Markt für Etagenwärmepumpen ist jung, weitere Hersteller kündigen Geräte an. Herstellerangaben (Leistung, Schall, Ersparnis) sind nicht unabhängig geprüft; verlangen Sie Datenblatt und Referenzen.
Für die einzelne Wohnung ist die kompakte Luft-Wasser-Etagenwärmepumpe der interessanteste Weg, weil sie ohne Eingriff ins übrige Haus auskommt. Bei HeatPump23 etwa läuft die Monoblock-Außeneinheit mit 230-Volt-Haushaltsstrom, wird ohne Kälteschein installiert und trägt das Kältemittel ausschließlich im Außengerät; das Innengerät hat die Anschlüsse der Gastherme.
Der Hersteller nennt für ausgewertete Wohnungen seit 2025 rund 25 Prozent niedrigere Betriebskosten als mit der Gasetagenheizung und eine Einbauzeit von etwa zwei Tagen – das sind Herstellerangaben, keine unabhängigen Messwerte. Referenzwohnungen mit 57 bis 70 Quadratmetern und Heizkörpern hatten eine Heizlast von 4,8 bis 5,2 Kilowatt.
Voraussetzungen in der Wohnung
Ob die Etagenwärmepumpe passt, entscheidet sich an fünf Punkten – dieselben, die ein Fachbetrieb bei der Besichtigung prüft:
- Heizkörper und Vorlauftemperatur: Wärmepumpen arbeiten effizient bis etwa 55 °C Vorlauf. Ein Wintertest mit höchstens 55 °C Vorlauf ist ein erster Hinweis. Entscheidend ist die Heizlastberechnung bei Auslegungs-Außentemperatur; bei Bedarf werden einzelne Heizkörper vergrößert. Details im Ratgeber Wärmepumpe und Heizkörper und zur Vorlauftemperatur.
- Platz und Gewicht: Innengerät mit Speicher am Platz der Gastherme (Wandmontage) oder daneben; Außeneinheit 40 bis 80 Kilogramm an einer tragfähigen Wand oder auf dem Balkon – Statik und Befestigung gehören ins Angebot.
- Außenwand und Durchführungen: Eine Kernbohrung für Vor- und Rücklauf (oder Kältemittelleitungen) plus Strom; Kondensatablauf der Außeneinheit nicht über den Balkon des Nachbarn. Aufstellregeln und Abstände beschreibt der Ratgeber zur Aufstellung von Wärmepumpen.
- Schall: Die Außeneinheit hängt nah an Fenstern – auch denen der Nachbarn. In Wohngebieten gelten nachts Richtwerte von 35 bis 40 dB(A) am Nachbarfenster; Standortwahl, Abstand und eine Schallprognose gehören in den Antrag. Mehr im Ratgeber zur Geräuschentwicklung von Wärmepumpen.
- Stromanschluss: Ob der vorhandene Stromkreis ausreicht und welche Anmeldung nötig ist, klärt der Fachbetrieb mit dem Netzbetreiber. § 14a EnWG betrifft neue steuerbare Wärmepumpen mit mehr als 4,2 Kilowatt Netzanschlussleistung. Was Zählerschrank und Anmeldung voraussetzen, steht im Ratgeber zum Stromanschluss für die Wärmepumpe.

Die Eigentümergemeinschaft: Beschluss für die Außeneinheit
Ob der Austausch der Gastherme einen Beschluss verlangt, hängt von Teilungserklärung, Gemeinschaftsordnung und betroffenen Gemeinschaftsteilen ab.
Für eine Außeneinheit an Fassade, Brüstung oder Dach ist regelmäßig eine Gestattung nach § 20 WEG nötig. Die Montage ist eine bauliche Veränderung nach § 20 Absatz 1 des Wohnungseigentumsgesetzes, die die Gemeinschaft per Beschluss gestatten kann; es genügt die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Anders als Wallboxen, Balkonkraftwerke oder Glasfaser gehört die Wärmepumpe nicht zu den privilegierten Maßnahmen, auf die ein Eigentümer einen Anspruch hat – die Gemeinschaft darf also auch ablehnen, allerdings nicht willkürlich.
Die Kosten trägt der Eigentümer, dem die Maßnahme gestattet wird (§ 21 Absatz 1 WEG). Praktisch heißt das: Diese fünf Punkte gehören in den Antrag und rechtzeitig vor der Versammlung eingereicht:
- der Standort der Außeneinheit
- die Schallprognose
- die Befestigung
- die Optik – Verkleidungen in Fassadenfarbe gibt es
- die Kostenübernahme durch Sie
Diese Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung – bei Streit im Haus hilft der Verwalter oder ein Fachanwalt für Wohnungseigentumsrecht.
Außeneinheit: Propan-Schutzbereich, Bauordnung, Denkmalschutz
Drei Prüfpunkte kommen vor dem WEG-Antrag:
- Schutzbereich: bei Geräten mit Propan (R290) darf im Umkreis der Außeneinheit kein Fenster, keine Tür, kein Kellerabgang und kein Bodenablauf liegen, weil das Kältemittel schwerer als Luft ist; die Maße stehen in der Installationsanleitung des Herstellers, bei kleinen Geräten in der Größenordnung von einem Meter. Auf dem Balkon oder an der Fassade eines Mehrfamilienhauses ist das mit den Fenstern der Nachbarwohnung schnell verletzt, deshalb gehört die Schutzbereichs-Skizze in den Antrag; die Regeln erklärt der Ratgeber Monoblock oder Split-Wärmepumpe.
- Bauordnungsrecht: Kleine Außeneinheiten sind in den meisten Bundesländern verfahrensfrei, Abstandsflächen zum Nachbargrundstück und der Schallschutz nach TA Lärm gelten trotzdem – Details im Ratgeber zur Aufstellung von Wärmepumpen.
- Denkmalschutz und Gestaltungssatzungen: Steht das Haus unter Denkmalschutz oder gilt eine örtliche Gestaltungssatzung, braucht die Außeneinheit an der Fassade eine Genehmigung der Denkmal- oder Bauaufsichtsbehörde; Hofseite, Dach oder eine verkleidete Einheit sind dann oft der Weg.

Gasetagenheizung durch Wärmepumpe ersetzen: Kosten
Belastbare Preisstatistiken gibt es noch nicht. Die verfügbaren Anhaltspunkte: co2online nennt für eine durchschnittliche Wohnung meist etwa 15.000 bis 20.000 Euro; ein von SWR und ARD im März 2026 dokumentiertes Beispiel lag bei 21.000 Euro Gesamtkosten mit etwas mehr als 7.000 Euro Förderung. Dazu kommen je nach Wohnung:
- Elektroarbeiten
- der Rückbau der Gastherme
- die Stilllegung des Gasanschlusses
- eventuell größere Heizkörper
Die Beispielrechnung stellt das einer neuen Gastherme gegenüber:
Gasetagenheizung durch Wärmepumpe ersetzen: Kosten je Wohnung
Zwei Effekte verschieben die Rechnung weiter zugunsten der Wärmepumpe: Die Gasnebenkosten – Grundpreis, Schornsteinfeger und Wartung, in der Rechnung mit rund 300 Euro im Jahr angesetzt – entfallen mit dem Gasanschluss dauerhaft, und die Gasseite trägt den CO₂-Preis – 2026 im Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne; für 2027 gibt es noch keinen amtlich festgelegten Wert – das Bundeskabinett hat die Fortführung des Korridors vorgeschlagen –, danach soll der europäische Emissionshandel mit offener Preisbildung folgen.
Die Rechnung setzt nur den Preis von 2026 an. Nicht enthalten sind mögliche Kosten für die Stilllegung des Gasanschlusses. Auf der Wärmepumpenseite drückt ein Wärmepumpentarif mit eigenem Zähler die Kosten weiter; bei kompakten 230-Volt-Geräten am Haushaltszähler ist das aber die Ausnahme.
Umfrage wird geladen …
Kurz gefragt
Was möchten Sie vor einer Entscheidung für oder gegen eine Wärmepumpe zuerst klären?
Eine Antwort auswählen – Ergebnis sofort sehen.
Förderung je Wohnung
Die Bundesförderung für effiziente Gebäude fördert die Etagenwärmepumpe wie jede andere Wärmepumpe – und zwar je Wohnung: Eigentümer von Eigentumswohnungen sind bei Maßnahmen am Sondereigentum, also an der eigenen Etagenheizung, bei der KfW (Zuschuss 458) selbst antragsberechtigt. Es gelten 30 Prozent Grundförderung, dazu für Selbstnutzer beim Ersatz einer funktionstüchtigen Gasetagenheizung der Klimageschwindigkeitsbonus von 16 Prozent für Anträge bis zum 31. Januar 2027 (danach 12, 8 und 4 Prozent, ab August 2028 entfällt er) sowie ein einkommensabhängiger Bonus.
Der Höchstbetrag der förderfähigen Kosten liegt bei 28.000 Euro für die erste Wohneinheit (ab Februar 2027 halbjährlich 750 Euro weniger), 15.000 Euro für die zweite bis sechste und 8.000 Euro ab der siebten.
Bei einer Etagenheizung im Sondereigentum gilt der individuelle Förderhöchstbetrag als anteiliger Gebäudehöchstbetrag: Die Summe für das Haus wird zu gleichen Teilen auf alle Wohnungen verteilt – im Achtfamilienhaus 119.000 Euro geteilt durch acht, also rund 14.900 Euro je Wohnung. Kurz: individuellen Förderhöchstbetrag als anteiligen Gebäudehöchstbetrag darstellen, Zuschussformel mit diesem Anteil rechnen – genau so ist die Beispielrechnung oben aufgebaut. Der Gesamtzuschuss ist auf 70 Prozent begrenzt, bei niedrigem Einkommen auf 80 Prozent. Ein Rechtsanspruch auf Förderung besteht nicht.
Drei Bedingungen zählen für Etagenwärmepumpen besonders:
- Wärmeerzeugerliste des BAFA: Das Gerät muss dort stehen – bei jungen Herstellern vor der Beauftragung prüfen.
- Natürliches Kältemittel ab 2028: Ab dem 1. Januar 2028 werden nur noch Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel wie Propan gefördert.
- Reihenfolge beim Antrag: Zuerst die Bestätigung zum Antrag und einen Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung; mit den Arbeiten dürfen Sie erst nach der Antragstellung beginnen.
Alle Details, auch zum Einkommensbonus, erklärt der Ratgeber zur Wärmepumpen-Förderung; die zentrale Übersicht der Programme steht im Fördermittel-Ratgeber.
Für eine vermietete Eigentumswohnung gilt: Antragsteller ist der Eigentümer, er erhält die Grundförderung von 30 Prozent – Klimageschwindigkeits- und Einkommensbonus sind Selbstnutzern vorbehalten.
Die verbleibenden Kosten kann der Vermieter im Rahmen der Modernisierungsumlage (§ 559 BGB) anteilig auf die Miete umlegen, die Förderung ist dabei abzuziehen; ob niedrigere Heizkosten beim Mieter ankommen, hängt bei einer Etagenheizung vom Mietvertrag und von der Stromabrechnung ab – meist rechnet der Mieter die Energie direkt mit dem Versorger ab. Für Mieter selbst ist die Etagenwärmepumpe keine Option – sie können den Vermieter aber auf Förderung und Vollkostenrechnung hinweisen.

Rechtslage: Was das GModG seit Juli 2026 verlangt
Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) anstelle des alten Gebäudeenergiegesetzes. Die frühere Pflicht, beim Heizungstausch 65 Prozent erneuerbare Energien zu nutzen, ist entfallen – und mit ihr die Sonderfristen für Etagenheizungen, nach denen Eigentümergemeinschaften nach dem ersten Ausfall einer Gastherme binnen fünf Jahren über Zentralisierung entscheiden mussten.
Eine neue Gasetagenheizung bleibt zulässig. Für Gasheizungen, die seit dem 29. Juli 2026 eingebaut werden, gilt aber die Biotreppe des § 43 GModG: ab 2029 mindestens 10 Prozent klimafreundliche Brennstoffe wie Biomethan, ab 2030 15, ab 2035 30 und ab 2040 60 Prozent – ein zusätzliches Kosten- und Planungsrisiko; auch Strompreise bleiben bei einer Wärmepumpe ein Kostenfaktor. Eine Pflicht zur Zentralisierung gibt es nicht; die Wohnung darf dezentral bleiben.
Alternativen: zentral, Fernwärme, Luft-Luft, Übergang
Die Etagenwärmepumpe ist nicht in jedem Haus die beste Lösung. Wo die Gemeinschaft ohnehin saniert, ist eine zentrale Wärmepumpe mit Wohnungsstationen effizienter; wo ein Wärmenetz kommt, kann der Anschluss günstiger sein.
Hat die Kommune für Ihr Grundstück den Anschluss an ein Wärmenetz beschlossen und bekannt gemacht, fördert die BEG seit Juli 2026 nur noch den Netzanschluss, keine Einzelheizung; eine verbindliche Anschlusszusage des Versorgers binnen drei Jahren soll künftig genauso wirken, sobald die KfW die Anforderungen dafür veröffentlicht hat. Prüfen Sie deshalb die kommunale Wärmeplanung, bevor Sie beauftragen. Drei Fragen sortieren die Wege:
Etagenwärmepumpe, zentrale Lösung oder Alternative?
1. Will die Eigentümergemeinschaft das Haus gemeinsam umrüsten – Zentralheizung mit Wärmepumpe oder Fernwärmeanschluss?
2. Gibt es in der Wohnung Heizkörper oder eine Fußbodenheizung mit Wasserkreislauf?
3. Lässt sich eine Außeneinheit an Fassade, Balkon oder Dach anbringen – mit Zustimmung der WEG und Abstand zu Nachbarfenstern?
Eine Infrarotheizung als Ersatz für die Gastherme ist nur als Übergang sinnvoll: Sie braucht bei gleicher Wärme das Drei- bis Vierfache an Strom – die Rechnung steht im Ratgeber Infrarotheizung oder Wärmepumpe.
Wärmepumpe statt Gastherme: Ablauf in fünf Schritten
Planen Sie mehrere Monate für Prüfung, WEG-Beschluss, Förderung und Einbau ein. Die ordentliche Eigentümerversammlung findet mindestens jährlich statt; zusätzliche Versammlungen oder Umlaufbeschlüsse können den Ablauf verkürzen.
Gasetagenheizung durch Wärmepumpe ersetzen: Ablauf in fünf Schritten
Wohnung prüfen: Heizlast, Heizkörper, Platz Eignung
Ein Wintertest mit höchstens 55 °C Vorlauf liefert nur einen ersten Hinweis. Der Fachbetrieb berechnet die Heizlast bei Auslegungs-Außentemperatur und prüft Platz für Innengerät, Speicher und Wanddurchführung.
Außeneinheit planen: Standort, Schall, Statik Nachbarn
Wand unter dem Balkon, Balkonbrüstung oder Dach – mit Abstand zu Schlafzimmerfenstern der Nachbarn; nachts gelten in Wohngebieten Richtwerte von 35 bis 40 dB(A) am Nachbarfenster. Schallprognose und Befestigung dokumentieren.
Beschluss der Eigentümergemeinschaft einholen WEG
Antrag auf Gestattung der baulichen Veränderung (§ 20 WEG) mit Plan, Schallprognose und Zusage der Kostenübernahme auf die Tagesordnung der Versammlung setzen; einfache Mehrheit reicht. Ohne Beschluss keine Montage am Gemeinschaftseigentum.
Angebote vergleichen und Förderung beantragen vor Beauftragung
Zwei bis drei Angebote qualifizierter Heizungs-Fachbetriebe mit Gerät, Außeneinheit, Elektrik, Rückbau und Inbetriebnahme. Vor dem KfW-Antrag: Liefervertrag mit Förderbedingung und Bestätigung zum Antrag einholen; mit den Arbeiten erst nach der Antragstellung beginnen.
Einbau, Gasabmeldung, Inbetriebnahme 2–5 Tage
Einbau dauert bei kompakten Geräten wenige Tage: Gastherme raus, Innengerät und Außeneinheit montieren, Elektrik anpassen, Gasanschluss stilllegen lassen, Wärmepumpe einregeln. Danach Verwendungsnachweis bei der KfW einreichen.
Lassen Sie sich zwei bis drei Angebote qualifizierter Heizungs-Fachbetriebe für Ihre Wohnung über den Angebotsvergleich für Wärmepumpen erstellen – mit Heizlast, Außeneinheit, Elektrik und Rückbau im Leistungsumfang. Welche Fragen Sie dem Betrieb stellen sollten, listet der Ratgeber Wärmepumpen-Installateur finden; was unabhängige Tests über Geräte sagen, der Ratgeber Wärmepumpe im Test.
Häufige Fragen zur Etagenwärmepumpe
Die kurzen Antworten auf die Fragen, mit denen Wohnungseigentümer am häufigsten suchen.
Häufige Fragen zur Etagenwärmepumpe
Kann ich eine Gasetagenheizung durch eine Wärmepumpe ersetzen?
Was kostet es, eine Gasetagenheizung durch eine Wärmepumpe zu ersetzen?
Funktioniert eine Wärmepumpe in der Wohnung mit normalen Heizkörpern?
Wie laut ist eine Etagenwärmepumpe?
Brauche ich die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft?
Gibt es die Förderung für jede Wohnung einzeln?
Moderne Technik für das Mehrfamilienhaus: Kostenvergleich der Heizungssysteme Die Anforderungen an ein neues Heizungssystem in Mehrfamilienhäusern sind völlig anders als… weiterlesen




