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Etagenwärmepumpe

Etagenwärmepumpe: Wärmepumpe für die Wohnung statt Gasetagenheizung

Rund 3,8 Millionen Wohnungen in Deutschland heizen mit einer Gasetagenheizung – jede mit eigener Gastherme in Küche, Bad oder Flur. Für diese Wohnungen gab es lange keine sinnvolle Wärmepumpe: Die Geräte waren für Einfamilienhäuser gebaut, brauchten Heizraum, Pufferspeicher und einen Garten für die Außeneinheit. Wer umsteigen wollte, musste die ganze Eigentümergemeinschaft zu einer Zentralheizung überreden – mit neuen Steigleitungen durch das gesamte Haus.

Das ändert sich: Etagenwärmepumpen sind kompakte Luft-Wasser-Wärmepumpen für eine einzelne Wohnung, deren Innengerät an den Platz der alten Gastherme passt und deren Außeneinheit an Fassade, Balkon oder Dach hängt. Dieser Ratgeber zeigt, welche Geräte und Lösungswege es tatsächlich gibt, was Einbau und Betrieb kosten, welche Förderung je Wohnung möglich ist und wie Sie den Beschluss der Eigentümergemeinschaft bekommen. Zuletzt geprüft: September 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Etagenwärmepumpe ersetzt die Gasetagenheizung in der einzelnen Wohnung – ohne Zentralheizung und meist am selben Platz wie die Gastherme.
  • Rund 3,8 Millionen Wohnungen heizen mit Gasetagenheizung; das Geräteangebot ist noch klein, wächst aber seit 2025.
  • Gerät und Einbau liegen in veröffentlichten Beispielen bei etwa 15.000 bis 21.000 Euro je Wohnung; die KfW fördert Selbstnutzer mit 30 Prozent plus Boni.
  • Die Außeneinheit am Gemeinschaftseigentum braucht einen Beschluss der Eigentümergemeinschaft – planen Sie die Versammlung von Anfang an mit ein.
Schema einer Etagen-Wärmepumpe
Schema einer Etagen-Wärmepumpe
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Was ist eine Etagenwärmepumpe?

Eine Etagenwärmepumpe ist eine Wärmepumpe, die genau eine Wohnung mit Heizwärme und Warmwasser versorgt – so wie die Gasetagenheizung, die sie ersetzt. Im Kern ist sie eine kleine Luft-Wasser-Wärmepumpe in Monoblock- oder Split-Bauweise mit 3 bis 10 Kilowatt Heizleistung: Die Außeneinheit an der Hauswand, auf dem Balkon oder dem Dach entzieht der Luft Wärme; das Innengerät in der Wohnung enthält Umwälzpumpe, Regelung und einen kleinen Warmwasserspeicher und hängt an den vorhandenen Heizkörpern oder der Fußbodenheizung.

Zwischen beiden laufen entweder gedämmte Heizungswasserleitungen oder Kältemittelleitungen durch die Außenwand.

Kompakte Lösungen können am bisherigen Thermenplatz untergebracht werden. Ob Anschlüsse, Speicherplatz, Wanddurchführung und Stromkreis passen, muss der Fachbetrieb für die konkrete Wohnung prüfen. Bei integrierten Speichern unter 100 Litern hängt der Warmwasserkomfort stark von Temperatur, Zapfprofil und Personenzahl ab. Lassen Sie sich die passende Speichergröße für Ihren Haushalt berechnen.

Abgrenzung: Luft-Luft-Split und zentrale Lösung

Zwei Nachbarn der Etagenwärmepumpe werden oft verwechselt. Die Luft-Luft-Wärmepumpe – ein Split-Klimagerät mit Innengeräten je Raum – heizt die Raumluft direkt, nutzt keine Heizkörper und bereitet kein Warmwasser; sie ist die Lösung für Wohnungen ohne Wasserkreislauf. Die zentrale Wärmepumpe mit Wohnungsstationen versorgt das ganze Haus aus einem Außengerät und braucht Steigleitungen und einen Beschluss der gesamten Eigentümergemeinschaft; sie ist die effizienteste Lösung, aber ein Gemeinschaftsprojekt. Welche zentralen Wege es gibt, zeigt der Heizungsvergleich für Mehrfamilienhäuser; die Gas-Perspektive der Ratgeber Gasetagenheizung oder Gaszentralheizung.

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Welche Geräte es gibt

Das Angebot ist jung: Die meisten Etagenwärmepumpen sind erst seit 2025 auf dem Markt oder angekündigt, und die Zahl der Installateure mit Erfahrung ist klein. Die Übersicht nennt nur belegte Anbieter und Lösungswege – ohne Anspruch auf Vollständigkeit und ohne unabhängige Prüfung der Herstellerangaben.

Welche Etagenwärmepumpen und Lösungswege es gibt

LösungSo funktioniert sieFür wenBelegte Anbieter/Beispiele
Kompakte Luft-Wasser-Etagenwärmepumpe
1:1-Ersatz
Außeneinheit an Fassade, Balkon oder Dach; Innengerät mit Warmwasserspeicher am Platz der Gastherme, Anschluss an vorhandene HeizkörperEinzelne Eigentumswohnung, 35 bis rund 120 m², 1 bis 3 Personen (kleiner Speicher)HeatPump23 (Heilbronn): 86-l-Speicher, Monoblock ohne Kälteschein, 41 dB(A) in 1 m, 230 V, bis rund 120 m² – Herstellerangaben 9/2026; zwei Größen 2,8–6 und 4,4–9,5 kW laut Fachpresse (SHKwissen, März 2026)
Zentrale Wärmepumpe mit Wohnungsstationen
WEG-Projekt
Eine Wärmepumpe (oder Kaskade) fürs Haus, in jeder Wohnung eine Wohnungsstation für Heizung und Warmwasser – Steigleitungen nötigHäuser, in denen sich die WEG auf eine Gesamtlösung einigt; ein Außengerät, Effizienz und Umbauaufwand müssen für das konkrete Haus geplant werdenEtablierte Hersteller (z. B. Wolf); modulare Systeme mit zentraler Außeneinheit und Inneneinheiten je Etage (z. B. Remko, Becker/ratiotherm)
Luft-Luft-Wärmepumpe (Split-Klimagerät)
ohne Heizkörper
Außeneinheit plus Innengeräte je Raum, heizt die Raumluft direkt; Warmwasser separat (Durchlauferhitzer, Boiler)Wohnungen ohne Wasserkreislauf oder als Zwischenlösung; große Geräteauswahl, viel ErfahrungAlle großen Klimahersteller; Förderung nur mit Heizfunktion und BAFA-Listung
Neue Gasetagenheizung
Biotreppe
Brennwerttherme am alten Platz – grundsätzlich zulässig; ob ein WEG-Beschluss nötig ist, hängt von Teilungserklärung und betroffenen Gemeinschaftsteilen abÜbergangslösung, wenn WEG oder Fassade eine Außeneinheit nicht zulassenAb 2029 Mindestanteil klimafreundlicher Brennstoffe (10/15/30/60 %), keine Förderung

Keine Vollständigkeit – der Markt für Etagenwärmepumpen ist jung, weitere Hersteller kündigen Geräte an. Herstellerangaben (Leistung, Schall, Ersparnis) sind nicht unabhängig geprüft; verlangen Sie Datenblatt und Referenzen.

Quellen: HeatPump23 Produktseite und Datenblatt (September 2026), IKZ-Haustechnik (Juni 2026), co2online (Etagenwärmepumpe), heizsparer.de-Recherche zu Remko, Becker/ratiotherm und Wolf · Stand September 2026

Für die einzelne Wohnung ist die kompakte Luft-Wasser-Etagenwärmepumpe der interessanteste Weg, weil sie ohne Eingriff ins übrige Haus auskommt. Bei HeatPump23 etwa läuft die Monoblock-Außeneinheit mit 230-Volt-Haushaltsstrom, wird ohne Kälteschein installiert und trägt das Kältemittel ausschließlich im Außengerät; das Innengerät hat die Anschlüsse der Gastherme.

Der Hersteller nennt für ausgewertete Wohnungen seit 2025 rund 25 Prozent niedrigere Betriebskosten als mit der Gasetagenheizung und eine Einbauzeit von etwa zwei Tagen – das sind Herstellerangaben, keine unabhängigen Messwerte. Referenzwohnungen mit 57 bis 70 Quadratmetern und Heizkörpern hatten eine Heizlast von 4,8 bis 5,2 Kilowatt.

Voraussetzungen in der Wohnung

Ob die Etagenwärmepumpe passt, entscheidet sich an fünf Punkten – dieselben, die ein Fachbetrieb bei der Besichtigung prüft:

  • Heizkörper und Vorlauftemperatur: Wärmepumpen arbeiten effizient bis etwa 55 °C Vorlauf. Ein Wintertest mit höchstens 55 °C Vorlauf ist ein erster Hinweis. Entscheidend ist die Heizlastberechnung bei Auslegungs-Außentemperatur; bei Bedarf werden einzelne Heizkörper vergrößert. Details im Ratgeber Wärmepumpe und Heizkörper und zur Vorlauftemperatur.
  • Platz und Gewicht: Innengerät mit Speicher am Platz der Gastherme (Wandmontage) oder daneben; Außeneinheit 40 bis 80 Kilogramm an einer tragfähigen Wand oder auf dem Balkon – Statik und Befestigung gehören ins Angebot.
  • Außenwand und Durchführungen: Eine Kernbohrung für Vor- und Rücklauf (oder Kältemittelleitungen) plus Strom; Kondensatablauf der Außeneinheit nicht über den Balkon des Nachbarn. Aufstellregeln und Abstände beschreibt der Ratgeber zur Aufstellung von Wärmepumpen.
  • Schall: Die Außeneinheit hängt nah an Fenstern – auch denen der Nachbarn. In Wohngebieten gelten nachts Richtwerte von 35 bis 40 dB(A) am Nachbarfenster; Standortwahl, Abstand und eine Schallprognose gehören in den Antrag. Mehr im Ratgeber zur Geräuschentwicklung von Wärmepumpen.
  • Stromanschluss: Ob der vorhandene Stromkreis ausreicht und welche Anmeldung nötig ist, klärt der Fachbetrieb mit dem Netzbetreiber. § 14a EnWG betrifft neue steuerbare Wärmepumpen mit mehr als 4,2 Kilowatt Netzanschlussleistung. Was Zählerschrank und Anmeldung voraussetzen, steht im Ratgeber zum Stromanschluss für die Wärmepumpe.
Wärmepumpe-Kaskade für Mehrfamilienhäuser
Auch eine Alternative: Wärmepumpe-Kaskade für Mehrfamilienhäuser

Die Eigentümergemeinschaft: Beschluss für die Außeneinheit

Ob der Austausch der Gastherme einen Beschluss verlangt, hängt von Teilungserklärung, Gemeinschaftsordnung und betroffenen Gemeinschaftsteilen ab.

Für eine Außeneinheit an Fassade, Brüstung oder Dach ist regelmäßig eine Gestattung nach § 20 WEG nötig. Die Montage ist eine bauliche Veränderung nach § 20 Absatz 1 des Wohnungseigentumsgesetzes, die die Gemeinschaft per Beschluss gestatten kann; es genügt die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Anders als Wallboxen, Balkonkraftwerke oder Glasfaser gehört die Wärmepumpe nicht zu den privilegierten Maßnahmen, auf die ein Eigentümer einen Anspruch hat – die Gemeinschaft darf also auch ablehnen, allerdings nicht willkürlich.

Die Kosten trägt der Eigentümer, dem die Maßnahme gestattet wird (§ 21 Absatz 1 WEG). Praktisch heißt das: Diese fünf Punkte gehören in den Antrag und rechtzeitig vor der Versammlung eingereicht:

  • der Standort der Außeneinheit
  • die Schallprognose
  • die Befestigung
  • die Optik – Verkleidungen in Fassadenfarbe gibt es
  • die Kostenübernahme durch Sie

Diese Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung – bei Streit im Haus hilft der Verwalter oder ein Fachanwalt für Wohnungseigentumsrecht.

Außeneinheit: Propan-Schutzbereich, Bauordnung, Denkmalschutz

Drei Prüfpunkte kommen vor dem WEG-Antrag:

  • Schutzbereich: bei Geräten mit Propan (R290) darf im Umkreis der Außeneinheit kein Fenster, keine Tür, kein Kellerabgang und kein Bodenablauf liegen, weil das Kältemittel schwerer als Luft ist; die Maße stehen in der Installationsanleitung des Herstellers, bei kleinen Geräten in der Größenordnung von einem Meter. Auf dem Balkon oder an der Fassade eines Mehrfamilienhauses ist das mit den Fenstern der Nachbarwohnung schnell verletzt, deshalb gehört die Schutzbereichs-Skizze in den Antrag; die Regeln erklärt der Ratgeber Monoblock oder Split-Wärmepumpe.
  • Bauordnungsrecht: Kleine Außeneinheiten sind in den meisten Bundesländern verfahrensfrei, Abstandsflächen zum Nachbargrundstück und der Schallschutz nach TA Lärm gelten trotzdem – Details im Ratgeber zur Aufstellung von Wärmepumpen.
  • Denkmalschutz und Gestaltungssatzungen: Steht das Haus unter Denkmalschutz oder gilt eine örtliche Gestaltungssatzung, braucht die Außeneinheit an der Fassade eine Genehmigung der Denkmal- oder Bauaufsichtsbehörde; Hofseite, Dach oder eine verkleidete Einheit sind dann oft der Weg.
Gasetagenheizung © sommersby, stock.adobe.com
Gasetagenheizung können durch Wärmepumpen ersetzt werden © sommersby, stock.adobe.com

Gasetagenheizung durch Wärmepumpe ersetzen: Kosten

Belastbare Preisstatistiken gibt es noch nicht. Die verfügbaren Anhaltspunkte: co2online nennt für eine durchschnittliche Wohnung meist etwa 15.000 bis 20.000 Euro; ein von SWR und ARD im März 2026 dokumentiertes Beispiel lag bei 21.000 Euro Gesamtkosten mit etwas mehr als 7.000 Euro Förderung. Dazu kommen je nach Wohnung:

  • Elektroarbeiten
  • der Rückbau der Gastherme
  • die Stilllegung des Gasanschlusses
  • eventuell größere Heizkörper

Die Beispielrechnung stellt das einer neuen Gastherme gegenüber:

Gasetagenheizung durch Wärmepumpe ersetzen: Kosten je Wohnung

Etagenwärmepumpe inklusive Einbau, Außeneinheit, Elektrik und Rückbau der Gastherme (Größenordnung)20.000 €Beispiel
−
KfW-Zuschuss 458: 30 % Grundförderung + 16 % Klimageschwindigkeitsbonus auf den anteiligen Höchstbetrag der Wohnung (Achtfamilienhaus: 14.875 €)rund 6.800 €bis 1/2027
=
Eigenanteil Wärmepumpe (ohne Einkommensbonus)rund 13.200 €
Zum Vergleich: neue Gasbrennwerttherme inklusive Einbau und Abgasanpassung5.000–9.000 €
Betriebskosten Gas: 7.000 kWh Wärme, 10,5 ct/kWh, Nutzungsgrad 95 %, plus Grundpreis, Wartung und Schornsteinfegerrund 1.070 €/Jahr
Betriebskosten Wärmepumpe: 7.000 kWh ÷ 3,0 = 2.333 kWh Haushaltsstrom × 34 ct, plus Wartungrund 890 €/Jahr
Mehrkosten gegenüber der Gastherme nach Förderung – bei rund 180 € Ersparnis im Jahr, die mit dem CO₂-Preis wächstrund 4.000 bis 8.000 €je Wohnung
Annahmen Eigenes Rechenbeispiel heizsparer.de für eine 70-m²-Wohnung im Altbau mit 7.000 kWh Wärmebedarf. Gerätekosten: veröffentlichte Anhaltspunkte von etwa 15.000–20.000 € je Wohnung (co2online) sowie ein SWR-Beispiel mit 21.000 €; Gastherme laut heizsparer-Ratgeber 3.000–7.000 € Gerät zuzüglich Einbau. Jahresarbeitszahl 3,0 für kompakte Geräte mit Heizkörpern, Haushaltsstrom 34 ct/kWh (kein separater Zähler), Gas 10,5 ct/kWh inklusive CO₂-Preis 2026, Gas-Grundpreis 150 € plus Wartung und Schornsteinfeger 150 € (zusammen 300 €), Preise konstant. Förderung nach BEG-Reform vom 21. Juli 2026 für selbstgenutzte Wohnungen mit funktionstüchtiger Gasetagenheizung, Anträge bis 31. Januar 2027; danach sinkt der Klimageschwindigkeitsbonus auf 12 Prozent. Förderhöchstbetrag: Bei Maßnahmen am Sondereigentum wird der Gebäudehöchstbetrag (28.000 € erste Wohneinheit, 15.000 € zweite bis sechste, 8.000 € ab der siebten) zu gleichen Teilen auf die Wohnungen verteilt – im Achtfamilienhaus 119.000 € ÷ 8 = 14.875 € je Wohnung.
Quellen: KfW 458 (Fassung Juli 2026); co2online; HeatPump23/SWR (März 2026); Verivox/BDEW und Vergleichsportale (Preise Juli 2026) · Stand September 2026

Zwei Effekte verschieben die Rechnung weiter zugunsten der Wärmepumpe: Die Gasnebenkosten – Grundpreis, Schornsteinfeger und Wartung, in der Rechnung mit rund 300 Euro im Jahr angesetzt – entfallen mit dem Gasanschluss dauerhaft, und die Gasseite trägt den CO₂-Preis – 2026 im Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne; für 2027 gibt es noch keinen amtlich festgelegten Wert – das Bundeskabinett hat die Fortführung des Korridors vorgeschlagen –, danach soll der europäische Emissionshandel mit offener Preisbildung folgen.

Die Rechnung setzt nur den Preis von 2026 an. Nicht enthalten sind mögliche Kosten für die Stilllegung des Gasanschlusses. Auf der Wärmepumpenseite drückt ein Wärmepumpentarif mit eigenem Zähler die Kosten weiter; bei kompakten 230-Volt-Geräten am Haushaltszähler ist das aber die Ausnahme.

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Förderung je Wohnung

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude fördert die Etagenwärmepumpe wie jede andere Wärmepumpe – und zwar je Wohnung: Eigentümer von Eigentumswohnungen sind bei Maßnahmen am Sondereigentum, also an der eigenen Etagenheizung, bei der KfW (Zuschuss 458) selbst antragsberechtigt. Es gelten 30 Prozent Grundförderung, dazu für Selbstnutzer beim Ersatz einer funktionstüchtigen Gasetagenheizung der Klimageschwindigkeitsbonus von 16 Prozent für Anträge bis zum 31. Januar 2027 (danach 12, 8 und 4 Prozent, ab August 2028 entfällt er) sowie ein einkommensabhängiger Bonus.

Der Höchstbetrag der förderfähigen Kosten liegt bei 28.000 Euro für die erste Wohneinheit (ab Februar 2027 halbjährlich 750 Euro weniger), 15.000 Euro für die zweite bis sechste und 8.000 Euro ab der siebten.

Bei einer Etagenheizung im Sondereigentum gilt der individuelle Förderhöchstbetrag als anteiliger Gebäudehöchstbetrag: Die Summe für das Haus wird zu gleichen Teilen auf alle Wohnungen verteilt – im Achtfamilienhaus 119.000 Euro geteilt durch acht, also rund 14.900 Euro je Wohnung. Kurz: individuellen Förderhöchstbetrag als anteiligen Gebäudehöchstbetrag darstellen, Zuschussformel mit diesem Anteil rechnen – genau so ist die Beispielrechnung oben aufgebaut. Der Gesamtzuschuss ist auf 70 Prozent begrenzt, bei niedrigem Einkommen auf 80 Prozent. Ein Rechtsanspruch auf Förderung besteht nicht.

Drei Bedingungen zählen für Etagenwärmepumpen besonders:

  • Wärmeerzeugerliste des BAFA: Das Gerät muss dort stehen – bei jungen Herstellern vor der Beauftragung prüfen.
  • Natürliches Kältemittel ab 2028: Ab dem 1. Januar 2028 werden nur noch Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel wie Propan gefördert.
  • Reihenfolge beim Antrag: Zuerst die Bestätigung zum Antrag und einen Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung; mit den Arbeiten dürfen Sie erst nach der Antragstellung beginnen.

Alle Details, auch zum Einkommensbonus, erklärt der Ratgeber zur Wärmepumpen-Förderung; die zentrale Übersicht der Programme steht im Fördermittel-Ratgeber.

Für eine vermietete Eigentumswohnung gilt: Antragsteller ist der Eigentümer, er erhält die Grundförderung von 30 Prozent – Klimageschwindigkeits- und Einkommensbonus sind Selbstnutzern vorbehalten.

Die verbleibenden Kosten kann der Vermieter im Rahmen der Modernisierungsumlage (§ 559 BGB) anteilig auf die Miete umlegen, die Förderung ist dabei abzuziehen; ob niedrigere Heizkosten beim Mieter ankommen, hängt bei einer Etagenheizung vom Mietvertrag und von der Stromabrechnung ab – meist rechnet der Mieter die Energie direkt mit dem Versorger ab. Für Mieter selbst ist die Etagenwärmepumpe keine Option – sie können den Vermieter aber auf Förderung und Vollkostenrechnung hinweisen.

Die Wärmepumpentechnik wird vom Staat gefördert
Die Wärmepumpentechnik wird vom Staat gefördert

Rechtslage: Was das GModG seit Juli 2026 verlangt

Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) anstelle des alten Gebäudeenergiegesetzes. Die frühere Pflicht, beim Heizungstausch 65 Prozent erneuerbare Energien zu nutzen, ist entfallen – und mit ihr die Sonderfristen für Etagenheizungen, nach denen Eigentümergemeinschaften nach dem ersten Ausfall einer Gastherme binnen fünf Jahren über Zentralisierung entscheiden mussten.

Eine neue Gasetagenheizung bleibt zulässig. Für Gasheizungen, die seit dem 29. Juli 2026 eingebaut werden, gilt aber die Biotreppe des § 43 GModG: ab 2029 mindestens 10 Prozent klimafreundliche Brennstoffe wie Biomethan, ab 2030 15, ab 2035 30 und ab 2040 60 Prozent – ein zusätzliches Kosten- und Planungsrisiko; auch Strompreise bleiben bei einer Wärmepumpe ein Kostenfaktor. Eine Pflicht zur Zentralisierung gibt es nicht; die Wohnung darf dezentral bleiben.

Alternativen: zentral, Fernwärme, Luft-Luft, Übergang

Die Etagenwärmepumpe ist nicht in jedem Haus die beste Lösung. Wo die Gemeinschaft ohnehin saniert, ist eine zentrale Wärmepumpe mit Wohnungsstationen effizienter; wo ein Wärmenetz kommt, kann der Anschluss günstiger sein.

Hat die Kommune für Ihr Grundstück den Anschluss an ein Wärmenetz beschlossen und bekannt gemacht, fördert die BEG seit Juli 2026 nur noch den Netzanschluss, keine Einzelheizung; eine verbindliche Anschlusszusage des Versorgers binnen drei Jahren soll künftig genauso wirken, sobald die KfW die Anforderungen dafür veröffentlicht hat. Prüfen Sie deshalb die kommunale Wärmeplanung, bevor Sie beauftragen. Drei Fragen sortieren die Wege:

Etagenwärmepumpe, zentrale Lösung oder Alternative?

1. Will die Eigentümergemeinschaft das Haus gemeinsam umrüsten – Zentralheizung mit Wärmepumpe oder Fernwärmeanschluss?

Ja, es gibt einen Beschluss oder ein KonzeptZentrale Wärmepumpe mit Wohnungsstationen oder Wärmenetz – effizienter und mit einem Außengerät; Ihre Wohnung wird im Gesamtprojekt angeschlossen.
Nein, jeder für sichEtagenwärmepumpe für Ihre Wohnung – Sie brauchen nur die Zustimmung für die Außeneinheit, nicht die Umrüstung des Hauses.

2. Gibt es in der Wohnung Heizkörper oder eine Fußbodenheizung mit Wasserkreislauf?

JaKompakte Luft-Wasser-Etagenwärmepumpe – Heizkörper und erforderliche Vorlauftemperatur anhand der Heizlast prüfen.
Nein, Nachtspeicher oder ElektroheizungLuft-Luft-Wärmepumpe mit Innengeräten je Raum, Warmwasser separat – oder Wasserkreislauf nachrüsten, wenn ohnehin saniert wird.

3. Lässt sich eine Außeneinheit an Fassade, Balkon oder Dach anbringen – mit Zustimmung der WEG und Abstand zu Nachbarfenstern?

JaEtagenwärmepumpe planen: Standort, Schall und Stromanschluss vor der Eigentümerversammlung klären.
Nein oder unklarNeue Gasbrennwerttherme als Übergang (zulässig, aber Biotreppe ab 2029 und keine Förderung) und die WEG-Gesamtlösung anstoßen – oder Abluft-Wärmepumpe ohne Außeneinheit prüfen.
EmpfehlungWer eine Eigentumswohnung mit Heizkörpern und einer Wand für die Außeneinheit hat, kann heute Wohnung für Wohnung umrüsten. Die zentrale Lösung ist effizienter, braucht aber die ganze WEG – Infrarot ist nur als Übergang eine Option.
Einordnung heizsparer.de · WEG § 20, GModG § 43 · Stand September 2026

Eine Infrarotheizung als Ersatz für die Gastherme ist nur als Übergang sinnvoll: Sie braucht bei gleicher Wärme das Drei- bis Vierfache an Strom – die Rechnung steht im Ratgeber Infrarotheizung oder Wärmepumpe.

Wärmepumpe statt Gastherme: Ablauf in fünf Schritten

Planen Sie mehrere Monate für Prüfung, WEG-Beschluss, Förderung und Einbau ein. Die ordentliche Eigentümerversammlung findet mindestens jährlich statt; zusätzliche Versammlungen oder Umlaufbeschlüsse können den Ablauf verkürzen.

Gasetagenheizung durch Wärmepumpe ersetzen: Ablauf in fünf Schritten

1

Wohnung prüfen: Heizlast, Heizkörper, Platz Eignung

Ein Wintertest mit höchstens 55 °C Vorlauf liefert nur einen ersten Hinweis. Der Fachbetrieb berechnet die Heizlast bei Auslegungs-Außentemperatur und prüft Platz für Innengerät, Speicher und Wanddurchführung.

2

Außeneinheit planen: Standort, Schall, Statik Nachbarn

Wand unter dem Balkon, Balkonbrüstung oder Dach – mit Abstand zu Schlafzimmerfenstern der Nachbarn; nachts gelten in Wohngebieten Richtwerte von 35 bis 40 dB(A) am Nachbarfenster. Schallprognose und Befestigung dokumentieren.

3

Beschluss der Eigentümergemeinschaft einholen WEG

Antrag auf Gestattung der baulichen Veränderung (§ 20 WEG) mit Plan, Schallprognose und Zusage der Kostenübernahme auf die Tagesordnung der Versammlung setzen; einfache Mehrheit reicht. Ohne Beschluss keine Montage am Gemeinschaftseigentum.

4

Angebote vergleichen und Förderung beantragen vor Beauftragung

Zwei bis drei Angebote qualifizierter Heizungs-Fachbetriebe mit Gerät, Außeneinheit, Elektrik, Rückbau und Inbetriebnahme. Vor dem KfW-Antrag: Liefervertrag mit Förderbedingung und Bestätigung zum Antrag einholen; mit den Arbeiten erst nach der Antragstellung beginnen.

5

Einbau, Gasabmeldung, Inbetriebnahme 2–5 Tage

Einbau dauert bei kompakten Geräten wenige Tage: Gastherme raus, Innengerät und Außeneinheit montieren, Elektrik anpassen, Gasanschluss stilllegen lassen, Wärmepumpe einregeln. Danach Verwendungsnachweis bei der KfW einreichen.

Einordnung heizsparer.de · WEG §§ 20, 21, 25; KfW 458; TA Lärm · Stand September 2026

Lassen Sie sich zwei bis drei Angebote qualifizierter Heizungs-Fachbetriebe für Ihre Wohnung über den Angebotsvergleich für Wärmepumpen erstellen – mit Heizlast, Außeneinheit, Elektrik und Rückbau im Leistungsumfang. Welche Fragen Sie dem Betrieb stellen sollten, listet der Ratgeber Wärmepumpen-Installateur finden; was unabhängige Tests über Geräte sagen, der Ratgeber Wärmepumpe im Test.

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Häufige Fragen zur Etagenwärmepumpe

Die kurzen Antworten auf die Fragen, mit denen Wohnungseigentümer am häufigsten suchen.

Häufige Fragen zur Etagenwärmepumpe

Kann ich eine Gasetagenheizung durch eine Wärmepumpe ersetzen?
Ja. Kompakte Luft-Wasser-Etagenwärmepumpen ersetzen die Gastherme in der einzelnen Wohnung, nutzen die vorhandenen Heizkörper und bereiten das Warmwasser im integrierten Speicher. Voraussetzungen: ein Platz für die Außeneinheit an Fassade, Balkon oder Dach, Heizkörper, die mit 55 °C Vorlauf auskommen, ein ausreichender Stromanschluss und die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft.
Was kostet es, eine Gasetagenheizung durch eine Wärmepumpe zu ersetzen?
Veröffentlichte Beispiele nennen etwa 15.000 bis 21.000 Euro je Wohnung; die tatsächlichen Kosten hängen stark von Wohnung und Umbauaufwand ab. Bei 20.000 Euro Kosten, einem anteiligen Förderhöchstbetrag von rund 14.900 Euro (Achtfamilienhaus) und 46 Prozent Zuschuss bleiben rund 13.200 Euro Eigenanteil.
Funktioniert eine Wärmepumpe in der Wohnung mit normalen Heizkörpern?
Meist ja. Im Fraunhofer-Feldtest kamen ausreichend große Heizkörper im Mittel mit ähnlich niedrigen Temperaturen aus wie Flächenheizungen. Ein Wintertest bei 55 °C kann ein erster Hinweis sein; die Eignung sichert die Heizlast- und Heizflächenplanung des Fachbetriebs.
Wie laut ist eine Etagenwärmepumpe?
Kompakte Außeneinheiten liegen laut Herstellerangaben bei rund 40 dB(A) in einem Meter Abstand – etwa so laut wie ein Kühlschrank. Entscheidend ist, was am Nachbarfenster ankommt: In Wohngebieten gelten nachts Richtwerte von 35 bis 40 dB(A). Standort, Abstand und eine Schallprognose gehören deshalb in den WEG-Antrag.
Brauche ich die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft?
Für die Außeneinheit ja: Fassade, Balkonbrüstung und Dach sind Gemeinschaftseigentum, die Montage ist eine bauliche Veränderung nach § 20 WEG, die per Beschluss gestattet werden muss – mit einfacher Mehrheit; die Kosten trägt der antragstellende Eigentümer (§ 21 WEG). Ob der Austausch einer Gastherme ohne Beschluss möglich ist, richtet sich nach Teilungserklärung, Gemeinschaftsordnung und den konkret betroffenen Gemeinschaftsteilen.
Gibt es die Förderung für jede Wohnung einzeln?
Ja. Eigentümer von Eigentumswohnungen sind bei Maßnahmen am Sondereigentum – also an der eigenen Etagenheizung – bei der KfW antragsberechtigt; der Förderhöchstbetrag des Gebäudes wird bei Maßnahmen am Sondereigentum zu gleichen Teilen auf die Wohnungen verteilt – im Achtfamilienhaus rund 14.900 Euro je Wohnung. Der Klimageschwindigkeitsbonus gilt für Selbstnutzer beim Ersatz einer funktionstüchtigen Gasetagenheizung.
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