Ihre Ölheizung kommt in die Jahre, die nächste Reparatur kündigt sich an — und Sie fragen sich: noch einmal ein neuer Ölkessel oder gleich der Umstieg auf die Wärmepumpe? Rechtlich sind seit Sommer 2026 beide Wege offen: Auch eine neue Ölheizung dürfen Sie wieder ohne die frühere 65-Prozent-Vorgabe einbauen. Damit wird die Entscheidung vor allem zur Kostenfrage. In diesem Ratgeber vergleichen wir in einer Modellrechnung den Kauf einer neuen Öl-Brennwertheizung mit dem Umstieg auf eine Wärmepumpe — über 15 und 20 Jahre, mit Anschaffung, Förderung, Energie- und Wartungskosten, CO₂-Preis und drei typischen Gebäudesituationen. Und wir ordnen ein, was gilt, wenn Ihre alte Ölheizung eigentlich noch läuft.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Wärmepumpe kostet in der Anschaffung deutlich mehr als eine neue Ölheizung – mit 46 % KfW-Förderung schrumpft der Mehrpreis im Modellfall auf rund 6.600 Euro.
- Im Betrieb ist die Wärmepumpe klar günstiger: Wärme aus Heizöl kostet rund 15 Cent je Kilowattstunde, mit durchschnittlicher Wärmepumpe rund 7 bis 8 Cent.
- In den Modellrechnungen liegt die Wärmepumpe je nach Sanierungsstand nach 3 bis 6 Jahren vorn – nach 20 Jahren um rund 15.000 bis 32.000 Euro.
- Die Förderung wird bis 2030 schrittweise gekürzt, CO₂-Preis und Brennstoffvorgaben verteuern das Heizen mit Öl – ein späterer Umstieg wird tendenziell teurer.

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Die neue Ausgangslage: freie Wahl, ungleiche Kosten
Seit dem 29. Juli 2026 gelten die Neuregelungen des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG). Das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG), meist „Heizungsgesetz“ genannt, wurde dafür umfassend geändert und in Gebäudemodernisierungsgesetz umbenannt. Die Reform hat unter anderem die Pflicht gestrichen, neue Heizungen zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien zu betreiben. Wichtig zur Einordnung: Bestehende Öl- und Gasheizungen durften auch vorher schon grundsätzlich weiterbetrieben und repariert werden — die frühere Austauschregel betraf nur bestimmte, mehr als 30 Jahre alte Standard- und Konstanttemperaturkessel und ist nun ebenfalls entfallen. Neu ist vor allem: Sie dürfen im Bestand wieder eine neue reine Ölheizung einbauen.
Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) — in Kraft seit 29. Juli 2026
Neue Öl- und Gasheizungen dürfen wieder ohne die bisherige 65-Prozent-Vorgabe eingebaut werden. Aber: Wird eine mit Heizöl, Gas oder Flüssiggas betriebene Heizung nach dem 29. Juli 2026 neu in ein bestehendes Gebäude eingebaut, greift die sogenannte „Bio-Treppe“ (§ 43 GModG) — ab 1. Januar 2029 müssen mindestens 10 % der bereitgestellten Wärme aus anrechenbaren klimafreundlichen Brennstoffen stammen, ab 2030 15 %, ab 2035 30 % und ab 2040 60 %. Das betrifft also auch eine schon 2026 oder 2027 eingebaute neue Ölheizung. Erfüllen lässt sich die Vorgabe je nach Anlage über Bioheizöl und andere anrechenbare Brennstoffe oder über bestimmte technische Kombinationen, etwa eine Wärmepumpen-Hybridheizung. Eine BEG-Förderung erhalten neue reine Ölheizungen nicht.
Die freie Wahl bedeutet aber nicht, dass beide Wege gleich viel kosten. Auf der einen Seite steht eine günstige Anschaffung mit steigenden Brennstoffkosten, auf der anderen eine teure Anschaffung mit hoher Förderung und günstigem Betrieb. Genau dieses Verhältnis rechnen wir im Folgenden durch.
Anschaffungskosten: Wärmepumpe gegen neue Ölheizung
Eine komplette neue Öl-Brennwertheizung im Einfamilienhaus — Gerät, Einbau, Speicher und gegebenenfalls Kaminsanierung — kostet derzeit rund 8.000 bis 16.000 Euro. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe liegt inklusive Installation bei rund 25.000 bis 40.000 Euro, erdgekoppelte Anlagen wegen der Bohrung darüber. Details zu den einzelnen Posten finden Sie in unserem Ratgeber zu den Wärmepumpen-Kosten.
Beim Umstieg auf die Wärmepumpe kommt ein Posten hinzu, der oft vergessen wird: der alte Öltank. Für Demontage und Entsorgung fallen je nach Tankgröße und Aufwand rund 500 bis 2.500 Euro an. Beim geförderten Heizungstausch zählen solche Demontagearbeiten grundsätzlich zu den förderfähigen Kosten; ob auch eine reine Stilllegung anerkannt wird, sollten Sie vor Antragstellung mit Fachunternehmen oder KfW klären.

Anschaffungskosten: neue Ölheizung vs. Wärmepumpe
| Kostenpunkt | Neue Ölheizung | Wärmepumpe (Luft-Wasser) |
|---|---|---|
| Gerät, Einbau, Zubehör | 8.000–16.000 € | 25.000–40.000 € |
| Öltank demontieren und entsorgen | entfällt (Tank bleibt) | 500–2.500 € (als Demontagearbeit förderfähig) |
| Staatliche Förderung | keine | Grundförderung bis 8.400 €; im 46-%-Modellfall bis 12.880 €; maximal bis 22.400 € |
| Kosten nach 46 % Förderung im Modellfall | 8.000–16.000 € | rund 14.000–30.000 € |
Förderung: Was die KfW aktuell zahlt
Der Staat fördert den Wechsel von Öl auf Wärmepumpe über das KfW-Programm 458 — allerdings zu Konditionen, die sich zum 21. Juli 2026 geändert haben. Die Grundförderung beträgt 30 Prozent der förderfähigen Kosten und steht auch Vermietern offen. Die Boni sind dagegen an Voraussetzungen geknüpft: Den Klimageschwindigkeitsbonus von derzeit 16 Prozent erhalten nur selbstnutzende Eigentümer für ihre selbst genutzte Wohneinheit — und nur, wenn die alte Ölheizung zum Zeitpunkt der Antragstellung noch funktionstüchtig ist. Der Einkommensbonus von 10 bis 40 Prozent gilt ebenfalls nur für Selbstnutzer; maßgeblich ist dabei nicht das aktuelle Gehalt, sondern der Durchschnitt des zu versteuernden Haushaltseinkommens aus dem zweiten und dritten Jahr vor der Antragstellung. Lebt mindestens ein Kind unter 18 Jahren mit Kindergeldberechtigung im Haushalt, wird dieses Einkommen einmalig — unabhängig von der Kinderzahl — um pauschal 10.000 Euro reduziert.
Zwei weitere Bedingungen gelten für den Klimageschwindigkeitsbonus: Der alte Wärmeerzeuger muss fachgerecht demontiert und entsorgt werden, und die bislang versorgte Wohneinheit darf danach grundsätzlich nicht mehr von fossilen oder mit Gas betriebenen Heizungen im Gebäude oder gebäudenah versorgt werden — eine Öl-Hybridlösung, wie sie die Bio-Treppe ordnungsrechtlich zuließe, ist mit dem Bonus also in der Regel nicht vereinbar. Gedeckelt ist der Fördersatz bei 70 Prozent; nur in der untersten Einkommensstufe sind 80 Prozent möglich. Als förderfähige Kosten erkennt die KfW für die erste Wohneinheit derzeit bis zu 28.000 Euro an. Ein Rechtsanspruch besteht nicht — die Förderung steht unter dem Vorbehalt verfügbarer Haushaltsmittel. Alle Details erklärt unser Ratgeber zur Wärmepumpen-Förderung.

KfW-Zuschuss 458 beim Tausch Ölheizung → Wärmepumpe
Für selbstnutzende Eigentümer, die eine funktionstüchtige Ölheizung ersetzen und keinen Einkommensbonus erhalten, ergibt sich so ein Fördersatz von 46 Prozent. Wichtig zu wissen: Die Konditionen sind kein Dauerzustand. Die förderfähigen Kosten sinken ab Februar 2027 halbjährlich um 750 Euro, der Klimageschwindigkeitsbonus schmilzt ab Februar 2027 in Vier-Prozent-Schritten ab und endet Mitte 2028. Für das erste Quartal 2027 ist zudem angekündigt, dass die Grundförderung für Wärmepumpen auf 15 Prozent sinken soll; ein neuer Wertschöpfungsbonus von 15 Prozent ist für Geräte aus EU-Fertigung vorgesehen — maßgeblich werden die dann veröffentlichten Förderbedingungen sein.
Beispielrechnung: Wärmepumpe für 30.000 € mit 46 % Förderung
Energie- und Betriebskosten: Hier entscheidet sich der Vergleich
Bundesweite Vergleichsportale wiesen am 18. August 2026 für eine Abnahme von 3.000 Litern Standard-Heizöl inklusive Mehrwertsteuer rund 1,35 Euro je Liter aus — ein im historischen Vergleich hohes Niveau: Im Schnitt der vergangenen drei Jahre lag der Preis bei rund 1,02 Euro je Liter, und er schwankt stark mit Rohölmarkt und Lieferkonditionen. Ein Liter liefert rund 10 Kilowattstunden Energie; rechnet man den Jahresnutzungsgrad eines Brennwertkessels von etwa 90 Prozent ein, kostet die Kilowattstunde Wärme aus Heizöl beim aktuellen Preis rund 15 Cent. Eine Wärmepumpe macht aus einer Kilowattstunde Strom ein Mehrfaches an Wärme — wie viel, beschreibt die Jahresarbeitszahl (JAZ). Wir rechnen mit einem Wärmepumpen-Stromtarif von 25 Cent je Kilowattstunde als konservativer Basis; günstige Neukundentarife liegen laut Vergleichsportalen im Schnitt bei rund 21 Cent, setzen aber meist einen separaten Zähler voraus — dessen Grund- und Messkosten sollten Sie mitrechnen. Passende Tarife finden Sie im Ratgeber Stromtarife für Wärmepumpen.

Was kostet eine Kilowattstunde Wärme?
| System | Wärmekosten (ct/kWh) | Einordnung |
|---|---|---|
| Öl-Brennwertheizung | 15 ct | — |
| Wärmepumpe, JAZ 2,5 | 10 ct | — |
| Wärmepumpe, JAZ 3,0 | 8,3 ct | — |
| Wärmepumpe, JAZ 3,4 | 7,4 ct | Mittelwert im Fraunhofer-ISE-Feldtest |
| Wärmepumpe, JAZ 4,0 | 6,3 ct | — |
Annahmen: Heizöl 1,35 €/l (Stand: August 2026), Brennwert-Nutzungsgrad 90 %, Wärmepumpenstrom 25 ct/kWh.
Auch bei den laufenden Nebenkosten hat die Wärmepumpe die Nase vorn. Für die Ölheizung fallen jährlich rund 180 bis 250 Euro Wartung plus 60 bis 100 Euro für Schornsteinfeger und Abgasmessung an — zusammen rund 250 bis 350 Euro. Eine Wärmepumpe kommt mit rund 150 bis 300 Euro aus; Schornsteinfeger und Abgasmessung entfallen komplett. Je nach Kältemittel und Füllmenge können gesetzliche Dichtheitskontrollen vorgeschrieben sein — bei vielen modernen Anlagen, insbesondere mit natürlichem Kältemittel, ist das nicht der Fall.
CO₂-Preis: Die eingebaute Preiserhöhung beim Heizöl
Einen direkten zusätzlichen Kostenfaktor gibt es nur auf der Ölseite: die CO₂-Bepreisung von Gebäudebrennstoffen. Sie ist bereits im Heizölpreis enthalten und liegt 2026 im gesetzlichen Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne CO₂ — das entspricht brutto rund 17 bis 21 Cent je Liter Heizöl. Bei einem Jahresverbrauch von 2.200 Litern stecken damit schon heute rund 370 bis 460 Euro CO₂-Kosten in der jährlichen Ölrechnung. Die Bundesregierung will diesen Korridor per Gesetzentwurf auch für 2027 fortschreiben (Stand: August 2026, das Verfahren läuft noch). Ab 2028 geht die CO₂-Bepreisung nach aktuellem Stand in den europäischen Emissionshandel (ETS 2) über — der Preis bildet sich dann am Markt und ist deutlich schwerer planbar. Wie sich der Heizölpreis zusammensetzt, zeigt unsere Übersicht zu den Heizölpreisen.
Strom unterliegt diesem direkten Brennstoffaufschlag nicht — die Stromerzeugung ist allerdings bereits über den bestehenden europäischen Emissionshandel (ETS 1) erfasst, sodass CO₂-Kosten indirekt auch in Strompreise einfließen können. Hinzu kommt ein Punkt für die ganz lange Sicht: Das GModG verpflichtet die Bundesregierung, bis zum 1. Dezember 2026 einen Gesetzentwurf für eine Grüngas- und Grünheizölquote vorzulegen, der die Gebäudebrennstoffe bis 2045 vollständig auf klimaneutrale Alternativen umstellen soll — Rechtsrahmen und Kosten dafür stehen noch nicht fest. Wichtig für die Langfrist-Rechnung: Unsere Vergleiche unten rechnen bewusst mit konstanten Energiepreisen auf heutigem Stand. Steigen CO₂- und Brennstoffkosten, verschiebt sich das Ergebnis weiter zugunsten der Wärmepumpe.

Was sich in den nächsten Jahren ändert
- Seit 21. Juli 2026Neue KfW-Konditionen: 30 % Grundförderung + 16 % Klimageschwindigkeitsbonus, förderfähige Kosten bis 28.000 €.
- Seit 29. Juli 2026GModG in Kraft: 65-Prozent-Regel und frühere Austauschregel für bestimmte Altkessel entfallen — neue Ölheizungen wieder erlaubt, aber ohne Förderung.
- Bis 1. Dezember 2026Gesetzentwurf für eine Grüngas- und Grünheizölquote vorgeschrieben (vollständige Umstellung der Gebäudebrennstoffe bis 2045 als Ziel).
- Ab 1. Februar 2027Klimageschwindigkeitsbonus sinkt auf 12 %, förderfähige Kosten auf 27.250 € — danach halbjährlich weiter abschmelzend.
- 1. Quartal 2027Angekündigt: Grundförderung für Wärmepumpen soll auf 15 % sinken; Wertschöpfungsbonus von 15 % für Geräte aus EU-Fertigung vorgesehen.
- Ab 2028CO₂-Preis wechselt nach aktuellem Stand in den europäischen Emissionshandel (ETS 2) — marktabhängig, schwerer planbar; Klimageschwindigkeitsbonus läuft Mitte 2028 aus.
- Ab 1. Januar 2029Bio-Treppe greift: Nach dem 29. Juli 2026 neu eingebaute Öl- und Gasheizungen müssen 10 % ihrer Wärme aus anrechenbaren klimafreundlichen Brennstoffen bereitstellen — steigend auf 60 % ab 2040.
Der Langfrist-Vergleich: 15 und 20 Jahre, drei Häuser
Wie schlagen sich beide Systeme über die gesamte Lebensdauer? Wir rechnen drei typische Situationen durch — ein unsaniertes, ein teilsaniertes und ein saniertes Einfamilienhaus mit rund 150 Quadratmetern. Verglichen werden eine neue Öl-Brennwertheizung (12.000 Euro) und eine Luft-Wasser-Wärmepumpe (30.000 Euro plus 1.500 Euro Tankausbau, minus 12.880 Euro Förderung — also rund 18.600 Euro Eigenanteil). Es handelt sich um eine bewusst vereinfachte, nicht abgezinste Modellrechnung: Alle Energie- und Wartungspreise bleiben konstant auf dem Stand von August 2026, für alle drei Häuser wird derselbe Anlagenpreis angesetzt, und größere Reparaturen, Finanzierungskosten, Zähler-Grundpreise sowie künftige Brennstoffvorgaben sind nicht enthalten. In der Praxis kann eine Wärmepumpe für ein unsaniertes Haus wegen höherer Heizlast und Heizkörperarbeiten auch teurer ausfallen als angesetzt.
Jährliche Heizkosten in drei Gebäudesituationen
| Szenario | Annahmen | Öl pro Jahr | Wärmepumpe pro Jahr |
|---|---|---|---|
| Unsaniert | 30.000 kWh Wärmebedarf, JAZ 2,8 — Öl: ca. 3.300 l + Wartung; WP: ca. 10.700 kWh Strom + Wartung | 4.800 € | 2.880 € |
| Teilsaniert | 20.000 kWh Wärmebedarf, JAZ 3,2 — Öl: ca. 2.200 l + Wartung; WP: ca. 6.250 kWh Strom + Wartung | 3.300 € | 1.760 € |
| Saniert | 12.000 kWh Wärmebedarf, JAZ 3,6 — Öl: ca. 1.300 l + Wartung; WP: ca. 3.300 kWh Strom + Wartung | 2.100 € | 1.030 € |
Die Wärmepumpe spart also je nach Gebäude rund 1.070 bis 1.920 Euro Heizkosten pro Jahr. Über 15 und 20 Jahre summiert sich das — trotz der höheren Anschaffung — zu einem deutlichen Vorsprung:
Gesamtkosten über 15 und 20 Jahre: Öl vs. Wärmepumpe
| Szenario | Öl, 15 Jahre | WP, 15 Jahre | Öl, 20 Jahre | WP, 20 Jahre |
|---|---|---|---|---|
| Unsaniert | 84.000 € | 61.800 € | 108.000 € | 76.200 € − 31.800 € |
| Teilsaniert | 61.500 € | 45.000 € | 78.000 € | 53.800 € − 24.200 € |
| Saniert | 43.500 € | 34.100 € | 54.000 € | 39.200 € − 14.800 € |
Bemerkenswert: Der rechnerische Vorteil der Wärmepumpe ist ausgerechnet im unsanierten Haus am größten — bei hohem Wärmebedarf fallen die absoluten jährlichen Einsparungen besonders groß aus. Das gilt allerdings nur, solange die Wärmepumpe dort eine ausreichende Jahresarbeitszahl erreicht und keine deutlich höheren Zusatzinvestitionen nötig werden; dazu gleich mehr.
Break-even: Ab wann liegt die Wärmepumpe vorn?
Der Mehrpreis der Wärmepumpe gegenüber der neuen Ölheizung beträgt in unserem Beispiel rund 6.600 Euro nach Förderung. Bei jährlichen Einsparungen von 1.070 bis 1.920 Euro ist dieser Rückstand schnell aufgeholt: im unsanierten Haus nach gut 3 Jahren, im teilsanierten nach gut 4 Jahren, im sanierten Haus nach gut 6 Jahren. Danach spart die Wärmepumpe Jahr für Jahr weiter.
Break-even im teilsanierten Haus: Mehrinvestition vs. Ersparnis
| Zeitpunkt | Kumulierte Einsparung | Saldo vs. Investition |
|---|---|---|
| Jahr 1 | 1.540 € | −5.060 € |
| Jahr 2 | 3.080 € | −3.520 € |
| Jahr 3 | 4.620 € | −1.980 € |
| Jahr 4 | 6.160 € | −440 € |
| Jahr 5 | 7.700 € | +1.100 € |
| Jahr 6 | 9.240 € | +2.640 € |
| Jahr 7 | 10.780 € | +4.180 € |
| Jahr 8 | 12.320 € | +5.720 € |
| Jahr 9 | 13.860 € | +7.260 € |
| Jahr 10 | 15.400 € | +8.800 € |
Teilsaniertes Einfamilienhaus, 20.000 kWh Wärmebedarf, JAZ 3,2; Energiepreise konstant (Stand: August 2026). Mehrinvestition der Wärmepumpe gegenüber der neuen Ölheizung 6.600 € nach Förderung, jährliche Ersparnis rund 1.540 € — Break-even nach rund 4,3 Jahren.
Ehrlicherweise gehört dazu: Das Ergebnis hängt stark von den Energiepreisen ab — und der aktuelle Heizölpreis liegt deutlich über dem Dreijahresschnitt. Die folgende Übersicht zeigt für das teilsanierte Haus, wie empfindlich der Break-even auf andere Preiskombinationen reagiert:
Sensitivität: Break-even je nach Heizöl- und Strompreis
| Heizöl | WP-Strom | Break-even | Nach 20 Jahren |
|---|---|---|---|
| 1,35 €/l (aktuell) | 25 ct/kWh | rund 4,3 Jahre | WP rund 24.200 € vorn |
| 1,00 €/l | 25 ct/kWh | rund 8,7 Jahre | WP rund 8.600 € vorn |
| 1,00 €/l | 30 ct/kWh | rund 15 Jahre | WP rund 2.300 € vorn |
| 1,00 €/l | 35 ct/kWh | nicht im Zeitraum | Öl rund 3.900 € vorn |
Umgekehrt würde jeder CO₂-Preisanstieg ab 2028 den Vorsprung der Wärmepumpe vergrößern. Wer auf Nummer sicher gehen will, rechnet mit dem eigenen Verbrauch und mehreren Preisszenarien nach — die Rechner unten helfen dabei.
Und wenn die alte Ölheizung noch läuft?
Der bisherige Vergleich gilt für die Situation, in der ohnehin eine neue Heizung fällig ist. Läuft Ihre Ölheizung dagegen noch zuverlässig, sieht die Rechnung anders aus: Dann konkurriert die Wärmepumpe nicht mit 12.000 Euro für einen neuen Ölkessel, sondern mit einer bereits bezahlten Anlage. Der volle Eigenanteil von rund 18.600 Euro müsste allein über die Heizkostenersparnis hereinkommen — das dauert in unseren Szenarien rund 10 bis 17 Jahre, im teilsanierten Haus etwa 12 Jahre.
Diese einfache Rechnung lässt mögliche Nachteile des Weiterbetriebs allerdings noch unberücksichtigt: Ein älterer Kessel arbeitet oft mit schlechterem Nutzungsgrad als die hier angesetzten 90 Prozent, das Reparaturrisiko steigt mit dem Alter, und auch Tank oder Brenner können Investitionen nötig machen. Als Faustregel taugt deshalb: Bei einer funktionierenden, effizienten Ölheizung besteht kein wirtschaftlicher Zwang zum sofortigen Umstieg. Steht nur eine größere Reparatur an, sollten deren Kosten und die damit erkaufte Restlebensdauer als eigene dritte Alternative gerechnet werden.
Erst wenn ein vollständiger Heizungstausch ohnehin fällig ist, gilt der Neu-gegen-neu-Vergleich von oben — unter den dort gewählten Hauptannahmen liegt die Wärmepumpe vorn. Beachten Sie dabei die Förderlogik: Der Klimageschwindigkeitsbonus von 16 Prozent setzt voraus, dass die alte Heizung bei Antragstellung noch funktionstüchtig ist. Wer bis zum Totalausfall wartet, riskiert diesen Bonus — den Antrag also besser stellen, solange die Anlage noch läuft.
Die Jahresarbeitszahl: Der größte Hebel Ihrer Rechnung
Ob die Wärmepumpe im Betrieb 30 oder 60 Prozent günstiger heizt als Öl, entscheidet die Jahresarbeitszahl. Die Sorge, dass Wärmepumpen im Altbau grundsätzlich schlecht laufen, widerlegt die Praxis: Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) hat über vier Jahre 77 Anlagen in bestehenden Ein- bis Dreifamilienhäusern vermessen. Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichten im Schnitt eine JAZ von 3,4, erdgekoppelte Anlagen 4,3 — bei einer Spanne von 2,6 bis 5,4. Einen Zusammenhang zwischen Baujahr des Hauses und Effizienz fanden die Forscher nicht. Entscheidend ist die Vorlauftemperatur: Je niedriger sie sein darf, desto effizienter arbeitet die Anlage. Was das für Ihr Haus bedeutet, lesen Sie im Ratgeber Wärmepumpen im Altbau.
Für Ihre Kostenrechnung heißt das: Schon eine JAZ von 2,5 — also ein eher ungünstiger Fall — reicht bei aktuellen Preisen, um günstiger zu heizen als mit Öl. Ab einer JAZ von 3 wird der Abstand deutlich, ab 4 heizt die Wärmepumpe für weniger als die Hälfte der Öl-Wärmekosten.

Wann Sie mit dem Umstieg noch warten sollten
So klar der Langfrist-Vergleich ausfällt — es gibt Situationen, in denen sich vor dem Heizungstausch andere Maßnahmen lohnen oder eine Prüfung sinnvoll ist:
Vor der Entscheidung prüfen
Ein Sonderfall ist die kaputte Heizung mitten im Winter: Wird nach einem Heizungsdefekt eine förderfähige neue Heizung eingebaut, können auch Mietkosten für eine provisorische Heiztechnik berücksichtigt werden — ab Antragstellung und für höchstens ein Jahr. Das kann den Entscheidungsdruck deutlich mindern; beachten Sie aber, dass bei einer irreparabel defekten Altanlage der Klimageschwindigkeitsbonus entfallen kann.
Rechnen Sie Ihren eigenen Fall durch
Unsere Beispielrechnungen ersetzen keine individuelle Kalkulation — Verbrauch, Strompreis und Gebäudezustand unterscheiden sich von Haus zu Haus. Mit unseren kostenlosen Rechnern übertragen Sie den Vergleich in wenigen Minuten auf Ihre Situation:
Zwei Rechner für Ihre eigene Kalkulation
Heizkosten aller Systeme vergleichen
Jahreskosten von Ölheizung, Wärmepumpe, Gas und Pellets mit Ihrem Verbrauch gegenüberstellen: Zum Heizkostenrechner
Wärmepumpe im Detail berechnen
Dimensionierung, Stromverbrauch, Kosten und Amortisation für Ihr Gebäude ermitteln: Zum Wärmepumpen-Rechner
Häufige Fragen zum Umstieg von Öl auf Wärmepumpe
Zum Schluss die Fragen, die beim Wechsel von der Ölheizung zur Wärmepumpe am häufigsten auftauchen — kurz beantwortet.
Häufige Fragen zum Umstieg von Öl auf Wärmepumpe
Darf ich meine Ölheizung einfach weiterlaufen lassen?
Funktioniert eine Wärmepumpe auch mit normalen Heizkörpern?
Was passiert mit meinem alten Öltank?
Wie lange gibt es die Wärmepumpen-Förderung noch?
Lohnt es sich, auf günstigere Wärmepumpen-Preise zu warten?
Fazit: In den Modellrechnungen liegt die Wärmepumpe langfristig vorn
Unter den Annahmen dieser Modellrechnung ist die Wärmepumpe in allen drei Gebäudesituationen langfristig günstiger als der Kauf einer neuen Öl-Brennwertheizung: Bei 1,35 Euro je Liter Heizöl, 25 Cent je Kilowattstunde Wärmepumpenstrom und 12.880 Euro KfW-Zuschuss erreicht sie den Break-even nach rund 3 bis 6 Jahren und liegt nach 20 Jahren rechnerisch um rund 15.000 bis 32.000 Euro vorn. Diese Ergebnisse gelten aber nicht unverändert für jedes Haus — sie reagieren empfindlich auf Anschaffungskosten, Förderberechtigung, Öl- und Strompreis sowie die tatsächlich erreichte Jahresarbeitszahl.
Gegenüber dem Weiterbetrieb einer bezahlten, funktionierenden Ölheizung dauert die Amortisation zudem deutlich länger. Steigende CO₂- und Brennstoffkosten sprechen langfristig für die Wärmepumpe; die schrittweise sinkende Förderung erhöht dagegen den Eigenanteil bei einem späteren Umstieg. Wer ohnehin vor Austausch oder größerer Reparatur steht, sollte deshalb konkrete Angebote, eine Heizlastberechnung und mehrere Preisszenarien vergleichen — die Modellrechnung liefert dafür eine nachvollziehbare Orientierung.
In drei Schritten zur Entscheidung
Gebäudesituation prüfen
Finden Sie heraus, welches Heizsystem zu Ihrem Haus passt: Optimale Heizung finden.
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Kostenlos und unverbindlich bis zu 5 Angebote einholen: Wärmepumpen-Angebote vergleichen.
Wärmepumpen-Dimensionierungsrechner: Optimale Leistung für Ihr Heizsystem Die richtige Dimensionierung Ihrer Wärmepumpe ist entscheidend für Effizienz, Komfort und Langlebigkeit. Ist die… weiterlesen



