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Flüssiggas oder Heizöl

Flüssiggas oder Heizöl?

Die Entscheidung, welcher der beiden Energieträger der richtige ist, fällt nicht unbedingt leicht. Flüssiggas und Heizöl kommen vor allem dann in Betracht, wenn kein Anschluss an das Erdgasnetz vorhanden ist, ein eigener Tank möglich ist und erneuerbare Alternativen wie Wärmepumpe oder Pelletheizung im konkreten Gebäude nicht passen. Beim Neueinbau gilt seit Juli 2026 das GModG: freie Wahl der Heizungsart; fossile Kessel in Bestandsgebäuden brauchen ab 2029 steigende Brennstoffanteile.

Das Wichtigste in Kürze

  • Flüssiggas und Heizöl ähneln sich bei Kosten und Einsatz: Beide brauchen einen Tank und funktionieren ohne Anschluss an öffentliche Netze.
  • Flüssiggas verbrennt sauberer: rund zehn Prozent weniger CO₂ je Kilowattstunde, kaum Feinstaub – Flüssiggastanks sind häufig auch in Wasserschutzgebieten zulässig; lokale Vorgaben prüfen.
  • Beide bleiben fossile Brennstoffe mit steigendem CO₂-Preis – beim ohnehin geplanten Heizungstausch lohnt der Blick auf geförderte Alternativen.
Flüssiggas in Flaschen © Reinald Döring, stock.adobe.com
Flüssiggas in Flaschen © Reinald Döring, stock.adobe.com
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Vergleich: Flüssiggas vs Erdgas vs Heizöl
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Gemeinsamkeiten von Flüssiggas und Heizöl

Vor der sinnvollen Gegenüberstellung der beiden Energieträger Heizöl und Flüssiggas sollten die Gemeinsamkeiten betrachtet werden.

  • Sowohl Flüssiggas wie Heizöl sind fossile Energieträger, wobei Flüssiggas in der Erdölraffinerie als Nebenprodukt anfällt. Auch wenn Flüssiggas inzwischen auch aus Abfällen hergestellt werden kann, hängen die Flüssiggasproduktion und auch die Preisentwicklung ebenso wie bei Heizöl von der Entwicklung der Erdölindustrie und der Erdölvorkommen ab. Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass der Markt volatil ist und die Preisentwicklung damit schwer einzuschätzen.
  • Auch die Anschaffungskosten für Tank, Heizungsanlage, die Kosten für die Wartung, den Brennstoffbedarf oder die betriebsgebundenen Kosten unterscheiden sich bei Heizöl und Flüssiggas nicht in großem Maße voneinander.
  • Die Einsatzmöglichkeiten von Flüssiggas und Heizöl sind ähnlich: Bei beiden gilt, dass kein Anschluss an die öffentliche Infrastruktur notwendig wird. Beide benötigen Tanks, in denen sie gelagert werden und sie bieten sich beide als Energieträger der Wahl in abgelegenen Regionen an. Der Platzbedarf und die Kosten für den Tank sind bei beiden durchaus negative Aspekte – Heizöltanks stehen meist im Keller, Flüssiggastanks dagegen praktisch immer im Garten, ober- oder unterirdisch.
Heizung: Heizöl oder Flüssiggas
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Unterschiede zwischen Flüssiggas und Heizöl

Die meisten Vergleiche von Flüssiggas und Heizöl ergeben leichte Vorteile von Flüssiggas gegenüber dem klassischen Heizöl.

  • Flüssiggas (Propan/Butan) ist als nicht wassergefährdend eingestuft. Flüssiggastanks sind deshalb in Wasserschutzgebieten häufig möglich; die konkrete Schutzzone und örtliche Schutzgebietsverordnung müssen aber geprüft werden. Für Heizöltanks gelten in Schutzgebieten strengere Anforderungen bis hin zu Verboten in Fassungsbereich und engerer Zone. Im Regelfall stehen Flüssiggastanks im Freien; bei Aufstellung in Räumen verlangt die TRF 2021 besondere Aufstellräume.
  • Flüssiggas kann in Gas-Brennwertheizungen sehr effizient genutzt werden. Sie arbeiten in der Regel emissionsärmer als vergleichbare Ölheizungen – bleiben aber ebenso fossil betrieben.
  • Flüssiggas verbrennt emissionsärmer als Heizöl: Je Kilowattstunde Heizwert entstehen etwa 236 statt 266 Gramm CO₂ – gut zehn Prozent weniger. Außerdem entsteht bei der Verbrennung kaum Feinstaub und praktisch kein Ruß.
  • Bei Flüssiggas-Brennwertgeräten ist häufig eine kompakte, feuchteunempfindliche Abgasleitung ausreichend. Das ist aber kein Alleinstellungsmerkmal gegenüber moderner Öl-Brennwerttechnik; auch dort hängt die Abgasführung vom Gerät und vom vorhandenen Schornstein ab.
  • Flüssiggas kann nicht nur für Heizung und Warmwasser genutzt werden, sondern darüber hinaus auch zum Kochen eingesetzt werden. Und sowohl Profi- wie Hobbyköche nutzen bevorzugt Gas in der Küche.
  • Ein nicht zu unterschätzender Vorteil von Flüssiggas ist die fehlende Geruchsbelästigung. Bei der Lagerung von Heizöl bleibt diese, zumindest in der Nähe des Öltanks, nicht aus.

Flüssiggas oder Heizöl: die Unterschiede im Überblick

Die wichtigsten Kriterien nebeneinander – die Werte gelten für typische Wohngebäude:

KriteriumFlüssiggasHeizöl
Energiegehalt je Liter (Heizwert)rund 6,6 kWhrund 9,8 kWh
CO₂ je kWh Heizwert (Hi)~236 g~266 g
Feinstaub und Rußpraktisch keinegering, aber höher
Wasserschutzgebiethäufig zulässig; lokale Vorgaben prüfennur eingeschränkt
Tank-StandortGarten, ober- oder unterirdischmeist Keller (braucht Raum im Haus)
Geruchkeine GeruchsbelästigungÖlgeruch am Tank möglich
Zusatznutzenauch Kochen, Grillen, Gartennur Heizen
Preis je kWhähnliches Niveau, schwankt mit dem Marktähnliches Niveau, schwankt mit dem Ölpreis
CO₂-Faktoren: amtliche Emissionsfaktoren (BEHG/EBeV); Einordnung heizsparer.de, Stand 2026
Flüssiggas-Heizung: Alternative Ölheizung
Flüssiggas-Heizung: Alternative Ölheizung

CO₂-Preis: Heizöl trifft es stärker

Seit 2021 verteuert der nationale CO₂-Preis fossile Brennstoffe – und weil bei Heizöl je Kilowattstunde mehr CO₂ entsteht als bei Flüssiggas, fällt der Aufschlag beim Heizöl entsprechend höher aus. Der Preis pro Tonne CO₂ steigt schrittweise; ab 2028 soll die Bepreisung in den europäischen Emissionshandel (ETS 2) übergehen. Für die Entscheidung zwischen den beiden Brennstoffen verschiebt das die Rechnung über die Jahre leicht zugunsten von Flüssiggas – ändert aber nichts daran, dass beide fossil bleiben und langfristig teurer werden. Wer ohnehin vor einem Heizungstausch steht, sollte deshalb auch erneuerbare Alternativen und mögliche Fördermittel prüfen.

Fazit

Vergleicht man ausschließlich Heizöl- und Flüssiggasheizungen, sprechen bei den meisten Kriterien leichte Vorteile für die Flüssiggasheizung – vor allem die geringeren Emissionen und das fehlende Risiko einer Gewässerverschmutzung, etwa in Hochwassergebieten. Beide bleiben allerdings fossile Energieträger, deren Brennstoffkosten durch die CO₂-Bepreisung zusätzlich belastet werden.

Beim Vergleich mit Holz- oder Pelletheizungen und erst recht mit der Wärmepumpe punktet die Flüssiggasheizung zwar mit deutlich niedrigeren Anschaffungskosten. Über die Nutzungsdauer relativieren steigende CO₂-Kosten, die Brennstoffpreise und die staatliche Förderung für erneuerbare Systeme diesen Vorteil aber häufig – ein Vollkostenvergleich lohnt sich vor der Entscheidung.

Was passt zu Ihrer Ausgangslage?

Die Entscheidung hängt weniger vom Brennstoff selbst ab als von Ihrer Ausgangslage – beim Neueinbau lohnt der Blick auf die seit Juli 2026 geltenden GModG-Regeln und die kommunale Wärmeplanung:

WennKein Gasnetz am Grundstück, aber Platz im Garten für einen Tank

Dann Flüssiggasheizung

Netzunabhängig

Brennwerttechnik plus eigener Tank; die Gerätewahl entspricht der Erdgasheizung. Emissionsärmer als Öl, aber weiterhin fossil.

WennÖlheizung samt Tank vorhanden, kein akuter Tauschbedarf

Dann Heizöl-Brennwert prüfen

Übergangslösung

Bestehende Öl-Infrastruktur lässt sich weiternutzen – steigende CO₂-Kosten einrechnen und die Restlaufzeit realistisch planen.

WennDer Heizungstausch steht ohnehin an

Dann Erneuerbare Alternative prüfen

Gefördert

Wärmepumpe & Co. kosten in der Anschaffung mehr, werden aber staatlich gefördert und kommen ohne CO₂-Preis auf den Brennstoff aus.

Einordnung heizsparer.de, Stand 2026
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