Alternativen zum Heizen mit Flüssiggas
Flüssiggas kann nach Sanierungen und – bei einer Fertigstellung bis Ende 2029 – auch im Neubau eine Option sein, wenn kein Erdgas- oder Fernwärmeanschluss verfügbar ist. Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz: Die Heizungsart ist beim Austausch wieder frei wählbar, für neu eingebaute Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen in bestehenden Gebäuden gilt aber ab 2029 ein steigender Mindestanteil klimafreundlicherer Brennstoffe. Je nach Gebäude kommt Flüssiggas deshalb weiterhin eher als Hybrid- oder Bioflüssiggas-Lösung infrage.
Das Wichtigste in Kürze
- Ohne Erdgas- und Fernwärmeanschluss konkurriert Flüssiggas vor allem mit Ölheizung, Pelletheizung und Wärmepumpe.
- Wärmepumpen heizen meist klimafreundlich und kosten mehr in der Anschaffung; Pellets brauchen Lagerraum; Heizöl ist in Wasser-/Überschwemmungsgebieten eingeschränkt.
- In Bestandsgebäuden kann eine passend ausgelegte Hybridlösung ab 2029 die Brennstoffvorgabe erfüllen, ohne den Brennstoff zu wechseln.

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Hier spielt Flüssiggas den großen Vorteil der Unabhängigkeit und Transportfähigkeit aus. Es gibt natürlich Alternativen zu Flüssiggas, wenn Erdgas oder Fernwärme nicht möglich sind, die ähnliche Einsatzmöglichkeiten wie Flüssiggas haben.
Alternativen ohne Gasnetz: Einordnung auf einen Blick
| System | Anschaffung | Platzbedarf | Klimabilanz |
|---|---|---|---|
| Flüssiggasheizung | niedrig | Tank im Garten, auch erdgedeckt | fossil, besser als Öl |
| Ölheizung | niedrig bis mittel | Tankraum im Haus | fossil, mit steigenden Brennstoffanforderungen |
| Pelletheizung | hoch | Lagerraum oder Silo nötig | erneuerbar, aber nicht emissionsfrei |
| Wärmepumpe | hoch | kein Brennstofflager | im Betrieb meist klimafreundlicher |
Ölheizung
Oft wird Flüssiggas ja diskutiert als Alternative zu einer in die Jahre gekommenen Ölheizung. Jahrelang galt das auch anders herum. Die einheitliche 65-Prozent-Vorgabe für erneuerbare Energien ist entfallen, eine neue Ölheizung darf also wieder eingebaut werden. Wirtschaftlich bleibt sie trotzdem eine Wette auf den Brennstoff: Ab 2029 gilt für neu eingebaute Ölheizungen ein steigender Mindestanteil klimafreundlicherer Brennstoffe, hinzu kommt der CO2-Preis – eine Kombination etwa mit Solarthermie liegt deshalb nahe. Die Voraussetzungen und Bedingungen für die Nutzung der beiden Energieträger sind sehr ähnlich: Auch Heizöl kann gut transportiert werden. Auch für eine Ölheizung ist ein Tank notwendig. Wird bisher eine Ölheizung genutzt, kann es viel preiswerter sein, die bestehende Heizung zu modernisieren und durch eine Öl-Brennwerttherme zu ersetzen. Dann kann der alte Öltank weiter benutzt werden, es ist kein Flüssiggastank notwendig und die Investition kann geringer ausfallen; Tankzustand, Brennstoffkosten und künftige Vorgaben gehören aber in den Vergleich.
Andererseits verursacht Flüssiggas pro Kilowattstunde weniger CO2 als Heizöl; Heizwertvergleiche hängen dagegen von der Bezugsgröße ab. In Überschwemmungsgebieten und Wasserschutzgebieten sind neue Heizölverbraucheranlagen je nach Zone verboten oder nur mit besonderen Auflagen zulässig.

Pelletheizung
Auch eine Pelletheizung hat den Vorteil, unabhängig von einer netzgebundenen Versorgung zu sein. Deshalb wird für eine Pelletheizung auch ein Lager benötigt. Diese Pelletsilos, -lager oder -tanks müssen mit Bedacht aufgestellt werden. Wichtig sind Schutz vor Feuchtigkeit und Brandschutz sowie ausreichende Belüftung; wegen Kohlenmonoxid gehören eine CO-Messung beim Betreten und gegebenenfalls ein CO-Melder im Vorraum dazu. Da Pellets aus Holz gepresst werden, wird ihre Verbrennung in vielen Klimabilanzen günstig angesetzt – völlig klimaneutral ist sie jedoch nicht. Allerdings entstehen bei der Verbrennung Feinstaub und Asche – hier hat Flüssiggas klar die Nase vorn. Bei der Entscheidung für die eine oder andere Alternative sollte auch nicht übersehen werden, dass die Investitionen in Pelletheizungen deutlich höher sind als bei einer Flüssiggasheizung.

Informationen zur Pelletheizung Eine Pelletheizung verbrennt gepresste Holzreste und ersetzt Öl oder Gas vollwertig – auch im Altbau, weil sie… weiterlesen
Wärmepumpe
Immer wieder werden auch Wärmepumpen als Alternative zu einer Flüssiggas-Heizung genannt. Wärmepumpen, hier am ehesten Luft/Wasser- oder Erdwärme-Wärmepumpen sind als unabhängiges und sehr umweltfreundliches Heizsystem geeignet, wenn kein Gas- oder Fernwärmenetz vorhanden ist. Wärmepumpen benötigen allerdings Strom, daher sind sie nicht völlig emissionsfrei (vor allem, wenn der Strom nicht regenerativ produziert wird). Vor allem außen aufgestellte Luft-Wärmepumpen können Nachbarn durch Geräusche belästigen; Aufstellort und Schallschutz sollten geplant werden. Betrachtet man ein Pro-Contra Wärmepumpen, müssen auch die hohen Investitionskosten berücksichtigt werden. Flüssiggasheizungen sind erheblich preiswerter als Wärmepumpen. Dafür können Wärmepumpen bei guter Planung und hoher Jahresarbeitszahl niedrige Betriebskosten erreichen. Wärmepumpen eignen sich vor allem für gut gedämmte Häuser mit geringem Heizbedarf, also gerade bei Neubauten oder grundsanierten Bestandsbauten. Für Altbauten sind Wärmepumpen nicht automatisch ungeeignet – ob sie effizient laufen, hängt von Dämmstand und Vorlauftemperaturen ab; oft helfen größere Heizkörper oder eine Hybridlösung.

Hybridheizung: Flüssiggas plus erneuerbare Energien
Zwischen „ganz fossil“ und „ganz erneuerbar“ gibt es einen Mittelweg: die Hybridheizung. Dabei übernimmt eine Wärmepumpe oder eine Solarthermie-Anlage die Grundlast, die Flüssiggas-Brennwerttherme springt an kalten Tagen oder für Spitzenlasten ein. Das senkt den Brennstoffverbrauch – und ist zugleich einer der Wege, den ab 2029 geforderten Mindestanteil klimafreundlicherer Brennstoffe zu erfüllen, ohne den Brennstoff selbst wechseln zu müssen. Wie sich eine Gasheizung mit erneuerbaren Energien kombinieren lässt, zeigt der eigene Ratgeber.
Welche Alternative passt zu wem?
Vier Wege ohne Erdgasanschluss – mit unterschiedlichen Stärken; die Auslegung gehört in die Fachberatung.
Ölheizung modernisierenfossil
Technisch ähnlich flexibel wie Flüssiggas; im Wasserschutzgebiet aber oft ausgeschlossen und zukünftig mit Brennstoff-Anforderung.
Geeignet fürModernisierung mit vorhandenem, intaktem Öltank
Pelletheizungerneuerbar
Erneuerbar und netzunabhängig, braucht aber deutlich mehr Lagerraum und eine höhere Anfangsinvestition.
Geeignet fürHäuser mit viel Lagerplatz
Wärmepumpeohne Brennstoff
Im Betrieb meist klimafreundlich; bei guter Planung oft niedrige Betriebskosten – die Effizienz hängt am Dämmstand.
Geeignet fürGut gedämmte Häuser und Neubauten
HybridheizungMittelweg
Wärmepumpe oder Solarthermie übernimmt die Grundlast, die Flüssiggastherme die Spitzen – oft der pragmatische Mittelweg.
Geeignet fürBestandsgebäude ohne Gasnetz
Gasheizung oder Wärmepumpe Gasheizungen mit Brennwerttherme und Wärmepumpen sind in Deutschland weit verbreitete Heizungsvarianten, wobei Wärmepumpen in den letzten Jahren… weiterlesen




