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Brennstoffzellenheizung Einsatzbereiche

Wann ist eine Brennstoffzellenheizung sinnvoll?

Eine Brennstoffzellenheizung glänzt nicht mit günstigen Anschaffungskosten, dafür mit niedrigen Energiekosten. Um die Vorteile dieses Systems ausschöpfen zu können, bedarf es gewisser Voraussetzungen.

Lesen Sie in diesem Beitrag, wann eine Brennstoffzellenheizung sinnvoll ist und wirtschaftlich betrieben werden kann.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Brennstoffzellenheizung lohnt sich vor allem bei hohem, ganzjährig gleichzeitigem Strom- und Wärmebedarf.
  • Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit ist ein hoher Eigenverbrauch des selbst erzeugten Stroms.
  • Für gut gedämmte Neubauten oder kleine Haushalte mit wenig Bedarf ist sie meist ungeeignet.
  • Das eigene KfW-Zuschussprogramm ist ausgelaufen; die Brennstoffzelle ist heute Teil der BEG-Heizungsförderung — im Betrieb mit Erdgas allerdings nicht förderfähig.
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Wärme- und Strombedarf entscheidend

Brennstoffzellenheizungen arbeiten mit einem hohen Wirkungsgrad. Wichtig für ein problemloses Betreiben solcher Anlagen ist das kontinuierliche Abnehmen des Stroms und der Wärme. Deshalb eignen sich Brennstoffzellenheizungen für Mehr-Personen-Haushalte oder Kleingewerbe, die das ganze Jahr über einen hohen Wärme- und Strombedarf haben.

Das heißt, auch in den Sommermonaten, in denen wenig Heizenergie benötigt wird, erzeugt die Brennstoffzellenheizung gleichzeitig Strom und Wärme; das Verhältnis hängt vom Gerätetyp ab. Ein passend dimensionierter Wärmespeicher kann überschüssige Wärme zeitweise aufnehmen. Dadurch kann die Brennstoffzelle länger laufen und mehr Strom erzeugen.

Tipp: Brennstoffzellenheizungen rechnen sich bei einem hohen Wärmebedarf wie beispielsweise bei einer großen beheizten Fläche oder einem energetisch schlechten Zustand des Gebäudes. Doch Vorsicht, der Strombedarf sollte ebenfalls vergleichsweise hoch sein!
Brennstoffzelle macht Sinn wenn viel Strom und Wärme benötigt wird
Brennstoffzelle macht Sinn wenn viel Strom und Wärme benötigt wird

Wenn der Energiebedarf entsprechend hoch ist, eignen sich Brennstoffzellenheizungen also für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Gewerbegebäude von kleineren und mittleren Unternehmen. Das können Alt- oder Neubauten sein. Für Niedrigenergiehäuser beispielsweise mit einem sehr geringen jährlichen Energiebedarf sind Brennstoffzellenheizungen ungeeignet. Denn deren Stärke liegt in der möglichst langen, gleichzeitigen Produktion von Strom und Wärme – nicht in einem festen 50:50-Verhältnis.

Ein hoher kontinuierlicher Wärmebedarf beispielsweise auch für Dusche, Badewanne und Waschbecken übers ganze Jahr ist für die Wirtschaftlichkeit der Brennstoffzellenheizung wichtig. Ein zu großer Wärmebedarf bringt das System aber auch an seine Grenzen. Um auch Spitzenzeiten an besonders kalten Wintertagen abzudecken, sind Brennstoffzellenheizungen in der Regel mit einem Gas-Brennwertkessel ausgestattet, der dann die Wärme liefert, ohne die Stromerzeugung zu sehr in die Höhe zu treiben.

Für einen Ein-Personen-Haushalt mit wenig Wärmebedarf und wenig elektrischen Geräten ist die Brennstoffzellenheizung in der Regel nicht sinnvoll. Jedoch gibt es auch Brennstoffzellenheizungen, die auf eine geringe Leistung ausgelegt sind. Diese können auch bei einem geringen Bedarf an Strom und Wärme effizient arbeiten. Es kommt immer auf das Verhältnis von Strom- und Wärmebedarf an.

Passt eine Brennstoffzellenheizung zu Ihrem Haushalt?

1. Brauchen Sie ganzjährig viel Wärme und viel Strom – möglichst gleichzeitig?

JaGute Grundvoraussetzung: etwa ein Mehrpersonenhaushalt, Kleingewerbe oder ein größeres, nicht top-gedämmtes Gebäude mit konstantem Bedarf.
NeinNiedrigenergiehaus oder kleiner Haushalt mit wenig Bedarf: meist ungeeignet. Prüfen Sie Alternativen wie die Wärmepumpe.

2. Können Sie den erzeugten Strom größtenteils selbst verbrauchen?

JaIdeal – der Eigenverbrauch trägt die Wirtschaftlichkeit, weil die Vergütung für eingespeisten Strom gering ist.
NeinOhne hohen Eigenverbrauch sinkt die Rentabilität spürbar. Lassen Sie Ihr Lastprofil vorab vom Energieberater prüfen.

3. Soll die Anlage mit Erdgas laufen?

JaDann zählt sie als fossile Heizung: aktuell meist ohne Heizungsförderung und ohne alleinige GEG-Erfüllung. Grüner Wasserstoff macht den Betrieb nahezu CO₂-frei, Biomethan verbessert die Bilanz nur bilanziell.

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Hoher Eigenverbrauch für Rentabilität wichtig

Für die Besitzer einer Brennstoffzellenheizung ist es am günstigsten, wenn sie den produzierten Strom selbst verbrauchen. Damit sind sie unabhängig von den offiziellen Strompreisen und den Schwankungen auf dem Markt. Überschüssige elektrische Energie kann auch in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Die dafür erhaltenen Cent pro Kilowattstunde sind allerdings wesentlich geringer als die aktuellen Strompreise. Deshalb lohnt sich die Einspeisung ins öffentliche Stromnetz dauerhaft nicht so sehr.

Jährliche Laufzeit entscheidend für Amortisation

Eine Brennstoffzellenheizung ist also dann wirtschaftlich, wenn sie über das Jahr eine hohe Laufzeit hat und dabei viel Strom selbst erzeugt. Denn im großen Wirkungsgrad liegt ihre Stärke im Vergleich zu anderen Kraft-Wärme-Kopplungs-Geräten.

Wie oben bereits erwähnt, muss dafür auch die Wärme möglichst kontinuierlich genutzt oder gespeichert werden. Wenn sie im Haushalt gerade nicht gebraucht wird, kann ein passend dimensionierter Wärmespeicher überschüssige Wärme zeitweise aufnehmen.

Förderung: Was heute noch gilt

Brennstoffzellenheizungen sind in der Anschaffung im Vergleich zu herkömmlichen Heizsystemen teuer. Ein eigenes Zuschussprogramm für Brennstoffzellen – das KfW-Programm 433 mit damals bis zu 40 Prozent Zuschuss – gibt es seit Ende 2022 nicht mehr. Läuft die Anlage mit Erdgas, zählt sie zudem als fossile Heizung mit weiterhin relevanten CO2-Emissionen und ist über die aktuelle Heizungsförderung in der Regel nicht förderfähig. Was heute noch gefördert wird, lesen Sie im Fördermittel-Ratgeber; die Anschaffungskosten beziffert unser Kostenratgeber.

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Leistung der Brennstoffzellenheizung anpassen

Wie bei anderen Heizsystemen, ist es auch bei der Brennstoffzellenheizung wichtig, dass die Leistung des Systems an die Gegebenheiten und das Gebäude angepasst wird. Deshalb ist es immer ratsam, einen erfahrenen Energieberater hinzuzuziehen, der den genauen Energiebedarf von Strom und Wärme ermittelt.

Ein erfahrener Energieberater kann einschätzen ob eine Brennstoffzellenheizung Sinn macht
Ein erfahrener Energieberater kann einschätzen ob eine Brennstoffzellenheizung Sinn macht

Die Wirtschaftlichkeit einer Brennstoffzellenheizung ist von den Gaspreisen und den Strompreisen abhängig. Bei hohen Gaspreisen rechnet sich eine Brennstoffzellenheizung weniger. Steigen die Strompreise, dann sieht die Rechnung positiv für die Brennstoffzellen-Technologie aus.

Lohnt sich der Einbau heute noch?

Ob sich der Einbau lohnt, hängt heute stärker vom Einzelfall ab als früher. Das eigene Zuschussprogramm ist ausgelaufen, und die 65-Prozent-Vorgabe des Gebäudeenergiegesetzes ist zum 29. Juli 2026 entfallen; für neu eingebaute Gasheizungen gelten ab 2029 steigende Mindestanteile nach § 43 GModG. Wirtschaftlich bleibt sie vor allem dort, wo ganzjährig viel Strom und Wärme gleichzeitig gebraucht werden und der erzeugte Strom weitgehend im Haus selbst verbraucht wird. Wer diese Voraussetzungen nicht erfüllt – etwa im gut gedämmten Neubau oder im kleinen Haushalt –, fährt mit einer Wärmepumpe oder einer Hybridlösung häufig günstiger. Ein unabhängiger Energieberater kann das für Ihr Gebäude vorab durchrechnen.

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