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Fußbodenheizung: Trockensystem oder Nasssystem?

Für die Verlegung einer Warmwasser-Fußbodenheizung gibt es zwei gängige Systeme: das Nasssystem oder das Trockensystem. Beide Systeme verfügen über Vor- und Nachteile. Während die Verlegung des Nasssystems aufwendig ist, glänzt es jedoch durch eine gute Wärmeübertragung. Das Trockensystem eignet sich durch seine geringe Aufbauhöhe bestens für einen nachträglichen Einbau, ist dafür jedoch etwas teurer.

Das Wichtigste in Kürze

  • Beide Systeme führen warmes Wasser durch Rohre im Boden – der Unterschied liegt im Aufbau.
  • Das Nasssystem gießt die Rohre in Estrich: gute Wärmespeicherung, aber höhere Aufbauhöhe und Aushärtezeit.
  • Das Trockensystem verlegt die Rohre trocken: geringe Aufbauhöhe, keine Estrich-Aushärtezeit, dafür teurer und mit weniger Speicherwirkung.
  • Faustregel: Nass für Neubau und hohen Wärmebedarf, Trocken für die Sanierung mit wenig Aufbauhöhe.
Fußbodenheizung Trockensystem © skatzenberger, stock.adobe.com
Fußbodenheizung Trockensystem © skatzenberger, stock.adobe.com
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Trockensysteme für wassergeführte Fußbodenheizungen lassen sich schnell und mit etwas Geschick auch in einer Ein-Mann-Montage verlegen. Ein weiterer Vorteil: Beim Trockenbausystem kommen viele Bodenbeläge infrage, wenn sie vom Hersteller für Fußbodenheizungen freigegeben sind und der Wärmedurchlasswiderstand niedrig bleibt. Dicke oder stark dämmende Teppiche sind kritisch. Durch die komplett trockene Bauweise der Fußbodenheizung ist eine sofortige Inbetriebnahme nach der Montage möglich, da es im Gegensatz zur Nassbauweise keine Aushärtezeit gibt.

Der Aufbau einer Fußbodenheizung im Trockensystem
Der Aufbau einer Fußbodenheizung im Trockensystem
Fußbodenheizung Trockensystem © skatzenberger, stock.adobe.com
Fußbodenheizung nachrüsten: Das Trockensystem

Fußbodenheizung nachrüsten: Das Trockensystem: Vorteil geringe Aufbauhöhe Um eine Warmwasser-Fußbodenheizung zu verlegen, gibt es zwei Systeme: das Trockensystem oder Nasssystem.… weiterlesen

Doch aufgepasst: Es ist unbedingt darauf zu achten, dass der spätere Fußbodenaufbau mit Fußbodenheizung, Dämmung und Estrichdicke nicht nur der jeweiligen Geschossdecke entsprechen sollte, sondern, gerade bei Nachrüstungen in Altbauten, auch die Anforderungen an die Statik erfüllt. Die unmittelbar zum Heizsystem gehörenden Bauteile sollten fachgerecht nach DIN EN 1264-4:2021-08 geplant und aufgebaut werden; Statik, Dämmung und Estrichaufbau sollte ein Fachbetrieb zusätzlich projektbezogen prüfen. Ein Nachteil ist, dass es durch die Verlegeart zu Wärmeverlusten kommen kann. Zudem wird vor der Verlegung unbedingt eine saubere Rohdecke verlangt.

Für die Verlegung einer Fußbodenheizung im Trockensystem sollte man zwischen 70 Euro und 100 Euro pro Quadratmeter einplanen. Werden weitere Verlegplatten benötigt, weil Lücken aufgefüllt werden müssen, entstehen zusätzliche Kosten von rund elf Euro pro Quadratmeter. Außerdem kommen für Anbinde-Leitungen, mit denen die einzelnen Komponenten verbunden werden, weitere Kosten von etwa 6,50 Euro pro Meter hinzu.

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Fußbodenheizung Nassystem © mmphoto, stock.adobe.com
Eine wassergeführte Fußbodenheizung im Nasssystem verfügt nicht nur über eine gute Wärmeübertragung, der Boden bleibt auch nach dem eigentlichen Heizen länger warm © mmphoto, stock.adobe.com

Bei den gängigen Nasssystemen werden die wasserführenden Heizungsrohre der Fußbodenheizung auf Trägersystemen verlegt und anschließend mit dem Estrich vergossen. Dadurch ergibt sich bereits ein Nachteil des Nasssystems: nach dem Aufbringen des Estrichs kann nichts mehr an der Ausrichtung der Fußbodenheizung geändert werden. Daher ist eine genaue Beratung unumgänglich. Außerdem muss vor Inbetriebnahme der Fußbodenheizung der Estrich erst aushärten.

Fußbodenheizung: Fräs- und Nassystem
Fußbodenheizung: Fräs- und Nassystem

Beim Estrich gilt die DIN 18560 Teil 2 für Heizestriche. Die Norm beschreibt die Arten, die Ausführung und die Anforderungen an den Estrich. Die Verlegung von Fußbodenheizungen im Nasssystem sollte man daher unbedingt Fachleuten überlassen. Bei der Verlegeart hat man dafür allerdings mehrere Alternativen. Beim Noppenplattensystem werden die Heizungsrohre in Dämmplatten geklemmt, die auf ihren Oberseiten runde oder eckige Noppen haben. Beim Tackersystem werden die Heizungsrohre in einem bestimmten Abstand voneinander auf der Verbundfolie mit Tacker-Heizrohrhaltern festgetackert. Beim Klettsystem ist auf die Wärme- und Trittschalldämmung eine Verbundfolie mit Klettschicht aufkaschiert. Die Fußbodenheizungsrohre sind werkseitig mit einem Klettband umwickelt und können einfach auf die Dämmplatte aufgedrückt werden. Beim Klemmschienensystem wird das Heizungsrohr in auf dem Boden fixierte Klemmschienen gedrückt.

Fußbodenheizung: Fixierung der Rohrleitungen im Nassystem
Fußbodenheizung: Fixierung der Rohrleitungen im Nassystem

Kurz gefragt

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Vorteilhaft beim Nasssystem ist die Wärmeabgabe und die Wärmespeicherfähigkeit der Fußbodenheizung. Die Übertragung der Wärme vom Rohr an den Estrich ist deutlich effizienter als beim Trockensystem, da das Rohr direkt vom Estrich umschlossen ist. Er dient dabei auch als Speichermedium. Dadurch bleibt der Boden auch nach dem eigentlichen Heizen noch länger warm und klimatisiert den Raum.

Die Kosten für die Verlegung einer Fußbodenheizung im Nasssystem variieren je nach verwendetem Verlegesystem. Als grobe Orientierung werden für das System etwa 45 bis 80 Euro pro Quadratmeter genannt; Montage, Estrich-, Dämm- und Vorbereitungsarbeiten können zusätzlich anfallen. Beim Nachrüsten können insbesondere Estricharbeiten oder der Rückbau des alten Bodens die Kosten deutlich erhöhen.

Nass- oder Trockensystem – der direkte Vergleich

Beide führen warmes Wasser durch den Boden, unterscheiden sich aber in Aufbau, Wärmeverhalten und Kosten.

KriteriumNasssystemTrockensystem
Aufbauhöhehöher (Rohre im Estrich)sehr gering
Wärmespeicherunggut – der Estrich speichert Wärmegeringer
Reaktion auf Änderungenträgeschnell
Inbetriebnahmeerst nach Estrich-Aushärtungsofort möglich
Typischer EinsatzNeubau, hoher WärmebedarfSanierung, wenig Aufbauhöhe
Quelle: Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen (BVF)

Fazit: Welches System passt zu Ihrem Projekt?

Unterm Strich gibt es kein pauschal besseres System: Wer neu baut oder viel Heizleistung braucht, fährt mit dem Nasssystem und seiner guten Wärmespeicherung besser. Wer im Bestand saniert, wenig Aufbauhöhe hat und schnell fertig werden will, ist mit dem Trockensystem gut beraten. Im Zweifel hilft ein Fachbetrieb, das passende System für Gebäude und Budget zu finden.

Fußbodenheizung © photo 5000, stock.adobe.com
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