Eine Fußbodenheizung muss als fester Bestandteil eines Gebäudes betrachtet werden, weil sie vorwiegend unter dem Estrich oder unter Trockenbauelementen verlegt wird. Sie zu reparieren oder nachträglich zu korrigieren, ist nur mit erheblichem Aufwand verbunden. Deshalb ist vor der eigenhändigen Verlegung einer Fußbodenheizung eine fachgerechte Planung besonders wichtig und die nachfolgende Durchführung der Arbeiten muss sehr sorgfältig erfolgen.
Das Wichtigste in Kürze
- Trockensysteme lassen sich von versierten Heimwerkern in Ein-Mann-Montage verlegen; Nasssysteme mit Estrich verlangen deutlich mehr Erfahrung.
- Vor dem Estrich müssen alle Heizkreise befüllt, gespült und auf Dichtheit geprüft sein — mit dokumentierter Druckprobe.
- Nach dem Estrich folgt das Funktionsheizen nach DIN EN 1264-4; erst nach nachgewiesener Belegreife kommt der Bodenbelag.
- Effizienz entsteht bei der Einstellung: hydraulischer Abgleich und Heizkurve gehören in Fachhand.

Bevor es losgeht – Die Voraussetzungen
Damit die Fußbodenheizung optimal funktioniert, kommt es erst einmal auf den richtigen Aufbau des Fußbodens an. Wer über eine Fußbodenheizung nachdenkt, muss seine Fußböden unter die Lupe nehmen, ob diese überhaupt für eine Fußbodenheizung in Frage kommen. Wichtig: Die Aufbauhöhe hängt stark vom System ab — klassische Nasssysteme liegen häufig bei rund 90 mm, Trocken- und Dünnschichtsysteme können deutlich niedriger ausfallen. Ausnahme: Frässysteme in den bestehenden Estrich. Mehr zur Aufbauhöhe können Sie in unserem Artikel Aufbauhöhen von Fußbodenheizungen lesen.
Im Grunde besteht ein Fußboden mit Fußbodenheizungen aus drei Schichten:
- Tragschicht (Rohdecke)
- Zwischenschicht (Unterbodenkonstruktion mit Fußbodenheizung)
- Nutzschicht (Bodenbelag)
Die Tragschicht ist in der Regel eine Rohbetondecke. Die Zwischenschicht besteht aus den Komponenten der Fußbodenheizung. Diese wird in Estrich gelegt oder mit Trockenbauplatten abgedeckt. Auf den Estrich oder die Trockenbauplatten folgt die Nutzschicht mit dem gewählten Bodenbelag.

Beim Aufbau von Fußbodenheizungen sind mehrere Regelwerke zu beachten: die DIN 18533 für die Abdichtung erdberührter Bauteile (sie hat die frühere DIN 18195 abgelöst), die DIN 4108 für den Wärmeschutz, die DIN 4109 für den Schallschutz sowie das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, bisher GEG) für die energetischen Anforderungen.
Die Bodenaufbauten für eine Fußbodenheizung im Trockensystem müssen den Mindestanforderungen nach DIN EN 1264-4 genügen. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass der komplette Fußbodenaufbau in Estrichart und Estrichdicke der jeweiligen Geschossdicke sowie der Bodenbelastung entspricht. Beim Estrich gilt die DIN 18560 Teil 2 für Heizestriche. Die Norm beschreibt die Arten, die Ausführung und die Anforderungen an den Estrich.

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Moderne Fußbodenheizungsanlagen sind in sich geschlossene Heizsysteme, die neben dem Heizkessel, den verlegten Rohrleitungen und Armaturen bestehen. Grundvoraussetzung für die Auslegung der Fußbodenheizung ist die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831-1 („Raumheizlast“; nationale Ergänzungen nach DIN/TS 12831-1), nach der Heizflächen und Heizkreise dimensioniert werden. Wird die Heizlastberechnung nicht oder nur überschlägig ausgeführt, kann dies negative Folgen für Haus und Hausbesitzer haben. Eine zu geringe Auslegung der Fußbodenheizung führt zu hohen Einbußen im Komfort und im schlimmsten Fall zu Feuchteschäden. Eine zu groß dimensionierte Heizung führt zu hohen Heizkosten.
Nach DIN EN 1264 gibt es Grenzen in Bezug auf die Oberflächentemperatur bei Betrieb einer Fußbodenheizung. Diese liegt für eine Aufenthaltszone bei 29 °C. Das Verhältnis von 29 °C Oberflächentemperatur zu 20 °C Raumtemperatur ergibt nach der Basiskennlinie der DIN EN 1264-2 eine Heizleistung von rund 100 Watt pro Quadratmeter. Dabei spielt es keine Rolle, ob Kupferrohr oder PE-Rohr für die Fußbodenheizung verwendet wurden. Es ist auch egal, welchen Wärmeerzeuger man verwendet – die Begrenzung der Oberflächentemperatur ist fix.
Ausnahmen für die genannte Temperaturbegrenzung bilden die sogenannten Randzonen von maximal einem Meter Breite. Hier dürfen 35 °C erreicht werden. Die spezifische Heizleistung darf dort nach DIN EN 1264-2 bis rund 175 W/m² betragen. Randzonen kann man bei Bedarf an bodentiefen Fenstern oder Terrassentüren installieren. Eine weitere Ausnahme ist das Badezimmer, das in der Regel auf 24 °C beheizt werden soll. Ein Bad kann Oberflächentemperaturen von 33 °C erreichen. Auf diese Weise kann in der Spitze eine Heizleistung von 100 W/m² erreicht werden.


Beides hat unter anderem wesentlichen Einfluss auf den Verlegeabstand und Rohrdurchmesser der Fußbodenheizung. Bestimmend für den Verlegeabstand ist der Wärmebedarf für den Raum, abhängig vom Rohrdurchmesser und dem Fußbodenbelag. Die Wahl des Rohrdurchmessers und des Verlegeabstands wird oft schon durch das gewählte Fußbodenheizungssystem vorgegeben. Unabhängig von Verlegeabstand und Rohrdurchmesser: Für Kunststoffrohre in Fußbodenheizungen fordert die DIN 4726 Sauerstoffdichtheit.

Schritt 1: Heizkreisverteiler installieren
Zur Planung gehört auch die Aufteilung der Räume in entsprechende Heizkreise. Je nach Anzahl der Räume beziehungsweise Heizkreise muss der Heizkreisverteiler ausgeführt werden. Der Heizkreisverteiler ist technisch nichts anderes, als der Anschluss der Fußbodenheizungsrohre an den Vor- und Rücklauf der Heizungsanlage. Er befindet sich in der Regel in einem Verteilerkasten im Flur zu den zu beheizenden Räumen. Die Dimensionierung beginnt mit kleinen Ausführungen für nur zwei Heizkreise, bis hin zu Ausführungen, die den Anschluss und die Regulierung von bis zu zwölf unterschiedlichen Heizkreisen ermöglichen.

Entsprechend der zu verlegenden Heizkreise installiert man nach Herstellerangaben wahlweise zuerst einen Unter- oder Aufputz-Verteilerschrank mit Heizkreisverteilern und der entsprechenden Anzahl an Heizkreisanschlüssen.

Fußbodenheizungssysteme
Grundsätzlich wird bei Fußbodenheizungen zwischen Trockenverlegung und Nasssystemen unterschieden. Beim Trockensystem werden Systemplatten für die Aufnahme der Rohrleitungen verlegt, auf die nach Verlegung der Heizungsrohre dann Fließestrich, Trockenestrich- oder Gipskartonplatten aufgebracht werden. Bei Nasssystemen werden die Heizungsrohre der Fußbodenheizung auf Trägersystemen verlegt und anschließend mit einem Heizestrich vergossen. Während die wärmeleitenden Heizungsrohre beim Nasssystem im Estrich verschwinden, liegen diese bei Trockensystemen nah an der Oberfläche.
Trockensysteme für versierte Heimwerker unterscheiden sich zwischen Trockenestrichsystemen, Dünnbettsystemen und Trockenbausystemen. Bei den Nasssystemen wird zwischen dem Tackersystem, Klettsystem, Noppensystem und dem Klemmschienensystem unterschieden.
Schritt 2: Fußbodenheizung verlegen
Trockenestrichsystem
Trockensysteme lassen sich schnell und mit etwas Geschick in einer Ein-Mann-Montage verlegen. Dabei muss die Rohdecke vorab besenrein sein.
Zuerst werden Dehnstreifen entlang der Wände, Säulen sowie Treppen befestigt. Die Randdämmstreifen dienen als Dehnungsfuge und der Schalldämmung.

Es folgt das Verlegen der Systemplatten aus Polystyrolschaum für die Aufnahme der Rohrleitungen. Sie bilden gleichzeitig eine gleichmäßige Dämmschicht und sorgen dafür, dass die Heizwärme nicht ungewollt nach unten verschwindet.

In die Führungen für die Heizungsrohre werden Wärmeleitbleche eingedrückt. Diese Lamellen dienen der gleichmäßigen Wärmeverteilung.

In die Wärmeleitbleche werden dann die wasserführenden Rohrleitungen eingedrückt. Nach fertiger Rohrverlegung werden oft noch Abdeckbleche auf die Umlenkbereiche gelegt. Die gesamte Fläche wird überlappend mit PE-Folie abgedeckt. Die Folie dient als Gleitschicht.
Auf die Folie werden dann Trockenestrichplatten verlegt. Der Trockenestrich dient als Lastenverteilschicht. Vor dem Einbau sollte der Estrichbedarf unbedingt von einem Fachmann berechnet werden.
Die Verlegung bei Trockenbausystemen erfolgt, wie beim Trockenestrichsystem beschrieben, nur dass die an Stelle von Trockenestrichplatten entsprechende Gipskartonlatten verlegt werden.
Alternativ zu Trockenestrich- oder Gipskartonplatten kann auf die verlegten Fußbodenheizungsrohre auch ein dünnschichtiger Spezial-Fließestrich aufgebracht werden.

Nasssystem verlegen
Bei den gängigen Nasssystemen werden die wasserführenden Heizungsrohre der Fußbodenheizung auf Trägersystemen verlegt und anschließend mit dem Estrich vergossen. Zuvor sind, wie bei den Trockensystemen, Dehnstreifen entlang der Wände, Säulen sowie Treppen zu befestigen. Die Randdämmstreifen dienen als Dehnungsfuge und Schalldämmung. Bei größeren Flächen sind zusätzliche Dehnungsfugen vorzusehen. Auch hier gilt: Der Untergrund muss besenrein sein.
Tackersystem
Beginnend in einer Ecke des Raums werden beim Tackersystem die Trägerplatten so verlegt, dass sie bündig mit den Raumdämmstreifen abschließen. Manche Tackersysteme werden auch als Rollenmaterial angeboten, die dann auf der Tragschicht ausgerollt werden. Dafür ist das Trägermaterial an der Unterseite in regelmäßigen Abständen eingeschnitten.
Die Heizungsrohre werden in einem bestimmten Abstand voneinander auf der Verbundfolie mit Tacker-Heizrohrhaltern festgetackert. Die Heizungsrohrhalter werden mit einem Tackermontagegerät über das Heizrohr hinweg in die Dämmschicht gedrückt. Damit die Heizrohrabstände gleichmäßig sind, ist auf der Folienoberseite ein Linienraster aufgedruckt.

Klettsystem
Die Verlegung der Trägerplatten beim Klettsystem ist identisch mit dem Tackersystem. Auch bei diesem System wird Rollenware zum Abrollen angeboten.
Unterschied: Auf die Trägerplatte ist eine Verbundfolie mit Klettschicht auf kaschiert. Die Fußbodenheizungsrohre sind ab Werk spiralförmig mit einem Klettband umwickelt.
Die Heizungsrohre werden abgerollt und einfach auf die mit Klett kaschierte Dämmplatte im berechneten Abstand aufgedrückt. Ein aufgedrucktes Verlegeraster erleichtert dabei die Orientierung.

Noppenplattensystem
Beginnend in einer Ecke des Raums werden beim Noppenplattensystem die Trägerplatten so verlegt, dass sie bündig mit den Raumdämmstreifen abschließen. Manche Noppensysteme werden ebenfalls als Rollenmaterial angeboten, die dann auf der Tragschicht ausgerollt werden.
Die Heizungsrohre werden in einem bestimmten Abstand voneinander in die Noppen geklemmt. Noppenplattensysteme haben auf ihren Oberseiten runde oder eckige Noppen. Sie sind etwas höher als die Heizungsrohre, damit die Rohre besser in ihrer Position gehalten werden. Das Noppenplattensystem besteht in der Regel aus expandiertem Polystyrol und ist zweischichtig: Oben Noppen und darunter eine Wärme- und Trittschalldämmung, die auch als Feuchtigkeitsschutz dient.
Damit die Heizrohrabstände gleichmäßig sind, sind die Noppen so angeordnet, dass sie eine mäanderförmige oder eine schneckenförmige Verlegeart zulassen.

Klemmschienensystem
Wie bei den bereits erwähnten Systemen werden auch beim Klemmschienensystem die Trägerplatten nach dem beschriebenen Muster verlegt.
Die Klemmschienen aus Polypropylen werden nach Angaben des Herstellers auf der Fußbodendämmung fixiert. Dazu weist die Schiene Bohrungen auf, mit der sie verschraubt oder mit speziellen Klammern befestigt werden kann.
In die Klemmvorrichtungen dieser Schienen werden dann die Heizungsrohre der Fußbodenheizung gedrückt.
Wer auf Bohrungen oder Klammern verzichten möchte oder wegen der darunter liegenden Dämmung verzichten muss, der kann auf selbstklebende Klemmschienen zurückgreifen. Die Polypropylen-Schienen besitzen einen klebeaktiven Haftstreifen zur Befestigung auf der Dämmung.
Schritt 3: Heizkreisverteiler anschließen
Das Anschließen des Heizkreisverteilers ist ein wichtiger Schritt, um eine effiziente Fußbodenheizung zu gewährleisten.
Zuerst werden die Rohre für den Vorlauf und Rücklauf entsprechend des Anschlusses für den Heizkreis passend abgeschnitten.
Dann werden die Rohre mit den entsprechenden Anschlüssen am Heizkreisverteiler verbunden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Rohre nicht gekreuzt werden oder sich berühren.

Sind die Rohre angeschlossen, werden sie mit Lochband, Bolzen und Klemmen auf dem Boden und an der Wand fixiert.
Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, bisher GEG) verlangt eine raumweise selbsttätige Regelung der Raumtemperatur (§ 63 GModG); bei Fußbodenheizungen sind nur Räume unter 6 m² ausgenommen. In der Praxis übernimmt diese Aufgabe je Raum ein Raumthermostat. Werden keine funkgesteuerten Raumthermostate verwendet, sollten im Heizkreisverteilerkasten entsprechende Kabel liegen. Diese Kabel werden entsprechend der Raumzuordnung mit den entsprechenden Stellmotoren der Fußbodenheizung, laut Installationsanweisungen des Herstellers, verbunden.
Wo der Fachbetrieb übernehmen sollte
- Verkabelung der StellantriebeArbeiten an 230-Volt-Leitungen sind Sache einer Elektrofachkraft — Fehler gefährden Sicherheit und Versicherungsschutz.
- Anschluss an den WärmeerzeugerDie Verbindung von Heizkreisverteiler und Kessel oder Wärmepumpe sollte der Fachbetrieb herstellen und abnehmen.
- Druckprobe vor dem EstrichEingegossene Leckagen lassen sich später kaum orten.Besser: Dichtheit nach Herstellervorgaben prüfen und schriftlich protokollieren.

Schritt 4: Spülen – Entlüften – Befüllen
Bevor schlussendlich auf dem verlegten Fußbodenheizungssystem der Estrich, Fließestrich, Trockenestrich oder die Trockenbauplatten aufgebracht werden, müssen die Rohre befüllt, gespült, entlüftet und die Dichtheit der Heizungsrohre entsprechend den Herstellerangaben geprüft werden.
Zum Befüllen werden die beiden Kugelhähne vom Vor- und Rücklauf des Heizkreisverteilerbalkens geschlossen. Anschließend werden die einzelnen Heizkreise an den jeweiligen Handrädern des Rücklaufverteilers geschlossen.
Dann wird ein an einem Wasserhahn angeschlossener Wasserschlauch an den Hahn zum Füllen oder Entleeren des Heizkessels (KFE-Hahn = Kessel-Füll-Entleer-Hahn) des Rücklaufbalkens angeschlossen. Ein weiterer Wasserschlauch wird dann an den KFE-Hahn des Vorlaufbalkens angeschlossen. Dieser Schlauch sollte in einem Abfluss (beispielsweise einem WC, Waschtisch, Dusche oder Badewanne) enden. Wichtig: Die Befüllung aus dem Trinkwassernetz darf nach Trinkwasserverordnung und DVGW-Regelwerk nur über eine geeignete Sicherungseinrichtung erfolgen, etwa eine Füllarmatur mit Systemtrenner.

Die beiden KFE-Hähne am Vorlauf- und Rücklaufheizkreisverteiler sowie den Kaltwasserhahn am Füllschlauch langsam öffnen. Nun fließt Wasser in den Heizungskreislauf.
Das Entlüften der Fußbodenheizung bedeutet das Ablassen von Luft aus den Heizungsrohren der Fußbodenheizung, um die Wärmeweiterleitung zu ermöglichen. Deshalb wird langsam der erste Fußbodenheizkreis an dessen Handrad am Rücklaufverteiler geöffnet. Wenn keine Luft mehr aus dem Schlauch zum Abfluss austritt, sondern nur noch Wasser, ist der Heizungskreislauf befüllt und entlüftet. Nun schließt man den Fußbodenheizkreis an dessen Handrad wieder.

Danach sollte man im entsprechenden Raum des Heizkreises die Fußbodenheizungsrohre auf Dichtheit untersuchen. Entsprechende Schadstellen können nun noch repariert oder das Heizungsrohr ausgetauscht werden.
Der Vorgang wird bei sämtlichen Fußbodenheizkreisen wiederholt. Gleichzeitig mit dem Entlüften werden die Rohre der Fußbodenheizung auch gespült. Sind alle Heizkreise entlüftet, gespült und dicht, können die beiden KFE-Hähne am Vorlauf- und Rücklaufheizkreisverteiler sowie der Kaltwasserhahn des Füllschlauchs geschlossen und die Wasserschläuche vom Heizkreisverteiler entfernt werden.
Mehrere Systeme stehen zur Wahl: Trockensystem – Frässystem – Nasssystem Wer eine warmwassergeführte Fußbodenheizung nachrüsten möchte, hat drei Möglichkeiten: das… weiterlesen
Im Anschluss werden die Kugelhähne im Vorlauf und Rücklauf zu den Heizkreisverteilerbalken geöffnet, erkennbar an den roten und blauen Farben der Stellhebel. Zum Schluss öffnet man langsam alle Heizkreisventile an den Handrädern am Rücklaufverteiler, damit noch mögliche Luftbläschen aus der Anlage entweichen können. Das Spülen – Entlüften – Befüllen der Fußbodenheizung ist nunmehr abgeschlossen.
Achtung: Es sollte nie mehr als ein Heizkreis gleichzeitig geöffnet werden. Nur so kann die im Fußbodenheizungsrohr enthaltene Luft komplett durch den Befüll-Vorgang herausgedrückt werden.
Während des kompletten Vorgangs von Befüllen – Entlüften – Spülen darf der Anlagendruck der kompletten Heizungsanlage den Ansprechdruck des eingebauten Sicherheitsventils (bei Anlagen im Ein- und Zweifamilienhaus meist 2,5 bis 3 bar) nicht erreichen, sonst öffnet das Ventil und Heizungswasser tritt aus. Der Betriebsdruck lässt sich einfach am Manometer der Heizungsanlage ablesen.
Schritt 5: Estrich auftragen oder Trockenbauelemente auflegen
Nachdem die Heizkreise geplant und berechnet, alle Komponenten, wie Randdämmstreifen, Dämmung sowie die Heizungsrohre der Fußbodenheizung verlegt und der Heizkreisverteiler angeschlossen sind, kann beim Nasssystem der Estrich aufgebracht werden.
Dabei wird zuerst der Estrich angemischt. Je nach Menge nutzt man am besten eine Betonmischmaschine. Dabei unbedingt die Angaben des Herstellers zum Mischverhältnis zwischen Estrich und Wasser beachten.
Die fertig angerührte Estrichmasse wird auf die PE-Folie aufgebracht und muss die Heizungsrohre umschließen. Die Masse wird mit einer Schaufel auf der gesamten Fläche verteilt. Die vorab festgelegte Verlegehöhe für das Fußbodenheizungssystem muss dabei eingehalten werden.

Mit der Wasserwaage und einer Abziehlatte wird der Estrich eben abgezogen. Dabei sollte abschnittsweise von einer Raumseite zur anderen vorgegangen werden.
Der verlegte Estrich wird zuerst mit einem Reibebrett, danach mit einem Stahlglätter geglättet. Notwendige Dehnungsfugen sollten frei bleiben, sonst können bei der Trocknung Risse entstehen.
Bei Trockensystemen werden Trockenestrichplatten oder Gipskartonlatten auf den Fußbodenheizungsrohren verlegt. Trockensysteme werden meist schwimmend verlegt. Damit die Platten optimal liegen, wird möglicherweise eine Nivellierungsschicht notwendig.

Alternativ zu Trockenestrich- oder Gipskartonplatten kann auf die verlegten Fußbodenheizungsrohre auch ein dünnschichtiger Spezial-Fließestrich aufgebracht werden. Durch seine flüssige Konsistenz glättet er sich selbst.
Abschließend muss der Estrich abhärten. Die richtige Trocknungszeit hängt von der Estrichart und dem jeweiligen Produkt ab. Hierzu sind die Herstellerangaben zu beachten und der Raum immer wieder gründlich zu lüften. Bei Trockenbau- und Trockenestrichsystemen entfällt die Aushärtung.
Funktionsheizen: kontrolliertes Aufheizen vor dem Bodenbelag
Bei Nasssystemen folgt nach dem Aushärten ein Schritt, der häufig unterschätzt wird: das Funktionsheizen nach DIN EN 1264-4. Dabei wird der Heizestrich kontrolliert und stufenweise aufgeheizt — das weist die technische Funktion der beheizten Fläche nach und baut Spannungen im Estrich ab. Welche Wartezeiten und Etappen dabei gelten, zeigt der Zeitfahrplan unten. Wichtig für Selbermacher: Jeder Aufheizschritt gehört in ein dokumentiertes Aufheizprotokoll — ohne diesen Nachweis drohen bei späteren Schäden Streitigkeiten um die Gewährleistung.
Vom Estrich zum Bodenbelag: der Zeitfahrplan
- Tag 0Estrich einbauen — danach Ruhezeit: Zementestrich mindestens 21 Tage, Calciumsulfat-Fließestrich nach Herstellerangaben frühestens 7 Tage.
- danachFunktionsheizen nach DIN EN 1264-4: stufenweise aufheizen und wieder absenken, jeden Schritt im Aufheizprotokoll festhalten.
- im AnschlussBelegreifheizen, bis die vom Belaghersteller geforderte Restfeuchte erreicht ist — Nachweis per CM-Messung.
- zum SchlussBodenbelag verlegen — erst nach bestätigter Belegreife.
Vor der Inbetriebnahme
Um eine Fußbodenheizung wirksam und energiesparend zu betreiben, ist eine optimale Einstellung des Heizungssystems notwendig. Dazu gehört der hydraulische Abgleich der Fußbodenheizung. Er dient der Abstimmung der Volumenströme des Heizwassers in den Heizkreisen und sorgt für die gleichmäßige Versorgung aller Heizflächen mit Wärme. Der hydraulische Abgleich wird in der Regel von Heizungsfachbetrieben und Energieberatern angeboten.

Eine weitere Einstellung, die notwendig ist, ist die Einstellung der Heizkurve, fachspezifisch auch Heizkennlinie genannt. Sie sorgt für die „ideale“ Temperatur der Heizungsanlage. Die Heizkennlinie ist die grafische Darstellung einer mathematischen Formel und beschreibt das Verhältnis zwischen der Außentemperatur und der Vorlauftemperatur der Fußbodenheizung. Die Vorlauftemperatur bestimmt die Temperatur des Heizwassers und hat somit einen entscheidenden Einfluss auf die Effizienz der Fußbodenheizung. Dies sollte ein Heizungsfachmann durchführen.
Glaubt man Heizungsfachleuten, lassen sich ein viel zu hoher Energieverbrauch oder zu geringe Wärme in der Regel nicht auf Fehler beim Bau einer Fußbodenheizung zurückführen, sondern vielmehr auf Einstellungsfehler. Deshalb sollten vor Inbetriebnahme ein Heizungsfachmann hinzugezogen werden.
Fußbodenheizung – Die häufigsten Fehler bei der Verlegung: Ärger und zusätzliche Kosten vermeiden Ist die Fußbodenheizung korrekt verlegt und einmal… weiterlesen




