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Heizspiegel 2026: Heizen mit Öl und Pellets wird deutlich teurer

Stand: 23. September 2026 · Grundlage sind der Heizspiegel für Deutschland 2026 und eine separate Langzeitprognose von co2online vom Juni 2026. Die Heizspiegel-Vergleichswerte enthalten Raumwärme und Warmwasserbereitung. Alle Kostenangaben beziehen sich auf Modellhaushalte; Ihre eigenen Kosten hängen von Gebäude, Vertrag und Verbrauch ab.

Heizen wird in diesem Jahr für viele Haushalte wieder teurer. Das zeigt der Heizspiegel für Deutschland 2026, den die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online am 22. September 2026 zusammen mit dem Deutschen Mieterbund und dem Bauherren-Schutzbund veröffentlicht hat. Grundlage sind zehntausende Heizkostenabrechnungen für das Jahr 2025, dazu kommt eine Prognose für das laufende Jahr.

Die Kernaussage: Heizen mit Öl und Holzpellets wird 2026 deutlich teurer, mit Erdgas vorübergehend etwas günstiger – und die Wärmepumpe hat in den Modellhaushalten weiter die niedrigsten laufenden Heizkosten. Langfristig wächst der Abstand zwischen fossilen und erneuerbaren Heizungen laut Prognose weiter.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Heizkosten mit Öl steigen 2026 voraussichtlich am stärksten: plus 24 Prozent auf 1.275 Euro im Jahr für eine 70-Quadratmeter-Wohnung im Mehrfamilienhaus.
  • Mit Pellets steigen die Heizkosten um 17 Prozent, mit Erdgas sinken sie um 4 Prozent – ab Ende 2026 könnten die Gaskosten wieder steigen.
  • Im Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern kostete die Ölheizung 2025 rund 885 Euro mehr als die Wärmepumpe, Heiznebenkosten nicht eingerechnet.
  • Bis 2045 könnten sich die Heizkosten für Gas- und Ölheizungen laut Prognose mehr als verdoppeln; Wärmepumpen verteuern sich am langsamsten.

Wie weit die Heizarten auseinanderliegen, zeigt der Vergleich für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern im Abrechnungsjahr 2025:

Heizkosten 2025 im Einfamilienhaus: Wärmepumpe am günstigsten

Jährliche Heizkosten eines durchschnittlichen Einfamilienhauses mit 130 m² Wohnfläche im Abrechnungsjahr 2025, ohne Heiznebenkosten.

885 €mehr kostete die Ölheizung als die Wärmepumpe
1.445 €Abstand Öl zu Wärmepumpe laut Prognose 2026

Heizöl

2.145 €

Erdgas

2.040 €

Fernwärme

2.040 €

Holzpellets

1.415 €

Wärmepumpe

1.260 €
Quelle: Heizspiegel für Deutschland 2026 (co2online, Deutscher Mieterbund, Bauherren-Schutzbund), Modellhaushalt Einfamilienhaus 130 m², ohne Heiznebenkosten · Stand September 2026
HeizartHeizkosten 2025Einordnung
Heizöl2.145 €+1 % zum Vorjahr
Erdgas2.040 €+15 % zum Vorjahr
Fernwärme2.040 €+3 % zum Vorjahr
Holzpellets1.415 €+24 % zum Vorjahr
Wärmepumpe1.260 €+5 % zum Vorjahr

Die Ölheizung kostete im Einfamilienhaus damit rund 885 Euro mehr als die Wärmepumpe, Gas und Fernwärme je rund 780 Euro mehr. Für 2026 wächst der Kostenvorteil der Wärmepumpe gegenüber der Ölheizung laut Prognose auf 1.445 Euro; gegenüber Gas und Fernwärme wird er dagegen etwas kleiner.

Heizkosten sparen © pwmotion, stock.adobe.com
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Das war 2025: Gas und Pellets legen am stärksten zu

Nach zwei Jahren der Entspannung ist Heizen 2025 wieder teurer geworden. co2online sieht dafür zwei Treiber: höhere Preise bei einzelnen Energieträgern und einen kälteren Winter. Für eine durchschnittliche 70-Quadratmeter-Wohnung im Mehrfamilienhaus ergeben sich diese Jahreskosten einschließlich Heiznebenkosten:

  • Fernwärme: 1.295 Euro (plus 6 Prozent)
  • Erdgas: 1.170 Euro (plus 14 Prozent)
  • Heizöl: 1.030 Euro (unverändert)
  • Holzpellets: 735 Euro (plus 20 Prozent)
  • Wärmepumpe: 715 Euro (plus 5 Prozent)

Die Ausreißer nach oben waren also Erdgas und Holzpellets. Im Einfamilienhaus fiel der Sprung noch etwas größer aus: plus 24 Prozent bei Pellets und plus 15 Prozent bei Erdgas. Die Werte für das Einfamilienhaus weist der Heizspiegel ohne Heiznebenkosten aus – die beiden Modellhaushalte lassen sich deshalb nicht direkt miteinander vergleichen.

Heizkosten steigen © Alexander Raths, stock.adobe.com
Heizkosten steigen © Alexander Raths, stock.adobe.com

Das erwartet Sie 2026: Ölheizung mit dem größten Plus

Für das laufende Jahr erwartet co2online den stärksten Anstieg bei den Heizkosten mit Öl: plus 24 Prozent auf 1.275 Euro im Jahr in der Musterwohnung, im Einfamilienhaus sogar plus 28 Prozent. Die Prognose entstand vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs, der die Ölpreise in diesem Jahr nach oben getrieben hat.

Auch das Heizen mit Holzpellets wird deutlich teurer. Mit Fernwärme und Wärmepumpe bleiben die Kosten nahezu stabil, mit Erdgas sinken sie etwas. Die Übersicht für die 70-Quadratmeter-Wohnung zeigt die Veränderungen mit Vorzeichen:

Heizkosten einer 70-m²-Wohnung: 2025 und Prognose 2026

HeizartKosten 2025Prognose 2026Veränderung
Fernwärme1.295 €1.310 €+1 %
Heizöl1.030 €1.275 €+24 %
Erdgas1.170 €1.120 €−4 %
Holzpellets735 €860 €+17 %
Wärmepumpe715 €735 €+3 %
Quelle: Heizspiegel für Deutschland 2026 (co2online, Deutscher Mieterbund, Bauherren-Schutzbund) · Modellhaushalt: 70-m²-Wohnung im Mehrfamilienhaus, inklusive Heiznebenkosten · Stand September 2026

Unterm Strich hat die Wärmepumpe auch 2026 die niedrigsten laufenden Kosten der Musterwohnung, mit deutlichem Abstand vor den Pellets. Die Ölheizung rückt dagegen nah an die Fernwärme heran, die in der Musterwohnung weiter am teuersten ist.

Hinweis: Das Minus beim Erdgas ist voraussichtlich nur vorübergehend. Entlastend wirken vor allem der Wegfall der Gasspeicherumlage und günstige Einkaufspreise zu Jahresbeginn. Die zuletzt gestiegenen Großhandelspreise erreichen die Haushalte dagegen erst nach einiger Zeit – co2online rechnet deshalb damit, dass Gas Ende 2026 oder 2027 wieder teurer werden könnte.

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Der Blick nach vorn: Heizkosten bis 2045

Langfristig öffnet sich die Schere weiter. Nach der Prognose im Heizspiegel könnten sich die Heizkosten für Gas- und Ölheizungen bis 2045 mehr als verdoppeln. Als Gründe nennt co2online:

Die Bio-Treppe gilt für Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen, die nach dem 29. Juli 2026 in ein bestehendes Gebäude eingebaut werden. Bei ihnen muss laut Gebäudemodernisierungsgesetz ein wachsender Teil der bereitgestellten Wärme aus klimafreundlicheren Quellen stammen:

  • ab 2029: 10 Prozent
  • ab 2030: 15 Prozent
  • ab 2035: 30 Prozent
  • ab 2040: 60 Prozent

Infrage kommen etwa Biomethan, Bioöl oder gesetzlich zugelassene Wasserstoffarten, unter den gesetzlichen Voraussetzungen auch Solarthermie oder eine Wärmepumpen-Hybridheizung. Die klimafreundlicheren Brennstoffe sind laut co2online teuer und nur begrenzt verfügbar.

Kurz gefragt

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Wärmepumpen verteuern sich laut Heizspiegel deutlich langsamer und dürften dauerhaft die niedrigsten laufenden Kosten haben. Wie groß der Unterschied über die Lebensdauer einer Heizung werden kann, zeigt eine separate Modellrechnung, die co2online im Juni 2026 für ein Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern veröffentlicht hat:

Szenario bis 2045: Heizkosten über 20 Jahre

Summe der laufenden Heizkosten von 2026 bis 2045 für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 130 m² Wohnfläche.

Szenario-Rechnung

Ölheizung (konventionell)

67.200 €

Gasheizung mit Wasserstoff

66.500 €

Gasheizung mit Biomethan

65.100 €

Gasheizung (konventionell)

55.600 €

Luft-Wasser-Wärmepumpe

24.500 €
Quelle: co2online-Heizkostenprognose 2026–2045 (Pressemitteilung) · Stand 3. Juni 2026
HeizsystemHeizkosten 2026–2045Einordnung
Ölheizung (konventionell)67.200 €ohne Beimischung, Vergleichswert
Gasheizung mit Wasserstoff66.500 €mit vorgesehener Beimischung
Gasheizung mit Biomethan65.100 €mit vorgesehener Beimischung
Gasheizung (konventionell)55.600 €ohne Beimischung, Vergleichswert
Luft-Wasser-Wärmepumpe24.500 €—
So ist die Rechnung zu lesen
Separate Modellrechnung von co2online (Juni 2026) mit Daten des Heizspiegels, Energiepreisannahmen des Umweltbundesamtes vom Mai 2026 und den damals bekannten Plänen zum Gebäudemodernisierungsgesetz.
Dargestellt sind laufende Heizkosten – Anschaffung, Einbau und Förderung gehören für einen vollständigen Vergleich zusätzlich dazu.
Die konventionellen Varianten ohne Beimischung sind Vergleichswerte: Für nach dem 29. Juli 2026 neu in Bestandsgebäude eingebaute Gas- oder Ölheizungen gelten grundsätzlich die ab 2029 gestaffelten Anforderungen der Bio-Treppe. Für Bio-Heizöl liegen laut co2online keine belastbaren Langfristdaten vor.
Die tatsächlichen Kosten hängen von Energiepreisen, Gebäude und Verbrauch ab.

Selbst die günstigste fossile Variante, die konventionelle Gasheizung ohne Beimischung, verursacht in dieser Rechnung über 20 Jahre gut 31.000 Euro mehr Heizkosten als die Wärmepumpe. Fernwärme zeigt in derselben Modellrechnung vergleichsweise stabile Kosten; Pelletheizungen bleiben günstiger als Öl und Gas, aber teurer als Wärmepumpen.

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Mit dem Heizspiegel lassen sich die Heizkosten schätzen
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Was Sie mit Ihrer eigenen Abrechnung anfangen können

Der Heizspiegel ist nicht nur eine Preisprognose, sondern auch ein Maßstab für die eigene Abrechnung. Laut co2online könnten neun von zehn Haushalten ihre Heizkosten noch senken. Die wichtigsten Zahlen:

  • Verhalten: Wer richtig heizt und lüftet und sparsamer mit Warmwasser umgeht, kann laut co2online bis zu 10 Prozent Energie einsparen.
  • Beispiel Ölheizung: Zehn Prozent der für 2026 erwarteten 1.275 Euro der Musterwohnung sind rechnerisch knapp 128 Euro. Wie viel ein Haushalt durch weniger Verbrauch tatsächlich spart, hängt aber von den festen Kosten und der Kostenverteilung im Gebäude ab.
  • Gesamtpotenzial: Im Schnitt beziffert co2online die mögliche Ersparnis auf etwa 465 Euro im Jahr für eine Wohnung und rund 1.000 Euro für ein Einfamilienhaus. Je nach Gebäude sind dafür auch technische Maßnahmen nötig, etwa eine Heizungsoptimierung, Dämmung oder der Umstieg auf eine erneuerbare Heizung.

Wie hoch Ihre Heizkosten im Vergleich liegen, zeigt ein Blick auf die Heizkosten pro Quadratmeter: Dort ordnen Sie Ihre Abrechnung anhand der Heizspiegel-Werte ein. Ihren Energieverbrauch beurteilen Sie zusätzlich anhand der verbrauchten Kilowattstunden je Quadratmeter. Weil die Vergleichswerte Warmwasser enthalten, braucht es bei dezentraler Warmwasserbereitung, etwa mit einem Durchlauferhitzer, eine Anpassung. Mieter prüfen ihre Abrechnung zusätzlich mit dem Nebenkostenrechner für Mieter.

Tipp: Legen Sie die Abrechnungen mehrerer Jahre nebeneinander und vergleichen Sie den Verbrauch in Kilowattstunden je Quadratmeter getrennt vom Preis. So sehen Sie, ob ein Anstieg vom Preis oder vom Verbrauch kommt. Bei Öl und Pellets zählt dabei die tatsächlich verbrauchte Menge, nicht die Liefermenge auf der Rechnung.
Wärmepumpe: Die Betriebskosten sind hauptsächlich Stromkosten
Wärmepumpe: Die Betriebskosten sind hauptsächlich Stromkosten

Was jetzt für die Heizungsentscheidung zählt

Die Zahlen stammen nicht von einem Hersteller oder Anbieter, sondern von einer gemeinnützigen Beratungsgesellschaft und zwei Verbänden. Sie zeigen: In den Modellhaushalten haben Wärmepumpe und Pelletheizung schon heute niedrigere laufende Kosten als Öl und Gas. Gegenüber der Ölheizung wächst ihr Vorsprung 2026 weiter; gegenüber Gas wird er kleiner, weil Gas etwas günstiger und Pellets deutlich teurer werden.

co2online-Geschäftsführerin Tanja Loitz ordnet die Ergebnisse so ein: Das Zeitalter günstiger fossiler Heizenergie sei spätestens seit der Energiekrise vor vier Jahren vorbei. Wer heute eine neue Heizung plane, solle diese Entwicklung kennen – auch wenn der Einbau reiner Gas- und Ölheizungen wieder erlaubt sei.

Für die eigene Entscheidung gehören neben den laufenden Kosten auch Anschaffung, Zuschüsse und die Eignung des Hauses in die Rechnung. Ob sich der Umstieg bei Ihnen rechnet, zeigt der Ratgeber Lohnt sich eine Wärmepumpe?, ob Ihr Haus geeignet ist, klärt der Wärmepumpen-Eignungscheck. Welche staatlichen Zuschüsse es gibt, fasst der Fördermittel-Ratgeber zusammen.

Was würde eine Wärmepumpe in Ihrem Haus kosten?

Die laufenden Kosten sind nur ein Teil der Rechnung. Was Anschaffung und Einbau bei Ihnen kosten, zeigt ein Vergleich konkreter Angebote – bis zu fünf Angebote qualifizierter Heizungs-Fachbetriebe aus Ihrer Region, kostenlos und unverbindlich.

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