Heizsparer News April 2026: GModG stockt, Förderung mit Rekord

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Der April 2026 hat Hausbesitzern ein gemischtes Bild geliefert: Die Reform des Heizungsgesetzes kommt politisch nicht voran, gleichzeitig hat die Heizungsförderung im ersten Quartal Rekordzahlen erreicht. Wärmepumpen prägen das Bild, der Pelletpreis sinkt deutlich, und der Heizölpreis hat eine Achterbahnfahrt hinter sich. Wir ordnen die fünf wichtigsten Entwicklungen ein.

Heizsparer News April 2026
Heizsparer News April 2026

Politik

Gebäudemodernisierungsgesetz: Reform tritt im April auf der Stelle

Das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), mit dem die Bundesregierung das bisherige Heizungsgesetz (GEG) ablösen will, kommt im April 2026 nicht voran. Ende Februar hatte die Koalition die Eckpunkte vorgelegt — eigentlich sollte das Kabinett bis Ostern den Referentenentwurf beschließen, der ist Stand Ende April aber weiterhin nicht öffentlich. Berichten von Handelsblatt und Table Media zufolge blockiert das Bundesfinanzministerium die Ressortabstimmung mehrerer Energiegesetze. Das geplante Inkrafttreten zum 1. Juli 2026 wird damit immer enger.

Reform-Etappen — Stand Ende April 2026
24. Februar 2026
Koalition stellt Eckpunkte zum GModG vor: 65-Prozent-Erneuerbaren-Pflicht entfällt, Bio-Treppe ab 2029 geplant.
April 2026
Noch kein Referentenentwurf, keine Verbändeanhörung. BMF blockiert laut Handelsblatt mehrere Energiegesetze.
Sommer 2026 (geplant)
Beratung im Bundestag, anschließend Inkrafttreten — vorgesehen vor dem 1. Juli 2026.
29. Mai 2026
Bis dahin muss Deutschland die EU-Gebäuderichtlinie EPBD in nationales Recht umsetzen — unabhängig vom GModG.
Reform-Stand laut Öko-Zentrum NRW (Update 17. April 2026) und BMWE-Eckpunktepapier vom 24. Februar 2026.

Solange das neue Gesetz nicht beschlossen ist, gilt das bestehende Gebäudeenergiegesetz unverändert weiter. Die 65-Prozent-Erneuerbaren-Pflicht greift seit Anfang 2024 für neu eingebaute Heizungen in Neubaugebieten und würde nach geltender Rechtslage ab dem 30. Juni 2026 auch beim Heizungstausch in Großstädten ab 100.000 Einwohnern verbindlich werden — in kleineren Kommunen ab dem 30. Juni 2028. Genau diesen Stichtag will das GModG entschärfen. Gleichzeitig läuft die Heizungsförderung der KfW (Programm 458) ohne Einschränkungen weiter, die Koalition hat ihre Finanzierung bis mindestens 2029 zugesagt.

Was bedeutet das für Sie?

Wer aktuell vor einer Heizungsentscheidung steht, sollte sich von der politischen Hängepartie nicht verunsichern lassen. Die heute geltenden Regeln und die Förderbedingungen sind klar — Wärmepumpe, Pellet- oder Solarthermie-Anlage werden unverändert mit bis zu 70 Prozent bezuschusst. Wer auf das neue Gesetz wartet, riskiert ein weiteres Jahr ohne Klarheit und mit weiter hohen Energiekosten bei der alten Anlage.


Marktzahlen

Heizungsförderung im ersten Quartal: Rekordnachfrage, Wärmepumpen klar dominant

Die KfW-Heizungsförderung (BEG EM, Programm 458) hat im ersten Quartal 2026 deutlich angezogen. Im März wurden 37.069 neue Projektzusagen erteilt — das sind knapp 28 Prozent mehr als im Februar und gut 35 Prozent mehr als im März des Vorjahres. Über das gesamte Quartal summieren sich die Zusagen ohne Zusatzanträge auf 89.631. Wärmepumpen-Projekte allein machen davon den ganz überwiegenden Teil aus.

89.631
Zusagen Q1 2026 (ohne Zusatzanträge)
+27,9 %
Anstieg März vs. Februar 2026
+45,4 %
Wärmepumpen-Zusagen März vs. Vorjahr

Welcher Anteil davon auf die GModG-Eckpunkte vom 24. Februar zurückgeht und welcher auf die Verteuerung fossiler Brennstoffe nach der Iran-Eskalation Ende Februar — beides lässt sich nicht sauber trennen. Klar erkennbar ist dagegen die Verteilung nach Heizungstyp: Knapp neun von zehn Förderzusagen entfallen 2026 auf Projekte mit mindestens einer Wärmepumpe.

89,2 % Wärmepumpen
Wärmeerzeuger-Struktur Q1 2026
Wärmepumpen89,2 %
Biomasse-Heizungen6,8 %
Wärmenetz-Anschluss3,0 %
Solarthermie und Sonstige1,0 %
Anteil an Förderzusagen ohne Zusatzanträge (KfW Programm 458). Quelle: BMWE-Daten, eigene Berechnungen TGA+E Fachplaner, Stand 31.03.2026. Werte gerundet.
Was bedeutet das für Sie?

Die hohe Antragsdichte hat Folgen für die Praxis: Fachbetriebe für Wärmepumpen sind in vielen Regionen auf Wochen bis Monate ausgelastet. Wer 2026 noch tauschen möchte, sollte den Antrag früh stellen und parallel mehrere Angebote einholen. Förderfähig ist nur, was vor Auftragsvergabe beantragt wurde — die Reihenfolge entscheidet über die Auszahlung.


Marktzahlen

BWP senkt Wachstumsprognose: GModG-Debatte bremst Wärmepumpenmarkt

Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) hat seine Branchenstudie 2026 am 30. März vorgestellt — mit einer spürbar gedämpften Erwartungshaltung. Für das laufende Jahr rechnet der Verband mit rund 330.000 abgesetzten Wärmepumpen, ein Plus von etwa zehn Prozent gegenüber 2025. Noch im November 2025 hatte der BWP für 2026 deutlich höhere Werte für möglich gehalten.

BWP-Prognose für Wärmepumpen-Absatz 2026
Stand November 2025
410.000
Erwartung im „Business-as-Usual“-Szenario bei stabilem Ordnungsrecht und fortgesetzter Förderung.
Stand März 2026
330.000
Aktualisierte Prognose nach Vorlage der GModG-Eckpunkte. Wachstum ca. +10 % gegenüber 2025.
Quelle: BWP-Pressemitteilungen vom 28.11.2025 und 30.03.2026.

Der BWP begründet die Senkung mit der Verunsicherung durch das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz: Wenn neue Gas- und Ölheizungen wieder freier zugelassen werden, halten viele Eigentümerinnen und Eigentümer ihre Modernisierungsentscheidung zurück. Im ambitionierten Zielszenario hält der Verband deutlich mehr für möglich — allerdings nur, wenn das Verhältnis von Strom- zu Gaspreis verbessert wird, etwa durch eine spürbare Senkung der Stromsteuer.

Was bedeutet das für Sie?

Die gedämpfte Marktdynamik hat einen praktischen Vorteil: Lieferzeiten für Wärmepumpen-Geräte sind kürzer als noch 2023, und auch Fachbetriebe haben tendenziell wieder mehr Spielraum. Gleichzeitig steht die Heizungsförderung nach Aussage der Koalition bis mindestens 2029 — das Zeitfenster für eine geförderte Modernisierung ist damit weit, ohne dass es eine kurzfristige Antragspanik gibt.

Quellen: BWP — Branchenstudie 2026 (Pressemitteilung 30.03.2026); BWP — Frühere Prognose vom Forum Wärmepumpe (28.11.2025).

Marktzahlen

Pelletpreis fällt im April auf 405 €/t — Vorteil zu Heizöl wächst

Das Deutsche Pelletinstitut (DEPI) hat den Pelletpreis für April 2026 veröffentlicht. Eine Tonne Holzpellets der Qualität ENplus A1 kostet bei einer Abnahme von sechs Tonnen im bundesweiten Schnitt 405,11 Euro brutto — rund 3,4 Prozent weniger als im Vormonat. Die Wärmekosten liegen damit bei etwa 8,10 Cent pro Kilowattstunde.

DEPI-Pelletpreis April 2026
405,11€/Tonne
Bundesdurchschnitt bei 6 t Abnahme, brutto, frei Haus im Umkreis 50 km. Wärmekosten: 8,10 ct/kWh.
▼ −3,4 %
zum Vormonat
Pellets
8,10 ct
Erdgas
+ 21,4 %
Heizöl
+ 40 %
Preisvorteil von Pellets gegenüber Erdgas und Heizöl pro Kilowattstunde Wärme. Quelle: DEPI, Stand April 2026.

Laut DEPI-Geschäftsführer Martin Bentele hat sich der Abstand zu fossilen Brennstoffen im April weiter vergrößert, weil Heizöl und Gas zuletzt teurer wurden. Pellets werden überwiegend regional aus Sägeneben­produkten hergestellt und sind weniger anfällig für internationale Liefer­ketten als Öl und Gas. Saisonal bedingt liegen die Preise außerhalb der Heizperiode meist günstiger — das DEPI rät zum Kauf in den nächsten Monaten.

Was bedeutet das für Sie?

Wer eine Pelletheizung betreibt, kann das Frühjahrstief jetzt für die Bevorratung nutzen. Die Heizsaison 2025/26 war ungewöhnlich lang, viele Lager sind eher leer als voll. Eine Bestellung im Mai oder Juni ist erfahrungsgemäß günstiger als das Warten auf den Herbst.


Marktzahlen

Heizöl: Preisspitze Anfang April, danach deutliche Entspannung

Der Heizölpreis hat im April 2026 eine bemerkenswerte Achterbahnfahrt hingelegt. Anfang des Monats lag der bundesweite Durchschnitt für 100 Liter bei rund 157 Euro — eine direkte Folge der Eskalation im Nahen Osten und der zwischenzeitlichen Sperrung der Straße von Hormus. In der zweiten Aprilhälfte gaben die Notierungen wieder spürbar nach. Mit Stand 21. April war der Bundesschnitt laut HeizOel24 bereits auf rund 126 Euro pro 100 Liter (Standardlieferung 3.000 Liter, inkl. Mehrwertsteuer) gefallen — ein Rückgang um etwa 20 Prozent gegenüber der April-Spitze.

≈ 157 €
Spitze Anfang April 2026 (pro 100 Liter)
≈ 126 €
Bundesschnitt 21.04.2026 (pro 100 Liter)
≈ +50 %
Heizöl im Bundesmittel ggü. Vorjahr

Die Marktbeobachter machen mehrere Faktoren verantwortlich: die seit Ende Februar laufenden Spannungen rund um den Iran, schwer beschädigte russische Ostsee-Ölhäfen sowie eine US-Seeblockade iranischer Häfen. Selbst nach Beruhigung der Lage bleibt eine Risikoprämie eingepreist. Eine schnelle Rückkehr zum Vorkriegsniveau ist nach Einschätzung der Marktbeobachter nicht zu erwarten. Für Hausbesitzer mit Ölheizung bedeutet das: Die Brennstoffkosten bleiben volatil und schwer planbar.

Was bedeutet das für Sie?

Wer noch eine Ölheizung im Keller hat und über einen Tausch nachdenkt, sieht jetzt einen der besten Argumente: Die Preisbildung hängt an geopolitischen Ereignissen, auf die niemand Einfluss hat. Die Heizungsförderung honoriert den Ausstieg aus der Ölheizung mit dem 20-prozentigen Klimageschwindigkeits-Bonus zusätzlich zur Grundförderung. Wer dagegen kurzfristig nachtanken muss, sollte Bestellungen aufteilen und den Markt beobachten — die Preisspanne im April lag bei rund 30 Euro pro 100 Liter.


Was heißt das zusammengefasst für Hausbesitzer?

Drei Linien prägen den April 2026: Politische Hängepartie beim neuen Heizungsgesetz, eine sehr stark nachgefragte Förderung und ein klarer Preisvorteil für regenerative Wärme.

  1. Bestehende Regeln nutzen statt warten: Bis das Gebäudemodernisierungsgesetz in Kraft tritt, gilt das GEG 2024 weiter. Die KfW-Heizungsförderung mit bis zu 70 Prozent Zuschuss steht. Wer die alte Anlage tauschen will, hat heute Klarheit über alle Konditionen — das ist Stand April 2026 wertvoller als Spekulation auf das neue Gesetz.
  2. Vorlaufzeit einplanen: 89.631 Förderzusagen im Q1 sind ein klares Marktsignal. Fachbetriebe sind in vielen Regionen ausgelastet. Wer bis zum nächsten Winter eine neue Heizung will, sollte Angebote jetzt einholen, den Förderantrag korrekt vor Auftragsvergabe stellen und mit mehreren Wochen bis Monaten Vorlaufzeit rechnen.
  3. Brennstoff-Verhältnisse beobachten: Pellets sind im April gegenüber Heizöl rund 40 Prozent günstiger pro Kilowattstunde, gegenüber Erdgas etwa 21 Prozent. Wer Heizöl tankt, sollte die Marktentwicklung im Blick behalten und Bestellungen aufteilen. Wer Pellets nutzt, kann das saisonale Frühjahrstief für die Bevorratung nutzen.
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Heizsparer News bündelt einmal im Monat die wichtigsten Entwicklungen rund um Heizung, Förderung und Energiekosten für Hausbesitzer. Alle Angaben nach bestem Wissen, ohne Gewähr; maßgeblich sind die jeweils gültigen Richtlinien und Pressemitteilungen der genannten Quellen. Stand: 27. April 2026.

Heizungspumpe © Yury Maryunin, stock.adobe.com
Heiztechnik

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