Energielabel – Besitzen Sie noch den vollen Durchblick?

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EU-Label-Energieeffizienz
EU Label © Berlinstock, fotolia.com

Ihr Kühlschrank gibt seltsame Geräusche von sich und kühlt nicht mehr richtig? Oder streikt etwa Ihre Waschmaschine oder Ihr Staubsauger? Kommen Sie um einen Neukauf nicht herum, da sich eine Reparatur des Gerätes nicht mehr lohnt, sind Sie gleich doppelt gefordert. Zum einen kostet das neue Haushaltsgerät Geld, zum anderen sind Sie sehr wahrscheinlich auf einen schnellen Kauf angewiesen, da kaum jemand lange auf Kühlschrank, Waschmaschine, Staubsauger und manch andere Haushaltsgeräte verzichten kann. Trotz der verständlicherweise gebotenen Eile sollte Ihr Kauf allerdings bedacht erfolgen. Warum erfahren Sie im Folgenden.

Energiefresser erkennen

Eine wichtige Rolle spielt bei Ihrem Neukauf von Haushaltsgeräten nicht nur Ihr Budget, sondern auch die Energielabel – formal auch Energieverbrauchskennzeichnungen genannt. Diese erteilen Ihnen Auskunft darüber, wie es jeweils um die Energieeffizienz der Geräte bestellt ist, die für Sie in eine engere Auswahl kommen. Mittlerweile gibt es für zahlreiche Haushaltsgeräte ein EU-Energielabel. Eine der neusten Gerätegruppen, die bald ein Energielabel tragen werden, ist die Gruppe der Staubsauger. Laut einer im Internet abrufbaren Meldung der Deutschen Energie-Agentur (dena) wird das Label für Staubsauger in zwei Etappen eingeführt. Ernst für die Hersteller wird es demnach in einem ersten Schritt ab dem 01.09.2014 und in einem zweiten ab 01.09.2017.

Was ist die beste Kennzeichnung?

Ohne Frage ist es hilfreich, wenn die EU bemüht ist, Verbrauchern bei Kaufentscheidungen zu helfen und diese somit vor der Anschaffung echter Stromfresser zu schützen. Dies liegt im Interesse der Verbraucher, aber auch der Natur. Nicht nur die Hersteller müssen allerdings auf Zack bleiben, wenn es um die Anforderungen an ihre Geräte geht, auch der Verbraucher ist in Hinblick auf die Nutzung der Energielabel gefordert. Die Zeiten, in denen es lediglich die Energieklassen von A bis G gab, sind längst vorbei. Sicherlich haben auch Sie schon in einem Elektronikfachgeschäft zum Beispiel topmoderne Waschmaschinen mit der Kennzeichnung A+++ gesehen. Diese Kennzeichnung ist ohne Frage ein wenig unglücklich, da nach wie vor nicht jeder Verbraucher durchschaut, dass A nicht bei jedem Haushaltsgerät die beste Energieklasse ist. Möchten Sie einen besonders energieeffizienten Kühlschrank erwerben, sollten Sie beispielsweise auf die Kennzeichnung A+++ achten, bei einem Elektrobackofen etwa ist aber die Klasse A nach wie vor die beste Kennzeichnung und Sie werden – zumindest derzeit – vergeblich nach einem Modell mit der Auszeichnung A+++ suchen. Sie sollten sich dementsprechend vorab informieren, welche Energieklassen bei welchen Elektrogeräten grundsätzlich vorgesehen und welche am besten zu bewerten ist.

Welche Klassen sind überhaupt noch zulässig?

Die Stiftung Warentest weist in einem am 31.01.2014 online erschienenen Artikel nicht nur auf die schon oben geschilderte Problematik hin, sondern geht noch einen Schritt weiter. Sie sieht es auch kritisch, dass auf dem Energielabel die sieben besten Stufen zu finden sind, auch wenn einige von diesen bereits nicht mehr zulässig sind. Die Warentester nennen in diesem Zusammenhang die Kennzeichnung von Waschmaschinen, auf deren Label die Klassen A+++ bis D zu finden seien, obwohl Geräte mit den Klasse A bis D seit Kurzem gar nicht mehr von Herstellern ausgeliefert werden dürften. Die im Handel befindlichen Geräte mit diesen Energieklassen seien somit Restbestände. Ein uninformierter Kunde könnte aber nach wie vor denken, eine Waschmaschine mit der Klasse A sei akzeptabel. Dies gilt vor allem, da die Relation der benannten, aber nicht mehr unbedingt gültigen Klassen, dieser Einstellung Vorschub leisten könnte.

Die Stiftung Warentest nennt weitere Kritikpunkte an der aktuellen Labelpraktik, über die Sie sich direkt bei der Verbraucherorganisation informieren können. Mehr über die EU-Energielabel und die aktuellen Entwicklungen in Bereich der Energielabel erfahren Sie auch bei der Initiative Energieeffizienz der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena).

Weitere Informationen
Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena), EU-Energielabel bald auch für StaubsaugerStiftung Warentest, Energielabel: Verwirrung statt OrientierungDeutsche Energie-Agentur GmbH (dena), Initiative Energieeffizienz, Das EU-Energielabel

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