Die Höhe Ihrer Stromrechnung beruht auf mehreren Faktoren. Zum einen zählt natürlich der Verbrauch. Je mehr Sie über das Jahr verbraucht haben, desto mehr Kilowattstunden tauchen auf Ihrer Stromabrechnung auf. Zum anderen bestimmt aber auch der Tarif über die Kosten, die für Ihren Stromverbrauch anfallen.
Das Wichtigste in Kürze
- HT steht für Hochtarif (teuer, tagsüber), NT für Niedertarif (günstig, nachts) – die Zeiten gibt der Netzbetreiber vor.
- Ein Doppeltarif lohnt sich nur, wenn ein großer Teil des Verbrauchs in die günstige NT-Zeit fällt.
- Voraussetzung ist ein Doppeltarifzähler vom Messstellenbetreiber; Grundpreis und Messentgelt können höher liegen.

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Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich für den passenden Tarif entscheiden. Nicht immer ist der Tarif mit den wenigsten Kosten pro Kilowattstunde der ideale. Tarife, die auf zweierlei Weise abrechnen, können perfekt für Verbraucher sein, die gerade nachts viel Strom benötigen.
Doppeltarif: Angebote mit NT- und HT-Abrechnung
Wenn Sie die Liste an Anbietern nach dem passenden Angebot für Sie selbst durchsuchen, stoßen Sie möglicherweise auf die Bezeichnungen „HT“ und „NT“. Diese beiden Abkürzungen stehen für „Hochtarif“ (HT) und „Niedertarif“ (NT). Wer sich für einen solchen Zweifachtarif entscheidet, profitiert also von der Abrechnung in einen teuren und einen billigen Preis pro Kilowattstunde.
Während tagsüber zu den Hochzeiten, in denen bundesweit der meiste Strom aus dem Netz entnommen wird, der preisintensive Hochstrom bereitgestellt wird, erhalten Sie zu den Nebenzeiten, vor allem in der Nacht, Strom zum preisgünstigen Niederstrom-Tarif.
Was HT und NT bedeuten
1Die Grundidee
Beim Doppeltarif wird Ihr Verbrauch in zwei Preise aufgeteilt: teurer Hochtarif zu den Hauptlastzeiten, günstiger Niedertarif in den Nebenzeiten.
2Wer die Zeiten festlegt
Die genauen Schaltzeiten gibt der Netzbetreiber vor – häufig gilt der NT abends/nachts, teils auch an Sonn- und Feiertagen.
HT/NT lohnt sich nur, wenn ein großer Teil des Verbrauchs in die günstige NT-Zeit fällt.

Hintergrund dieses Angebots liegt darin, die Entnahme des Stroms aus dem Netz etwas besser regulieren zu können. Das Stromnetz ist nämlich ein sehr empfindliches Konstrukt. Um Frequenzschwankungen zu verhindern, wollen Stromanbieter durch den Doppeltarif veranlassen, den Stromverbrauch am Tag zu verringern.

Wann gilt der günstige NT-Tarif?
Energie zum Niederstromtarif wird vor allem abends und in der Nacht geliefert. Auch Sonn- und Feiertage gehören manchmal zu den Zeiten, in denen Sie mit einem Doppeltarif Stromkosten einsparen können. Je nach Netzbetreiber unterscheiden sich die genauen Zeiten, in denen Strom zum HT- und NT-Tarif angeboten werden. Grundsätzlich liegen die Hochlastzeiten montags bis freitags zwischen 7 und 20 Uhr. Bei einigen Stromanbietern erhalten Sie bereits um 20 Uhr Energie zum günstigen NT-Tarif, bei anderen erst um 22 Uhr.
Übrigens: Klassische HT-/NT-Tarife bekommen Konkurrenz durch dynamische Tarife, die seit 2025 alle Anbieter anbieten müssen (§ 41a EnWG) und sich stündlich am Börsenpreis orientieren. Voraussetzung dafür ist ein intelligentes Messsystem (Smart Meter).
Welche Voraussetzungen braucht es für einen Doppeltarif?
Um Strom im Doppeltarif erhalten zu können, braucht es die Möglichkeit, Ihren Verbrauch in zwei Tarifen abrechnen zu können. Daher benötigen Sie einen Doppeltarifzähler, der die genutzten Kilowattstunden im Hoch- und im Niedertarif zählt. Wenn Sie bisher nur über einen Eintarifzähler verfügen, fragen Sie beim Messstellenbetreiber nach – dieser richtet den Doppeltarifzähler ein.

In diesen Fällen lohnt sich ein Doppeltarif
Zwar können Sie durch ein Angebot, das Ihren Verbrauch in Niederstrom- und Hochstromtarif abrechnet, Geld einsparen. Immerhin liegt der Arbeitspreis im Niederstromtarif deutlich unter normalen Tarifen. Allerdings kommen mit einem Doppeltarif auch zusätzliche Kosten auf Sie zu.
Zu den Hauptzeiten ist der Strompreis deutlich höher. Und auch der Grundpreis liegt über dem gewöhnlicher Tarife. Über das Messentgelt für den Doppeltarifzähler kommen weitere Kosten hinzu; zuständig ist der Messstellenbetreiber. Daher sollten Sie genau überlegen, ob ein Doppeltarif tatsächlich die passende Wahl für Sie ist.
Doppeltarif: Vorteile und Nachteile
Vorteile
- Günstiger Arbeitspreis in der Nacht (NT)
- Vorteilhaft bei Nachtspeicherheizung, Wärmepumpe oder hohem Nachtverbrauch
- Kann Gewerbe mit Nachtbetrieb entlasten
Nachteile
- Höherer Arbeitspreis tagsüber (HT) und oft höherer Grundpreis
- Zusätzliche Kosten für den Doppeltarifzähler (Messentgelt)
- Lohnt nur bei klarem Nacht-Übergewicht des Verbrauchs
Grundsätzlich profitieren folgende Kunden von einem Tarif, der sich in Nieder- und Hochstrom aufteilt:
- Gewerbekunden, die Bars, Clubs oder eine Bäckerei betreiben,
- Privatkunden, die einen Großteil ihres Stroms nachts verbrauchen (Richtwert ab rund der Hälfte) und
- Nutzer einer Nachtspeicherheizung oder einer Wärmepumpe.
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