Wer den eigenen Stromverbrauch gut im Blick hat und am Jahresende eine böse Überraschung erlebt, weil die Nachzahlung völlig von den eigenen Berechnungen abweicht, hat allen Grund stutzig zu werden. Stromdiebstahl ist ein weitverbreitetes Delikt. Stromdiebstahl kommt immer wieder vor und bleibt oft lange unbemerkt. Sollten Sie sich also sicher sein, dass auf ihrer Jahresendabrechnung deutlich mehr Kilowattstunden auftauchen, als Sie verbraucht haben, sollten Sie aktiv werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Bei unerklärlich hohem Verbrauch erst ein Versehen (falsche Zähler-Zuordnung) ausschließen, dann Anbieter oder Vermieter einschalten.
- Stromdiebstahl ist eine Straftat (§ 248c StGB) – bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe, bei Zählermanipulation zusätzlich Sachbeschädigung.
- Als geschädigter Mieter Vermieter oder Hausverwaltung informieren; die Kostentragung hängt vom Einzelfall ab, eine Anzeige ist möglich.

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Nicht immer liegt ein Stromdiebstahl vor
Allerdings ist es wichtig, nicht gleich vom Schlimmsten auszugehen. Gerade wenn es in Ihrem Haus in den letzten Monaten zu Umbauarbeiten gekommen ist, ist es möglich, dass ein Versehen vorliegt. Manchmal passiert es, dass Stromzähler falsch zugewiesen werden. So läuft der Stromverbrauch des Nachbarn schnell einmal über Ihren Zähler, ohne dass eine verbrecherische Absicht dahintersteckt. Setzen Sie sich daher zunächst mit Ihrem Anbieter bzw. dem Vermieter in Verbindung, bevor Sie versuchen, einem potenziellen Stromdieb auf die Schliche zu kommen.
Verdacht auf Stromdiebstahl: Versehen oder Diebstahl?
1. Gab es kürzlich Umbauten oder könnte ein Zähler falsch zugeordnet sein?
2. Bestätigt sich der Verdacht?

So entlarven Sie einen Stromdiebstahl
Wenn Sie ausschließen können, dass Zähler falsch zugewiesen wurden und Sie sich daher sicher sind, dass Sie einem Stromdieb zum Opfer gefallen sind, können Sie folgendermaßen vorgehen:

- Schalten Sie alle Elektrogeräte in Ihrem Haushalt aus und notieren Sie sich den Zählerstand Ihres Stromzählers. Stellen Sie im Anschluss fest, dass weiterer Strom verbraucht wurde, obwohl Sie selbst keinesfalls Strom verbraucht haben, können Sie davon ausgehen, dass ein Stromdiebstahl vorliegt.
- Dokumentieren Sie den Zählerstand vor dem Ausschalten Ihrer Geräte und nach festgestelltem Stromdiebstahl! Fotografieren Sie die Zahlen!
- Wenn Sie über einen Sicherungskasten verfügen, der frei zugänglich ist, können Sie die Sicherungen ausschalten, wenn Sie das Haus verlassen. Sollten diese wieder eingeschaltet sein, wenn Sie nach Hause kommen, wissen Sie, dass sich jemand an Ihrem Stromanschluss zu schaffen macht.
- Beobachten Sie verdächtige Vorgänge am Stromzähler nur aus sicherer Entfernung und konfrontieren Sie niemanden selbst – informieren Sie bei begründetem Verdacht Vermieter und Polizei.
- Sind Sie sich aufgrund der durchgeführten Maßnahmen sicher, einem Stromdieb auf der Spur zu sein, informieren Sie Ihren Vermieter und bei begründetem Verdacht die Polizei!
Stromdiebstahl: So sehen die Konsequenzen aus
Egal ob fremde Gedanken in einer Doktorarbeit, einen Pulli im Kaufhaus oder Strom aus der Leitung – Diebstahl ist eine Straftat, die Folgen für die Tatperson haben kann. Im Strafgesetzbuch ist dem Stromdiebstahl sogar ein ganzer Paragraf gewidmet. So heißt es unter § 248 c: „Wer einer elektrischen Anlage oder Einrichtung fremde elektrische Energie mittels eines Leiters entzieht, der zur ordnungsmäßigen Entnahme von Energie aus der Anlage oder Einrichtung nicht bestimmt ist, wird, wenn er die Handlung in der Absicht begeht, die elektrische Energie sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“

Der Stromdiebstahl ist also keinesfalls ein Kavaliersdelikt. Sogar der Versuch, Strom unerlaubt aus der Leitung zu entnehmen, reicht bereits für eine Strafe aus. Bei der Stromzählermanipulation kommt sogar noch der Straftatbestand der Sachbeschädigung hinzu, was zu einer Freiheitsstrafe von bis zu 2 Jahren führen kann. Und auch Nachbarn und Stromanbieter können nach einem unrechtmäßigen Anzapfen der Stromleitung Forderungen stellen. Das unrechtmäßige Entnehmen der elektrischen Leistung, ohne für die Stromentnahme zu zahlen, kann also weitreichende Konsequenzen haben, die noch einmal zusammengefasst Folgendes umfassen:

Strafen bei Stromdiebstahl
Strom ohne Erlaubnis aus dem Netz zu entnehmen, ist grundsätzlich eine Straftat. Bei geringwertigen Mengen (nach der Rechtsprechung etwa bis 50 Euro) wird die Tat nur auf Antrag des Geschädigten verfolgt (§ 248a StGB). Das eigene Smartphone am Arbeitsplatz des Arbeitgebers aufzuladen ist daher weitaus weniger mit Konsequenzen behaftet als ein manipulierter Stromzähler. Allerdings sollten Sie im Zweifelsfall immer lieber nachfragen, ob es in Ordnung ist, eine fremde Steckdose zu benutzen – ob am Arbeitsplatz, in der Arztpraxis oder in anderen öffentlichen Räumen. Wer über Jahre fremde Stromleitungen für den Eigenbedarf anzapft, darf je nach Strommenge mit mehreren 10.000 Euro Strafe oder sogar mit einem Gefängnisaufenthalt rechnen.

Stromdiebstahl: Das können Geschädigte tun
Arbeitgeber, die eine unerlaubte Stromentnahme ihrer Mitarbeitenden feststellen, haben nicht nur das Recht, den Angestellten abzumahnen. Es kann sogar eine fristlose Kündigung ausgesprochen werden. Auch Vermieter, die bemerken, dass Mieter beispielsweise die allgemeine Steckdose nutzen, um E-Fahrzeuge aufzuladen, können eine Abmahnung aussprechen; eine fristlose Kündigung hängt vom Einzelfall ab. Allerdings muss der Vermieter ein klares Verbot der Stromentnahme ausgesprochen haben und die Tat zur Anzeige bringen. Ist dies nicht geschehen, wird das Plus an Stromverbrauch anteilig auf alle Mietparteien aufgeteilt.
Wenn Sie als Mieter der Geschädigte sind, sollten Sie Vermieter oder Hausverwaltung in Kenntnis setzen. Wer die Mehrkosten trägt, hängt vom Einzelfall ab; Vermieter oder Versorger können Anzeige gegen den Stromdieb erstatten.
Ganz verhindern lässt sich Stromdiebstahl kaum – früh erkennen aber schon: Wer den Zählerstand regelmäßig kontrolliert oder ein intelligentes Messsystem nutzt, bemerkt ungewöhnliche Ausschläge schneller.
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