Strom-Sozialtarife für Bedürftige und Bürgergeld-Empfänger
Wie alle übrigen Lebenshaltungskosten, sind auch die Energiepreise in den letzten Jahren stark gestiegen und bewegen sich weiter auf hohem Niveau. Dies trifft Geringverdiener und Empfänger von Sozialleistungen naturgemäß am härtesten, denn die Einkommen unterer Gehaltsklassen stagnieren und der Bürgergeld-Regelsatz (bis Ende 2022 „Hartz IV“) sowie die Sozialhilfe gleichen diese Entwicklung nur unzureichend aus.
Das Wichtigste in Kürze
- Einen bundesweiten Strom-Sozialtarif gibt es nicht – der wirksamste Hebel ist meist der Wechsel in einen günstigen Tarif.
- Haushaltsstrom ist beim Bürgergeld im Regelbedarf pauschal enthalten; nur die Heizkosten werden separat übernommen.
- Bei drohender Stromsperre früh handeln: Ratenzahlung, Jobcenter-Darlehen (§ 24 SGB II) und kostenlose Energieberatung nutzen.

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Während die Heizkosten bei Bürgergeld-Empfängern über die Kosten der Unterkunft (KdU) zumindest anteilig getragen werden, ist der Haushaltsstrom im Regelbedarf pauschal enthalten und wird nicht gesondert übernommen. Da der Staat keinen direkten Einfluss auf die Preis- und Tarifpolitik der Stromanbieter nehmen kann und will, liegt es im Ermessen der Unternehmen, günstigere Sozialtarife anzubieten.
Strom Sozialtarife: Wer bietet sie an?
Bundesweit gibt es bisher keinen einheitlichen Anbieter von subventionierten Stromtarifen. Während es auf regionaler und kommunaler Ebene Testläufe gab, einen Sozialtarif anzubieten (so etwa in Bayern), wurden diese entweder wieder eingestellt oder haben sich nicht ausgebreitet. Es bleibt festzustellen, dass es einen Strom Sozialtarif bis heute nicht gibt. Die Stromkonzerne äußern sich bislang auch eher zurückhaltend und skeptisch, wenn es um Sozial- oder Fördertarife geht. Sie verweisen auf günstige Tarife, wie sie schon im regulären Programm der Anbieter zu finden sind, und raten zum Strom sparen. Ebenso verhält sich bislang die Politik, die auf den Wettbewerb am Markt verweist und postuliert, dass sich auf diese Weise günstige Tarife entwickeln.

Anbieterwechsel statt Strom Sozialtarif
Kenner der Stromszene verweisen darauf, dass die mögliche Ersparnis bei den bisher angebotenen Sozialtarifen in den meisten Fällen ebenso mit dem Wechsel in einen günstigen Stromtarif zu erzielen sei. Nach Angaben von Stiftung Warentest lässt sich mit einem Anbieterwechsel je nach Verbrauch, Wohnort und bisherigem Tarif oft mehrere Hundert Euro im Jahr sparen – meist deutlich mehr als beim Sozialtarif-Modellversuch in Bayern.
Welcher Weg bringt Ihnen am meisten?
Je nach Lebenslage ist ein anderer Schritt am wirksamsten:
WennSie beziehen Bürgergeld
Dann Tarif vergleichen & Verbrauch senken
Haushaltsstrom zahlen Sie aus dem Regelbedarf – ein günstiger Tarif wirkt sofort.
WennGeringverdiener ohne Leistungen
Dann Anbieter wechseln
Ein Anbieterwechsel spart je nach Verbrauch und Tarif oft mehrere Hundert Euro im Jahr.
WennSchulden oder schwache Bonität
Dann Grundversorgung + Beratung
Viele Anbieter prüfen die Bonität; dann helfen Schuldner- und Energieberatung weiter.

So bleibt allen Menschen mit knappem Budget nur zu raten: Anbieter vergleichen und den günstigsten Stromtarif auswählen! Mit unserem Tarifrechner wird die Möglichkeit geboten, dies schnell, einfach und übersichtlich vorzunehmen.
Allerdings bleibt eine Gruppe weiterhin benachteiligt: verschuldete Haushalte. Denn viele Anbieter führen vor einem Wechsel eine Bonitätsprüfung durch. Wer die nicht besteht, dem bleibt nur noch der Grundversorger und der ist meist teuer.
Stromschulden und drohende Sperre: Was tun?
Wer mit der Stromrechnung in Rückstand gerät, sollte früh handeln, bevor eine Sperre droht. Sprechen Sie den Versorger aktiv auf eine Ratenzahlung an – eine Sperre ist nur unter engen Voraussetzungen zulässig und muss vorher angekündigt werden. Wer Bürgergeld bezieht, kann bei einer hohen Nachzahlung oder drohenden Sperre ein Darlehen beim Jobcenter oder Sozialamt beantragen (§ 24 SGB II). Kostenlose Unterstützung bieten außerdem die Schuldner- und Energieberatung der Verbraucherzentrale.
Stromschulden – so handeln Sie, bevor der Strom abgestellt wird
1. Zeichnet sich ein Zahlungsrückstand oder eine hohe Nachzahlung ab?
2. Beziehen Sie Bürgergeld oder Grundsicherung?
Experten raten zu Strom sparen

Während die Stromanbieter Sozialtarifen generell kritisch gegenüber stehen, bauen sie ihre Stromspar-Programme aus. Einige Kommunen und Stromlieferanten bieten Einkommensschwachen und großen Familien kostenlose Stromspar-Trainings an. Eigens ausgebildete Berater führen den Menschen vor Ort vor, wie sich einfach und mit wenigen Handgriffen effektiv Energie einsparen lässt – und damit bares Geld: Um bis zu 100 Euro und mehr im Jahr lassen sich Stromrechnungen reduzieren, wenn man die Energiespartipps konsequent befolgt und umsetzt.

Hier einige Stromspartipps in der Kurzübersicht:
- auf LED-Lampen umsteigen
- TV, DVD-Player und HiFi-Anlage ganz ausschalten statt auf Stand-By
- Mehrfachsteckdosen mit An-/Aus-Schalter nutzen
- häufig genügt beim Kühlschrank eine niedrige Einstellung
- ein 40-°C-Waschgang verbraucht rund die Hälfte des Stroms eines 60-°C-Waschgangs und ist meist auch völlig ausreichend
- Wäsche an der Luft trocknen statt im Wäschetrockner
- wenn möglich auf neue energiesparende Elektrogeräte umsteigen
Mit dem Stromrechner einfach den passenden Stromtarif finden. Der von uns verwendetet Stromrechner von Verivox ist mehrfach ausgezeichnet worden. Der… weiterlesen

