Wasserverbrauch

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Der tägliche Wasserverbrauch in Deutschland

Wasserverbrauch
Wasserverbrauch ©Yevgen Kotyukh,fotolia.com

Der durchschnittliche Einwohner Deutschlands kann sich nur schwer einen Eindruck davon machen, wie viel Trinkwasser er tatsächlich pro Tag verbraucht. Zu vielfältig sind die unterschiedlichen Zugangsweisen, als dass sich der Einzelne ein klares Bild von seinem tatsächlichen Wasserverbrauch machen könnte. Der folgende Artikel gibt einen klaren Überblick darüber, wie viel Trinkwasser jeder Einwohner täglich direkt und indirekt verbraucht. Gleichzeitig schlüsselt der Text auch den Wasserverbrauch des Einzelnen in seine unterschiedlichen Bereiche auf.

Der tägliche, direkte Wasserverbrauch pro Einwohner

Täglich verbraucht jeder Einwohner Deutschlands, gemäß den Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), 121 Liter Wasser.

Diese Zahl ergibt sich aus den aktuellen Untersuchungen des BDEW und verdeutlichen, dass der direkte Wasserverbrauch pro Person und Tag in den vergangenen Jahrzehnten leicht rückläufig ist. So verbrauchte etwa jeder Deutsche im Jahr 1975 durchschnittlich 133 Liter das kostbaren Nasses. In den darauf folgenden Jahren stieg der Wasserverbrauch konstant an und erreichte schließlich im Jahr 1991 mit 147 Liter seinen vorläufigen Höhepunkt. Bereits im Jahr 2000 sank der Verbrauch auf 136 Liter ab und pendelte sich nun in etwa bei 121 Liter pro Person ein.

Wasserverbrauch Deutschland Entwicklung
Entwicklung des Wasserverbrauchs in Deutschland, Bildquelle: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft

Äußerst aufschlussreich ist in diesem Zusammenhang ebenfalls eine Studie der Stadtwerke Karlsruhe, welche sich detailliert mit der Nutzung des verwendeten Wassers auseinandersetzt. Dabei betrachtet die Untersuchung die Nutzung des Wassers im gesamten mitteleuropäischen Raum und kommt zu folgenden Ergebnissen.

Mehr als ein Drittel des Trinkwassers, nämlich 36 Prozent (%), entfallen in den Bereich Körperpflege, Duschen und Baden. Weitere 27 % werden für die Spülung der Toilette und zwölf % für das Wäschewaschen eingesetzt. Neun Prozent entfallen auf den Kleingewerbeanteil; weitere sechs % auf das Geschirrspülen. Durchschnittlich sechs % werden zusammen in den Bereichen Autopflege, Raumreinigung und Garten genutzt. Lediglich insgesamt vier % setzt der durchschnittliche Einwohner Deutschlands für die Bereiche Essen und Trinken ein.

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Verwendung von Trinkwasser im Haushalt, Bildquelle: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft

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Der tägliche, tatsächliche Wasserverbrauch pro Einwohner

Täglich verursacht jeder Einwohner Deutschlands, gemäß den Angaben des World Wide Fund For Nature (WWF), einen Wasser-Fußabdruck in der Größe von rund 2.784 Liter Wasser. Werden zu diesem Wert zusätzlich noch jene Verbrauchsdaten hinzugezählt, welche sich täglich in Deutschland in den Bereichen Gewerbe und Industrie ergeben, so verbraucht jeder Einwohner Deutschlands täglich direkt und indirekt 5.288 Liter Wasser.

Im Klartext bedeutet dies, dass der durchschnittliche Einwohner Deutschlands sich des Großteils seines Wasserverbrauchs gar nicht bewusst ist. Nur rund vier % des täglichen Wasser-Fußabdrucks entfallen auf den direkten Wasserverbrauch. Ganzheitlich betrachtet entspricht dieser Wert gar nur 2,5 %. Dabei entfallen 74 % des Wasser-Fußabdrucks auf den indirekten Wasserverbrauch für den Bezug von landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Die restlichen 23 % können den konsumierten industriellen Produkten zugeschrieben werden. Hier stellt sich die Frage: Wie ergibt sich dieser horrende Wasserverbrauch pro Kopf?

Vereinfacht dargestellt kann der Wasserfußabdruck in die zwei Teilbereiche des direkten und des indirekten Wasserverbrauchs aufgeteilt werden. Jener Bereich des direkten Verbrauchs entspricht dem oben aufgeschlüsselten Wasserverbrauch pro Einwohner. Der Bereich des indirekten Wasserverbrauchs wiederum besteht ebenso aus zwei Bereichen. Einerseits wird hier der Wasserverbrauch in Deutschland für jene Waren berücksichtigt, die in Deutschland hergestellt und ebendort auch konsumiert werden. Andererseits fällt hier auch der Wasserverbrauch für jene Güter ins Gewicht, die zwar außerhalb Deutschlands produziert, jedoch in Deutschland konsumiert werden.

Die genaue Auswertung der Studie des WWF verdeutlicht, dass Deutschlands extrem hoher Wasserverbrauch hauptsächlich auf importierte Güter wie Kaffee, Kakao, Baumwolle, Sojabohnen, Schweine- und Rindfleisch zurückzuführen ist. Weiters lässt sich nachweisen, dass dieser externe Verbrauch von Wasser zumeist in jenen Regionen stattfindet, welche typischerweise bereits mit einem akuten Wassermangel konfrontiert sind. Konkret handelt es sich dabei um Länder wie Brasilien, die Elfenbeinküste, Frankreich, Türkei, die Niederlande sowie die Vereinigten Staaten von Amerika.

Dieser ohnedies bereits horrende Wasserverbrauch wird in Zukunft eindeutig weiterhin ansteigen. Die direkten und indirekten Auswirkungen auf Flusssysteme oder das Grundwasser können jedoch nur begrenzt vorhergesagt werden. Klar ist lediglich, dass diese Entwicklung definitiv nicht ohne direkte Auswirkungen für die Bevölkerung sein wird.

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