Wasserknappheit

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Wasserknappheit: Ist Deutschland davon betroffen?

Wasserknappheit
Wasserknappheit © kts Design, fotolia.com

Für die Bewohner Mitteleuropas ist es kaum vorstellbar, dass sie selbst einmal von einem Mangel an Wasser betroffen sein könnten. Der folgende Artikel befasst sich mit der aktuellen Wasser-Situation in Deutschland sowie mit der derzeitigen globalen Lage der Wasserversorgung. Zugleich zeigt der Text auf, dass Wassermangel ein essenzielles Thema ist, das auch die Bewohner Mitteleuropas betrifft.

Wasserknappheit: Die Situation in Deutschland

Gemäß dem aktuellen Datenmaterial der Bundesanstalt für Gewässerkunde sowie des Statistischen Bundesamts herrscht in Deutschland derzeit kein Mangel an Trinkwasser.

Insgesamt kann die Bundesrepublik Deutschland jährlich auf rund 188 Milliarden Kubikmeter Trinkwasser zurückgreifen. Tatsächlich werden davon jedoch lediglich 17,6 Prozent (%) genutzt, was einer Wassermenge von rund 33,1 Milliarden Kubikmeter entspricht. Davon entfallen 28 Milliarden Kubikmeter auf den Bereich der nicht öffentlichen Wasserversorgung. 5,1 Milliarden Kubikmeter sind der öffentlichen Wasserversorgung zurechenbar. Bei der Gewinnung von Trinkwasser bilden Grund- und Quellwasser mit gemeinsam 69,1 % den Hauptanteil. Die verbleibenden 30,9 % stellen die direkte Entnahme von Oberflächengewässern, etwa aus Seen und Flüssen, dar.

Dies bedeutet, dass in Deutschland jährlich 154,9 Milliarden Kubikmeter Wasser ungenutzt bleiben, was einem Anteil von 82,4 % des insgesamt zur Verfügung stehenden Wassers entspricht.

Wasserknappheit Deutschland
Wassernutzung in Deutschland, Bildquelle: BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.

Diese Daten lassen vermuten, dass die Lage in Deutschland aktuell entspannt ist. Langfristig und auf ganz Deutschland bezogen trifft diese Annahme auch zu und entspricht der Realität. Dennoch gibt es seitens des Umweltbundesamts bereits dahin gehend Überlegungen, für einzelne Bereiche wie die Landwirtschaft, langfristige Strategien zu erarbeiten, welche die Wasservorräte Deutschlands auch in zukünftigen Zeiten der Trockenheit erhalten und vor einer zunehmenden Verschmutzung schützen sollen.

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Wasserknappheit: Die globale Lage

In den Köpfen vieler Mitteleuropäer hat sich ein fataler Irrtum festgesetzt, der die Menschen zu einem sorglosen Umgang mit Wasser verleitet: Für Europa besteht in näherer Zukunft keine Gefahr, selbst von einem unmittelbaren Wassermangel betroffen zu sein.

Wie wenig dieser Gedanke mit der Realität zu tun hat, beweist ein Blick in die aktuellsten Untersuchungen, welche sich mit dem Themenkreis Trinkwasser sowie Sanitäreinrichtungen auseinandersetzen. Das Langzeitprojekt wird gemeinsam von der Sonderorganisationen WHO sowie der autonomen Organisation UNICEF durchgeführt. Der entsprechende Report wurde zuletzt im Jahr 2013 aktualisiert.

Demzufolge leben weltweit rund 768 Millionen Menschen ohne sauberes Trinkwasser. Allein in den Industrieländern müssen über vier Millionen Menschen ohne reines Wasser auskommen. Weitere 13 Millionen Menschen kämpfen mit exakt demselben Problem unmittelbar vor den Toren Europas, nämlich in den Ländern Nordafrikas. Bereits dieses Detail der Untersuchung spiegelt eine erschreckende Realität wider. Die dramatische Reduzierung des verfügbaren Trinkwassers geschieht oftmals außerhalb der Wahrnehmung vieler Mitteleuropäer. Häufig findet ein Umdenken erst dann statt, wenn das eigene Land, die eigene Region oder die eigene Gemeinde direkt von dieser Problematik betroffen ist. Im Regelfall fällt der Entschluss, bewusst Wasser zu sparen, jedoch viel zu spät.

Wasserknappheit Weltweit
Wasserknappheit Weltweit, Bildquelle: UNICEF

Traditionell sind es jene Regionen der Erde, die ohnehin von Armut und Hunger bedroht sind, welche zusätzlich mit einem massiven Wassermangel zu kämpfen haben. In Afrika südlich der Sahara und Ozeanien haben gerade einmal 61 Prozent der Bevölkerung Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Statistik bringt bereits zum jetzigen Zeitpunkt erschütternde Fakten ans Tageslicht, die sich alle mit der aktuellen globalen Situation befassen. In den letzten Jahren konnten allerdings deutliche Verbesserungen beim Trinwasserzugang erzielt werden. Die Entwicklungen war jedoch regional sehr unterschiedlich. Während in Indien und China mehr Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser erlagen konnten hat es in Sub-Sahara Afrika hingegen so gut wie keine Fortschritte gegeben.

Ein Blick in die Zukunft verdeutlicht, dass sich die weltweite Lage in den kommenden Jahren rasant verschlechtern wird. So sind sich zahlreiche Experten dahin gehend einig, dass bereits im Jahr 2050 sieben Milliarden Menschen täglich mit dem Problem der Wasserknappheit konfrontiert sein werden. Diese dramatische Verknappung des verfügbaren Wassers wird die Einwohner von voraussichtlich 60 Ländern der Erde betreffen. Auch einige Länder Europas werden zukünftig verstärkt mit dem Problem der Wasserknappheit zu kämpfen haben. In weiterer Folge ist es nur logisch, dass zukünftige Kriege nicht mehr um Erdöl oder Bodenschätze, sondern um sauberes Trinkwasser geführt werden.

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