Optimale Wärmeverteilung

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Optimale Wärmeverteilung im Haus spart Heizkosten

Wärmeverteilung
Wärmeverteilung © electiceye, fotolia.com

Heizkosten sparen zu wollen ist ein guter Plan angesichts stetig ansteigender Energiekosten. Ein Punkt, der dabei auch eine große Rolle spielt ist der der Wärmeverteilung innerhalb des Hauses. Nur wenn sich die Heizkraft voll entfalten kann, kann man Energie schonend – und damit Kosten sparend – heizen. Hier sind ein paar wichtige Tipps zur Wärmeverteilung.

Hier sollten die Heizkörper stehen

Idealerweise werden Heizkörper an gut gedämmten Außenwänden angebracht, am besten in der Nähe oder direkt unterhalb des Fensters. Optimal wäre zudem, wenn die Heizung von der Breite her der Breite des Fensters entspricht. Auf diese Weise wird die Kältestrahlung des Fensters ausgeglichen. Die Luft kann besser im Raum zirkulieren.

Auch kalte Fallluft wird besser kompensiert: Hiermit ist die Luft gemeint, die durch die Fensterscheibe abgekühlt wurde und nun Kälte ins Zimmer abgibt. Wird die Heizung dagegen versetzt zum Fenster installiert, wird die Kältestrahlung des Fensters wesentlich deutlicher wahrgenommen und als unbehaglich empfunden. Auch die kalte Fallluft kann so nicht durch die Wärme der Heizung aufgehoben werden.

Wer also die Regel „Heizung unterhalb des Fensters“ beim Neubau eines Hauses beherzigt, fühlt sich in den eigenen vier Wänden wesentlich behaglicher. Dieses Empfinden ist letztendlich entscheidend dafür, ob Hausbewohner die Heizung weiter aufdrehen oder eben nicht – und somit Heizkosten sparen.

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Was genau ist wohnliche Behaglichkeit?

Das Wärmeempfinden ist weniger individuell als viele zunächst annehmen würden. Welche Temperaturen in Wohnräumen als „behaglich“ empfunden werden, ist ganz konkret messbar und in Zahlen dokumentiert. Die VDI-Richtlinie 6030 gibt hierüber genau Auskunft. Sie beschäftigt sich mit „thermischer Behaglichkeit“. Sie definiert genau, was darunter zu verstehen ist, ab wie viel Grad Temperaturen als behaglich empfunden werden und wie man sie erreicht.

Laut der Richtlinie empfinden die meisten Menschen in Wohnräumen Temperaturen zwischen 20 und 22 Grad als angenehm. Im Bad darf sie sogar noch höher liegen: bei 23 bis 25 Grad. Im Schlafzimmer dagegen sind 16 bis 18 Grad angenehm.

Optimale Raumtemperatur
Optimale Raumtemperatur, Bildquelle:Institut für Wärme und Oeltechnik e. V.

Die Wärme im Haus halten

Der wichtigste Punkt, um Wärmeverluste zu verhindern, ist natürlich, dass Fenster mindestens doppelt verglast und zudem absolut dicht sind. Auch Türen sollten keine Luft durchlassen. Am einfachsten kommt man undichten Stellen mit dem Kerzentest auf die Schliche. Wer eine Kerze an Fenster- oder Türrahmen vorbeiführt, sieht sofort, wo die Flamme zu Flackern beginnt und so eine Undichtigkeit aufzeigt. Hausbesitzer sollten unbedingt auf dichte Fenster und Türen achten und gegebenenfalls mit Dichtungsmaterialien nachbessern.

Auch mittels Rollläden und Gardinen kann man viel Heizkosten sparen. Wer sie nachts verschlossen hält, hält auch die Restwärme des Tages im Haus, die sonst über die Fenster nach außen dringen würde. Wer Rollläden hat, sollte allerdings sicherstellen, dass auch der Rollladenkasten isoliert ist. Ist dies nicht der Fall, kann so ebenfalls viel Wärme verloren gehen. Zudem riskiert man, dass durch die unterschiedlichen Temperatur- und Feuchtigkeitsverhältnisse Schimmel entsteht.

Um zu verhindern, dass Heizwärme durchs Mauerwerk verloren geht, sollte die Wand hinter dem Heizkörper mit Dämmstoffplatten oder reflektierenden Folien isoliert werden. Hierbei muss man darauf achten, dass die Dämmplatten nicht zu nah am Heizkörper angebracht sind. Es sollte unbedingt genug Platz vorhanden sein, damit die Luft gut zirkulieren kann.

Deckenventilator hilft die Wärme richtig zu verteilen

Warme Luft steigt immer nach oben. Diese so genannte Temperaturschichtung lässt sich nicht verhindern, bedingt durch den natürlichen Auftrieb von Wärme, aber es gibt eine Möglichkeit, die Warmluft von der Decke wortwörtlich wieder „auf den Boden“ zu holen statt unnötigerweise so lange weiterzuheizen, bis auch unten eine angenehme Temperatur herrscht.

Dies gelingt am besten mit einem Deckenventilator. Durch ihn wird die warme Raumluft wieder nach unten gedrückt. So gelangt die Heizenergie wieder dorthin, wo sie gebraucht wird und man läuft nicht Gefahr, die Zimmerdecke oder die Wohnung über der eigenen mitzuheizen.

Möbel gehören nicht vor die Heizung

Bereits durch die richtige Platzierung der Einrichtung kann man Einiges an Energie sparen. So sollten die Heizkörper nicht durch große Möbel wie Sitzgruppen oder Sessel zugestellt werden. Auch schwere Vorhänge sollten die Heizkraft der Heizung nicht behindern. Werden sie verdeckt, wird die Luftströmung behindert. Die Wärme der Heizung kann sich nicht optimal im Zimmer verteilen. Es entsteht ein so genannter Wärmestau.

Thermostatventile verwenden

Wer auf elektronische Thermostatventile umrüstet, kann seine Heizkosten senken. Bis zu zehn Prozent weniger Heizenergie wird benötigt, wenn man sie nutzt. Ihr Vorteil: Mit ihnen kann man genau die Gradzahl einstellen, die zu welcher Zeit in einem bestimmten Raum erreicht werden soll. Sie takten genau ein, wann sie die Heizkörper erwärmen und wann sie die Temperatur wieder herunterfahren.

Manche Thermostatventile „erkennen“ sogar andere Wärmequellen im Raum, wie etwa Sonneneinstrahlung oder ein eingeschalteter Herd oder Backofen, und passen die Gradzahl entsprechend an.

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