Kaminofen nutzen

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Heizkosten sparen mit Kaminöfen

Kaminofen
Kaminofen © D. Ott, fotolia.com

Viele Verbraucher haben den Kaminofen als Möglichkeit entdeckt, Heizkosten zu sparen. Rund 90 Prozent der Öfen werden einzig und allein aus diesem Grund angeschafft. Die Verkaufszahlen sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen und sprechen eine entsprechend deutliche Sprache. Das berichtet das Verbraucherportal Verivox. Wer sich einen Kaminofen anschafft, muss allerdings ein paar Dinge beachten.

Darauf muss man beim Heizen mit einem Kaminofen achten

Seit März 2010 greift die Verordnung für die Benutzung von Kamin- und Kachelöfen, die im Jahr 2015 nochmals angepasst wurde und verschärfte Grenzwerte für Feinstaub- und Kohlenmonoxid-Emissonen alter Öfen vorsieht. Diese Gesetzesregelung bestimmt beispielsweise, welche Brennstoffe Besitzer einer „häuslichen Einzelfeuerstätte“ – so heißt der Kaminofen offiziell – verwenden dürfen. So darf man zum Beispiel nur naturbelassenes Holz verheizen. Es darf also weder behandelt noch beschichtet sein. Auch muss das Holz trocken sein. Es gibt einen Grenzwert, der genau bestimmt, wie feucht Holz sein darf.

Zum Anheizen nimmt man optimalerweise schmal gespaltenes Holz und Holzanzünder. Damit erreicht am besten eine hohe Temperatur in kurzer Zeit. Bei zu dicken Holzscheiten steigen die Schadstoffemissionen. Außerdem ist eine ausreichende Luftzufuhr wichtig beim Anheizen. Der Ofen sollte nicht übervoll sein, weil ansonsten zu viele Gase entstehen können. Dies verursacht ebenso Schadstoffe, da die Gase nicht vollständig verbrennen. Stattdessen sollte man öfter Holz nachlegen.

Neben dem Feuchtigkeitsgrad und der Holzdicke entscheidet auch die Größe des Ofens darüber, wie viele Emissionen freigesetzt werden. Schon bei der Neuanschaffung sollte daher klar sein, ob man den Ofen zum Beheizen eines einzelnen Zimmers benötigt oder für das ganze Haus. Danach sollten Größe und Art der Anlage ausgerichtet werden.

Heizung Energieverbrauch Deutschland
Tipps zum Kaminofen, Bildquelle: Buderus, Bosch Thermotechnik GmbH

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Einmal im Jahr Wartung für Kaminöfen

Ist die Asche am Ende weiß und ganz fein, dann ist das ein Zeichen dafür, dass das Holz sauber verbrannt wurde. Sind dagegen noch Reste von verbranntem Holz zu sehen, ist dies ein eher schlechtes Zeichen. Treten dunkler Holzrauch auf und eine starke Rußentwicklung, dann ist das ein eher schlechtes Zeichen.

Einmal jährlich sollte der Kamin vom Schornsteinfeger gewartet werden, um sicherzustellen, dass die Anlage auch einwandfrei arbeitet. Um das ganze Jahr hindurch immer gut informiert zu sein, können sich Verbraucher die Broschüre „Schadstoffarmes Heizen mit Holz“ über die Internetseite des Umweltbundesamtes (www.umweltbundesamt.de) herunterladen. Sie liefert wichtige Tipps zum Thema Kamin.

Das ist beim Kauf von Kaminöfen wichtig

Wer sich einen Kaminofen zulegt, sollte auch das Label „CE“ achten. Diese Markierung bedeutet, dass das Gerät den EU-Richtlinien entspricht. Einziger Haken: Das Label unterliegt keinerlei Kontrollen. Für Kunden bedeutet das, dass man auf die Ehrlichkeit des Händlers vertrauen muss. Am sichersten fährt man, wenn man sich beim Kauf schriftlich bescheinigen lässt, dass die Anlage den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Diese verbindliche Bestätigung ist nämlich später auch für den Schornsteinfeger wichtig.

Nachträglicher Einbau von Kaminöfen- geht das?

Grundsätzlich kann man Kaminöfen auch nachträglich einbauen. Wohnt man zur Miete, benötigt man aber zunächst die Einwilligung des Vermieters. Voraussetzung für den Einbau: Es muss ein Schornstein vorhanden sein. Ist das nicht der Fall, kann man den Schornstein nachträglich legen lassen. An der Fassade wird dann ein doppelwandiges Edelstahlrohr angebracht. Dann wird ein Loch in die Hauswand gebohrt, über das das Abgasrohr des Kamins mit dem außen angebrachten Schornstein verbunden wird. Entscheidend ist, dass beides – Schornstein und Kamin – genau zusammenpassen.

Bei der Installation muss man auch auf Aspekte des Brandschutzes achten. Das bedeutet, dass der Kamin weit genug entfernt von allen brennbaren Stoffen aufgebaut wird. Steht der Ofen auf einem Holz- oder Parkettboden muss eine Schutzplatte aus Glas oder Metall darunter liegen.

Bei Neubauten gilt, dass nur Feuerungsanlagen installiert werden dürfen, die über einen externen Luftanschluss verfügen. Das schreibt die Energieeinsparverordnung vor. Über den Anschluss wird Sauerstoff zugeführt, der für die Verbrennung benötigt wird. Auch beim Einbau von Kaminen in sanierte Altbauten gelten diese Vorgaben.

Es gilt also eine Menge zu beachten. Aus diesem Grund sollte man zunächst einen Termin mit dem Schornsteinfeger vereinbaren. Der kann einen am besten darüber aufklären, was machbar ist und wo Stolperstellen lauern. Schon im Vorfeld können so Montagefehler abgewendet werden. Schließlich ist es auch der Schornsteinfeger, der die Anlage am Ende abnimmt. Vorher darf sie nicht in Betrieb genommen werden.

Umweltfreund „Kaminfeuer“

Mit Holz zu heizen bedeutet nicht nur eine Heizkostenersparnis, sondern auch, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, denn Holz zu verbrennen ist „CO2-neutral“. Das heißt, dass beim Verbrennen nur so viel CO2 entsteht, wie der Baum aufgenommen hat, als er noch im Wachstum war.

Das ist auch der Grund dafür, warum der Gesetzgeber so empfindlich auf das Heizen mit feuchtem Holz reagiert. Das führt nämlich nicht nur dazu, dass die Temperatur nur langsam steigt und der Ofen schlechter heizt. Es wird auch mehr Kohlendioxid ausgestoßen, was eine höhere Umweltbelastung bedeutet.

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