Photovoltaik Förderung

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Fördermöglichkeiten für Solaranlagen (Stand 2017)

Hilfe bei der Finanzierung einer Photovoltaik-Anlage

Photovoltaik Förderung
Photovoltaik Förderung © Doc Rabe, fotolia.com

Die Photovoltaik wird in Deutschland auf mehreren Wegen gefördert, da sie als regenerative Ressource eine wichtige Rolle bei der Energiewende spielt. Wie wichtig sie im Vergleich zu anderen erneuerbaren Energien werden sollte, darüber streiten sich die Experten immer wieder. So müsste für eine effizientere Nutzung beispielsweise das Stromnetz intelligenter ausgebaut und gesteuert werden, um die Vielzahl an dezentralen Energiequellen sinnvoll in die Versorgung einbeziehen zu können. Die Förderkonditionen können sich aus diesem und weiteren Gründen sehr schnell ändern. Wir stellen hier die grundsätzlichen Möglichkeiten vor, sich bei der Errichtung einer Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) vom Staat unterstützen zu lassen.

KfW

Fördermittel KFW BankDie größte Hürde bei der Anschaffung einer PV-Anlage ist die Finanzierung der Investitionssumme, die je nach Größe der Anlage zwischen 8.000 und 12.000 Euro bei einem Einfamilienhaus liegen kann. Die durchschnittlichen Anschaffungskosten pro Kilowatt Peak (Spitzenleistung) sanken innerhalb der vergangenen knapp zehn Jahre von 5000 auf derzeit etwa 1400 Euro. Die staatliche KfW-Bankengruppe vergab lange Zeit im Rahmen ihres Programms „Erneuerbare Energien – Standard“ (Nr. 270 und 274) langfristige und zinsgünstige Darlehen. Programm 274 wurde im November 2016 eingestellt, Programm 270 richtet sich mittlerweile vornehmlich an Großbetriebe. Stand Januar 2017 werden hier Kredite ab einem effektiven Jahreszinssatz von 1,00 Prozent angeboten.

Für Privatpersonen sind dagegen die KfW-Programme „Energieeffizient Sanieren – Kredit“ (151, 152) oder „Energieeffizient Bauen“ (153) attraktiv. Bei der energetischen Sanierung oder dem Erwerb von energetisch saniertem Wohnraum können Summen von bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit bei einem effektiven Jahreszins von derzeit 0,75 Prozent (Stand: Januar 2017) in Anspruch genommen werden. Für Einzelmaßnahmen oder Maßnahmenpakete können immerhin noch bis zu 50.000 Euro beantragt werden. Der Tilgungszuschuss beträgt bis zu 27.500 Euro. Für den Bau oder Erwerb eines neuen KfW-Effizienzhauses liegt der Betrag ebenfalls bei 100.000 Euro je Wohneinheit bei einem Tilgungszuschuss von bis zu 15.000 Euro. Alternativ kann das Zuschussprogramm 430 gewählt werden, das eine energieeffiziente Sanierung mit einem Investitionszuschuss von bis zu 30.000 Euro je Wohneinheit schmackhaft macht.

Insbesondere im Bereich der Photovoltaik-Förderung war in den vergangenen Jahren immer wieder viel im Fluss. Ein Beispiel dafür ist auch das Programm 275: Damit fördert die KfW die Nutzung von stationären Batteriespeichersystemen in Verbindung mit Photovoltaik-Anlagen. Ende September 2016 waren die Töpfe des Bundes allerdings leer, das Programm vorläufig gestoppt. Seit Anfang 2017 können wieder Anträge gestellt werden – wie lange das Geld dieses Mal reicht, ist allerdings offen.

Tipp: Förderfähig ist auch eine Dachsanierung, sofern sie zwingend zur Errichtung einer PV-Anlage erforderlich ist. Steht ohnehin eine Modernisierung an, kann man mit dem Förderdarlehen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Weitere Informationen zur KfW-Förderung von PV-Anlagen finden Sie im Internet-Angebot der Bankengruppe.

Tipp: Da die KfW über kein eigenes Filialnetz verfügt, müssen Anträge über die Hausbank eingereicht werden. Die verdient in der Regel mehr an einem Kredit, den sie selbst vergibt. Es ist daher legitim, wenn sie Ihnen ein eigenes Kreditangebot unterbreitet. Schauen Sie sich das Angebot an, aber lassen Sie sich nicht von dem KfW-Antrag abbringen, sofern dieser für Sie günstiger ist.

Wichtig: Die KfW-Förderung muss vor der Investition beantragt werden.

Tipp: Mit dem Photovoltaik Rechner berechnen, ob sich eine Anlage rentiert. Trotz Förderkürzung kann man mit PV-Anlagen viel Geld sparen. Jetzt Rendite berechnen.

Weitere Kredite für die Photovoltaik-Finanzierung

Zahlreiche private Kreditinstitute vergeben ebenfalls besonders zinsgünstige Darlehen für die Errichtung einer PV-Anlage. Sie können günstige Konditionen anbieten, da die Rückzahlung der Raten durch den kontinuierlichen Ertrag der Anlage beziehungsweise die Vergütung des erzeugten Stroms gesichert ist. Abhängig von der Größe der Investition und der eigenen finanziellen Situation ist es jedoch durchaus möglich, dass die Bank zusätzliche Sicherheiten verlangt. Zu den Anbietern solcher PV- oder Solar-Kredite zählen unter anderem Sparkassen, Direktbanken und Energieversorger. Holen Sie am besten mehrere Angebote ein, um die Konditionen vergleichen zu können.

Eine Sonderstellung nehmen die Elektrizitätswerke Schönau ein. Der Energieversorger ist aus der Anti-Atomkraft-Bewegung hervorgegangen und unterstützt neue, kleine Stromerzeugungsanlagen seiner Kunden durch eine zusätzliche Förderung der Stromvergütung, um seinen Unternehmenszielen Nachdruck zu verleihen. Das Unternehmen zahlt fünf Jahre lang, abhängig von der Größe der Anlage, 2 bis 6 Cent pro Kilowattstunde, die in das öffentliche Netz eingespeist wurde Das Programm zur Anlagenförderung ist hier als PDF-Datei abrufbar.

Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG)

Der volle Namen des EEG, Gesetz für den Vorrang erneuerbarer Energien, beschreibt den Sinn und Zweck der PV-Förderung. Netzbetreiber sind verpflichtet, aus regenerativen Energiequellen erzeugten Strom einzuspeisen und mit einer gesetzlich festgelegten Summe zu vergüten. Was ursprünglich zur Verbreitung der PV-Technologie beitragen sollte, hat sich aufgrund veränderter Marktbedingungen als zweischneidiges Schwert erwiesen. Da die Anlagenpreise rasant gefallen sind, wurde eine Anschaffung wirtschaftlich zunehmend lohnender und hat in den letzten Jahren zu einem regelrechten PV-Boom geführt. Die künftige Entwicklung der Vergütung sollten Investoren im Auge behalten. Finanziert wird die Förderung über die EEG-Umlage, die jeder Stromkunde auf seiner Rechnung findet. Insofern kann eine weiter steigende Umlage langfristig die Akzeptanz für die Energiewende innerhalb der Bevölkerung bröckeln lassen. 2017 beträgt sie 6,88 Cent pro Kilowattstunde.

Die Förderung von Photovoltaik-Anlagen wird monatlich in Abhängigkeit vom vom aktuellen Zubau solcher Anlagen festgelegt. Wurden im Jahr 2012 noch bis zu 24,43 Cent vergütet, sank die Förderung seitdem kontinuierlich. Stand Januar 2017 liegt der Betrag, je nach Art der Anlage, zwischen 11,09 und 12,70 Cent. Die Höhe der Vergütung wird jeweils kurzfristig von der Bundesnetzagentur bekanntgegeben, wenn die aktuellen Zahlen über den Zubau an PV-Anlagen in den vorherigen Monaten vorliegen. Die aktuellen Förderquoten werden hier veröffentlicht.

Tipp: Über die hier dargestellten Möglichkeiten hinaus gibt es eine Vielzahl an regionalen und kommunalen Institutionen, Einrichtungen und Banken, die die Investition in eine PV-Anlage fördern. Erkundigen Sie sich beispielsweise bei Ihrer örtlichen Verwaltung, den Stadtwerken oder der nächstgelegenen Verbraucherzentrale, welche Angebote in Ihrer Region verfügbar sind. Fragen Sie auch nach der Kombinierbarkeit – manche Fördermöglichkeiten schließen eine Ergänzung durch weitere Förderungen aus.

Mit der PV-Anlage zum Geschäftsmann

Mit der Einspeisung von Strom in das öffentliche Stromnetz werden Sie auf dem Papier zum Gewerbetreibenden. Grund ist die Einspeisevergütung: Der Unternehmer verkauft seinen selbst produzierten Strom und erhält dafür einen finanziellen Gegenwert. Aus diesem Grund muss dem Finanzamt die Inbetriebnahme mitgeteilt werden. Das hat auch Folgen für die individuelle steuerliche Situation. Der Betreiber kann beispielsweise einen Teil des Kaufpreises als vorweggenommene Betriebsausgaben geltend machen und mit seinen Einkünften verrechnen. Darüber hinaus kann der Kaufpreis der Anlage über einen Zeitraum von 20 Jahren abgeschrieben werden.

Tipp: Als Gewerbetreibender können Sie sich die beim Kauf einer PV-Anlage gezahlte Umsatzsteuer unter Umständen vom Finanzamt zurückerstatten lassen. Lassen Sie sich von Ihrem Steuerberater informieren, welche Vor- und Nachteile die steuerliche Behandlung eines Unternehmers bietet.

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