Warmwasserbereitung Dezentral

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Die dezentrale Warmwasseraufbereitung

Warmwassebereitung
Warmwasser © Yevgen Kotyukh, fotolia.com

Die dezentrale Warmwasseraufbereitung ist vielen Verbrauchern in mehreren Formen bekannt. Dabei helfen Durchlauferhitzer, Boiler oder auch Warmwasserspeicher, dass sie Brauchwasser genau dann und dort erwärmen, wenn es benötigt und entnommen wird.

Im Gegensatz zu der zentralen Aufbereitung von Warmwasser entstehen bei der dezentralen Variante keine Wärmeübergabeverluste aufgrund langer Rohre und Wege des Warmwassers zur endgültigen Entnahmestelle. Der Nachteil der dezentralen Warmwasseraufbereitung liegt andererseits in der beschränkten Kapazität, die einem Haushalt zur Verfügung steht.

Dennoch reicht diese Menge in der Regel aus, um sich duschen, waschen und spülen zu können. Vor allem bei mehreren Geräten verschiedener Größen an den jeweiligen Zapfstellen (also vor allem Wasserhähne in Küche und Bad) kann die Temperatur und Menge des Warmwassers individuell geregelt werden.

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Verschiedene Formen der dezentralen Warmwasseraufbereitung

Die dezentrale Warmwasseraufbereitung zeichnet sich durch ihre Unabhängigkeit von Heizkesseln der Heizungsanlage, die in der Regel für die zentrale Brauchwassererwärmung genutzt werden. Das Wasser wird an Ort und Stelle erwärmt, und zwar nur so viel, wie man benötigt.

Der Nachteil ist sicher in den Energiekosten zu sehen, die bei jeder Erwärmung entstehen. Anders als bei der zentralen Versorgung mit Warmwasser, ist bei der dezentralen Variante die Erwärmung des Wassers unabhängig vom Heizen.

Durchlauferhitzer: Beliebt und weit verbreitet

Wasserboiler
Wasserboiler © Sommersby, fotolia.com

Durchlauferhitzer sind weit verbreitete Geräte, die sich für die dezentrale Warmwasseraufbereitung in vielen Haushalten und Formen wiederfinden, und zwar als:

  • Hydraulische Durchlauferhitzer
  • Elektronische Durchlauferhitzer
  • Elektroboiler
  • Warmwasserspeicher

Hydraulische Durchlauferhitzer

Hydraulische Durchlauferhitzer arbeiten in enger Abhängigkeit vom Wasserdruck. Je stärker dieser ist (also je weiter ein Wasserhahn aufgedreht wird), desto wärmer wird das Wasser herauskommen. Fällt der Druck jedoch ab, weil an einer anderen Stelle ein Wasserhahn aufgedreht wird, kann es zu einem rapiden Temperaturabfall beim Warmwasser kommen. Oder aber, man dreht das warme Wasser auf, während auch an einer anderen Zapfstelle Wasser entnommen wird.

Der Durchlauferhitzer wird mehr Druck benötigen, um die entsprechende Temperatur zu erreichen und sich automatisch auf eine höhere Stufe stellen. Sobald jedoch der Wasserhahn an der anderen Stelle zugedreht wird, steigt der Druck wieder, was dazu führt, dass das Wasser nun sehr heiß ist.

Schließlich benötigt der Durchlauferhitzer einige Zeit, um zu „merken“, dass nun weniger Wasser entnommen wird, also weniger Druck herrscht und somit die erste Erwärmungsstufe ausreicht. Hydraulische Durchlauferhitzer haben also ihre Tücken, sind jedoch preiswerter im Vergleich zu elektronischen Durchlauferhitzern

Elektronische Durchlauferhitzer

Elektronische Durchlauferhitzer erlauben eine manuelle Einstellung der Wassertemperatur und sind weit weniger anfällig für störende Wassertemperaturschwankungen. Es lassen sich problemlos mehrere Zapfstellen gleichzeitig mit warmem Wasser versorgen. So kann Strom durch eine niedrigere Einstellung der Temperatur eingespart werden.

Außerdem wird weniger Wasser benötigt, da ein elektronischer Durchlauferhitzer keine zusätzlichen Wassermengen benötigt, um die Temperatur zu regulieren. Sie sind in der Anschaffung etwas kostspieliger als hydraulische Durchlauferhitzer, helfen jedoch Energiekosten zu sparen. Für kleinere Räume (Gäste-WC, Küche, etc.) gibt es elektronische Durchlauferhitzer auch in einer Kleindurchlauferhitzer-Version.

Elektroboiler

Elektroboiler arbeiten ohne Wasserdruck und müssen angeschaltet werden, bevor man sie benutzen kann. Nach der Warmwasserentnahme schalten sie sich wieder aus. Außerdem bereiten sie nur die Menge an Warmwasser auf, die sie fassen können. Sobald also diese Menge verbraucht ist, muss man wieder warten. Boiler sind nicht wärmegedämmt, relativ günstig in der Anschaffung und stromsparend im Betrieb. Sie eignen sich nicht unbedingt für einen Mehrpersonen-Haushalt.

Warmwasserspeicher

Warmwasserspeicher hingegen haben ein großes Fassungsvermögen (bis zu 150 Liter und mehr) und sind nicht anfällig für Druck- oder Temperaturabfälle. Sie eignen sich sehr gut, um damit mehrere Entnahmestellen gleichzeitig zu versorgen.

Die Temperatur kann stufenlos reguliert werden, wodurch sich Energiekosten einsparen lassen. Außerdem können sie so eingestellt werden, dass sie gespeichertes Wasser dann aufladen, wenn die Preise für Strom oder Gas besonders günstig sind, also vor allem nachts.

Warmwasserspeicher gibt es in unterschiedlichen Größen, Fassungsvermögen und Ausführungen. Sie können je nach Modell problemlos unter dem Waschbecken oder auch über der Spüle angebracht werden. Der Nachteil an einem Warmwasserspeicher ist, dass man, sobald man ihn ganz abschaltet, danach einige Minuten warten muss, bis man wieder über fließend warmes Wasser verfügt.

Warmwasserspeicher sind außerdem auch für eine Kopplung an thermischen Solaranlagen geeignet, was große Einsparungsmöglichkeiten eröffnet. Durch die Kombination mit einer Solaranlage wird das Brauchwasser im Sommer (oder immer dann, wenn die Sonnenwärme ausreicht) durch die Sonne erhitzt und an den Warmwasserspeicher weitergegeben. Sobald die Sonnenstrahlen etwas nachlassen, wird das Wasser zwar nur noch angewärmt und muss durch den Warmwasserspeicher weiter aufbereitet werden, und doch spart man auch hier Energiekosten.

Solarthermie-Anlage
Schema einer Solarthermie-Anlage © arahan, fotolia.com

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