Luft-Luft Wärmepumpe

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Die Luft-Luft-Wärmepumpe

Wärmepumpe Schema
Wärmepumpe Prinzip © BWP

Gerade in Zeiten knapper werdender Ressourcen und steigender Energiepreise nehmen erneuerbare Energien für den Wohnbereich an Bedeutung deutlich zu. Die Luft als Energielieferant für den Heizbetrieb eines Gebäudes einzusetzen, ist dabei eine gute Alternative zum Einsatz herkömmlicher Energiequellen – schließlich ist sie ein frei verfügbarer und zudem kostenloser Energiespeicher! Sowohl die atmosphärische Luft, als auch die verbrauchte Raumluft stellen ausreichend Wärmeenergie zur Verfügung, um mit Hilfe einer Wärmepumpe Energie für die Brauchwassererwärmung und die Temperierung der Heizung zu gewinnen. Die Luft-Luft-Wärmepumpe zählt jedoch nicht zu den „echten“ Wärmepumpen da sie über keinen Kältemittelkreislauf verfügt. Sie bedient sich der verbrauchten Raumluft, um damit die kühle Außenluft auf Temperatur zu bringen. Bei diesem System spricht man daher von einem Lüftungswärmesystem.

Neben der Luft-Luft-WP gibt es die Luft-Wasser-WP, die Solae-Wasser-WP und die Wasser-Wasser-WP.

Das Funktionsprinzip einer Luft-Luft-Wärmepumpe

Wie eingangs schon erwähnt, bedient sich die Luft-Luft-Wärmepumpe der verbrauchten Raumluft, um die zugeführte Außenluft zu temperieren. Das macht einen Kältemittelkreislauf, wie er in anderen Wärmepumpensystemen zum Einsatz kommt, überflüssig. Um die angesaugte Außenluft auf Temperatur zu bringen, kommt bei einer Luft-Luft-Wärmepumpe ein Plattenwärmetauscher zum Einsatz. Dieser sorgt dafür, dass die Wärme der verbrauchten Raumluft an die angesaugte Frischluft abgegeben wird. Rund 90 Prozent der Wärme lassen sich so aus der verbrauchten Raumluft nutzen. Die vorgewärmte Außenluft wird danach mit Hilfe eines Zuluftnacherhitzers auf die nötige Raumtemperatur gebracht und in das spezielle Lüftungssystem des Wohnraums geleitet.

Luft-Luft Wärmepumpe
Schema einer Luft-Luft Wärmepumpe, © EEG, fotolia.com

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Steigerung der Effizienz

Um die Luft-Luft-Wärmepumpe noch effizienter zu machen, kommen bei dieser Wärmepumpentechnik oftmals ein unterirdischer Luftbrunnen zum Einsatz. Anstatt die frische Außenluft direkt oberirdisch abzusaugen, durchläuft sie vor dem Eintritt in den Plattenwärmetauscher der Kleinwärmepumpe ein unterirdisches Rohr. So kann die Erdwärme besonders in den kühlen Wintermonaten genutzt werden, um die Frischluft ein wenig vorzuwärmen. Das wirkt sich nicht nur positiv auf die Energiebilanz aus, da die Luft durch den Zuluftnacherhitzer weniger stark nachgeheizt werden muss, sondern auch auf das Raumklima. Mit dem unterirdischen Durchströmen wird die Außenluft perfekt gefiltert und auch die Raumluftfeuchtigkeit auf natürliche Weise reguliert. Zudem lässt sich der Erdwärmetauscher in den Sommermonaten hervorragend zur Kühlung der Räume einsetzen, da er die konstante Erdtemperatur bestens ausnutzt.

Voraussetzungen für den Betrieb

Für die Nutzung einer Luft-Luft-Wärmepumpe muss das Gebäude gewissen Ansprüchen genügen. So kann das System nur genutzt werden, wenn die Gebäudehülle luftdicht versiegelt ist. Da es sich um ein Lüftungswärmesystem handelt, bei dem nicht nur die Räumlichkeiten temperiert, sondern auch gleichzeitig kontrolliert gelüftet werden, sorgt eine Luft-Luft-Wärmepumpe zudem für ein optimales Raumklima – ein positiver Effekt für das menschliche Wohlbefinden. Der Einsatz einer Luft-Luft-Wärmepumpe setzt dabei jedoch ein spezielles Lüftungssystem voraus, Heizkörper sind bei dieser Art der Raumbeheizung nicht nötig. Neben dem entsprechenden Lüftungssystem muss das Gebäude aber auch eine entsprechend niedrige Heizlast je Quadratmeter gewährleisten, damit eine Luft-Luft-Wärmepumpe effizient arbeitet. Bei über 10 Watt Heizleistung je Quadratmeter ist die Technik ineffizient. Aus diesen Gründen eignet sich eine Luft-Luft-Wärmepumpe in der Regel nicht für den Einsatz im Altbau. Ein nachträglicher Einbau der Luftkanäle und ein versiegeln der Gebäudehülle würde das Luft-Luft-Wärmepumpensystem zu einem nicht lohnenswerten Unterfangen machen, zumal auch die staatliche Förderung für diese Wärmepumpenart nicht greift, da sie ausschließlich zur Raumtemperierung und nicht für die Brauchwassererwärmung nutzbar sind. Häuser im Passivhausstandard oder höheren Standards erfüllen hingegen die Voraussetzungen für den effizienten Einsatz einer Luft-Luft-Wärmepumpe. Eine Genehmigungspflicht für diese Variante der Wärmepumpe besteht übrigens nicht, da die Luft ein frei verfügbares Element darstellt.

Weitere Infos zur Wärmepumpe

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