Brennstoff Holzpellets

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Der Brennstoff einer Pelletheizung: Holzpeletts

Holzpellets
Holzpellets © Ehrenberg Bilder, fotolia.com

Das Brenngut für Pellet-Heizungen ist ein recht unkomplizierter Brennstoff und weist neben dem exzellenten Brennwert eine hervorragende CO2 Bilanz auf. Holzpellets, in zylindrischer Stäbchenform gepresste Holzreste, lassen sich zudem sehr gut in der Vorratshaltung einsetzen und sind durch die Möglichkeit der Massenproduktion zu einem preiswerten Brennstoff geworden.

Das war allerdings nicht immer so, denn mit ihrer Markteinführung Ende der 90er Jahre lagen die Preise für diesen alternativen Brennstoff noch im oberen Preissegment. Nach dem rapiden Preisabfall in den Jahren 2002 bis 2005 auf rund 3,50 Cent/kWh folgte im Jahr 2006 wieder ein Preisanstieg auf etwa 5 Cent/kWh, der durch die hohe Nachfrage mit daraus resultierenden Produktionsengpässen zu erklären war. Mittlerweile haben sich die Pellethersteller auf eine bedarfsgerechte Produktionskapazitäten eingestellt, sodass Lieferengpässe und daraus resultierende Preisschwankungen praktisch nicht mehr vorkommen sollten. Dennoch sind aufgrund der steigenden Nachfrage die Preise insgesamt gestiegen. Die Preise für Holzpellets bewegen sich im stabilen Rahmen von 5 bis 6 Cent je kWh.

Holzpellet Preise
Preisentwicklung Holzpellets im Vergleich, © Bild: Deutsches Pelletinstitut GmbH

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Zertifizierung von Holzpellets

Energieeffizienz und Sicherheit sind für Holzpellets verpflichtend, denn Holzpellets fallen unter die Brennstoff-Norm! Jeder deutsche Hersteller von Pellets muss sich demnach an eine gesetzlich vorgegebene Norm halten und unterliegt somit ihren strengen Qualitätsanforderungen. Seit 2011 ist hierfür die EU-Norm EN 14961-2 vorgesehen, die die vorangegangene DIN-Norm auf Europaebene ablöst. Darüberhinaus gibt es aber noch weiterführende (freiwillige) Qualitätsanforderungen, welche die (mindest-) EU-Norm ergänzen und hinsichtlich der Qualitätsansprüche noch deutlich übertreffen.

EU-Norm
Im Jahr 2011 wurde das DIN-Plus A1 Zertifizierungsprogramm an die neuen europäischen Normanforderungen angepasst und wird seither als EN 14961-2 geführt. Zur Überprüfung und Zertifizierung werden die Qualitätseigenschaften bei der Herstellung von Holzpellets genau unter die Lupe genommen. Unter anderem werden Eigenschaften wie Schüttdichte, Wassergehalt, chemische Verunreinigungen, Ascheerweichungstemperatur, Heizwert und Abriebverhalten der Pellets überprüft. Sind die vorgegebenen Anforderungen der Grundnorm erfüllt, werden die Holzpellets entsprechend zertifiziert.

EN-plus

Holzpellets EnPlus
Holzpellets ENplus © Deutsche Pelletinstitut

Vom Deutschen Pelletinstitut wurde für den deutschen Markt das ENplus Zertifikat eingeführt. Dieses übertrifft die Anforderungen und Qualitätsforderungen an die Holzpellets – und deren Hersteller – um weitere Faktoren. Doch nicht nur bei der Pelletproduktion müssen die vorgegebenen Anforderungen erfüllt werden, um das ENplus Zertifikat zu erlangen, sondern auch hinsichtlich Handel und Logistik. So wurde mit dem ENplus Zertifikat ein wirksames Instrument für den Verbraucherschutz geschaffen, die dem Endverbraucher eine lückenlose Transparenz aufzeigt und so eine internationale Vergleichbarkeit für selbigen schafft. Ein weiterer Vorteil für den Endverbraucher: Die strengeren Werte der ENplus Zertifizierung gewährleisten einen reibungslosen Verbrennungsvorgang der Holzpellets und somit nicht nur mehr Effizienz, sondern auch mehr Betriebssicherheit.

Projekt Pell Cert
Um auch auf nationaler Ebene das ENplus Zertifikat zu etablieren und hierdurch ein einheitliches Zertifizierungssystem für Holzpellets in ganz Europa zu schaffen, die sowohl für den Wärme- und Strommarkt, wie auch den Handel und Import gelten, wurde 2011 das Projekt PellCell ins Leben gerufen. Die „European Pellet Quality Certification“ will darüberhinaus zusätzliche Nachhaltigkeitskriterien für die Herstellung von Heizpellets entwickeln, die dann als ENplus GREEN zertifiziert werden. Träger des ehrgeizigen Projekts, das unter der Leitung des Europäischen Biomasseverbandes AEBIOM steht, sind insgesamt zehn Pelletverbände aus ganz Europa.

Die Herstellung der Holzpellets

Pellets sind zu Stäbchen gepresste Holzreste. Ihre Optik erinnert ein wenig an Tierfutter, was auch kein Wunder ist, schließlich stammt das Prinzip der Herstellung aus der Futtermittelindustrie!

Als Rohstoff für die Verpressung zu Pellets kommt dabei ausschließlich Holz zum Einsatz. Beispielsweise aus Holzabfällen von Säge-, bzw. Hobelwerken oder aber aus nicht zur Weiterverarbeitung geeignetem Stammholz, zum Beispiel nicht sägefähiges Rundholz. Um hieraus die kleinen Presslinge zu produzieren, muss der verwendete Rohstoff, sofern noch nicht erfolgt, zunächst getrocknet werden, bevor er für die Verpressung zerkleinert wird. Unter hohem Druck wird nun das kleingehackte Holz innerhalb einer Pelletieranlage auf die entsprechende Stäbchendicke (6 bis 10 mm) gepresst. Der hohe Druck sorgt außerdem für eine Erwärmung des im Holz enthaltenen Lingins. Bis zu 30 Prozent der verholzten Pflanze bestehen aus diesem natürlichen Bindemittel, das nach der Verpressung für den nötigen Zusammenhalt der Holzschnipsel sorgt.

Eine manuelle Zugabe von weiteren Bindemitteln ist dadurch in der Regel nicht mehr nötig, kann aber unter Umständen erfolgen. Erlaubt ist in diesem Zusammenhang jedoch lediglich das Zufügen von maximal 2 Prozent pflanzlicher Stärke. Nach dem Pressvorgang werden die Pellets dann auf die gewünschte Länge geschnitten, in der Regel 10 bis 30 Millimeter, und kommt lose oder als Sackware in den Handel. Für die entsprechende Qualität der Pellets sorgt darüber hinaus die Europäische Norm „EN 14961-2“, die auch einen entscheidenden Einfluss auf den Aschegehalt und den Heizwert der Pellets hat.

Pellets, die für den Einsatz in Pelletheizungen vorgesehen sind, sollten der Qualitätsstufe A1 entsprechen. Einer Tonne Pellets dieser Güteklasse steht ein Energiewert von 500 Litern Heizöl entgegen. A2 Pellets sind ebenfalls für Pelletheizungen geeignet, weisen aber eine höhere Toleranz gegenüber dem Aschegehalt auf und bescheren keinen so hohen Heizwert, wie Pellets der Güteklasse A1. B Pellets (Industriepellets) kommen vorwiegend für Kraftwerke und Großfeuerungen zum Einsatz. vorwiegend für Kraftwerke und Großfeuerungen zum Einsatz.

Holzpellet Herstellung
Holzpellet Herstellung, Zur Vergrößerung auf das Bild klicken, © Bild: Agentur für erneuerbare Energien

Holzpellets: Versorgungssicherheit

Die Nachfrage nach Pelletheizungen ist in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen. Jahr 1999 erst 800 Pelletheizungen im deutschlandweiten Einsatz zu finden, stieg ihre Zahl in deutschen Haushalten bis zum Jahr 2017 auf rund 400.000 Anlagen an. Auch für die Zukunft wird mit einer stark steigenden Tendenz gerechnet, demgegenüber auch mit einer entsprechend steigenden Nachfrage nach Holzpellets.

Aktuell übersteigen die Produktionskapazitäten und Vorräte für Holzpellets jedoch noch den deutschlandweiten Verbrauch, wodurch Deutschland sich aktiv am Export der Pellets beteiligen kann. Das liegt unter anderem auch an der hervorragenden Lagerfähigkeit von Pellets, bei der kein großartiger Energiewertverlust bei jahrelanger Lagerung zu befürchten ist. Auch in Zukunft ist daher mit einer guten Versorgung zu rechnen, die keine Engpässe mehr zu befürchten lässt.

Holzpellet Kapazitäten Bedarf
Vergleich Holzpellets Produktions Kapazitäten Bedarf, © Bild: Deutsches Pelletinstitut GmbH

Holzpellets: Umweltverträglichkeit

Die Konzentration auf den Anbau von schnellwachsenden Energiehölzern forciert diese Sicherheit zudem noch weiter und macht Holzpellets auch hinsichtlich der immer wichtiger werdenden Umweltaspekte zu einem attraktiven Brennstoff. Für die Bereitstellung von Holzpellets werden bei deren industrieller Verarbeitung rund 2,7 Prozent des Energiegehalts benötigt.

Im Vergleich dazu: Der Bereitstellungsaufwand von Heizöl liegt bei 12 Prozent seines Energiegehalts! Die Verbrennung von Holzpellets an sich kann als CO2-neutral gesehen werden, da hierbei nur so viel CO2 freigesetzt wird, wie bei der natürlichen Verrottung ohnehin entstehen würde.

Holzpellet Emissionen
Holzpellets Emissionen im Vergleich, © Bild: Deutsches Pelletinstitut GmbH

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